Europa

Industrieproduktion bricht ein in Italien, Griechenland, Slowakei – die Börse interessiert es nicht

Die Industrieproduktion für Italien, Griechenland und Slowakei wurde heute aber so richtig schlecht vermeldet. Der Dax interessiert sich dafür überhaupt nicht. Er notiert aktuell genau da, wo er Freitag Abend ins Wochenende ging, ebenso der Eurostoxx 50. Also, alles Eitel Sonnenschein? Da mag man als kritischer Beobachter meinen, dass die Börsianer die grottenschlechten Daten einfach ignorieren, und mit Begründungen wie den abgeschafften Zinsen im Rücken die Aktienkurse einfach immer weiter in die Höhe jagen. Als Optimist könnte man sagen: Ja, ach Gott, der Coronavirus wird schon bald überstanden sein, dann muss entgangene Produktion nachgeholt werden, und dann geht es schon wieder bergauf. Außerdem handelt die Börse ja immer die ferne Zukunft, und in der sieht die Gesamtlage ja eh schon vie rosiger aus?

Sei es drum. Aktuell sehen die Fakten wie folgt aus. In Italien wurde heute für den Monat Dezember von den staatlichen Statistikern ein Rückgang der Industrieproduktion von 4,3% im Jahresvergleich vermeldet (erster Chart). Erwartet waren Veränderungen von ungefähr +-0. Im Monatsvergleich sind es -2,7%, bei Erwartungen von knapp unter 0%. Es ist nun der zehnte Monat in Folge mit Negativwerten im Jahresvergleich, wobei -4,2% nun der stärkste prozentuale Rückgang in Italien ist. Die Lage sieht alles andere als gut aus!


source: tradingeconomics.com

In Griechenland sehen wir (folgende Grafik) für Dezember im Jahresvergleich -4,5% nach -9% im  November.


source: tradingeconomics.com

Die Slowakei (hängt auch an der deutschen Autoindustrie) liegt nun fünf Monate am Stück deutlich im Minus, mit aktuell -7,1% im Jahresvergleich. Aber der Aktienmarkt, der notiert auf Rekordständen. Wie gesagt… man ist wohl gedanklich schon so weit mit dem Blick in der Zukunft, dass man die Krise schon hinter sich gelassen hat?


source: tradingeconomics.com



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8 Kommentare

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  2. Die erste spürbare Schwäche an den Aktienmärkten ist wohl erst ab einem Rückgang der Industrieproduktion in den Industrieländern um 80 – 90% zu erwarten. Die gegenwärtigen minimalen Einbrüche sind für die Märkte bedeutungslos und signalisieren Kaufkurse.

  3. Ihr könnt mich ruhig als Kontraindikator messen.
    Ich hatte letzte Woche Daimler gekauft.
    Bisher war es meistens so, daß wenn ich mir Aktien zulege, der Markt erstmal ordentlich korrigiert

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  5. @ Hesterberg, früher war die produktive Industrie die Hauptindustrie u.das Finanz u.Bankwesen die Hilfsindustrie.Heute ist die Finazindustrie die Hauptindustrie u.Landwirtschaft, Produktion u. Versorgung sind unbedeutend.Die Finanzindustrie ist von den Notenbanken getrieben u.staatlich geschützt.
    Das ist Alles passiert weil man Geld drucken kann u.Werte nicht mehr erarbeiten muss.Tauschhandel war früher u.altmodisch, hätte aber den heutigen Umverteilungs – Diebstahl nicht zugelassen.
    Die Umverteilung wird enden, wenn 80% der Leute nichts mehr geben können.

    1. @Prognosti
      Mein Kommentar hier war ironisch gemeint. Größere und vor allem länger anhaltende Rückgänge im produzierenden Gewerbe hält das Finanzwesen nicht aus. Es kann sich nicht dauerhaft von der Realwirtschaft als Ganzes abkoppeln. Es gibt eine ganze Reihe von Träumern, die das glauben, aber sie werden bald unsanft eines Anderen belehrt werden.

  6. Die Börse stürtzt sich leiber auf die Luftnummer Tesla.

  7. Hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass die großen Aktienindices manipuliert werden? Nein, keine Verschwörungstheorie, leider traurige Realität. Die Gelddrucker in Frankfurt veröffentlichen sogar, welche Dax-Aktien sie kaufen. Was soll man dazu noch sagen? Die Gelddrucker bestimmen, welche Kurse die richtigen sind! In den USA übrigens auch. Wer angesichts solcher dreisten Kursmanipulationen noch fundamental agiert oder gar mit Charttechnik, dem ist nicht mehr zu helfen.

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