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Kohleinvestitionen steigen Kohle ist angesagt: Droht der Zusammenbruch des Klimasystems?

Kohle ist angesagt: Droht der Zusammenbruch des Klimasystems?

Kohle spielt in der Welt weiterhin eine wichtige Rolle. Auch Deutschland setzt aufgrund der fehlenden Gas-Lieferungen wieder auf den dreckigen Rohstoff als Energieträger. Weil Gas derzeit knapp und teuer ist, holt man die eigentlich verpönten Kohlekraftwerke für die Stromproduktion wieder aus der Reserve. Aber nicht nur Deutschland setzt auf den schmutzigen fossilen Brennstoff, fast die Hälfte der weltweiten Kohleindustrie expandiert, allem voran China. Anstatt eines Abbaus der Kohleindustrie sehen wir derzeit eine Expansion.

Kohleindustrie expandiert

Dazu berichtet Bloomberg: Die Kohleindustrie hat ihre Versprechen, bestehende Kraftwerke auslaufen zu lassen und neue Investitionen zu stoppen, zurückgenommen und damit den Planeten auf den falschen Weg gebracht, der zu einem „Zusammenbruch unserer Klimasysteme“ führen könnte, so eine Studie unter Leitung der gemeinnützigen Organisation Urgewald.

Während die Warnungen von Klimawissenschaftlern immer düsterer werden, bleiben die Daten, die das Handeln der Kohleunternehmen offenbaren, „deprimierend konsistent“, sagte Heffa Schuecking, Direktorin von Urgewald. Fast die Hälfte der Kohleindustrie expandiert, allen voran China, so die am Donnerstag veröffentlichte Analyse.

Nicht nur Non-Profit-Organisationen warnen vor den verheerenden Folgen einer weiteren Expansion des schmutzigsten fossilen Brennstoffs. Michele Della Vigna von der Goldman Sachs Group, der bei der Wall Street Bank die Forschungsabteilung für natürliche Ressourcen in der EMEA-Region leitet, bezeichnete den Anstieg der Kohlefinanzierung als „massiven Rückschlag“ für das Klima und warnte, dass die Abhängigkeit Europas von Kohle und sogar Diesel weit über diesen Winter hinaus andauern könnte.

Kohleausstieg rückt in weite Ferne

Wissenschaftler haben indessen erneut darauf hingewiesen, dass es keine Hoffnung gibt, den Temperaturanstieg auf die kritische Schwelle von 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, wenn die Welt weiterhin neue Kohle-Projekte finanziert. Der Weltklimarat der Vereinten Nationen geht davon aus, dass die Welt mit einem Temperaturanstieg von mehr als dem Doppelten des Schwellenwerts von 1,5 Grad Celsius konfrontiert sein könnte, wenn die Emissionen weiter steigen. Dann wären weite Teile des Planeten unbewohnbar.

„Die überwiegende Mehrheit“ der Unternehmen auf der sogenannten Global Coal Exit List (GCEL) „hat noch immer nicht die Absicht, sich von den Kohleanlagen zu trennen, die uns in Richtung eines Zusammenbruchs unserer Klimasysteme treiben“, sagte Urgewald-Direktorin Heffa Schuecking. „Ein echter Übergang erfordert klare und zeitnahe Pläne für den Kohleausstieg.“

Eine Umfrage unter mehr als 1.000 Kohleunternehmen, zeigt, dass 46 % immer noch neue Kohleanlagen entwickeln. Nur 56 Unternehmen – das entspricht 5,3 % der Gesamtzahl – haben einen Termin für den Kohleausstieg angekündigt. Aber selbst diejenigen, die Fristen setzen, haben sich auf Termine geeinigt, die „lächerlich spät“ sind, so Urgewald.

Kohle: Banken unterstützen die Finanzierung

Es fließt auch mehr Geld aus der Finanzindustrie in die Kohle. Reclaim Finance schätzt, dass 190 Banken und Vermögensverwalter immer noch keine Kohlepolitik haben. Weitere 272 haben entweder schwache oder unzureichende Strategien, und nur 28 haben effektive Ausstiegsstrategien.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2022 stellten Banken der Kohleindustrie Kredite und Anleihen in Höhe von 26 Mrd. USD zur Verfügung, ein Anstieg um 36 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2021, wie aus den von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Der größte Teil davon kam von chinesischen Unternehmen, wobei China Securities und die China Everbright Bank als die beiden größten Zeichner von Kohleanleihen aufgeführt sind.

Die Kohle erlebt in diesem Jahr einen Aufschwung, da Russlands Einmarsch in der Ukraine alle Märkte für fossile Brennstoffe in Aufruhr versetzt hat. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass der Verbrauch des schmutzigsten Brennstoffs in diesem Jahr um 0,7 % steigen und 2023 sogar einen neuen Höchststand erreichen wird.

Vor knapp einem Jahr verließen die Regierungen den COP26-Klimagipfel in Schottland mit der Zusage, ihren Kohleverbrauch zu senken. Nächsten Monat treffen sie sich erneut zum Klimagipfel COP27 in Ägypten, wobei Energiekrise, Krieg und die Aussicht auf eine Rezession einen großen Schatten auf die Gespräche werfen.

Der Think Tank E3G ist jedoch der Meinung, dass es für die Kohleunternehmen noch nicht zu spät ist, ihre Zusagen zur Reduzierung des Kohleverbrauchs einzuhalten. „Wir haben einen Anstieg der Zahl der am Netz gehaltenen Kohlekraftwerke festgestellt“, sagt Leo Roberts, Forschungsleiter des E3G-Kohleteams. Dies untergrabe jedoch nicht die auf der COP26 im vergangenen Jahr gemachten Zusagen.

Laut Shuecking ist es jedoch klar, dass der Großteil der Kohleindustrie nicht umsteigt. Entweder werden neue Kohleprojekte entwickelt oder die Lebensdauer bestehender Kohleanlagen in die Länge gezogen“, sagte sie. „Das Hinauszögern ist zu einer neuen Form der Klimaleugnung geworden.

FMW/Bloomberg
Kohle ist in - Kohleindustrie ersetzt Mangel an Gas
Ein Güterzug transportiert am Dienstag, den 13. Oktober 2020, Kohle von der Gunnedah Coal Handling and Prepararation Fabrik, die von Whitehaven Coal Ltd. betrieben wird, in Gunnedah, New South Wales, Australien. Premierminister Scott Morrison warnte letzten Monat, wenn Stromerzeuger sich nicht verpflichten, bis April 1.000 Megawatt gasbefeuerte Erzeugungskapazität zu bauen, um ein Kohlekraftwerk zu ersetzen, das 2023 geschlossen werden soll, würde es die Regierung selbst tun. Fotograf: David Gray/Bloomberg


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13 Kommentare

  1. Wenn Deutschland eine Wüste hätte, dann würde unter den Grünen der Sand knapp und teuer.
    Nun wird unter den Grünen die Umwelt mehr belastet, was sonst auch. Energie ist ja schon knapp und sehr teuer geworden.
    Als ich mich aus Deutschland verabschiedet habe, führten die Grünen wieder den ersten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit der BRD. Was erwartet man auch von Pazifistenparteien.
    Und die Sozialisten haben die Hartz-Gesetze den Deutschen aufs Auge gedrückt.
    Jede Partei das, was sie am besten kann.
    Ich habe mit Rot/Grün reichlich Erfahrungen gemacht.
    Gut, Merkel würde hier den Rahmen sprengen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Ich greife irgend ein Jahr raus aus einer langen Liste mit
    Extremsituationen: 1540

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/hitze-und-duerre-1540-katastrophe-in-europa-im-mittelalter-a-978654.html

    Ich glaube, wir überschätzen unseren Einfluss auf das Wetter.
    Mein neuer Google Suchstring: Gletscherholz. Erstaunlich, in welcher
    Höhe mal die Baumgrenze war, auch in Nordamerika.

    1. @Manuhiri,aber trotzdem muss man alles versuchen ,um den CO2 -Fußabdruck zu senken und dadurch auch die Abhängigkeit den fossilen Brennstoff-Förderländer gegenüber zu minimieren .Das ist gleich einer persönlichen Lebensrendite für jeden Einzelnen! Was ich für die OPEC nicht erarbeiten muss ,kann ich anderweitig investieren. Oder auch das ganze Erdöl ,welches als Plastik in den Weltmeeren landet,das muss alles nicht sein. Das alles immer mit Augenmaß und im Sinne des Menschen. Konkret ,mit der versuchten grünen Holzhammermethode oder wie der WEF postuliert geht es sowieso auch nicht. Wie man gerade sieht. Zwang und Umerziehung werden nicht zielführend sein . Druck erzeugt Gegendruck.

      1. Das Plastik in den Meeren ist das eine, hat aber nichts mit Klimawandel zu tun. Von 10 Flüssen weltweit die Plastik in die Ozeane befördern sind 8 in Asien. 1 in Europa ist der Nil.Was hat also Deutschland mit dem Plastik im Pazifik zu tun ?

        Und die Treibhaustheorie ist immer noch eine Theorie. Das IPCC sagt der Mensch sei zu 100% verantwortlich, andere Wissenschaftler von denen sie in unseren Medien nichts lesen sprechen von 10, 20 oder 50% menschlicher Verantwortung. Aber dann würden sich ja die Investitionen von 100 ten Mrd. gar nicht lohnen ! Eine offene Diskussion hat nie statt gefunden. Andere Ansichten werden nieder gebügelt. „Science is settled“ heißt es überheblich seit 1995.

        1. @Ottonorma
          Sie verorten den Nil nach Europa, das zeugt von wahrem und tief fundiertem Fachwissen!

          1. Der Nil entwässert ins Mittelmeer. Und die Erkenntnis welche Flüsse das meiste Plastik tragen stammt nicht von mir. Und trotzdem hat das Plastik nichts mit dem Klima zu tun !! Ich frag mich warum das die Leute immer in einen Topf werfen.
            Israel zählt sich auch zu Europa.Und die Türkei will schon lange hinein.
            Aber Sie erkennen den Inhalt der Info nicht, sondern suchten nur nach einem Punkt mir ans Bein zu pinkeln

          2. @ottonorma
            Der Jangtse mündet bei Shanghai in den Pazifik. Ist er deshalb ein amerikanischer Fluss?

            Sie tun mir soooo leid! Jeder will Ihnen ans Bein pinkeln, jeder will Sie diffamieren.
            Wenn Sie schon als kompetenter Fachwissenschaftler bei Klimawandel, Corona, Energiepolitik und Ukrainekrieg wahrgenommen und ganz allgemein ansatzweise ernst genommen werden wollen, dürfen Sie einfach nicht dauernd soviel Unsinn schreiben. Und die ständigen nachträglichen Ausreden verschlimmern das noch eher. So einfach ist das!

    2. Das hatte schon der Glaziologe Prof.Dr. Gernot Patzelt aus Innsbruck herausgefunden mit seinen Gletscheruntersuchungen der letzten Jahrzehnte.. Er legte Bäume und Baumstümpfe aus früheren Jahrtausenden in den Alpen frei. Zum Teil werden die auch sichtbar durch zurückgehende Gletscher. Erstaunlich was da für Kawenzmänner zum Vorschein kamen. Die Baumgrenze war um einige 100 m höher.
      Seit der letzten Eiszeit waren die Alpen 2/3 der Zeit weniger mit Gletscher bedeckt wie jetzt.
      Hier kann man eine Buchbesprechung von Prof. Patzelt lesen.
      Bis 1850 fanden in den Alpen Prozessionen statt bei denen der Herr gebeten wurde die Dörfer vor dem Vorrücken der Gletscher zu schonen. (und die se Zeiten wollen wir zurück ?)
      https://eike-klima-energie.eu/2020/01/20/gernot-patzelt-gletscher-klimazeugen-von-der-eiszeit-bis-zur-gegenwart-eine-buchbesprechung/
      https://eike-klima-energie.eu/2022/10/01/gletscherschwund-in-den-alpen-keinesfalls-einzigartig/

  3. Wenn ich richtig informiert bin, dann nimmt China in diesem Jahr etwa 300 Kohlekraftwerke in Betrieb.
    Und Afrika sieht nun, was mit einer grünen Energiepolitik in Deutschland passiert. Nur die Kohlekraftwerke können uns in Deutschland noch vor kalten dunklen Wohnungen retten. Und gleichzeitig wollen wir den Afrikanern das LNG-Gas und die Kohle abkaufen?
    Was denken die Afrikaner, wenn sie das sehen?
    Ein Tipp:
    Kohlekraftwerke bauen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Indien und China haben doch auf der Pariser Konferenz 2015 den Freifahrtschein bis 2030 erhalten. Sie dürfen mehr CO2 rauspusten für ihre wirtschaftliche Entwicklung. China hatte sich so auf 150 GW Kohlezubau festgelegt. Allerdings wurde schon gut ein Jahr später durch coalswarm festgestellt, daß geheime Kohlekraftwerke im Bau sind mit mind. zusätzlich 100 GW. Die chin. Akademie der Wissenschaft hat nämlich – freundlich ausgedrückt – eine andere Ansicht zu Erderwärmung. Deutlich : die machen den rein westlichen Krampf nicht mit genausowenig wie Russland. Das war der Kompromiss ansonsten hätten sie die Konferenz platzen lassen wie 2009 in Kopenhagen, wo am letzten Tag nochmal Obama kam um den verfahrenen Karren rumzureissen. Aber ihm wurde im Raum nicht mal ein Stuhl angeboten.
    Interessant ist ja auch, daß z.B. die Türkei den Vertrag nicht unterschreiben wollte, weil sie als Industrieland eingestuft wurde. Es wurde nämlich vereinbart, daß alle Entwicklungsländer, Nicht-Industrieländer aus einem Fond in den die Industrieländer einspeisen 100 Mrd. $ – später mehr – bekommen sollen um den Mehraufwand für Wind und Sonnenenergie zu bezahlen und Kohle, Gas und Öl als Energie nicht nutzen. Somit hätte die Türkei auch zahlen müssen. Das wollte sie nicht. Sarkozy kam dann auf die Idee, und wurde von Merkel unterstützt. die Türkei als Nicht-Industrieland einzustufen, somit könnte Erdogan doch unterschreiben. O.K. der Deal wurde gemacht Erdogan unterschrieb den Pariser Vertrag, somit war Einigkeit erzielt. Ob so ein Kuhhandel noch öfters durchgeführt wurde weiß ich nicht.

  5. @Jan, Sie gehören zu denen die aus der Schlangengrube werfen, Sieht man an diesem Beitrag.
    Bei dem vorangegangenem Kommentar hätten Sie einfach nur nüchtern und sachlich schreiben brauchen : „Sie verorten den Nil nach Europa, … “ das stimmt nicht oder so in dieser Art. Aber nein Sie müssen ja noch eins dran hängen und zwar „…das zeugt von wahrem und tief fundiertem Fachwissen“. Das ist kleinkarierte Stichelei.
    An sich stört mich so ein kleinkariertes Verhalten nicht, ich will Ihnen nur zeigen, daß Sie in der Schlangengrube sitzen, nicht ich.
    Ich habe mich gleich nach dem ersten Kommentar vom „Klimaretter“ bewerfen lassen müssen. Als ich dann 2, 3 Kommentare später ihn daraufhin ansprach er solle das unterlassen, „unterstellte er mir Dünnhäutigkeit“.
    Die haben anscheinend Sie auch.Wie gesagt, der Ausdruck kommt von leftutti.
    Hier regen sich zwei, drei auf über den Kommentarinhalt das der abgerutscht sei in die „Schlangengrube“ aber die beiden werfen am meisten daraus. Sagenhaft ! Mal scheuen wer sich jetzt wieder betroffen fühlt. Dann hab ich wohl getroffen.
    Mit anderen kann man konstruktiv, sachlich, reden.
    So das war´s dazu.

  6. Jan………..
    erst lesen dann seine Dummheit über andere streuen

  7. Da möchte ich doch mal etwas Aufklärungsarbeit leisten:

    – Der heutige CO2-Gehalt der Atmosphäre ist erdgeschichtlich betrachtet sehr (!) niedrig. Und auch die aktuellen, globalen Temperaturen liegen deutlich unter dem erdgeschichtlichen Durchschnitt.

    – All das CO2, das heute gebunden in Erdöl und Kohle vorliegt, war früher mal in der Atmosphäre!

    – Das Klima ist schon mindestens seit der Huronischen Eiszeit vor 2,3 Mrd. Jahren im ständigen Wandel, egal, ob man nun große, mittlere, kleine oder ganz kleine Zeitabschnitte betrachtet. Das gilt auch für das zurückliegende Jahrtausend!

    – Seit dem Beginn dieser Huronischen Eiszeit sind Eiszeiten mit ca. 20% die Ausnahme und Warmzeiten mit ca. 80 % die Regel.

    – Wir leben derzeit in einem Eiszeitalter (Känozoisches Eiszeitalter) – also in der Ausnahmesituation!

    – Ein Eiszeitalter definiert sich dadurch, dass (je nach Definition) eine oder auch beide Polkappen dauerhaft vereist sind. Vereiste Polkappen sind NICHT der Normalzustand für die Erde!

    – Noch vor 40-50 Mio Jahren (d.h. vor Beginn des Känozoischen Eiszeitalters) hatte das Nordpolarmeer örtlich und jahreszeitlich begrenzt subtropische Wassertemperaturen und an Land gab es bei warm-gemäßigten Temperaturen Wälder von 50 m hohen Mammutbäumen. In der Antarktis sind aus dieser Zeit z.B. Frösche über Fossilfunde nachgewiesen.

    – In der Antarktis wuchsen (zumindest in bestimmten Regionen) bis vor 2,2 Mio Jahren noch Bäume (Südbuche). Die vollständige Dauervereisung des Nordpols setzte noch später ein. Das sind erdgeschichtlich sehr, sehr kurzer Abschnitte.

    – In einem Eiszeitalter wechseln sich Eiszeiten und kurze Warmphasen (Interglaziale) ab

    – Jeder, der sich mal mit Pleistozän und Holozän beschäftigt hat, weiß, dass sich im derzeitigen Eiszeitalter zuletzt sehr lange Eiszeiten (über 100.000 Jahre) mit ganz kurzen Warmzeiten (Interglaziale) von ca. 10-15.000 Jahren abwechselten.

    – Die gesamte (!!) von Historikern behandelte Geschichte des Menschen fand in so einem winzigen Interglazial statt (nämlich unserem Holozän)! Unser Zivilisationsgeschichte kennt ein Leben in der Eiszeit noch gar nicht! Der Beginn unseres Interglazials vor 11700 Jahren war gleichzeitig der ganz langsame Einstieg in die Jungsteinzeit in Deutschland (Ackerbau/Viehzucht statt Sammel/Jagen, ermöglicht erst durch Ende von Vergletscherung und Permafrost in Deutschland).

    – In Eiszeiten wachsen Polkappen und Gletscher an und die Meeresspiegel sinken ab. Umgekehrt ist es in Interglazialen: Da schrumpfen Polkappen und Gletscher und die Meeresspiegel steigen an. Wir leben in einem Interglazial. (Vor 9000 Jahren konnte man noch zu Fuß nach England laufen und Rhein und Themse hatten eine gemeinsame Mündung ins Meer, weil der Meeresspiegel VIEL tiefer lag als heute.)

    – In einer Eiszeit wäre Deutschland komplett innerhalb der Permafrost-Zone. Große Teile wären sogar vergletschert. Landwirtschaft wäre hier nicht mehr möglich. Die Menschen müssten sich also alle auf den verbleibenden Landflächen im Süden zusammendrängen. Man kann sich unschwer vorstellen, was das angesichts der derzeitigen Weltbevölkerung an Hunger, Not und Verteilungskämpfen zur Folge hätte.

    – Auch innerhalb unseres Interglazials, des Holozän, sind die Temperaturen ständigen Wechseln unterworfen.

    – Vor ca. 6000-7000 Jahren z.B. war es sehr warm: Die Arktis war möglicherweise eisfrei. Die Sahara war eine grüne Savanne mit riesigen Seen, Flüssen, Giraffen, Elefanten, Krokodilen, Flusspferden etc, weil der Temperaturanstieg mehr Wasser im Ozean verdunsten lies und zu Monsumregen in der Sahara führte.

    – Auch die letzten 2000 Jahre waren von ständigen Klimawechseln geprägt: Auf eine kleine Warmzeit in der Antike folgte eine kleine Eiszeit in Spätantike und Frühmittelalter, welche die Völkerwanderungen auslöste. Im Hochmittelalter hatten wir eine kleine Warmzeit (Besiedlung von Grönland = Grünland durch die Wikinger, Weinbau in England, Verlust von viel Land in der Nordsee durch Meeresspiegelanstieg und die beiden Marcellus-Fluten). Danach kam wieder eine kleine Eiszeit (ca. 1550-1850). Sie führte zu den Hexenverbrennungen in Europa (Vorwurf „Wetterzauber“ aufgrund extremer Missernten), ermöglichte schwedischen Truppen im 2. Nordischen Krieg 1658 die Überquerung der zugefrorenen Ostsee zu Fuß und löste 200 Jahre später die durch Hunger bedingte Auswanderungswelle von Iren nach Amerika aus und entfachte durch Missernten die Deutsche Revolution von 1848. In dieser Zeit wuchsen die europäischen Gletscher teilweise massiv an (also eine kurzzeitige Umkehr des normalen Gletscherrückgangs in einem Interglazial).

    – Unsere historischen Klimaaufzeichnungen, auf die man sich derzeit ständig beruft, beginnen nun ausgerechnet am Ende dieser sogenannten „kleinen Eiszeit“. Diese „kleine Eiszeit“ dauerte ca. von 1550 bis ca. 1850. Raten sie mal, in welche Richtung entwickeln sich Temperaturen wohl nach dem Ende einer Mini-Eiszeit weiter?

    – Derzeit befinden wir uns also wieder in einer kleinen Warmzeit (innerhalb des übergeordneten Interglazials).

    – Das von unserer Politik angestrebte Ideal-Klima von 1850 ist also eines, das durch extreme Kälte große Hungersnöte und Revolutionen ausgelöst hat!! Echt jetzt??

    – Wenn nun die bisherigen Intervalle zwischen Eiszeit und Interglazial so weitergehen, dann sind wir ziemlich am Ende unseres Interglazials angekommen und fallen schon bald für 100.000 bis 200.000 Jahre wieder in die nächste Eiszeit zurück.

    – Kurz: Das wirklich drohende Szenario ist also die nächste Eiszeit, nicht die Klimaerwärmung. Die Klimageschichte beweist über lange und kurze Abschnitte hinreichend, dass das Leben auf der Erde mit ganz erheblich höheren Temperaturen und CO2-Gehalten klar kommt, denn die waren über den allergrößten Teil der Erdgeschichte die Normalität.
    Die drohenden 100.000 – 200.000 Jahre Eiszeit dagegen sind eine Zeitspanne, deren Länge und Dramatik wir uns überhaupt noch nicht vorstellen können: Das ist 10 bis 20 mal so lange wie unsere bisherige Kulturgeschichte!

    Wenn es also stimmen würde, dass wir mit dem Verbrennen von Öl, Gas und Kohle das Klima erheblich erwärmen könnten, dann sollten wir genau DAS das tun, um die nächste Eiszeit zu verhindern. Allerdings werden die Vorräte an Öl, Gas und Kohle dafür nicht mal ansatzweise ausreichen.

    Und noch ein Kommentar zu Biologie:

    – Bis auf 2 kürzere Phasen (Karbon/Perm-Grenze und Neogen+Holozän) war in der Erdgeschichte der CO2-Gehalt der Atmosphäre immer viel höher als momentan.

    – Es gibt eine untere Grenze für die CO2-Konzentration, ab der die Photosynthese zusammenbricht. Der sind wir in den letzten beiden Eiszeit bedrohlich nahe gekommen. Und auch jetzt sind wir trotz CO2-Anstieg von dieser Grenze gar nicht so weit entfernt. Nicht umsonst wird in Gewächshäusern mit CO2 begast, damit die Pflanzen besser wachsen.
    Der Abfall der CO2-Konzentration in unserem Känozoischen Eiszeitalter war schockierend steil. Würden wir in den nächsten Eiszeiten diese CO2-Grenze unterschreiten (bei Abkühlung fällt der CO2-Gehalt der Atmospäre!), dann droht ein Ende des Lebens, wie wir es kennen – zumindest an Land. Die C4-Pflanzen könnten an Land ggf. überleben (immerhin – Mais gehört dazu, die große Mehrzahl der Landpflanzen würde aber aussterben).

    – Als gesichert darf gelten, dass mit den landwirtschaftlichen Methoden von 1850 eine Weltbevölkerung der heutigen Größe nicht ernährt werden kann. Zwingend benötigt werden u.a. Landwirtschaftsmaschinen und Kunstdünger. Fehlen diese, werden Millionen von Menschen verhungern. Völlig zu Recht betrachtet man das Umbringen von Millionen von Menschen als Völkerrechtsverbrechen. Aber sie wegen grüner Ideal verhungern zu lassen scheint irgendwie o.k. zu sein???

    – Die Welt wird noch für Jahrzehnte von fossilen Brennstoffen abhängig sein, weil die Alternativen real nicht da sind. Von der Klimageschichte der Erde wie von der Biologie her ist das kein Problem. Nur die grüne Ideologie kommt damit nicht klar.

    – ESG-Politik verhindert die Förderung von fossilen Brennstoffen und legt dadurch die Grundlage für Hochinflation (Energiepreis!!), Deindustrialisierung, Armut, Hunger und Massensterben.

    MfG

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