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Euro Short? Drei heutige Ereignisse könnten als Begründung dienen

Claudio Kummerfeld

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Wird der Euro gegen den US-Dollar weiter abrutschen? Die Möglichkeit dazu besteht, auch wenn es natürlich keine Sicherheit für das hier angesprochene Szenario gibt. Aber schauen wir uns zunächst mal die Entwicklung im großen Bild an. Der folgende Chart zeigt den Verlauf von Euro vs US-Dollar seit Februar. Eine relativ offensichtliche Abwertung von 1,14 auf unter 1,10. Langsam, aber nachhaltig. In den letzten beiden Wochen gab es eine kleine Ruhephase, aber die Tendenz war nach wie vor abwärts gerichtet.

Euro vs US-Dollar seit Februar

Euro nach der EZB-Zinsentscheidung

Durch die EZB-Zinsentscheidung am 12. September schien die Luft für einen weiter fallenden Euro erst einmal raus zu sein. Denn es sah zunächst so aus, als gäbe es so schnell keine weiteren Lockerungen durch die EZB. Aber heute früh kamen die Einkaufsmanagerindizes für diverse europäische Länder, auch für Deutschland und die gesamte EU. Sie zeigen eine weitere deutliche Verschlechterung der konjunkturellen Lage in Euroland. Das ist der erste Punkt, der heute für einen weiter fallenden Euro spricht. Und ja, Euro vs US-Dollar fiel ab 9:30 Uhr von 1,1010 auf bis zu 1,0966 im Tief.

Dann ging es vorhin weiter mit dein Einkaufsmanagerindex für die USA, der leicht besser ausgefallen ist als erwartet. Der Kommentar fiel zwar ziemlich mau aus, aber die Headline-Zahl war nun mal leicht besser als erwartet. Auch das könnte eher den Dollar stärken, was natürlich den Euro schwächt. Und last but not least hat vorhin Mario Draghi vor einem Ausschuss des EU-Parlaments eine Rede gehalten (Original-Redetext hier nachzulesen). Der Schwung des Wirtschaftswachstums habe sich deutlich verschlechtert, und zwar noch mehr als zuletzt angenommen. Die Inflation bleibe schwach, und man benötige eine wirtschaftliche Strategie (der Regierungen) um die Effektivität der Geldpolitik zu verbessern. Die Schwäche der Industrie weite sich aus, und das Risiko eines Übergreifens auf andere Bereiche steige. Und so weiter, und so weiter. Die Aussagen von Mario Draghi sind alles andere als optimistisch. Also, darf man von einer fortgesetzten Lockerungspolitik der EZB ausgehen und eine weitere Konjunkturschwäche zu bekämpfen?

Tendenz weiter gen Süden?

Dies würde den Euro weiter schwächen. Zwei Mal Einkaufsmanager und einmal eine pessimistische Rede von Mario Draghi. Unterm Strich hat der Euro gegen den US-Dollar heute seit Freitag Abend nur 35 Pips verloren, weil er sich in den letzten Stunden wieder minimal erholt hat auf 1,0985. Aber man schaue mal auf diesen Chart. Er zeigt Euro vs US-Dollar seit dem 26. August. Zwei Mal hat er ein Tief erreicht bei jeweils 1,0926. Das wäre für Shorties das nächste Ziel, aus charttechnischer Sicht! Die Tendenz in diesem Chart wirkt dank der letzten Tage eher südwärts gerichtet, was durch die heutigen Aussagen fundamental untermauert wird. Das muss aber nichts heißen. Denn man sieht ja, aktuell fällt der Euro nicht weiter nach unten.

Euro vs US-Dollar seit 26. August

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Zimmermann

    23. September 2019 18:15 at 18:15

    Ich finde in den letzten Tagen hat sich der EUR gut gehalten. In den USA wird es bis spätestens Ende des Jahres wieder zu QE Spekulationen kommen. Dann schauen wir mal, was der EUR/USD machen wird.

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Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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