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Internationale Energie-Agentur: Warnung für die Öl-Bullen

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat heute ihren Monatsbericht veröffentlicht. Die Headline des Reports lautet „Re-balancing slows down“. Damit ist gemeint, dass der Abbau der Fördermengen durch die OPEC (um runterzukommen auf die Nachfragemengen) nicht so richtig funktioniere. Die IEA deutet auch an, dass die OPEC nicht wirklich schuld ist am offensichtlichen Scheitern der Ausbalancierung.

Internationale Energie-Agentur sieht Überhänge

Denn OPEC und Russland haben ja gerade erst ihre Fördermengenkürzungen (-1,2 Mio Barrels pro Tag) bis März 2020 verlängert. Tja, die OPEC kürzt. Aber laut IEA sind (ohhh Wunder) vor allem die Fracker in den USA das Problem, da sie immer mehr Öl fördern. In 2020 werde es ein erhebliches Überangebot an Öl geben wegen höherer Fördermengen in den USA und in anderen Ländern, so IEA-Direktor Neil Atkinson in einem Interview. In den ersten sechs Monaten im laufenden Jahr habe es einen Angebotsüberhang von 0,9 Mio Barrels pro Tag gegeben. Dieser Überschuss sei noch on Top gekommen zu den großen Anstiegen in den Öl-Lagerbeständen im zweiten Halbjahr 2018. Im aktuell laufenden zweiten Halbjahr soll der Angebotsüberhang bei 0,5 Mio Barrels pro Tag liegen.

Also: Wenn die Amerikaner ihre Fördermenge stärker erhöhen als sie durch die OPEC gekürzt wird, dann steigt (vereinfacht gesagt) die globale Angebotsmenge. Dazu noch ein bisschen Rezession oder Konjunkturflaute, und der Überhang im Angebot drückt richtig anständig auf den Ölpreis. Momentan haussiert er ja, weil die Lagerbestände spürbar fallen! Aber solche Aussagen wie von der IEA sollte man im Hinterkopf behalten. Im Ölpreis-Verlauf der letzten Wochen und Monate sieht man mehr als deutlich, wie schnell sich der Wind am Ölmarkt drehen kann. Wir können es nur zum tausendsten Mal betonen. Man sollte sich als Beobachter oder Anleger auf keine bestimmte Aussage oder keinen bestimmten Kommentator verlassen, sondern sich unbedingt aus den vorliegenden Infos eine eigene Meinung bilden!

Im Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit 2017
Im Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit 2017. In den letzten Tagen gab es schnelle Anstiege. Wendet sich die Sicht der Börsianer wieder auf schlechte Konjunkturdaten, kann der Ölpreis auch schnell wieder drehen.



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