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IWF: Steigende Einnahmeverluste für die Golfstaaten und Nordafrika

FMW-Redaktion

Der IWF hatte noch im Oktober geschätzt, dass die Golfstaaten (GCC) sowie die nordafrikanischen Ölexporteure (MENAP) im Vergleich zu 2014 aufgrund der gesunkenen Ölpreise in 2015 360 Milliarden Dollar an Einnahmen verlieren würden. Heraus kamen laut IWF -390 Milliarden Dollar. In einer aktuellen Studie schätzt der IWF nun, dass dieser Verlust an Einnahmen in 2016 im Vergleich zu 2014 auf bis zu 540 Milliarden Dollar anwachsen könnte.

Diese Grafik zeigt die Budgetdefizite der Golfstaaten in blau und der nordafrikanischen Staaten in Gelb. Daraus ist zu entnehmen, dass der IWF für 2016 mit dem Tiefpunkt in den Haushaltsdefiziten rechnet (-12 und -7%). Bei den MENAP-Staaten kommt es danach bis 2020 zu einer Ausbalancierung der Haushalte, bei den GCC-Staaten nicht. Sie verharren in kräftigen Defiziten. Warum MENAP eine Ausbalancierung schaffen soll und GCC nicht, wurde nicht erläutert.

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Grafik: IWF

Das BIP-Wachstum in den GCC-Staaten soll von 3,3% in 2015 auf 1,8% in 2016 fallen und 2017 wieder auf 2,3% steigen. Für die ganze Region insgesamt erwartet der IWF nach +2,5% in 2015 eine Entwicklung in 2016 und 2017 von +3,1 und +3,5%. Also ein kräftiges Wirtschaftswachstum im Vergleich zu Europa. Laut IWF zehren aber die Kriege in der Region und der weiterhin niedrige Ölpreis an den Haushalten. Den Golfstaaten habe es geholfen, dass man Subventionen für die eigene Bevölkerung zuletzt drastisch gekürzt habe – u.a. damit könnten sie ihre Haushaltsdefizite von 9,5% in 2013 auf 6,5% in 2016 runterbringen. Aber wie wir gestern aus einem Interview mit dem saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman gelernt haben: Die Saudis wollen hilfsbedürftigen Bürgern, die unter Subventionsstreichungen leiden, ihre höheren Kosten erstatten. Laut IWF liegt die Arbeitslosigkeit in der Region bei im Schnitt bei 10%, die Jugendarbeitslosigkeit bei 25%. Die Empfehlung des IWF an die GCC + MENAP-Staaten (haben wir auch in Europa schon alles gehört):

Die Länder der Region sollten Strukturreformen vorantreiben, die Qualität von Bildungsmaßnahmen erhöhen, die Funktionalität von Arbeitsmarkt und Finanzmarkt erhöhen – und man solle sich für den internationalen Handel noch stärker öffnen, damit Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze entstehen können. Klingt nach einer Blaupause für eigentlich jedes Land auf dem Planeten!



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