Europa

Inflation läuft – Baupreise steigen so stark wie seit 14 Jahren nicht mehr!

Bau eines Dachstuhls

Heute schauen wir auf die Baupreise. Als Vorwort: Die offizielle Inflation in Form der Verbraucherpreise lag in Deutschland im Juni zwar „nur“ bei 2,3 Prozent. Aber Aktienkurse, Immobilienpreise, Wohnungsmieten, Strompreise und viele andere Preiskategorien explodieren seit Jahren. Und seit einigen Monaten schießen die Preise für Rohstoffe und insbesondere auch für Baustoffe durch die Decke. Noch sind diese Preissteigerungen nicht in den Verbraucherpreisen angekommen. Ob das nun passiert oder nicht – die Inflation ist da, aber halt eben nicht sichtbar direkt im Supermarktregal.

Die Inflation spürt der Bürger auch, wenn er ein Haus oder eine Wohnung kauft

Dem Bürger wird es egal sein, welche Preise im Warenkorb der Statistiker drin sind. Als Verbraucher schaut man auf alles, was man ausgibt. Und der Bau eines Hauses oder der Kauf einer Eigentumswohnung, das ist nun mal ein verdammt großer Kostenblock. Und wenn man aktuell schaut: Die Baupreise steigen so stark an wie seit 14 Jahren nicht mehr! Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland sind nach heutiger Aussage des Statistischen Bundesamtes im Mai um 6,4 Prozent gegenüber Mai 2020 gestiegen. Dies ist der höchste Anstieg der Baupreise gegenüber einem Vorjahr seit Mai 2007 (+7,1 % gegenüber Mai 2006). Im Mai 2007 hatte die damalige Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 Prozent auf 19 Prozent zu dem starken Preisanstieg beigetragen. Im Februar 2021, dem vorherigen Berichtsmonat der Statistik, waren die Preise im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Februar 2021 erhöhten sich die Baupreise im Mai 2021 um 3,6 Prozent.

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Im folgenden Chart sehen wir seit dem Jahr 2012 die prozentualen Veränderungen der Baupreise im Jahresvergleich. Die Balken stehen für jeweils ein Quartal. Man sieht aktuell den großen blauen Balken mit der Steigerung von 6,4 Prozent. Gestern hatten wir über den historisch extrem starken Materialmangel am deutschen Bau berichtet. Je größer der Mangel ist, desto stärker steigen die Preise. Das ist ein normaler Preismechanismus.

Grafik zeigt Inflation der Baupreise

Details der höheren Baupreise

Schauen wir in die Details der Baupreise. Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden stiegen laut den Statistikern von Mai 2020 bis Mai 2021 um 7,3 Prozent. Den stärksten Anstieg gab es dabei bei den Zimmer- und Holzbauarbeiten. Sie sind aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Bauholz im In- und Ausland um 28,5 Prozent teurer geworden. Die Preise für Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten stiegen um 8,3 Prozent, für Klempnerarbeiten erhöhten sie sich um 8,1 Prozent und für Entwässerungskanalarbeiten um 7,8 Prozent. Den größten Anteil an den Rohbauarbeiten und am Gesamtindex haben die Betonarbeiten und die Mauerarbeiten. Hier stiegen die Preise für Betonarbeiten um 6,6 Prozent und für Mauerarbeiten um 4,8 Prozent. Die Preise für Ausbauarbeiten nahmen im Mai 2021 gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent zu. Für Estricharbeiten erhöhten sie sich um 7,4 Prozent, bei Wärmedämm-Verbundsystemen und bei Metallbauarbeiten stiegen sie um jeweils 6,3 Prozent. Tischlerarbeiten, die Bauarbeit mit dem höchsten Anteil an den Ausbauarbeiten, kosteten 5,8 Prozent mehr als im Mai 2020.



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