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Kryptowährungen: Droht nun der Steuerhammer?

Kryptowährungen: Droht eine Steuerbombe zu platzen? (Ethereum-Staking)

Seit der Corona-Krise sind alternative Anlageprodukte wie zum Beispiel Kryptowährungen beliebter denn je. Bitcoin und Ethereum gehören dabei zu den bekanntesten Coins. Insbesondere junge Anleger versuchen mit Kryptos wie Bitcoin, Ethereum und anderen Coins hohe Gewinne zu erzielen. Hält man die Investments für eine gewisse Dauer, bieten sie sogar steuerliche Vorteile gegenüber Erträgen aus Aktien, Geldanlagen oder anderen Finanzgeschäften. Hat man seine Bitcoins nämlich über ein Jahr lang selbst besessen, ist der Verkauf steuerfrei. Die Höhe des Gewinns spielt dabei keine Rolle.

Kryptowährungen: Droht nun der Steuerhammer?

Allerdings droht am Kryptomarkt nun der Steuerhammer. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung hinter Bitcoin stellt bald vom sogenannten „Mining“ auf „Staking“ um. Dieser Prozess bezeichnet die Schaffung neuer Coins, es handelt sich dabei um eine energieeffizientere Alternative zum Mining. Besitzer von Ethereum, die als Staker aktiv sind, bekommen dafür eine Gegenleistung (Block Reward). Die Umstellung auf „Proof of Stake“ soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die Ethereum-Altkette wird dann Teil der neuen Ethereum-Blockchain. Damit könnte sich auch die Besteuerung über Nacht ändern, da das Staking anderen Steuergesetzen unterliegt. Im schlimmsten Fall kommen dann hohe Kosten auf Krypto-Anleger zu. Noch brauchen ETH-Staker aber nicht in Panik verfallen, die Meinungen der steuerlichen Einschätzung gehen auseinander.

Unterschiedliche Meinungen der Besteuerung

Wenn es nach der heutigen Sicht der Finanzbehörden geht, ist Staking aufgrund der Gegenleistung als steuerliches Einkommen zu bewerten. In diesem Fall würde sich die Spekulationsfrist von einem auf zehn Jahre verlängern. Wer also vor Ablauf der Frist seine Kryptowährungen verkauft, muss auf die Rendite Steuern zahlen. Zudem gelten Coins als sonstige Wirtschaftsgüter. Dadurch gilt hier nicht die Abgeltungssteuer (25%), sondern der oftmals höhere persönliche Steuersatz.

Die Kryptobranche sieht das natürlich ganz anders: Weil es sich beim Staken um einen Prozess mit festgelegten Regeln handelt, sagt Matthias Steger, Krypto-Steuerexperte. Es geht ja schließlich um die Ausgabe neuer Coins, bei denen es unterschiedlichen Modelle zur Erzeugung gibt. Da die Regel für das Staking eine Gegenleistung vorsieht, kann man gar nicht auf den sogenannten Block Reward verzichten. Demzufolge dürfte es auch keine verlängerte Spekulationsfrist geben, argumentieren Kryptobefürworter. Das Steuer-Problem wird allerdings erst akut, wenn der Wechsel auf Staking vollzogen wurde.

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Kryptowährungen: Wer ist vom Staking betroffen?

In erster Linie sind Anleger von Ethereum betroffen, die sich am Staking beteiligen, denn nach dem Wechsel auf Staking könnten sofort Steuern drohen. Viele Besitzer von Kryptowährungen wissen gar nicht, dass sie Staking betreiben. Es gibt Coins wie zum Beispiel Cardano, aber auch Wallets, die sich automatisch am Staking beteiligen. Für Bitcoin und Ethereum gilt dies jedoch nicht. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann das in seiner Wallet unter den Einstellungen überprüfen und gegebenenfalls ausschalten. Wer keine eigene Wallet besitzt, sondern Kryptowährungen über andere Plattformen kauft und verkauft, beteiligt sich nicht am Staking.

Fazit

Die steuerliche Behandlung von Einkünften durch Proof of Stake ist auf nationaler Ebene noch nicht abschließend geklärt. Demnach besteht Hoffnung, dass die Spekulationsfrist für ETH-Coins nicht über Nacht von einem auf zehn Jahre steigt. Zudem hatte sich der neue Finanzminister Christian Lindner zuletzt für die Weiterentwicklung von Kryptowährungen ausgesprochen. Bleibt es jedoch dabei, dass die Steuerbehörden Staking als Einkommen betrachten, könnten tausende Anleger eine böse Überraschung erleben. Besitzer von Kryptowährungen wie zum Beispiel Ethereum sollten sich weiterhin aktiv mit Thema auseinandersetzen. Kommt es zu keiner Anpassung des Steuergesetzes, sollten Anleger, die als Staker aktiv sind, rechtzeitig darüber nachdenken, alle Ethereum-Coins, die sie seit mindestens einem Jahr halten, zu verkaufen.

Quelle: Mit Material von Token InfoPort Switzerland

Die Inhalte dieses Artikels stellen keine steuerliche Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.



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7 Kommentare

  1. Exemplarisch dafür was für ein Märchen das Rauskommt wenn man von der Materie sehr begrenzt Ahnung hat. Staking ist eigentlich von der Funktionsweise mit einem Festgeld zu vergleichen, ich binde eine gewisse Anzahl Coins (die ich anschliessend für diese Dauer nicht ausgeben kann) im Staking dafür bekomme ich einen Zins (Rendite) in % in den gleichen Coins ausbezahlt, ich habe also anschliessen MEHR Coins, als zuvor. Das dieser Zinscpupon besteuert wird ist logisch, die Frage ist zu welchem Wert bzw zu welcher Bewertung.

    Staking passiert also nicht einfach SO….wie das hier impliziert wird, das heisst nicht das es sicherlich Walletambieter gibt, die Fristentransformation betreiben und mit einem Teil der Coins Staken gehen, da Sie davon ausgehen das eh nicht alle aufs mal Bezogen werden. Wer aber in seiner Wallet keine Gutschriften bekommt der Staked nicht selbst.

    Ob nun gestaked wird oder zB einfach Lending betrieben wird ist teilweise nicht ganz einfach herauszufinden, bei Celsium (der nach Assetwert grösste Staker) zB kommt das auf den Coin an, auch das ist jedoch nur Teilweise wirklich Staking, auch Celsium betreibt Fristentransformation, die wie gesagt beim echten Staking bin ich in der Regel über eine Periode (die Dauer unterscheidet sich nach Coin) gebunden.

    Staking ist eine andere Sicherungsvariante für ein Netzwerk im Vergleich zu Mining. Im Staking Business sind bereits ganz Renommierte Unternehmen wie zB Deutsche Telekom https://bitcoin-bude.de/deutsche-telekom-ag-hat-still-und-heimlich-das-staking-in-defi-begonnen und andere )

    Wie ich hier schon länger versuche zu propagieren ist das ein sehr sehr interessanter Bereich, die Renditen (nicht Kursgewinne) sind Teilweise sehr spannend, natürlich mit entsprechenden Risiken verbunden, da ist halt noch was Wild West dabei….

    Gerade Finanzmarktwelt täte gut daran sich mal Ernsthaft mit Defi & der automatisierung der meisten Prozesse des Bankings & Börsengeschäftes ernsthaft auseinanderzusetzen

    1. Danke, Brettonwood,
      Der Kommentar ist weitaus qualifizierter als der Artikel, wie du schon angemerkt hast.
      So viele Falschaussagen bzw unpräzise Formulierungen… war hier wieder ein Praktikant an Werk?

      1. @CryptoMark, wieder Behauptungen statt Argumente! Wo genau sind die „Falschaussagen“ und „unpräzisen Formulierungen“? Beispiele bitte!

    2. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ihre sachliche Kritik und Anregungen werde ich für zukünftige Artikel beherzigen.

      1. Sorry für die Polemik, ich polemsiere halt gerne 🙈 das ist aber NIE böse gegen den Schreiber gemeint, ich schätze Texte und will mit Polemik eine Diskussion in Gang kriegen

        1. @Brettonwood

          Eine Diskussion setzt aber sachliche Argumente und Fakten voraus, wenn sie irgendwie zu Erkenntnisgewinn führen soll. Mit Polemik erreichen Sie gar nichts, außer Gegenpolemik, Streit und Wut.

  2. Ich bin natürlich froh, dass ich auch den Kapitalertag für meine in physischem Gold investierte private Altersversorgung nicht versteuern muss.
    Aber ist das richtig?
    Ich kann daher mit meiner Minirente gut in Spanien leben, denn ich habe auch nur 22 Jahre in die deutsche Rentenkasse eingezahlt. Und meine Zwangsbeiträge in die AOK werden nur von meiner Minirente
    berechnet und betragen gerade mal 50,00 Euro im Monat. Selbst alle Zuzahlungen zu Medikamenten berechnen die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nur nach dem Einkommen laut Steuererklärung.
    Wenn das nun auch mit Kryptos möglich ist, und der Renner wird, in der privaten Altersversorgung, dann werden die KK das ​Nachsehen haben.
    Z. B . würde ich auch legal in Deutschland den doppelten Zuschuss zum Zahnersatz erhalten, bei meiner Minirente.
    Selbst einige hundert Euro Wohngeld könnte ich legal im Monat bekommen, denn das Schonvermögen für ein Ehepaar beträgt in Deutschland zwischen 90.000 und 120.000 Euro. Wobei sie ja so und so nicht wissen, wo mein anonym gekauftes Gold (und wieviel) gelagert ist.
    Gut, ich bleibe in Spanien.
    Aber man sollte mal darüber nachdenken, ob es nicht gerechter wäre, wenn der Kapitalertrag für Kryptos, aber auch für Edelmetalle, versteuert werden muss.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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