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Keine Inflation? Butterpreis steigt 70%, Milch, Sahne und Quark 30%!

Heute hat das Statistische Bundesamt Zahlen vorgelegt, die zeigen, wie extrem der Anstieg der Preise ist: so ist Butter sage und schreibe 70% teurer als im Vorjahresmonat, Milch, Sahne und Quark sind jeweils 30% teurer geworden! Ein erheblicher Teil davon geht auf das Konto von Brüssel, das in den Markt eingegriffen hat und damit die Basis gelegt hat für die Preisexplosion!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wer am alltäglichen Leben teilnimmt, hat es längst bemerkt: die Preise etwa für Butter explodieren, auch Milch und andere Milch-Erzeugnisse sind massiv teurer geworden in den letzten Monaten! Und: wenn Butter teurer wird, werden auch die Preise für Backwaren steigen, die Butter enthalten etc. – es gibt also eine Art Dominoffekt.

Heute hat das Statistische Bundesamt Zahlen vorgelegt, die zeigen, wie extrem der Anstieg der Preise ist: so ist Butter sage und schreibe 70% teurer als im Vorjahresmonat, Milch, Sahne und Quark sind jeweils 30% teurer geworden!

Dazu schreibt das Statsitsiche Bundesamt (Destatis):

„Für Butter mussten die Verbraucher in Deutschland im September 2017 über 70 % mehr als vor einem Jahr bezahlen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Welternährungstags am 16. Oktober weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise auch für Molkereiprodukte mit + 15 % im gleichen Zeitraum deutlich. Die stärksten Preisanstiege von jeweils etwa 30 % gab es bei Sahne, Milch und Quark. Auch Käse und Joghurt kosteten durch die Preiserhöhungen in den letzten Monaten deutlich mehr als ein Jahr zuvor.“

Die Tendenz steigender Preise im Jahr 2017 für Butter und Molkereiprodukte zeigte sich nicht nur bei den Verbrauchern, sondern auch auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen in ähnlichem Ausmaß. Die Preise für Milch und Milcherzeugnisse lagen im August 2017 sowohl beim Import als auch bei den gewerblichen Erzeugern etwa 20 % über dem Vorjahresmonat. Mit Abstand deutlich teurer binnen Jahresfrist war auch hier die Butter (Importpreise: + 55 %; Erzeugerpreise: + 82 %). Die aktuellen Verteuerungen auf der Erzeugerstufe werden offensichtlich an den Großhandel und letztendlich an den Endverbraucher weitergegeben.


(Zum Vergrößern bitte anklicken)

Warum ist das so? Wir haben diesem Thema kürzlich einen Artikel gewidmet („Warum explodiert der Preis für Butter? Ein Lehrstück über die EU – und Auswirkungen auf die Inflation“) – und dabei heraus gestellt, dass ein sehr wichtiger Punkt der Eingriff der EU in den Markt für Milchprodukte ist. Und zwar zu einer Zeit, als man noch von „Butterbergen“ sprach, als es also ein Überangebot gab:

„Eine nicht unerhebliche Verantwortung für die Preisexplosion trägt die Politik der EU! Warum? Im Gefolge der Finanzkrise kamen die Preise für Molkereiprodukte unter Druck, also versuchten viele Erzeuger, schlicht mehr davon zu produzieren, um geringere Einnahmen aufgrund niedrigerer Preise durch gesteigerte Produktion zu kompensieren. Die Folge war eine Butter-Schwemme (und Milch-Schwemme), die die Preise weiter unter Druck brachte, scheinbar eine perfekte Abwärtsspirale. Viele Betriebe gingen pleite oder versuchten zu schrumpfen.

Dazu liberalisierte die EU im Jahr 2015 den europäischen Molkerei-Markt und belohnte im Gegenzug Produzenten mit extra Prämien, wenn sie sich an Produktions-Obergrenzen für Milch und Butter hielten. Das sorgte wiederum dafür, dass die Betriebe einen Anreiz hatten, sich zu verkleinern. Also wurden etwa die Kuhbestände verringert, weil es nun keinen Sinn mehr machte über ein gewisses Level zu produzieren, durch die Verringerung der Kuhbestände damit leichzeitig damit die Kosten gesenkt.

Nun aber fehlen vor allem in Europa Jungkühe, um die zuvor dezimierten Kuhherden wieder aufzustocken und so schnell auf die Nachfrage reagieren zu können. Zumal der Bedarf an Butter steigt: der Trend geht klar weg von der Margarine hin zur Butter, weil sich der Fokus der Kosnumenten zunehmend wieder auf natürliche Produkte richtet. Dazu steigt weltweit die Nachfrage nach Butter, vor allem in China.

Es entsteht somit das, was man im Englischen als ein „mismatch“ bezeichnet: geringeres Angebot trifft auf verstärkte Nachfrage, folglich steigen die Preise stark. Und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz (West-)Europa. Und damit wird deutlich, welche Auswirkungn eine zentral aus Brüssel gesteuerte, bürokratische Politik haben kann: 40% des EU-Budgets fließt in die Landwirtschaft, die man protektionistisch vor allem gegenüber afrikanischen Importen abzuschirmen versucht (worüber jedoch kaum jemand redet!). Mit der volkswirtschaftlich unsinnigen Belohnung für geringere Produktion wurden zudem Großbetriebe bevorteilt, die auf derartige Entwicklungen flexibler reagieren konnten als Kleinbauern.“

Wir bekommen also jetzt die Quittung für eine verfehlte Politik der EU-Behörden, die in einen Markt eingegriffen hat, statt den Markt eben Markt sein zu lassen. Das schien damals kurzfristig sinnvoll zu sein aufgrund der Über-Produktion, hat aber eben zu Markt-Verzerrungen geführt, die sich nun nachteilig auswirken.

Wer also heute im Supermarkt auf den Preis von Milchprodukten blickt und sich wundert, sollte dabei auch an Brüssel denken..

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    Fritz Vogtländer

    16. Oktober 2017 11:26 at 11:26

    Die Stümper zu Brüssel wieder. Egal was die anfassen, sie bekommen es zerstört. Wird Zeit, den Spieß um zu drehen – wider dem Brüsseler EU-Moloch.

  2. Avatar

    Altbär

    16. Oktober 2017 11:44 at 11:44

    Extreme Markteingriffe hatten schon immer u.werden auch in Zukunft Auswirkungen haben.Gruss an diejenigen, die glauben die Notenbankmanipulationen werden keine Konsequenzen haben.

  3. Avatar

    Wotan

    16. Oktober 2017 12:18 at 12:18

    2016 Aldi Süßrahmbutter 0,89 €
    2016 Lidl Süßrahmbutter 0,89 €
    2017 Aldi Süßrahmbutter 1,99 €
    2017 Lidl Süßrahmbutter 1,99 €

    Wenn das 70 % sein sollen, habe ich im Matheunterricht wahrscheinlich gepennt …

    • Avatar

      asisi1

      16. Oktober 2017 18:04 at 18:04

      diese prozentzahlen sind dem heutigen Bildungsstand angepasst!

    • Avatar

      Wolfgang M.

      16. Oktober 2017 19:00 at 19:00

      Das statistische Bundesamt hat den Preisunterschied von Butter von September 2016 zu September 2017 veröffentlicht. Von fast 1,20 zu 1,99 € sind?

  4. Avatar

    Enka Latineg

    16. Oktober 2017 12:23 at 12:23

    Computer und Kleinelektrogeräte werden inflationsstatistisch billig gerechnet mit der Begründung des technischen Fortschritts. Gleiches passiert mit Autos. Ein BMW 1600 kostete Ende der 60er Jahre neu etwa 8500 DM , ein aktueller 3er steht im Laden für ein Vielfaches davon. Da Seinerzeit so gut, wie keine Elektronik verbaut wurde und einiges anderes , was technisch noch nicht möglich war, wird im fiktiven Vergleich das aktuelle Auto schöngerechnet.

    Bei der Butter ist das schon schwieriger. Das Produkt selbst war und ist nicht mehr witerentwicklungsfähig. Zwar geben heutige Kühe mehr Milch, als deren Urgroßmütter und Arbeitsabläufe in der Milchwirtschaft wurden auch rationalisiert, aber den bezahlten Statistikfriseuren fällt schon was ein um das alles wieder hinzubiegen.

    Im Geldbeutel bleibt definitiv weniger, denn Butter und andere Lebensmittel werden täglich benötigt, während eine Autoanschaffung von den Verbrauchern zeitlich verschoben oder mangels Solvenz ganz ausgesetzt werden kann.

    Hauptsache wir Souveräne glauben weiter die Unverschämtheit, dass 2% Inflation Preisstabilität bedeutet. Die Erfinder dieser Parole erhöhen sich ihre Bezüge sowieso selber.

  5. Avatar

    Zaouzaou

    16. Oktober 2017 14:08 at 14:08

    Der kleine Mann ist wie immer der Gearschte und täglich erzählen sie uns irgendwelche neuen Märchen und 90 % glauben sogar daran…. Traurige Welt…..

  6. Avatar

    Bernhard

    16. Oktober 2017 17:40 at 17:40

    Hat sich schon mal einer den Langfristpreis beim Butter angeschaut? Ihr seid doxh alle Charttechniker.
    1980 kostete 1 kg Butter 5 €. Letztes Jahr 4€ Heuer 8€ da aktuell die Milch knapp ist da man letztes Jahr die Bauern zu Teilen in den Ruin getrieben hat mit einem Milchpreis von ca. 20ct.
    Inflation ist was anderes. Auf 40 Jahre aktuell 1,5 %. Letztes Jahr noch Deflation!

  7. Avatar

    Mike

    17. Oktober 2017 00:48 at 00:48

    Bernhard,
    1980 gab es den Euro noch nicht, sag mir nicht, dass 1kg Butter damals über 10DM gekostest hat! Die Milch ist heutzutage wohl eher doppelt soviel vorhanden, als es 1980 noch der Fall war,. Aber ich kann deinen Unmut zu den Milchbauern verstehen, da alles miteinander zusammenhängt, zahlen auch die Milchbauern verteuerte Unterhalts- und Lebensunterhaltungskosten und das treibt manche in den Ruin.

  8. Avatar

    Mike

    17. Oktober 2017 00:54 at 00:54

    Bernhard,
    1980 gab es den Euro noch nicht, sag mir nicht, dass 1kg Butter damals über 10DM gekostest hat! Die Milch ist heutzutage wohl eher doppelt soviel vorhanden, als es 1980 noch der Fall war,. Aber ich kann deinen Unmut zu den Milchbauern verstehen, da alles miteinander zusammenhängt, zahlen auch die Milchbauern verteuerte Unterhalts- und Lebensunterhaltungskosten und das treibt manche in den Ruin.

  9. Avatar

    Bernhard

    17. Oktober 2017 08:03 at 08:03

    @Mike,
    Ich weiß auch dass es 1980 noch keinen Euro gab. Kilo Butter war damals 10 DM.
    https://www.was-war-wann.de/historische_werte/butterpreise.html
    Landwirtschaftliche Rohprodukte sind so gut wie gar nicht im Preis gestiegen seit 1970. Egal ob Getreide, Fleisch oder Kartoffel. Einzig die Preisschwankungen sind größer, da die Produktion schwankungsanfälliger ist wie in anderen Branchen (Wetter etc.).
    z.B. Weizenpreisentwicklung
    https://www.boerse.de/historische-kurse/Weizenpreis/US12492G1040

  10. Avatar

    Chris

    17. Oktober 2017 09:47 at 09:47

    Es gab damals Tafelbutter zu einem Preis von 0,99 DM manchmal auch 0,89 DM. Diese Butter wurde zum Backen und Kochen benutzt, war aber wesentlich hochwertiger als heutige Butter. Bei uns standen alle Kühe auf der Weide. Es wurde wenig Kraftfutter zugefüttert.
    Diese Butter würde heute als Bio-Heumilch-Butter verkauft werden müssen, Preis um die 2,89 EUR.

  11. Avatar

    Wolfgang Pietsch

    17. Oktober 2017 10:56 at 10:56

    Die EU ist sicher der große Spieler, der zur Veranstaltung von Chaos gebraucht wird. Die wirklichen Verursacher sind aber die Handelsketten, denn die Entscheiden, welcher Produzent vorgelassen wird. Die Preise selber bewegen sich nicht, wenn nicht jemand (Namen ?) sie verändert. Und was bekommen die Bauern von der irren Preiserhöhung ? Bis dato habe ich nicht ein Wort darüber gehört. Es wird höchstens von den Molkereibetrieben gesprochen. Dass die Chinesen mehr Butter brauchen sind für mich Märchen, denn die 1,5 Milliarden Chinesen wissen das nicht erst seit gestern, dass sie Butter wollen. Wenn europäische Milchverarbeitungsbetriebe dorthin liefern möchten, dann sicher nicht zu den angeführten Preisen, also alles Schwachsinn.

  12. Avatar

    sdenker

    17. Oktober 2017 11:19 at 11:19

    Ich kann mich nur erinnern, das auch schon in den 1980er-Jahren immer, von Milchseen, Butter. und Fleischbergen berichtet wurde.
    Die Milch wurde damals zu Milchpulver eingedampft, damit sie nicht verdirbt und man sie einlagern kann. Fleischberge auch schon mal mit hilfe der Verflegungsabteilung der Bundeswehr zu Einmannpackungen verarbeitet….
    Landwirtschaftliche Überproduktion war in der EG/EU schon immer ein Problem.
    Nur wie in den mainstream-Medien dargestellt offenbar aktuell nicht.
    Ob und was davon real ist, kann man als kleiner Bürger aber garnicht überprüfen…

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