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Euro Short? Drei heutige Ereignisse könnten als Begründung dienen

Wird der Euro gegen den US-Dollar weiter abrutschen? Die Möglichkeit dazu besteht, auch wenn es natürlich keine Sicherheit für das hier angesprochene Szenario gibt. Aber schauen wir uns zunächst mal die Entwicklung im großen Bild an. Der folgende Chart zeigt den Verlauf von Euro vs US-Dollar seit Februar. Eine relativ offensichtliche Abwertung von 1,14 auf unter 1,10. Langsam, aber nachhaltig. In den letzten beiden Wochen gab es eine kleine Ruhephase, aber die Tendenz war nach wie vor abwärts gerichtet.

Euro vs US-Dollar seit Februar

Euro nach der EZB-Zinsentscheidung

Durch die EZB-Zinsentscheidung am 12. September schien die Luft für einen weiter fallenden Euro erst einmal raus zu sein. Denn es sah zunächst so aus, als gäbe es so schnell keine weiteren Lockerungen durch die EZB. Aber heute früh kamen die Einkaufsmanagerindizes für diverse europäische Länder, auch für Deutschland und die gesamte EU. Sie zeigen eine weitere deutliche Verschlechterung der konjunkturellen Lage in Euroland. Das ist der erste Punkt, der heute für einen weiter fallenden Euro spricht. Und ja, Euro vs US-Dollar fiel ab 9:30 Uhr von 1,1010 auf bis zu 1,0966 im Tief.

Dann ging es vorhin weiter mit dein Einkaufsmanagerindex für die USA, der leicht besser ausgefallen ist als erwartet. Der Kommentar fiel zwar ziemlich mau aus, aber die Headline-Zahl war nun mal leicht besser als erwartet. Auch das könnte eher den Dollar stärken, was natürlich den Euro schwächt. Und last but not least hat vorhin Mario Draghi vor einem Ausschuss des EU-Parlaments eine Rede gehalten (Original-Redetext hier nachzulesen). Der Schwung des Wirtschaftswachstums habe sich deutlich verschlechtert, und zwar noch mehr als zuletzt angenommen. Die Inflation bleibe schwach, und man benötige eine wirtschaftliche Strategie (der Regierungen) um die Effektivität der Geldpolitik zu verbessern. Die Schwäche der Industrie weite sich aus, und das Risiko eines Übergreifens auf andere Bereiche steige. Und so weiter, und so weiter. Die Aussagen von Mario Draghi sind alles andere als optimistisch. Also, darf man von einer fortgesetzten Lockerungspolitik der EZB ausgehen und eine weitere Konjunkturschwäche zu bekämpfen?

Tendenz weiter gen Süden?

Dies würde den Euro weiter schwächen. Zwei Mal Einkaufsmanager und einmal eine pessimistische Rede von Mario Draghi. Unterm Strich hat der Euro gegen den US-Dollar heute seit Freitag Abend nur 35 Pips verloren, weil er sich in den letzten Stunden wieder minimal erholt hat auf 1,0985. Aber man schaue mal auf diesen Chart. Er zeigt Euro vs US-Dollar seit dem 26. August. Zwei Mal hat er ein Tief erreicht bei jeweils 1,0926. Das wäre für Shorties das nächste Ziel, aus charttechnischer Sicht! Die Tendenz in diesem Chart wirkt dank der letzten Tage eher südwärts gerichtet, was durch die heutigen Aussagen fundamental untermauert wird. Das muss aber nichts heißen. Denn man sieht ja, aktuell fällt der Euro nicht weiter nach unten.

Euro vs US-Dollar seit 26. August



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1 Kommentar

  1. Ich finde in den letzten Tagen hat sich der EUR gut gehalten. In den USA wird es bis spätestens Ende des Jahres wieder zu QE Spekulationen kommen. Dann schauen wir mal, was der EUR/USD machen wird.

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