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Immobilienblase in China: Wenn das platzt, dann..

Die Immobilienblase in China

Mit den Turbulenzen um Evergrande ist die Immobilienblase in China nun zum Gesprächsthema Nummer eins an den Finanzmärkten geworden. Der Immoblienmarkt in China war der Wachstums-Treiber für die Wirtschaft Chinas – er macht 28% des BIPs Chinas aus. Das Vermögen der Chinesen besteht zu 75% aus Immoblien – in den USA machen Immobilien nur ca. 28% des Vermögens der Amerikaner aus.

Chinas Immobilienblase – warum es jetzt ungemütlich wird

Diese Immobilienblase in China hat sich seit Jahren aufgeblasen. Paradoxerweise war das Entstehen dieser Immobilienblase im Reich der Mitte eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die westlichen Länder die Finanzkrise überwinden konnten: Chinas immense Nachfrage nach Rohstoffen für den Bau von Immobilien und seine Investitionen in die Infrastruktur brachte die Nachfrage weltweit nach oben: Rohstoff-reiche Schwellenländer lieferten China die Rohstoffe, Deutschland lieferte den Schwellenländern und China die Maschinen etc. etc. Der Aufschwung nach der Finanzkrise konnte beginnen. China hat in den letzten zehn Jahren die Hälfte des gesamten weltweiten Wirtschaftswachstums gestemmt – auch dank der Blase am Immobilienmarkt.

Wird nun ausgerechnet die Immobilienblase in China der schwarze Schwan, der die Wohlstandsillusion des Westens zusammen brechen läßt? Denn in China sind Verschuldung und Schulden-Hebelung noch extremer ausgeprägt als etwa in den USA (und die sind auch in dieser Hinsicht keine Kinder von Traurigkeit). Peking will eine Enthebelung dieser Schulden – aber geht das, ohne dass die Immobilienblase platzt? Bekanntlich basieren Blasen auf stets steigenden Preisen. Fallen dann die Preise, zeigt sich in der Ebbe, wer in der Flut nackt gebadet hat. Wer enthebeln will, kann aber wiederum nicht weiter steigende Preise haben wollen. Ein für die Führung in Peking geradezu unlösbares Dilemma!

Folgende Dokumentation über Chinas Immobilienblase aus dem Jahr 2013 (!) zeigt, welche Dimensionen diese Blase schon damals angenommen hatte. Bis heute hat sich Chinas Immobilienblase aber noch viel weiter aufgeblasen. Die in der Doku befragten Experten und selbst chinesische Bauunternehmer in China zeigen, warum ein sanftes Entweichen von Luft aus dieser Blase eher unwahrscheinlich ist:



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8 Kommentare

  1. Eines muss man den Chinesen lassen.

    Die wissen wie man einen Wohnungsmangel wirksam verhindert ;-)

    Vielleicht sollten die Vertreter der Rot-Rot Grünen Regierung in Berlin einmal nach China reisen und sich beraten lassen ;-)

    Vorbei wäre es mit einem Mangel an Wohnungen!

    1. Es fehlt nicht an teuren Wohnungen, nur an billigen. Wenn rot, rot, grün die Wohnungen alle billig vermieten, nachdem sie die Wohnungen zu Marktpreisen gekauft haben, ist die Wohnungsnot gebannt.

      1. @Edwin Schmierer, was sollen dann die russischen und muslimischen Oligarchen in ihrem Überfluss und Überdruss noch zu Mondpreisen kaufen? Noch mehr Fußballer und TV-Rechte?

  2. Was für ein Artikel – wenn ich den über die sog. Experten auf Finanznet lese, dann ist eine Pleite von Evergrande nicht das große „Ding, auch nicht für Deutschland“. Das glaube ich schon eher Ihnen, Herr Fugmann – ihre Argumente sind mit Fakten besetzt und weniger mit Meinungen…

    Allerdings macht mich ihre Argumentation nicht wirklich glücklich…..

  3. Das Video macht mich sprachlos. Schaut es Euch an und verlinkt es.
    Danke FMW…wenn ich mir andre Wirtschaftsblätter durchlese, dort wird beschönigt, beschönigt….

  4. Werde ich definitiv mal anschauen danke @Markus Fugmann. @Peter: Finanzen.net ist doch besetzt mit notorischen Dummschwätzern, die Seite kann man komplett in die Tonne treten.

  5. Juchu – endlich wieder ein neuer schwarzer Schwan… ;-)

  6. Ich arbeite im Immobilien-Finanzsektor.
    Man sollte einfach mal uns fragen, derzeit sind sich eigentlich 80% einig: Die Immobilienblase wird spätestens im Jahr 2022 so richtig richtig heftig platzen.
    Das sieht man auch daran, dass sehr viele Unternehmer aus Deutschland und der EU gerade alles auf diese Karte setzen.
    Wie gesagt, so sicher war das für uns bisher noch nie.
    Klar auch wir kalkulieren die kleine Chance auf weiter steigende Preise ein. Wirkt aber angesichts der Zahlen als extrem unrealistisch.

    Eure Immob-Finanz-Abteilung

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