Allgemein

Immobilien mit Ende des Booms – „Abschwung hat begonnen“

Ist der Boom bei Immobilien in Deutschland nun wirklich am Ende angekommen? Wir haben dieses Thema in den letzten Wochen mehrfach besprochen. Heute meldet sich das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zu Wort, mit einem Papier namens Der Anfang vom Ende des Immobilienbooms. Aufgrund einer Umfrage unter leitenden Angestellten der Immobilien-Branche würden mehr Unternehmen für die nächsten 12 Monate eine schlechtere als eine bessere Entwicklung erwarten.

Abschwung bei deutschen Immobilien hat begonnen

Die Erwartungen sinken im Vergleich zum Vorquartal sehr deutlich um 18,5 Punkte auf minus 9,0. Mit 71,6 Prozent geht jedoch immer noch eine Mehrheit von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Und auch die aktuelle Lage wird immer noch recht ordentlich eingeschätzt. Mit einem Wert von 72,3 hat sich die Lage auf solidem Niveau stabilisiert, so das IW. Entscheidend für das Abflauen des Booms bei Immobilien ist wohl der folgende Wert, der so schlecht ist wie seit fünf Jahren nicht mehr. Zitat:

Das aus dem Mittelwert der Geschäftslage und Erwartungen gebildete Immobilienklima sinkt damit auf den niedrigsten Wert seit dem Beginn des IW Immobilien-Index im Jahr 2014. Im Vergleich zum Vorquartal verringert sich das Geschäftsklima um 10,6 Prozentpunkte auf 28,0. Entscheidend für die Gesamteinschätzung der Konjunktur ist, dass das Immobilienklima nun dreimal in Folge gesunken ist (Im ersten Quartal 2019 lag das Immobilienklima noch bei 39,0). Nach der Dreimal-Regel der Konjunkturforschung signalisiert dies einen Wendepunkt und eine Richtungsänderung in der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Abschwung hat demnach begonnen. Damit folgt der Immobilienmarkt der Gesamtstimmung der deutschen Wirtschaft (ifo, 2019).

Boom bei Immobilien zu Ende?
Wohnungsbau. Boom bei Immobilien am Ende? Foto: pixabay / Derks24

Hier weitere wichtige Aussagen des IW, auszugsweise im Wortlaut:

Die vier Teilsektoren des IW Immobilien-Index sind unterschiedlich stark von der Eintrübung der Gesamtlage betroffen (Abbildung). Das Immobilienklima sank am stärksten in den konjunktursensibleren Sektoren Handel (-17,5) und Büro (-17,1). Auch das Wohnungsmarktsegment verschlechtert sich (-10,4). Bei den Projektentwicklungen erholt sich der Wert nach zwei Quartalen des Rückgangs ein wenig (+4,4). Mit Ausnahme der Projektentwickler sind die Erwartungen nun alle negativ.

Der Ist-Zustand ist noch recht ordentlich

Noch in einem guten Licht steht der Markt für Immobilien in Deutschland dank folgender Aussagen da. Zitat:

So bleiben die Zinsen langfristig niedrig. Die Effektivzinssätze für Wohnungsbaukredite an private Haushalte erreichten im Juli 2019 sogar einen historischen Tiefstand (Deutsche Bundesbank, 2019). Die Stimmung hat sich diesbezüglich in den letzten Monaten stark gewandelt. Die befragten Unternehmen gehen daher nun wieder von zukünftig besseren Finanzierungsbedingungen aus. Ein positiver Wert wurde beim IW Immobilien-Index zuletzt vor drei Jahren im dritten Quartal 2016 erreicht.

Die Beschäftigung und die Einkommen steigen. Der Konsum ist hoch. Es bestehen hohe Wohnungsbedarfe, die vielerorts noch nicht gedeckt sind (Henger/Voigtländer, 2019). Es wird ein paar Jahre dauern, bis sich die Märkte wieder entspannen. Die Mietentwicklungen gehen in der Regel mit den lokalen Einkommen Hand in Hand und entkoppeln sich nicht vollständig von den Preisen (Kohl et al., 2019). Auch die Immobilienfinanzierung bleibt solide. Im Büromarkt wird kaum spekulativ gebaut, wie die im Markt zu beobachtenden hohen Anteile an Vorvermietungen anzeigen.

Auch die Attraktivität des deutschen Immobilienmarktes bei ausländlichen Investoren ist und bleibt hoch und dürfte auch weiterhin die Konjunktur der Branche stützen. Die ausländischen Investoren schätzen damit vor allem die hohe Stabilität des deutschen Immobilienmarktes, mit der sich die Performance ihrer Portfolios langfristig optimieren lassen.

Immobilien - Abschwung startet

Quelle: IW / Ralph Henger



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

2 Kommentare

  1. Avatar

    Jetzt wird aber der Finanzmarkt hysterisch. Ob Auto Industrie oder Immobilien Spekulanten. Habe nichts anderes erwartet und ist auch nicht neu immer wenn das Kapital nicht verdoppelt werden kann ist das Gejammer groß. Schönen Tag noch.

  2. Pingback: Meldungen vom 24.09.2019 | das-bewegt-die-welt.de

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage