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Krise als Chance? Aktien in Zeiten epochaler Veränderungen

Wie werden sich die Investoren in der aktuellen Krise verhalten - welche Aktien bieten "Schutz"?

Vermutlich stehen wir am Anfang epochaler Veränderungen. Wie werden sich die Investoren in der aktuellen Krise verhalten – welche Aktien bieten „Schutz“?

Eine Studie der Citibank über aktuelle Anlagetrends kam zu dem Ergebnis, dass ein derartiger geopolitischer Einschlag, wie wir ihn mit der Ukraine-Krise jetzt gerade erleben, ein ähnlicher großer seismischer Einschlag auf der globalen Investitionslandschaft folgen wird.  Das sind die zentralen Aussagen der Citibank über Investitionen in der Krise:

Das unmittelbare Verhalten der Investoren wird laut Citibank ein sofortiger Risikoabbau und die Flucht in sichere, höchst liquide Anlageformen sein. Das bedeutet, raus aus Aktien, Krediten, Emergin Markets Wertpapieren und rein in U.S. Treasuries, Unternehmensanleihen höchster Bonitätsstufen – und in den US-Dollar.

Aber was dann?

Jede Krise birgt ihre Chance – sagt Citibank

Stefan Kreutzkamp, Chef Anlage Stratege bei DWS, schrieb am Dienstag zur Ukraine-Krise, „dass wir wahrscheinlich gesteigerte Ausgaben in den Bereichen militärische Sicherheit, Cybersecurity und Infrastruktur sehen werden.“ Seitdem Kanzler Olaf Scholz angekündigt hat, 100 Milliarden Euro für Militärausgaben bereit zu stellen, sind aktien aus den Bereichen Rüstung und Luftfahrt im Steilflug nach oben. Die Investoren sind „begeistert“, alleine Rheinmetall (RHM) eröffneten am Montag mit einem 25 prozentigen Aufwärtsgap und erreichten bereits gestern neue Höchstkurse.

Krise Rheinmetall

Grafik: Rheinmetall (RHM) auf Tagesbasis XETRA

Der Hersteller für militärische Sensortechnik, Hensoldt (HAG), eröffneten am Montag sogar mit einer 42 prozentigen Kurslücke, und erreichten am Dienstag ebenfalls neue Höchststände:

Hensoldt Krise

Grafik: Hensoldt (HAG) auf Tagesbasis XETRA

Wenn alle NATO-Länder die angestrebte 2% BIP Regel für ihre Rüstungsausgaben umsetzen würden, gäbe es für Aktien aus diesem Sektor noch viel Spielraum nach oben.

Interessant erscheint den Analysten der Citibank auch die Offshore Windpark Unternehmen, die von einer langfristigen Abkehr von fossilen Brennstoffen und dem Abbau der Abhängigkeit von Russland profitiere können. Und auch schon profitiert haben, wie wir in den Charts sehen können – Nordex (NDX1) gewannen 13% und Orsted (ORSTED) immerhin noch 10%.:

Offshore Windparks in der Krise

Grafik: NORDEX Tagesbasis auf XETRA

Die in solchen Marktphasen am häufigsten verwendete Strategie der Investoren ist weiterhin „Buy the Dip„, aber diesmal ist es wohl etwas komplexer, so die Analysten der Citibank. Die hohe Inflation könnten die Kreditkosten erhöhen, vielleicht sogar signifikant. Dies würde dem Markt zusätzliche Liquidität entziehen.

Sobald der S&P 500 eine faire historische Bewertung erreicht, sollte man den Markt objektiv beobachten und nach Chancen suchen, so das Fazit dieser Studie.

Dieses faire Niveau sehen die Analysten bei einem KGV von 15 erreicht, aktuell liegt es bei ca. 20.

Kursdaten und Informationen aus https://de.tradingview.com

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte:

Der Autor dieser Veröffentlichung erklärt, dass er jederzeit in einem der genannten und analysierten bzw. kommentierten Finanzinstrumente investiert sein kann. Dadurch besteht möglicherweise ein Interessenkonflikt. Der Autor versichert jedoch, jede Analyse und jeden Marktkommentar unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt zu haben.



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