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Leerverkäufe – Attacken der US-Hedgefonds auf den Dax

Unter den 55 Prozent ausländischen Anlegern befinden sich Investoren, die durch Leerverkäufe auf fallende Notierungen einiger Dax-Titel setzen

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Dax-Investoren haben es derzeit nicht leicht. Nicht nur dass der deutsche Leitindex ganz besonders unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China leidet, er ist, wie bereits in mehreren Artikeln berichtet, durch seine Aktionärsstruktur ein Spielball ausländischer Eigentümer geworden. Unter den circa 55 Prozent ausländischen Anlegern befinden sich zudem Investoren, die durch Leerverkäufe auf fallende Notierungen einiger Dax-Titel setzen.

Es sind dies besonders US-Hedgefonds, die mit Long/Short-Strategien in dem liquiden Leitindex Zusatzerträge generieren können (wollen).

 

Die derzeitigen Dax-Opfer der Leerverkäufe

Man kann es im Bundesanzeiger nachlesen, in dem die Aktiengesellschaften veröffentlicht werden, bei denen mehr als 0,5 Prozent der ausstehenden Aktien leerverkauft werden. Inklusive der Namen der Investoren, die darauf setzen, dass die Kurse der Unternehmen fallen werden, aus welchen Gründen auch immer. In dieser Liste sind zwei Unternehmen besonders auffällig, die besonders stark von den Kosten des Umbaus des Geschäftsmodells betroffen sind. Die Deutsche Bank und der Industriekonzern Thyssen-Krupp.

Die höchste Leerverkaufsquote mit aktuell 6,76 Prozent des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals entfällt auf Thyssen-Krupp. Die Quote jüngst erhöht haben Blackrock und der französische Vermögensverwalter Capital Fund Management, die Amerikaner auf 0,73 Prozent und die Franzosen auf 1,53 Prozent. Sehr hoch ist die Quote der US-Investmentfirma AQR Capital Management mit 3,50 Prozent. Dies sind umgerechnet rund 190 Millionen Euro. Damit setzt man bei diesem kleinen Dax-Wert mit einer Marktkapitalisierung von gut 6,5 Milliarden Euro mit mehr als 446 Millionen Euro auf fallende Kurse.

Ein gefundenes Fressen für Hedgefonds (auch für Florian Homm) ist bereits seit Jahren die Aktie der Deutschen Bank. Mittlerweile knapp fünf Prozent beträgt hier die Leerverkaufsquote. Spitzenreiter auch hier der Hedgefonds AQR Capital Management der mit 2,30 Prozent mit Abstand den größten Anteil innehat. Der britische Hedgefonds Worldquant hat am 8. August seinen Wert mittlerweile auf 0,59 Prozent ausgebaut. Damit setzt man mit rund 682 Millionen auf einen fallenden Aktienkurs des einst so stolzen deutschen Vorzeigeinstituts.

Deutlich Ruhe eingekehrt ist beim Zahlungsdienstleister Wirecard, dessen Leerverkaufsquote im Frühjahr noch bei 14 Prozent gelegen hatte. Momentan liegt der Wert gerade noch bei etwas mehr als einem Prozent des Aktienkapitals.

Erstaunlicherweise hat sich der Krösus der Hedgefonds Bridgewater mit seinem Günder Ray Dalio aus dem meldepflichtigen Bereich von 0,5 Prozent bei deutschen Aktien verabschiedet. Zu Beginn des Jahres war er noch mit der Riesensumme von 8,2 Milliarden Euro auf deutsche Aktien short, also zu einer Zeit, als der Dax um 15 Prozent in die Höhe schoss. Einer Periode, in der mancher Fonds auf der falschen Seite positioniert war. Man sollte aber nicht außer Acht lassen, dass es viele Leerverkaufspositionen auf Dax-Titel gibt, die unterhalb dieser meldepflichtigen Schwelle liegen.

 

Fazit

Der Leitindex der viertgrößten Volkswirtschaft wird derzeit zusehends von mehren Seiten in die Zange genommen. Als Exportindex von der schwächelnden Weltkonjunktur, als Anlageindex von seiner unglücklichen Aktionärsstruktur durch ausländische Anleger, insbesondere der angelsächsischen, die manche „Windfall Profits“ repatriieren und nicht zuletzt durch Leerverkäufe von US-Hedgefunds.

Als kleiner Trost für die Optimisten: Sollte sich irgendwelche Hoffnungsschimmer für die Weltkonjunktur ergeben und sei es nur durch Donald Trump, der aus wahltaktischen Gründen seine Zolldrohungen temporär aussetzt, wird der Dax als erster Index anspringen, die Leerverkäufer würden ihre Positionen eindecken und unfreiwillig den Index antreiben. Ja, diesen Satz habe ich bereits am gestrigen Mittag formuliert, völlig ahnungslos, dass es schon wenige Stunden später einen Vorgeschmack dafür geben könnte.

 

Hedgefunds wie Ray Dalios Bridgewater attackieren den Dax mit Leerverkäufen

7 November 2018; Ray Dalio, Founder, Co-Chief Investment Officer & Co-Chairman, Bridgewater Associates on the Forum Stage during day two of Web Summit 2018 at the Altice Arena in Lisbon, Portugal. Photo by Harry Murphy/Web Summit via Sportsfile

By Web Summit – HM1_7481, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74255790

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Aktienmärkte: Die Montags-Rally – und Karl Kraus! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute zunächst stark. Warum? Vermutlich weil heute Montag ist: der Nasdaq hat knapp zwei Drittel seiner Gewinne seit Jahresbeginn am Montag erzielt, die Montage waren in 76% der Fälle positiv. Im Vorergrund standen wieder einmal – in Ermangelung von Impfstoff-Nachrichten – die Stimulus-Hoffnungen, die jedoch ziemlich vage sind. Wohl bis morgen muß ein Deal zwischen den US-Republikanern und den US-Demokraten zustande kommen. Passiert das doch nicht, droht ein zumindest temporärer Rücksetzer für die Aktienmärkte. Der österreichische Schrifsteller und Satiriker Karl Kraus hat einmal formuliert: „Der Sex hält nie das, was die Onanie verspricht“. Das gilt wohl auch für die Stimulus-Hoffnungen der Märkte, daher nach einem starken Beginn schnell Ernüchterung..

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Wall Street vor US-Wahlen: Was machen die Aktienmärkte?

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Durch den Anstieg bis über den Widerstand bei 3.494 Punkten (0.76-Retracement) konnte der marktbreiteste Index der Wall Street, der S&P 500, die jüngste Prognose exakt nachvollziehen. Die an den letzten Tagen angelaufene Korrektur verfügt noch nicht über die in Erwartung gestellte Ausdehnung. Hierüber ist indes noch nicht das letzte Wort gesprochen, wenngleich eine Dramatisierung der Ausgangslage nicht zu erwarten ist. Die jüngsten Bewegungen stellen die erste Phase einer größeren Bodenbildungsphase dar. Im Chart habe ich diese Option lediglich angedeutet.

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Ausblick für den S&P 500, den Leitindex S&P 500:

Hervorgerufen durch das mehrfache Überschreiten des 0.76-Retracements (3.494 Punkte) konnte der S&P 500 die erste Unterwelle (i) der übergeordneten Welle (C; nicht dargestellt) ausbilden. Der regelkonforme Abschluss dieser Welle ist noch ausstehend, denn erst durch eine Korrektur (ii), wie diese im Chart dargestellt ist, würde dieser Schritt begangen. Resultierend daraus ist für die sich anschließenden Tage von einem schwächelnden Chartverlauf der Wall Street insgesamt auszugehen. Mit dem Anlauf an das 0.76-Retracement (3.286 Punkte) habe ich im Chart das maximale Ausmaß dieser Korrektur dargestellt.

Der Leitindex der Wall Street, der S&P 500

Aller Voraussicht nach wird sich der Trendverlauf bei Weitem nicht so massiv einstellen. Im Umkehrschluss sollte ein Bruch dieser Supportline vermieden werden, um das beschriebene Szenario nicht in Erklärungsnöte zu versetzen. Das endgültige Aus, für den seit Monaten laufenden Aufwärtstrend, würde indes erste ein eventueller Bruch des 1.62-Retracements (3.178 Punkte) in die Wege leiten.

Fazit:

Die momentane Verfassung präsentiert sich vielleicht etwas schlechter, als es gerechtfertigt wäre. Ein erneutes Signal ist noch nicht in Sichtweite..

Dow Jones, der älteste Index der Wall Street:

Der dienstälteste Aktienindex der Wall Street, ja sogar der Welt konnte mit der Performance, welche sich an den zurückliegenden beiden Wochen eingestellt hat, die jüngste Prognose hinreichend genau nachvollziehen. Dadurch bestärkt, habe ich das bisherige Szenario unverändert belassen und lediglich der aktuellen Entwicklung Rechnung tragend, Anpassungen vorgenommen. Dennoch sollte der Index mit Argusaugen betrachtet werden, denn die aktuelle Konstellation deutet nicht darauf hin, dass eine neue weittragende Rallye unmittelbar bevorsteht. Die Charts zeigen das.

Ausblick für den Dow Jones:

Der Schlusskurs des Dow Jones über 28.547 Punkte (0.76-Retracement) verleiht dem aktuellen Geschehen einen positiven Ausblick, sodass die Titulierung mit Welle (1) durchaus zu rechtfertigen ist. Die aktuell laufende Korrektur dient demzufolge der Ausbildung der ultimativen Welle (2). Mit dem 0.76-Retracement (27.089 Punkte) liegt die maximale Grenzlinie für Welle (2) in überbrückbarer Entfernung, wenngleich eine „2“ diese Linie nur relativ selten anläuft. Die Performance der folgenden Tage wird sich daher im Zeichen der Korrektur darstellen.

Der Dow Jones, der älteste Index der Wall Street

Eine stärkere Ausbildung der Korrektur, hin zu einer regelverletzenden Bewegung, ist dennoch nicht zu erwarten. Nach Abschluss von Welle (2) wird sich der Dow Jones wie auch die anderen Indizes der Wall Street wieder emporschrauben können und aller Voraussicht nach zu einem neuen Allzeithoch führen. Der Startschuss für diese Rally fällt mit einem erneuten Überschreiten der 0.76-Linie (28.547 Punkte) und kann eine hohe Dynamik zur Folge haben. Größere Gefahren würde sich erst unterhalb der 0.76-Linie (27.089 Pkt.) einstellen.

Fazit:

Die aktuelle Verfassung lässt auf eine Fortsetzung des seit März laufenden Aufwärtstrends der Wall Street schließen. Dennoch bleiben Unsicherheiten, welche auch eine seitliche Performance begünstigen..

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Rüdiger Born: Aktuelle Lage bei Indizes und Silber

Rüdiger Born

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