Folgen Sie uns

Allgemein

Immobilien: 2020 fallende Preise dank neuer Gesetze?

Das größte Risiko für Immobilien und Immobilien-Aktien könnte 2020 vom deutschen Gesetzgeber – und nicht dem Markt ausgehen

Avatar

Veröffentlicht

am

Das größte Risiko für Immobilien und Immobilien-Aktien könnte 2020 vom deutschen Gesetzgeber – und nicht dem Markt ausgehen. Verglichen mit anderen europäischen, asiatischen oder nordamerikanischen Metropolen sind die Mieten in deutschen Städten noch immer vergleichsweise günstig. Doch eine zunehmend sozialistische Einstellung der Deutschen geht auch an der Politik nicht spurlos vorbei. Mit dem Mietendeckel in Berlin droht ein Gesetz, das den Boom bei Immobilien beenden könnte.

Es gibt wohl keinen ernstzunehmenden Wirtschaftswissenschaftler, der erklären könnte, wie staatlich gedeckelte Mieten ein unausgeglichenes Angebots-Nachfrage-Verhältnis auf dem Immobilienmarkt ausgleichen könnte. Und trotzdem ist Berlin drauf und dran, die Mieten in der Stadt zu deckeln. Und zwar auf einem so niedrigen Niveau, dass selbst günstig gebaute oder gekaufte Wohnungen aus den vergangenen Jahren kaum noch kostendeckend vermietet werden können.

Immobilien: Selbst CDU-Wähler befürworten mehrheitlich staatlich fixierte Mieten

Erschreckend ist, dass selbst unter CDU und FDP-Wählern 51% und 43% der Befragten der Meinung sind, die staatlich festgelegten Höchstmieten seien eine gute Idee. Woher der Glaube so vieler Deutscher kommt, sie hätten ein Recht darauf, zu Billigmieten in beliebten Lagen der Innenstädte zu wohnen, ist ein Rätsel. Fakt ist, dass selbst nach Jahren der Mietsteigerungen das Mieten in Deutschland noch vergleichsweise günstig ist. So geben etwa Londoner im Durchschnitt je nach Stadtteil zwischen 17% und 46% ihres Gehalts für die Miete aus. Für kleine Wohnungen steigt der Anteil auf bis zu 61%.

In Deutschland hingegen geben selbst Münchner nur 27% ihres Gehalts für Mite aus, die Berliner 21%. Es ist also keineswegs so, dass in Deutschland wirklich die Schmerzgrenze erreicht wäre.

Und dennoch: Politischer Widerstand wird die Berliner Pläne nicht kippen können, denn die Regierungsmehrheit ist für den Mietendeckel. Helfen könnte allenfalls noch das Verfassungsgericht, das in der Vergangenheit aber entgegen wissenschaftlicher Lehrmeinung entschied, dass Mietobergrenzen ein erlaubtes Mittel zur Lösung des Angebot-Nachfrage-Problems auf dem Immobilienmarkt wären.

In Berlin wird niemand mehr Wohnungen bauen und kaufen

Selbst wenn das geplante Gesetz in Berlin nach der Verabschiedung irgendwann von einem Gericht gekippt werden sollte, ist der Schaden schon angerichtet. Bis irgendwann ein Gericht entscheidet, können Jahre vergehen. Und in diesen Jahren dürfte der Berliner Immobilienmarkt praktisch tot sein. Wer soll noch bauen, wenn unklar ist, ob überhaupt langfristig kostendeckend vermietet werden kann? Wer soll noch eine Wohnung kaufen, wenn der Gesetzgeber jederzeit in die Verträge eingreifen, Mieten begrenzen und sogar Rückzahlungsansprüche für Mieter für „zuviel“ bezahlte Mieten festsetzen kann. Das nächste ist dann vielleicht ein Sanierungszwang? Freiwillig wird kein Vermieter mehr seien Immobilien sanieren, da die Miete nach der Sanierung kaum erhöht werden kann. Um DDR-Verhältnisse zu verhindern, muss es also einen Sanierungszwang geben. Vielleicht begründet mit Klimawandel und Umweltschutz.

Das interessante an Spekulationsblasen wie der Blase bei Immobilien ist, dass ein kleines Loch genügt, um die gesamte Blase platzen zu lassen. Es muss also nicht die gesamte Hülle der Blase zerstört werden, damit die Immobilienblase kollabiert. Der Berliner Mietendeckel könnte also die Nadel sein, die die Luft aus den stark gestiegenen Preisen für Immobilien ablässt. Denn wenn der Mietendeckel aus Sicht der Initiatoren in Berlin funktioniert und selbst FDP- und CDU-Wähler in beträchtlicher Anzahl begeistert vom Konzept sind, was sollte dann andere Städte und Landkreise davon abhalten, ähnliche Gesetze zu verabschieden?

Tipp für Anleger: Über Länder und Märkte diversifizieren

Um das Risiko als Anleger zu begrenzen, bieten sich Immobilien-Aktien mit möglichst breit diversifizierten Portfolio an. Aber auch Gewerbeimmobilien bieten einen gewissen Schutz gegen regulatorische Eingriffe des Gesetzgebers. Denn Gewerbemieter sieht der Gesetzgeber als kaum schutzwürdig an, so dass für Gewerbeflächen noch weitestgehend Vertragsfreiheit besteht.

Einen guten Mix aus Wohn- und Gewerbeimmobilien verwaltet die S Immo AG, die nicht nur über verschiedene Nutzungsarten hinweg diversifiziert, sondern auch in etlichen Ländern Europas aktiv ist. Die DIC Asset AG hingegen verwaltet ein reines Gewerbeimmobilien-Portfolio bestehend aus Büros und Einzelhandelsflächen.

Der Mietendeckel in Berlin könnte fatale Auswirkungen auf den Markt für Immobilien in Deutschland haben

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Peter Menis

    14. Januar 2020 09:54 at 09:54

    Der Artikel beschreibt sehr gut, wieso der Wohnraummangel mit diesem Gesetz nicht beseitigt wird. Was hier jedoch sehr falsch dargestellt wird, ist wo der Mietendeckel tatsächlich helfen soll: und zwar zum Schutz der Mieter, ihre Wohnung wegen Spekulation zu verlieren, Planunssicherheit und Transparenz. Zudem wird auch die Inflation gehemmt.

    Hier wurden andere Hauptstädte als Beispiel dafür genommen, wie gut es uns eigentlich geht. Aber: geht es uns wahrhaftig gut, nur weil andere es schwerer haben?
    Zudem wurden hier die Durchschnittszahlen genommen, die von besonders gutverdienenden Haushalten völlig verfälscht werden. Ich rate jeden der sich mit diesem Thema befasst, stattdessen mit Medianen zu arbeiten. Hier wird einem schnell klar, das der Großteil der Bevölerung weitaus mehr als 21% ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen.

    Ich will den Mietendeckel nicht hochpreisen und auch nicht herabreden, man sollte ihn jedoch objektiv und mit repräsentativen Zahlen analysieren.

    • Avatar

      Johannes

      14. Januar 2020 13:02 at 13:02

      @Peter Menis, Sie sehen das völlig richtig. Berücksichtigt man das Medianeinkommen, landen wir in deutschen Großstädten bei etwa 30%. Der Autor des Artikels hat hier etwas Zahlenschummelei walten lassen, denn sieht man sich die Zahlen von London einmal genauer an, so erkennt man, dass in 25 Stadtteilen der Wert bei max. 31% liegt, während es nur 6 Stadtteile mit höheren Zahlen sind.
      https://i0.wp.com/metro.co.uk/wp-content/uploads/2018/11/sei_41221681-e992.jpg?quality=90&strip=all&zoom=1&resize=768%2C401&ssl=1

      Im Durchschnitt dürfte also in London die Mietbelastungsquote somit eher unter den deutschen Werten liegen. In Sachen Kaufpreisfaktor, Überbewertung, Blasengefahr kann keine Stadt München das Wasser reichen. Nicht Hongkong, nicht Tokyo und schon gar nicht New York. Und auch das muss sich früher oder später zusätzlich auf die Mietpreise niederschlagen.

  2. Avatar

    Stephan Gasteyger

    14. Januar 2020 10:35 at 10:35

    Danke für den guten Artikel. Absolut einverstanden, dass der Mietendeckel der Berliner Wirtschaft, dem Wohnungsmarkt und dem Investitionsklima schaden wird.

    Es stimmt aber nicht ganz, dass am Berliner Wohnungsmarkt eine Immobilienblase besteht. Eine Blase ist dadurch gekennzeichnet, dass fast nur noch mehr aus Spekulationsgründen investiert wird. Dass also sehr bald das Angebot größer ist als die Nachfrage (wie der Immobilienmarkt in Florida 2007/2008). In Berlin besteht aber eine Wohnraumknappheit, und was gebaut wird, wird meistens auch bewohnt.

    • Avatar

      Peter Menis

      14. Januar 2020 17:09 at 17:09

      @Johannes, danke für die Antwort! Und ja es stimmt: die Käufer der Wohnungen müssen hohe Mieten verlangen, um den hohen Kapitaldienst, der durch den Spekulationspreis zustande kam, zu decken. Wenn aber die Möglichkeit der Spekulation durch eine im Vornherein vorgegebene Miethöhe genommen wird, entsteht erst gar keine Überbewertung. Die Verlierer der ganzen Geschichte werden diejenigen Kleinanleger sein, die in den vergangenen 6 Jahren ihr Eigenkapital zusammengekratzt haben, um es in Beton anzulegen und dabei völlig jenseits von gut und böse kalkuliert haben (oder wurden). Vorher waren es eben die Mieter, die von ihnen rausgeschmissen wurden oder jetzt horrende Mieten zahlen müssen. Ich sortiere das in die Kategorie „Karma“.

      Da bleibt dann nur noch das Problem mit der Menge des Wohnraums, welches nur durch Neubau gelöst werden kann. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Miete den Baukredit trägt. Beispiel: Für Neubau bis 2013 in guter Lage mit entsprechenden Ausstattungsmerkmalen kann man laut aktueller Mietentabelle 11,80 € / m² verlangen… Entspricht einer Jahresnettokaltmiete von 141,60 €. Das bedeutet, dass wenn man mit einem Faktor von beispielsweise 20 rechnet, was noch sehr gering ist, so dürften die Baukosten pro m² Wohnfläche nicht höher sein als 2.832 € sein… und das ist sehr viel! Wenn man den Faktor auf 30 anhebt, was in Berlin immernoch – gerade für Neubau – realistisch ist, so kann man schon 4.248 € pro m² Wohnraum ausgeben… Neubau nach 2013 ist dabei gar nicht geregelt, allerdings befürchten viele, dass das noch nachgebessert wird und begründen somit den Baustopp… Meiner Meinung nach alles Gehetze von gierigen Vermietern, die den Deckel mit allen Mitteln blockieren wollen!

      Auf jeden Fall bin ich gespannt wie es weiter verläuft… Am Ende wird die Sache vermutlich so zahnlos wie die Mietpreisbremse!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Kreditwachstum abgekoppelt von der Wirtschaftsleistung – die Gründe

Avatar

Veröffentlicht

am

Das Kreditwachstum der letzten Jahre in Deutschland ist beeindruckend. Die Bundesbank hat aktuell dazu ausführliche Daten und Grafiken veröffentlicht. Man schaue auf die folgende Grafik seit den 1980er-Jahren, wo das Kreditwachstum (an Unternehmen außerhalb der Finanzbranche) in Prozentpunkten als blaue Linie dargestellt wird. Man sieht, wie die Wirtschaftsleistung (schwarze Linie) zuletzt immer mehr Richtung Nullwachstum abfällt, aber das Kreditwachstum eine viel höhere Wachstumsrate aufweist. Woran liegt das?

Kreditwachstum vs Wirtschaftsleistung

Schauen wir dazu auch auf die folgende Grafik, wo das jährliche Kreditwachstum (Durchschnitt in blauer Linie) seit 2014 dargestellt wird. Hier auf diesen kurzen Zeitraum bezogen ist der Dreh von vormals negativen Raten ins Plus gut erkennbar. Selbst zuletzt, wo die gesamte Wirtschaftsleistung (BIP) immer mehr Richtung Null-Linie läuft, verharrt die Wachstumsrate bei Krediten über 5%.

Kreditwachstum seit 2014

Was wir lobend erwähnen möchten: Die Bundesbank hat mit einem sehr einfach verständlichen Text die Gründe dafür aufgearbeitet, warum das Kreditwachstum sich von der Wirtschaftsleistung abgekoppelt hat. Bevor wir noch einen anschließenden Kommentar abgeben, hier die Bundesbank im Wortlaut:

Die Buchkredite deutscher Banken an nichtfinanzielle Unternehmen in Deutschland sind in den letzten Jahren nachhaltig und über alle Laufzeiten, Wirtschaftszweige und Bankengruppen gestiegen. Wesentlichen Einfluss auf diesen Aufschwung hatten die anhaltende konjunkturelle Erholung sowie die gesunkenen Kosten der Kreditfinanzierung. Das kräftige Wachstum der Unternehmenskredite lässt sich mit diesen beiden Größen allein jedoch nicht vollständig erklären.

Mögliche weitere Einflussgrößen sind sowohl auf der Kreditnachfrage- als auch auf der Kreditangebotsseite zu finden. Nachfrageseitig relevant waren vor allem das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie Verschiebungen in der Finanzierungsstruktur der Unternehmen und in der Investitionstätigkeit einzelner Wirtschaftszweige. Infolge der lebhaften Baukonjunktur sowie des damit verbundenen Preisauftriebs bei Bauleistungen und Immobilien erhöhte sich vor allem der Mittelbedarf des Bau- und Immobiliensektors. Dieser ist typischerweise besonders kreditintensiv, was dazu führte, dass die Kredite an diesen Wirtschaftszweig zur treibenden Kraft des Kreditaufschwungs wurden. Auf der Angebotsseite fällt auf, dass die Banken ihre Kreditvergabepolitik in den letzten Jahren wiederholt lockerten. Sie führten dies vor allem auf die angespannte Wettbewerbssituation im Bankensektor zurück.

Zusätzlich spielten die ab 2014 beschlossenen geldpolitischen Sondermaßnahmen des Eurosystems eine Rolle, die über ihren rein zinssenkenden Effekt hinaus positiv auf die Kreditdynamik wirkten. Eigene empirische Analysen auf der Basis von Bankbilanz-Einzeldaten deuten darauf hin, dass Banken in Deutschland, die an den gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften und am
erweiterten Programm zum Ankauf von Vermögenswerten teilnahmen, in den Jahren 2014 bis 2019 ein höheres Wachstum der Unternehmenskredite aufwiesen als nichtteilnehmende Banken. Darüber hinaus geben Umfragedaten Hinweise darauf, dass das negative Niveau des Einlagesatzes für sich genommen zwar die Nettozinserträge der Banken dämpfte, jedoch bislang nicht zu einer Einschränkung ihrer Kreditvergabe führte.

Kommen wir zur letzten Bemerkung der Bundesbank. Bislang gebe es also noch keine Anzeichen für eine Einschränkung der Kreditvergabe durch die Banken. Geht das Kreditwachstum also weiter, auf hohem Niveau bei 5%? Wir erinnern an die im Detail erläuterte Prognose des Bankexperten Markus Krall. Viele Beobachter mögen seine Analysen und Schlussfolgerungen ablehnen, weil sie zu viele Variablen enthalten. Aber dennoch sind die Worte von Markus Krall aufschlussreich. Durch das Fehlen der Zinsmarge bei den Banken (dank der von der EZB abgeschafften Zinsen) schmelze das Eigenkapital der Banken derzeit immer weiter ab. Da die Banken für jeden vergebenen Kredit einen gewissen Teil an Eigenkapital vorhalten müssen (als Risikovorsorge für ausfallende Kredite), müssten die Banken ab einem bestimmten Zeitpunkt ihre Kreditvergabe einschränken, da sie ja ein ständig schrumpfendes Eigenkapital hätten, so Markus Krall.

Und laut seinen Berechnungen (sehen Sie dazu bitte folgendes ausführliches Video ab Minute 32) werde die Kreditkontraktion (weniger Kreditvergabe durch die Banken) Ende 2020/Anfang 2021 einsetzen, weshalb die Wirtschaft mangels neuer Kredite massive Probleme bekommen werde. Soweit die Theorie von Markus Krall. Wird es so kommen? Zumindest basierend auf den aktuellen Aussagen der Bundesbank läuft jetzt noch alles rosig. Aber es sind ja noch mindestens 3 Quartale Zeit, bis laut den Schätzungen von Markus Krall die Kreditkontraktion einsetzen soll.

weiterlesen

Allgemein

Bundesbank: Wirtschaftswachstum wohl exakt auf der Null-Linie

Avatar

Veröffentlicht

am

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Das Wirtschaftswachstum ist gegen Ende des Jahres 2019 wohl exakt auf der Null-Linie gelandet, so die aktuelle Prognose der Bundesbank. Die Zweiteilung zwischen Binnenkonsum/Dienstleistungen sowie der Produktion bleibt weiterhin bestehen. Aber man erkenne, dass sich im Verarbeitenden Gewerbe eine Stabilisierung abzeichne. Dies wird auch im erläutert. Zitat auszugsweise:

Auftrieb sei nach wie vor von der Binnenwirtschaft gekommen. Hier hielten die trotz schwacher gesamtwirtschaftlicher Entwicklung recht günstigen Arbeitsmarkt- und Einkommensaussichten die Konsumfreude der Verbraucher aufrecht.

„Ein Ende das Baumbooms zeichnet sich weiterhin nicht ab“, schreiben die Expertinnen und Experten.

Demgegenüber habe die Abwärtsbewegung in der exportorientierten Industrie weiterhin angehalten, heißt es im Bericht. „Zuletzt mehren sich jedoch Anzeichen dafür, dass sich das verarbeitende Gewerbe mit Beginn des neuen Jahres stabilisieren könnte“, schreiben die Ökonominnen und Ökonomen. So hätte sich die industrielle Auftragslage seit einigen Monaten nicht weiter eingetrübt und die Warenausfuhren würden merklich steigen. Die kurzfristigen Exporterwartungen hätten sich ebenfalls erholt und würden nun erstmals seit einem halben Jahr wieder den positiven Bereich erreichen. Dem Bericht zufolge stieg die deutsche Industrieproduktion im November 2019 kräftig an. Sie übertraf demnach den Stand vom Oktober saisonbereinigt um 1 Prozent. Im Mittel der Monate Oktober und November lag die industrielle Erzeugung dennoch erheblich unter dem Durchschnitt der Sommermonate (-1½ Prozent).

weiterlesen

Allgemein

Immobilien: Schlüssiges Indiz für eine Manie bei den Preisanstiegen!

Avatar

Veröffentlicht

am

Eine Manie ist laut Wikipedia eine affektive Störung, bei der sich „Antrieb, Stimmung und Aktivität“ weit über dem Normalniveau befinden. Darf man beim Thema Immobilien von einer Manie sprechen? Auf jeden Fall ist es ein Mega-Boom, eine Hausse, und auch eine Blase. Dass es eine Preisblase ist, dafür kann man jetzt ein schlüssiges Indiz liefern. Und ja, wir möchten hier von einer richtigen Manie sprechen! Erst einmal, als erster Baustein unserer Spurensuche: Die Preise für Immobilien steigen, und steigen, und steigen immer weiter an! Seit Monaten zeigen die Immobilienpreise im Jahresvergleich Wachstumsraten von knapp unter 10%, und jetzt ganz frisch für den Monat Dezember sogar über 10%, wie der Europace Hauspreisindex basierend auf tatsächlichen Transaktionen in der Branche erst letzte Woche gezeigt hat. Auch die Baupreise ziehen weiter kräftig an.

Preise für Immobilien klettern immer weiter, Mieten stagnieren

Aber sind diese sehr stark steigenden Immobilienpreise vielleicht gerechtfertigt? Denn wenn die Wohnungsmieten parallel dazu auch immer weiter ansteigen, können die Erwerber der Immobilien ja auch bei ihren extrem hohen Kaufpreisen gute Renditen aus den Mieteinnahmen erzielen, wenn sie die Objekte nicht für den Eigengebrauch nutzen. Bei der Spurensuche nach der Manie bei den Preisen für Immobilien hilft ganz aktuell der F+B-WOHN-INDEX DEUTSCHLAND für das 4. Quartal 2019.

Die oberste Linie im folgenden Chart zeigt die Entwicklung bei den Preisen für Eigentumswohnungen seit dem Jahr 2004. Die zweite Linie in rot zeigt die durchschnittliche Entwicklung des Wohnindex. Auch er steigt deutlich an, ungebremst. Und jetzt kommen wir zum Problem, woran man erkennen kann, dass die Käufer von Immobilien offenbar in eine Manie verfallen sind, und immer höhere Preise akzeptieren – Hauptsache rein in Immobilie, egal was es kostet? Lautet so die Parole? Denn die graue Linie im Chart zeigt die Entwicklung der Wohnungsmieten bei Neuvermietungen. Diese Linie läuft seit mehr als einem Jahr seitwärts. Sie stagnieren und sind teilweise sogar rückläufig!

Problem für Investoren

Also: Während die Mieten für neue Wohnungen und Häuser nicht mehr steigen und sogar leicht fallen, gehen die Kaufpreise für Immobilien immer weiter nach oben. Wer also als Investor bei einer Neuerstellung eines Wohngebäudes zum Beispiel eine einzelne Eigentumswohnung kauft um diese dann zu vermieten, wird sich mit dem Problem konfrontiert sehen, dass er keine seinem Kaufpreis entsprechende hohe Miete erzielen kann. Also hat er teuer gekauft, und die Rendite für sein Investment fällt mickrig aus. Die Preisentwicklung für die Käufer hat sich also von den Preisen für die Wohnungsmieten entkoppelt, wodurch die Rendite für die Investoren immer kleiner wird.

Das zeigt eine ungesunde Entwicklung. Wer nun also kauft und seine Objekte nicht für den Eigenbedarf nutzt, wird immer kleinere Renditen erzielen! Kommt der Punkt, wo die Preise für Immobilien daher ruckartig einbrechen werden, weil es einen Käuferstreik gibt aufgrund zu hoher Preise? Oder ist der durch die EZB befeuerte Drang hin zu Immobilien und Aktien einfach zu groß, und diese Hausse (oder auch Manie?) geht noch einige Zeit weiter? Hier einige Detailaussagen von F+B zu den Neuvertragsmieten:

Im Gegensatz dazu stagnierten die Neuvertragsmieten im Vergleich der Quartale Q4/2019 zu Q3/2019 erneut bei 0,0 %. Damit setzt sich der von F+B seit dem ersten Quartal 2019 berichtete Trend von leicht sinkenden, maximal aber stagnierenden Angebotsmieten weiter fort! Im Jahresvergleich mit dem 4. Quartal 2018 gehen die Angebotsmieten nun sogar leicht um -0,3 % zurück, mit sichtbarer Tendenz nach unten. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau legt eine ähnliche Interpretation für eine sich verfestigende Marktberuhigung nahe. So sind im Vergleich zum Vorquartal in 23 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten gesunken (im Vergleich der Quartale Q3/2019 zu Q2/2019 betraf dies erst 15 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2018 gab es reale Mietpreisrückgänge in elf der teuersten 50 Städte. „Das kann man als Effekt verringerter Ertragserwartungen der Eigentümer bei der Neuvermietung, aber sicher auch als Ankündigungseffekt der geplanten Verschärfung der Mietpreisbremse interpretieren“, kommentierte der Immobilienexperte.

Charts für Preisentwicklungen bei Immobilien

Hier noch ein sehr interessanter Kommentar aus der aktuellen F+B-Veröffentlichung:

Der F+B-Chef meint hier einen „Herdeneffekt“ zu erkennen, der aus der wirtschaftshistorischen Erfahrung heraus für die Nachzügler häufig nicht gut ausgeht. „Betrachtet man die letzten 25 Jahre, sind in der Immobilienwirtschaft immer wieder verzögerte Reaktionen deutscher Investoren auf internationale Kapitalmarkttrends zu beobachten gewesen“, so der Wohnungsexperte. Zu Beginn und in der Hochphase des Verkaufs öffentlicher und Werkswohnungsbestände zwischen 1998 und 2005 waren fast ausschließlich anglo-amerikanische Fonds engagiert, die dann später enorme Gewinne realisieren konnten. Deutsche Anleger und Wohnungs-Fonds stießen erst relativ spät und dann auf einem schon hohen Preisniveau dazu. „Besonders prozyklisch agiert hier die öffentliche Hand, die ihre Bestände aus heutiger Sicht zu Spottpreisen verkaufte, um diese nun mit enormen Aufschlägen z. T. wieder zurückzukaufen – teilweise auf einem Preisniveau, auf dem private Kaufinteressenten längst ausgestiegen sind“, kommentierte der Marktforscher.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen