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Der IWF meint es mal wieder zu gut: China soll weniger sparen, Kredite zurückfahren, mehr konsumieren

Wie auch von arg geschundenen Entwicklungsländern verlangt der Internationale Währungsfonds (IWF) auch von China mal wieder die Quadratur des Kreises. Jüngst hatte der IWF seine jährliche…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wie auch von arg geschundenen Entwicklungsländern verlangt der Internationale Währungsfonds (IWF) auch von China mal wieder die Quadratur des Kreises. Jüngst hatte der IWF seine jährliche Länderbegutachtung für China veröffentlicht (Article IV Consultation). Im Rahmen dieses Berichts präsentiert man einige Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen, die wir hier mal verkürzt darstellen wollen als Video und in einigen darunter gezeigten Charts. Die Hauptforderung des IWF Richtung China lautet:

Spend more, save less – also gebt mehr Geld aus, und spart dafür weniger. Nur das für sich genommen klingt ja erstmal einfach nachvollziehbar!

Gegenüber der Vorjahresprognose hat man dieses Jahr die Wachstumsprognose für das chinesische BIP erhöht von 6,0% auf 6,4% im Durchschnitt der nächsten Jahre (rote statt blaue Linie). Aber gegenüber dem Vorjahr erwartet man jetzt ein noch stärker steigendes Kreditwachstum außerhalb des Finanzsektors (zweiter Chart), womit Haushalte, Unternehmen und die Regierung gemeint sind. Die Verschuldung soll von 242% letztes Jahr auf 300% bezogen auf das BIP im Jahr 2022 steigen.

China spare einfach viel zu viel, und konsumiere daher viel zu wenig in Relation zum weltweiten Durchschnitt. Der folgende Chart zeigt in rot, wo China prozentual zum BIP liegt mit seiner Konsumquote. Die anderen blauen Punkte zeigen, dass der Rest der Welt deutlich mehr ausgibt. Die Ersparnisse in China liegen laut IWF mit 46% um 26% höher als im weltweiten Durchschnitt. Das liege an den Privathaushalten mit ihrem geringen Konsum.

Das führe zu größeren Handelsbilanzüberschüssen Chinas. Auch beschränke das viele Sparen der Chinesen das Gemeinwohl. Also heißt das im Umkehrschluss, dass durch viel Konsum auch viele neues Jobs geschaffen werden. Viel Konsum bedeutet also mehr Umsätze, mehr Nachfrage, mehr Produktion usw!?

China soll laut IWF (folgende Grafik) mehr Geld ausgeben für die Bereiche Bildung, Rente und Gesundheit. Aber, so meinen wir, ist „normales Sparen“ wie es die Chinesen machen, nicht gleichzeitig auch Sparen fürs Alter? Die Ausgaben in diesen Bereichen steigen zwar, aber der IWF hat im Chart die drei Punkte eingezeichnet als Hinweis, dass die OECD-Staaten im Schnitt deutlich mehr in diese Bereiche pumpen als China.

Wenn China einige Probleme beseitige, könne man das Wirtschaftswachstum doch spürbar ankurbeln. Diese Grafik zeigt, wie stark das Wachstum prozentual zum BIP steigen könne, wenn man zum Beispiel ineffiziente Staatsbetriebe auf Vordermann bringe, oder beispielsweise Zombie-Unternehmen vom Markt nehme (kaputte Firmen, die nur durch immer neue Kredite am Leben behalten werden).

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    18. August 2017 14:32 at 14:32

    Der Fundamentalsatz des IWF:Ich konsumiere,also bin ich!Und um weiter zu sein,muss ich mehr & mehr konsumieren!Damit das annähernd funktioniert,brauche ich aber die bedingungslose Globalisierung(nicht von Goebbels!) Das wiederum bedeutet,dass ich Leiharbeiter,Werksvertragsbeschäftigte und andere Sklaven,brauche!Hat sich irgendwas verändert,seit Rom?

  2. Avatar

    Jan

    18. August 2017 18:37 at 18:37

    Die Sprache?

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      18. August 2017 23:58 at 23:58

      Ja,das ist aber auch das Einzige.Das grosse Latinum,dürfte den wenigsten, der vielen Knallern im Bundestag,ein Begriff sein!By the Way:Denkt bitte bei der anstehenden Bundestagswahl daran,mit beiden Stimmen eine Partei,sei es auch meistens die falsche,zu wählen.Da es die Etablierten „verpasst“ haben das Wahlrecht zu demokratisieren,droht uns sonst durch „Überhangmandate“(beinahe richtiger Begriff!)ein Bundestag mit ca.730 ,der das Volk zertretenden! Wir nähern uns sonst der“VR“China an,deren grosser Volkskongress roundabout 3000 Claquere zählt.Wollen wir das auch?3000 Muttifans!Mir graut davor!

  3. Avatar

    Christoph

    21. August 2017 10:50 at 10:50

    schon interessant, was sich der IWF da rausnimmt und einfach mal ungefragt Ratschläge gibt. Da der IWF ja hauptsächlich USA gesteuert ist, würde ich das als einen Wunschzettel der USA an China verstehen. Mehr Konsum…na klar…am besten Iphones, Nike-Klamotten und Disney-Filme ;)

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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