Europa

Aktuellste Außenhandelsdaten Importe aus Russland: Großes Dilemma bei Blick auf Menge und Wert

Die deutschen Importe aus Russland zeigen weiterhin das große Dilemma zwischen weniger Importen und stark gestiegenen Rohstoffpreisen.

Russland-Fahne

Bevor wir auf die Importe schauen: Bei den Exporten ist die Lage ziemlich klar. Nach Corona steigen die Zahlen deutlich an. In wichtige Exportländer hat Deutschland im Juli deutlich mehr verkauft als noch im Juli 2021. So stiegen die Exporte im Jahresvergleich insgesamt um 10,8 Prozent. In den USA stiegen sie um 14,6 Prozent, so sagt es heute das Statistische Bundesamt.

Bei den Importen, da gibt es in Zeiten des Ukraine-Kriegs und der westlichen Sanktionen ein echtes Dilemma. Der Westen will Russland für seinen Angriffskrieg bestrafen, und reduziert die Importe von Waren so gut es nur geht – dennoch werden immer noch Brennstoffe eingekauft. Und es fließt den vierten Monat nach Kriegsbeginn immer noch mehr Geld nach Russland. Denn die massiv gestiegenen Rohstoffpreise bewirken, dass Deutschland und Europa mehr Geld als vorher nach Russland überweisen müssen, obwohl sie weniger Warenvolumen importieren. Es ist ein Dilemma, dass sich im Lauf der nächsten Monate abbauen könnte, wenn die Importvolumen weiter drastisch fallen. Dann dürfte trotz höheren Preisen wegen den weiter geschrumpften Mengen auch effektiv weniger Geld nach Russland fließen. Aber noch sieht es nicht rosig aus.

Die Statistiker sagen aktuell, im Wortlaut: „Die Importe aus Russland stiegen wertmäßig um 10,2 % auf 2,9 Milliarden Euro. Mengenmäßig sanken die Importe aus Russland jedoch um 45,8 % gegenüber Juli 2021. Die Steigerungen bei den Importen sind hauptsächlich auf die gestiegenen Preise – vor allem im Energiebereich – zurückzuführen. Wichtigste Importgüter aus Russland waren Erdöl und Erdgas mit einem wertmäßigen Anstieg um 1,6 % auf 1,4 Milliarden Euro. Weitere wichtige Güter waren Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (+72,5 % auf 0,5 Milliarden Euro) sowie Kohle (+108,5 % auf 0,3 Milliarden Euro).“

Unterm Strich hat Deutschland ein deftiges Handelsdefizit gegenüber Russland entstehen lassen, was aber nachvollziehbar ist. Die Exporte hat man drastisch reduziert. Gleichzeitig laufen die Importe zu gewissen Teilen aber immer noch weiter, und das zu massiv erhöhten Preisen. Und das Resultat sieht so aus: Im Juli 2022 betrug der deutsche Importüberschuss (Handelsdefizit) gegenüber Russland 1,9 Milliarden Euro. Im Juli 2021 hatte er 0,2 Milliarden Euro betragen.



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