Europa

Inflation durch Importe: Aktuelle Statistik zeigt dramatische Verteuerung bei Rohstoffen

Hamburger Hafen

Zahlreiche Indikatoren zeigen seit Wochen, dass Inflation ins Haus stehen könnte, sollte, müsste. Fakt ist: Die Preise für zahlreiche Rohstoffe und Industriemetalle sind in den letzten Monaten dramatisch angestiegen. Wir berichteten die letzten Tage bereits zum Beispiel über Entwicklungen bei Bauholz – hier steigt der Preis in Deutschland kurioserweise sogar um bis zu 300 Prozent im Jahresvergleich an, weil die Amerikaner Holz aus Deutschland in großen Mengen kaufen – weswegen auch deutsche Käufer deutlich mehr zahlen müssen. Aber auch Kupfer, Aluminium, und viele andere wichtige Metalle explodieren regelrecht im Preis. Das wird zum Problem für Importe für die verarbeitende Industrie.

Preise für Importe steigen deutlich

Da Deutschland ein Importland für Rohstoffe ist, die hier zu Endprodukten weiter verarbeitet werden, können am Weltmarkt gestiegene Rohstoffpreise hierzulande die Inflation antreiben. Die Frage ist halt nur, in welchem Umfang diese Preissteigerungen letztlich beim Endverbraucher ankommen, und damit zur realen Inflation führen. Heute hat das Statistische Bundesamt die deutschen Importpreise für den Monat März veröffentlicht. Im Schnitt sind sie im Jahresvergleich um 6,9 Prozent angestiegen. Einen größeren Anstieg hatte es zuletzt im April 2011 gegeben!

Ölpreis-Anstieg pusht

Auf den ersten Blick schaut man natürlich nur auf den Ölpreis, der vom Loch im Vorjahr bis jetzt kräftig ansteigen konnte. Energie-Importe waren im März 2021 um 56,7 Prozent teurer als im März 2020. Dieser Anstieg begründet sich laut den Statistikern durch das außerordentlich niedrige Preisniveau des Vergleichsmonats. Denn im März 2020 war die Nachfrage aufgrund der Corona-Krise europaweit deutlich zurückgegangen, bei einem gleichzeitig starken Angebotsüberhang. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatten Erdöl mit einem Plus von 100,5 Prozent, Erdgas mit einem Plus von 35,8 Prozent und Mineralölerzeugnisse mit einem Plus von 36,6 Prozent. Außerdem verteuerte sich elektrischer Strom im Import deutlich um 113,6 Prozent.

Rohstoffe sind teure Importgüter

Aber auch abseits der Energiepreise tut sich was bei den Importen, wie anfangs erwähnt. Die Preise für Importe von Vorleistungsgütern stiegen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,0 Prozent. Vor allem verteuerten sich Kupfer (+53,8 Prozent), Eisenerze (+51,6 Prozent), Nicht-Eisen-Metallerze (+37,2 Prozent) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+17,8 Prozent) deutlich. Hauptgrund für den starken Anstieg der Preise für Eisenerz sei die weiterhin starke weltweite Nachfrage. Die Verteuerung dieses Rohstoffs wirke sich in der Folge auf die Preisentwicklung für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen aus.

Preisdämpfend auf die Importe nach Deutschland wirken die Preise für importierte Investitionsgüter. Sie lagen im März 2021 um 0,6 Prozent unter denen von März 2020. Während unter anderem Tablets (-5,7 Prozent) und Smartphones (-3,9 Prozent) zu niedrigeren Preisen importiert wurden, waren Notebooks (+2,1 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenmotoren (+0,9 Prozent) teurer als im März 2020.

Grafik zeigt Preise für Importe



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