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Ölmarktbericht Oktober IEA kritisiert OPEC – sie könnte Weltwirtschaft in Rezession stürzen

Die IEA hat ihren Ölmarktbericht veröffentlicht. Man kritisiert die OPEC für die sinkende Fördermenge. Das erhöhe das Rezessionsrisiko.

Öl-Pumpe

Letzte Woche Mittwoch hatte die OPEC mit ihren externen Partnern als Gesamtgruppe OPEC+ beschlossen die Öl-Fördermenge für November um 2,0 Millionen Barrels pro Tag zu senken. In der Realität – so sagen es selbst OPEC-Vertreter – werden es wohl gut 1 Mio weniger sein. Aber auch das ist ein klares Signal an den Markt, dass die Preise steigen sollen. Das Angebot an Öl wird spürbar verknappt. Heute nun hat die Internationale Energie-Agentur (IEA) ihren Ölmarktbericht für den Monat Oktober veröffentlicht. Und darin wird die IEA deutlich mit ihrer Kritik an der OPEC. Die Kürzungen der OPEC+ könnten demnach die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen.

Hier auszugsweise aus dem Bericht, übersetzt: Während die Welt damit kämpft, die schlimmste globale Energiekrise der Geschichte zu bewältigen, verstärken sich die störenden Marktkräfte. Der Plan der OPEC+, die Öllieferungen an den Markt drastisch zu drosseln, hat den Wachstumspfad des Ölangebots für den Rest dieses und das nächste Jahr entgleisen lassen, wobei das daraus resultierende höhere Preisniveau die Marktvolatilität verschärft und die Sorgen um die Energiesicherheit verstärkt. Die Benchmark-Rohölpreise stiegen von einem Tiefstand im September um rund 14 Dollar pro Barrel, und Brent flirtete erneut mit einer dreistelligen Zahl. Angesichts des anhaltenden Inflationsdrucks und der Zinserhöhungen, die ihren Tribut fordern, könnten sich die höheren Ölpreise als Wendepunkt für eine Weltwirtschaft erweisen, die bereits am Rande einer Rezession steht.

Hier weitere wichtige Aussagen aus dem Ölmarktbericht der IEA: Die unaufhaltsame Verschlechterung der Wirtschaft und die durch den OPEC+-Plan zur Angebotskürzung ausgelösten höheren Preise bremsen die weltweite Ölnachfrage, von der man nun eine Schrumpfung von 340.000 Barrels pro Tag im 4. Quartal annimmt. Das Nachfragewachstum wurde auf 1,9 mb/d im Jahr 2022 und auf 1,7 mb/d im nächsten Jahr gesenkt, was einem Rückgang von 60 kb/d bzw. 470 kb/d gegenüber dem Bericht vom letzten Monat entspricht. Die weltweite Ölnachfrage wird nun auf durchschnittlich 101,3 mb/d im Jahr 2023 geschätzt.

Weiter sagt die IEA: Das weltweite Ölangebot stieg im September um 300 kb/d auf 101,2 mb/d, wobei über 85 % des Anstiegs auf die OPEC+ entfielen. Nach einem massiven Anstieg von 2Q22 auf 3Q22 um 2,1 mb/d wird sich das Wachstum den Prognosen zufolge deutlich verlangsamen und von 3Q22 auf 4Q22 170 kb/d betragen, nachdem die OPEC+ beschlossen hat, die offiziellen Produktionsziele ab November um 2 mb/d zu kürzen – eine Kürzung der tatsächlichen Produktion um 1 mb/d angesichts der unzureichenden Leistung des Blocks gegenüber den Quoten.

Die russischen Ölexporte gingen laut der IEA im September um 230 kb/d auf 7,5 mb/d zurück und lagen damit 560 kb/d unter dem Vorkriegsniveau. Die Lieferungen in die EU gingen im Monatsvergleich um 390 kb/d zurück. Weniger als zwei Monate vor Inkrafttreten des Einfuhrverbots für russisches Rohöl müssen die EU-Länder noch mehr als die Hälfte ihrer Vorkriegseinfuhren von Russland abziehen. Die Exporteinnahmen des Landes sanken um 3,2 Mrd. $ auf 15,3 Mrd. $.

Währenddessen hat Saudi-Arabien heute ein offizielles Statement veröffentlicht, in dem die Fördermengenkürzung von 2,0 Mio Barrels pro Tag verteidigt wird. Man darf also von der Ernsthaftigkeit der OPEC ausgehen, wenn es um eine Reduzierung der Fördermenge an Öl geht.



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1 Kommentar

  1. Ja zum monatlichen OPEC+-Ölmarktbericht.

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