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Europa

Industrieproduktion bricht ein in Italien, Griechenland, Slowakei – die Börse interessiert es nicht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Industrieproduktion für Italien, Griechenland und Slowakei wurde heute aber so richtig schlecht vermeldet. Der Dax interessiert sich dafür überhaupt nicht. Er notiert aktuell genau da, wo er Freitag Abend ins Wochenende ging, ebenso der Eurostoxx 50. Also, alles Eitel Sonnenschein? Da mag man als kritischer Beobachter meinen, dass die Börsianer die grottenschlechten Daten einfach ignorieren, und mit Begründungen wie den abgeschafften Zinsen im Rücken die Aktienkurse einfach immer weiter in die Höhe jagen. Als Optimist könnte man sagen: Ja, ach Gott, der Coronavirus wird schon bald überstanden sein, dann muss entgangene Produktion nachgeholt werden, und dann geht es schon wieder bergauf. Außerdem handelt die Börse ja immer die ferne Zukunft, und in der sieht die Gesamtlage ja eh schon vie rosiger aus?

Sei es drum. Aktuell sehen die Fakten wie folgt aus. In Italien wurde heute für den Monat Dezember von den staatlichen Statistikern ein Rückgang der Industrieproduktion von 4,3% im Jahresvergleich vermeldet (erster Chart). Erwartet waren Veränderungen von ungefähr +-0. Im Monatsvergleich sind es -2,7%, bei Erwartungen von knapp unter 0%. Es ist nun der zehnte Monat in Folge mit Negativwerten im Jahresvergleich, wobei -4,2% nun der stärkste prozentuale Rückgang in Italien ist. Die Lage sieht alles andere als gut aus!


source: tradingeconomics.com

In Griechenland sehen wir (folgende Grafik) für Dezember im Jahresvergleich -4,5% nach -9% im  November.


source: tradingeconomics.com

Die Slowakei (hängt auch an der deutschen Autoindustrie) liegt nun fünf Monate am Stück deutlich im Minus, mit aktuell -7,1% im Jahresvergleich. Aber der Aktienmarkt, der notiert auf Rekordständen. Wie gesagt… man ist wohl gedanklich schon so weit mit dem Blick in der Zukunft, dass man die Krise schon hinter sich gelassen hat?


source: tradingeconomics.com

8 Kommentare

8 Comments

  1. Pingback: Die Meldungen vom 10.02.2020 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Avatar

    Hesterberg

    10. Februar 2020 17:03 at 17:03

    Die erste spürbare Schwäche an den Aktienmärkten ist wohl erst ab einem Rückgang der Industrieproduktion in den Industrieländern um 80 – 90% zu erwarten. Die gegenwärtigen minimalen Einbrüche sind für die Märkte bedeutungslos und signalisieren Kaufkurse.

  3. Avatar

    Fritzthecat

    10. Februar 2020 17:27 at 17:27

    Ihr könnt mich ruhig als Kontraindikator messen.
    Ich hatte letzte Woche Daimler gekauft.
    Bisher war es meistens so, daß wenn ich mir Aktien zulege, der Markt erstmal ordentlich korrigiert

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    Prognosti

    10. Februar 2020 20:54 at 20:54

    @ Hesterberg, früher war die produktive Industrie die Hauptindustrie u.das Finanz u.Bankwesen die Hilfsindustrie.Heute ist die Finazindustrie die Hauptindustrie u.Landwirtschaft, Produktion u. Versorgung sind unbedeutend.Die Finanzindustrie ist von den Notenbanken getrieben u.staatlich geschützt.
    Das ist Alles passiert weil man Geld drucken kann u.Werte nicht mehr erarbeiten muss.Tauschhandel war früher u.altmodisch, hätte aber den heutigen Umverteilungs – Diebstahl nicht zugelassen.
    Die Umverteilung wird enden, wenn 80% der Leute nichts mehr geben können.

    • Avatar

      Hesterberg

      11. Februar 2020 00:47 at 00:47

      @Prognosti
      Mein Kommentar hier war ironisch gemeint. Größere und vor allem länger anhaltende Rückgänge im produzierenden Gewerbe hält das Finanzwesen nicht aus. Es kann sich nicht dauerhaft von der Realwirtschaft als Ganzes abkoppeln. Es gibt eine ganze Reihe von Träumern, die das glauben, aber sie werden bald unsanft eines Anderen belehrt werden.

  6. Avatar

    Arthur

    10. Februar 2020 21:08 at 21:08

    Die Börse stürtzt sich leiber auf die Luftnummer Tesla.

  7. Avatar

    Wutbürger

    11. Februar 2020 10:34 at 10:34

    Hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass die großen Aktienindices manipuliert werden? Nein, keine Verschwörungstheorie, leider traurige Realität. Die Gelddrucker in Frankfurt veröffentlichen sogar, welche Dax-Aktien sie kaufen. Was soll man dazu noch sagen? Die Gelddrucker bestimmen, welche Kurse die richtigen sind! In den USA übrigens auch. Wer angesichts solcher dreisten Kursmanipulationen noch fundamental agiert oder gar mit Charttechnik, dem ist nicht mehr zu helfen.

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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