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Libra: Gefahr für Euro und US-Dollar durch Blockchain-Währung

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Libra als Gefahr für die normalen Papiergeldwährungen?

Die geplante Währung Libra des Social Media Giganten Facebook wird oft als Kryptowährung bezeichnet. Nach Facebooks Ankündigung sahen viele Facebooks neues Tool bereits als den Durchbruch für das zuweilen schwierig zu erklärende Produkt „Kryptowährung“. Politiker, Konkurrenten und Aufsichtsbehörden üben sich bereits in Empörung ob Facebooks Vorstoß. US-Politiker drohten Visa und Mastercard, die zu den Gründungsmitgliedern des Libra-Aufsichtsgremiums zählten, Konsequenzen für ihr Kerngeschäft an. Der französische Finanzminister will Libra gleich ganz verbieten. Meiner Ansicht nach ist die Aufregung unbegründet.

Libra nutzt eine Blockchain, hat mit Bitcoin und Co. aber wenig zu tun

Beginnen wir damit, was Libra nicht ist: Es ist keine von einzelnen Personen oder Institutionen unabhängige Kryptowährung wie zum Beispiel Bitcoin. Facebook will lediglich die bei Kryptowährungen verwendete Blockchain-Technologie einsetzen, die Blockchain aber unter eigener Kontrolle behalten. Ausschließlich Mitglieder der Libra Association können neue Blöcke an die Blockchain anhängen. Es wird auch keinen Miningprozess zur Erzeugung neuer Geldeinheiten geben. Vielmehr wird der Wert dieser neuen „Währung“ an den Wert eines Korbes bestehend aus verschiedenen nationalen Währungen gekoppelt. Um diese Kopplung aufrecht zu erhalten, muss Facebook bzw. die Libra Association also permanent die Geldmenge steuern. Sind zu viele Libra im Umlauf und der Wert droht zu sinken, müssten Libra im Tausch gegen nationale Währungen zurückgekauft werden. Ist die Nachfrage nach Libra größer als das Angebot, würde Libra gegenüber dem Währungskorb aufwerten. Verhindert werden kann das nur durch die Erschaffung und den Verkauf zusätzlicher Währungseinheiten.

Private Unternehmenswährungen gibt es schon lange

Im Grunde genommen ist Libra also ein privat verwaltetes Derivat nationaler Währungen. Es ist eine von Unternehmen herausgegebene Komplementärwährung. Davon gibt es bereits viele. Payback-Punkte oder Guthaben auf Starbucks-Kundenkarten sind genauso private Komplementärwährungen. Payback-Punkte können zum Bezahlen von Einkäufen bei vielen verschiedenen Partnern eingesetzt werden. Auch mit American Express Membership Rewards Punkten, einer weiteren Komplementärwährung, kann ich meine mit der Kreditkarte getätigten Einkäufe bezahlen. Alle drei Beispiele sind genauso wie Libra fest an nationale Währungen gekoppelt. Doch warum gibt es keinen Aufschrei ob dieser Währungen, sehr wohl aber weltweite Versuche, Facebooks neue „Währung“ schon im Keim zu ersticken?

Im Vergleich zu gängigen Kryptowährungen sind die Unternehmenswährungen „Starbucks Card“ und „Membership Rewards Punkte“ durchaus große Marktteilnehmer. Allein auf US-amerikanischen Kundenkarten von Starbucks lagen Ende September 1.269 Millionen US-Dollar. Und American Express gab in den ersten neun Monaten des Jahres 7.717 Millionen US-Dollar für eingelöste Membership Rewards aus. Das Gesamtguthaben der Kunden weist American Express nicht aus, es dürfte jedoch deutlich über den in neun Monaten ausgegebenen 7,7 Milliarden US-Dollar liegen. Nehmen wir die 1,269 und 7,7 Milliarden US-Dollar von Starbucks und American Express „Währungen“ als Marktkapitalisierung an, so lägen beide Währungen auf Platz 4 und Starbucks auf Platz 11 der Kryptowährungen. Widerstand rufen beide Währungen bei Politikern und Regulierern jedoch nicht hervor.

Politiker haben Angst vor Libra, weil es Milliarden potentielle Benutzer gibt

Liegt es daran, dass Starbucks und American Express ihre Währungen im Gegensatz zu Facebook Libra nicht als Kryptowährung bezeichnen lassen? Liegt es an der fehlenden Blockchain? Wohl kaum. Wahrscheinlicher ist, dass der Widerstand gegen Libra deshalb so groß ist, weil die Währung von Facebook kommt. Facebook hat rund 1,6 Milliarden täglich und 2,5 Milliarden wenigstens monatlich aktive Nutzer (hier die aktuellsten Daten im Detail). Und all diese Nutzer könnten Libra theoretisch als Währung einsetzen. Dagegen sind die Unternehmenswährungen anderer Unternehmen kleine Lichter mit nur einigen Dutzend Millionen Nutzern. Libra hätte also erstmals das Zeug dazu, in Konkurrenz zu staatlichen Währungen zu treten. Zwar soll sie an einen Währungskorb bestehend aus staatlichen Währungen gekoppelt werden. Doch einmal ernsthaft: Würden die Nutzer es merken, wenn Facebook diese Währungskopplung irgendwann einfach stillschweigend verringert oder aufgibt? Wohl kaum. Genauso wie Nutzer schon heute AGB-Änderungen von 50 Seiten Umfang mit einem Fingertippen akzeptieren, würden sie das auch im Falle einer aufgegebenen Währungsdeckung von Libra tun.

Und wenn das geschähe, hätte Facebook eine weltweit genutzte, von staatlichen Stellen unabhängige Währung in der Hand, die sich vielleicht sogar noch wertstabiler zeigt als nationale Währungen. Dass Staaten und Politiker Angst vor Facebooks neuer Erfindung haben, hängt also weniger mit Kryptowährung oder Blockchain zusammen, sondern vielmehr damit, dass Facebook qua seiner schieren Größe und Marktmacht erstmals in der Lage wäre, Euro, US-Dollar und Renminbi Konkurrenz zu machen.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    18. November 2019 18:22 at 18:22

    Wieso Gefahr?
    Diejenigen, die „die Revolver haben“ werden niemals etwas zulassen, das auch nur den Hauch einer Parallelwährung hat.

  2. Avatar

    sabine

    18. November 2019 19:16 at 19:16

    Sehr gut erklärt. Vielen Dank!

  3. Pingback: Libra: Gefahr für Euro und US-Dollar durch Blockchain-Währung – finanzmarktwelt.de – Hyperledger und R3 Corda News

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Schweizer Franken gegen Euro in der Coronakrise

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Nach der längeren Seitwärtsphase konnte der Kurs vom Euro zum Schweizer Franken den Ausbruch endlich schaffen. In den gestrigen Morgenstunden haben die Bullen genug Kraft entwickelt, um den Preis nach oben zu treiben. Der starke Widerstand bei 1,0556 konnte erfolgreich erobert werden – und der Euro setzte sich gegen den Schweizer Franken immer mehr durch.

Ein Grund dafür, war sicherlich die Korrelation, die zum EUR/USD entstanden ist. Der gesamte Euro-Block hat von der positiven Entwicklung an den Wertpapiermärkten profitiert. Der Schweizer Franken wurde abverkauft und musste sich gegen den Euro kurzfristig geschlagen geben. Im Hoch erreichte der Kurs vom Euro zum Schweizer Franken die Marke von 1,0592. Die Bullen waren mutig und haben schon die 1,0600 „big figure“ ins Ziel gefasst. Doch dieser Bereich scheint nach wie vor die magische Grenze zu sein. Sobald sich der Kurs diesem Niveau nähert, wird er sofort gestoppt. Als die Long-Trader gemerkt haben, dass die 1,0600 hält, haben sie sofort ihre Long-Positionen geschlossen, um die Gewinne zu sichern. Anschließend hat der Kurs erneut eine Korrektur erfahren. Der Schweizer Franken wurde wieder umgetauscht und der Preis von EUR/CHF kehrte in seine Seitwärtsrange zurück. Am Abend notierte der Cross wieder bei ca. 1,0560.

Die Corona-Krise hinterlässt auch in der Schweiz immer mehr  Spuren. Nicht nur die Angst vor dem Virus, sondern auch vor der wirtschaftlichen Rezession bereitet den Schweizern schlaflose Nächte. Seit drei Wochen schon herrscht in dem Alpenland der Shutdown. Das öffentliche Leben wurde, ähnlich wie in den anderen europäischen Ländern, massiv heruntergefahren.
Obwohl sich die Bevölkerung diszipliniert an den Vorgaben der Regierung hält, steigen bei vielen die Existenzängste. Die Schweiz hat pro einer Millionen Einwohner die zweithöchste Zahl an Corona-Infizierten (nach Spanien). Dennoch werden die Stimmen nach einer Lockerung werden immer lauter, und manche Regionen stellen schon die ersten Pläne für den Exit vor. Die Kantonregierung in Luzern fordert als erste den schrittweisen Ausstieg. Laut Experten sollten zuerst, ähnlich wie in Österreich, die kleinen Geschäfte und Gärtnereien wieder öffnen dürfen. Danach Schritt für Schritt auch der Tourismus und die Gastronomie. Nach dem 19.April soll der Exit beginnen.
Wenn es der Regierung gelingt, erfolgreich die Lockerung umzusetzen, wird auch der Schweizer Franken von der positiven Entwicklung wieder mehr profitieren.

Der Tagesausblick für den Euro vs Schweizer Franken

Aktuell, am Mittwochmorgen notiert der Euro zum Schweizer Franken bei ca. 1,0554. Der erste Versuch heute Morgen, den Widerstand bei 1,0565 zu durchbrechen, ist gescheitert. Die Enttäuschung ist jetzt schon leicht zu spüren und der Schweizer Franken gewinnt zunehmend an Wert. Die Bären platzieren ihre Short-Orders und versuchen so, den Euro weiter unter Druck zu setzen. In den nächsten Stunden wird es sich zeigen, ob der Schweizer Franken seinen Vorsprung weiter ausbauen wird.
Sollte die wichtige Unterstützung bei 1,0545 brechen, wird sich der neue Abwärtstrend weiter fortsetzen. Als erstes Kursziel kann man den Bereich bei 1,0527 ins Auge fassen. Wenn auch dieser Support nicht mehr hält, wird EUR/CHF die 1,0500 „big figure“ testen wollen.
Wenn dagegen die Marke von 1,0545 hält, werden die Bullen erneut die Long-Richtung angreifen. Auf der Oberseite wartet auf den Euro vs Schweizer Franken der erste signifikante Widerstand bei 1,0565 und dann bei 1,0592. Von dort aus ist der Weg bis 1,0600 nicht mehr weit. Trotzdem wird es viel Dynamik am Markt benötigt, um diesen Bereich zu testen.
Der Daily Pivot Point beim Euro zum Schweizer Franken liegt heute bei 1,0568. Es ist ratsam, die Entwicklung von EUR/USD parallel zu beobachten, da es wieder zu Korrelationen kommen kann.

Der Schweizer Franken gab gegenüber dem Euro zuletzt etwas nach

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Der Schweizer Franken ist belastet von der Coronakrise im Land der Eigenossen

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Euro vs US-Dollar: Der Euro trotz Krise weiter positiv

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Euro Symbol

In der gestrigen Handelssitzung hat der Euro zum US-Dollar weiter an Stärke gewonnen. Die erwartete Aufwärtsbewegung ist zwar mit einer kleinen Verspätung eingetroffen, doch es war schon am Montag zu erwartet, dass der Euro seine Erholung einleiten wird. Schon in den Morgenstunden gestern ist es dem Major gelungen, aus der Seitwärtsphase auszubrechen. Da die Indikatorenlage positiv gestimmt war, war ein Break-Out auf der Oberseite zu vermuten. Die Bullen haben ziemlich schnell die Tendenzen erkannt und fleißig ihre Orders auf der Oberseite platziert. Das hat dem Euro frische Kraft verliehen. Am Nachmittag hat der Euro zum US-Dollar sogar den wichtigen Widerstand bei 1,0925 erreicht.

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Dieses Niveau hat sich aber vorerst als zu stark erwiesen und der Kurs hat anschließend wieder korrigiert. Trotzdem war der gestrige Handelstag für die Bullen erfolgreich. Wer den Trend rechtzeitig erkannt hat, konnte gestern schöne Gewinne innerhalb weniger Stunden erzielen. EUR/USD ist zwischenzeitlich um mehr als 100 Pips gestiegen. In den Abendstunden notierte der Kurs bei ca. 1,0900. Das Coronavirus hat Europa weiter fest im Griff. Dennoch entwickelt sich die Situation in den meisten europäischen Ländern ganz unterschiedlich. Während in den wirtschaftlich stärkeren Ländern wie Österreich oder Dänemark schon die ersten Lockerungen angekündigt werden, kämpfen die südlichen Nachbarn immer mehr mit den negativen Auswirkungen des Covid-19. Nach der Gesundheits-Krise folgt die wirtschaftliche und dann die soziale Krise, die für viele fast noch schlimmere Folgen haben kann. Die drohende Rezession in Italien oder Spanien sorgt auch für immer größere Spaltung innerhalb der EU.

Die umstrittenen Euro Bonds entwickeln sich zu einem enormen Problem. Die Fronten zwischen den Regierungen verhärten sich, und eine gemeinsame Lösung rückt in weite Ferne. Das ist definitiv die bisher größte Bewährungsprobe für das gemeinsame Europa. So wie es aktuell aussieht, kann noch niemand sagen, welche Form die EU nach der Corona-Krise haben wird. Immer mehr Experten machen sich auch Sorgen um den Euro. Böse Zungen prophezeien sogar eine Währungsreform. Ob es soweit kommen wird, ist fraglich. Auf jeden Fall wird der Euro in Zukunft vor großen Herausforderungen stehen.

Das mögliche Szenario für den Euro vs USD heute

Aktuell (Mittwochmorgen) notiert der Euro zum US-Dollar bei ca. 1,0868. Die Volatilität ist noch gering und der Kurs bewegt sich nur wenig. In der asiatischen Handelssitzung heute Nacht, hat der Euro zum USD leicht korrigiert. Die fernöstlichen Wertpapiermärkte haben unterschiedlich performt. Während der Nikkei 225 positiv schloss, haben Shanghai Composite und Hang Seng leicht rote Zahlen geschrieben.

Für den Euro zum US-Dollar wird es heute entscheidend sein, ob der Major erneut die 1,0900 Marke erobern wird. Sollte es dem Euro gelingen, werden die Bullen den Kurs weiter nach oben treiben. Aus technischer Sicht hat das Währungspaar weiterhin Aufwärtspotenzial. Der erste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,0925. Sollte auch diese Marke brechen, kann der Euro noch weiter bis 1,0955 steigen.

Wenn aber die 1,0900 Marke halten sollte, kann es zu einer Enttäuschung am Markt kommen. Auf der Unterseite wartet auf EUR/USD die erste signifikante Unterstützung bei 1,0835. Wenn diese bricht, wird der Kurs die 1,0800 „big figure“ suchen. Der Daily Pivot Point beim Euro vs US-Dollar liegt heute bei 1,0870. Wer heute den Euro handeln möchte, sollte wieder die Entwicklung an den Wertpapiermärkten mitverfolgen. Sollte der DAX heute steigen, dann wird auch der Euro mehr gekauft werden.

Kursverlauf von Euro vs US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Euro vs US-Dollar: Warum der Euro wieder stärker wird

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Euro Geldscheine

Der gestrige Handelstag verlief für den Euro zum US-Dollar relativ ruhig. Der Kurs bewegte sich in einem Seitwärtstrend in einer Spanne zwischen ca. 1,0765 und 1,0820. Sowohl die Long-auch als Short-Trader haben mit aller Kraft versucht, einen Ausbruch zu erreichen, doch die Anschlussorders haben dann auf beiden Seiten gefehlt. Die Bären haben den Euro kurzfristig sogar bis auf 1,0765 gedrückt, doch dann kam der Kurs anschließend sofort wieder in die Trading-Range zurück. Dieser Spike im Chart hat nicht nur viele Stopps gezogen, sondern auch eine schnelle Gegenreaktion auf der Oberseite ausgelöst. Auch in der amerikanischen Session hat der Euro vs US-Dollar weiter seitwärts gependelt.

Obwohl an den meisten Wertpapiermärkten gestern eine euphorische Stimmung herrschte, konnten die positiven Zahlen den Devisenmarkt nicht beeinflussen. Der Währungshandel verlief am gestrigen Tag allgemein ziemlich ruhig. Die Corona-Krise hat auf Europa und den Euro weiterhin einen großen Einfluss. Der Druck auf die europäischen Länder wächst und somit auch die Spaltung. Seit Wochen werden schon die umstrittenen Euro Bonds diskutiert, doch eine Lösung ist bis jetzt nicht in Sicht. Die südeuropäischen Länder, wie Spanien und Italien, möchten unbedingt die Euro Bonds durchsetzen, um so weniger Zinsen zahlen zu müssen.

Die wirtschaftlich stärkeren Länder, wie Deutschland, Österreich oder Niederlande, wehren sich dagegen und sind nicht bereit, in die hohen Schulden mit reingezogen zu werden. An diesem Beispiel wird klar, dass momentan innerhalb der EU von keiner Union die Rede sein kann. Jedes Land steht vor enormen Herausforderungen, kämpft für sich selbst und versucht selbst so gut wie möglich durch die Krise zu kommen. Kanzlerin Angela Merkel bestätigt, dass die EU aktuell auf die größte Probe überhaupt gestellt wird. Die negative Stimmung unter den Mitgliedsländern belastet ebenfalls den Euro. Auf der anderen Seite gibt es auch wieder Hoffnung. Nach Österreich teilte jetzt auch Dänemark mit, dass die harten Maßnahmen demnächst langsam wieder gelockert werden. In Deutschland will man aktuell noch keine Exit-Pläne vorstellen. Erst nach Ostern wird sich vielleicht etwas ändern.

Der Tagesausblick für den Euro zum US-Dollar

Aktuell (Dienstagmorgen) notiert der Euro vs US-Dollar bei ca. 1,0825. Es zeigt sich jetzt schon eine gewisse Dynamik im Markt. Der Kurs versucht, die Seitwärtsrange von gestern nach oben zu durchbrechen. Sollte es dem Euro gelingen weitere Kraft aufzubringen, werden wir heute wahrscheinlich eine Erholung beim EUR/USD beobachten. Schon in der asiatischen Session heute Nacht haben sich die ersten Tendenzen angedeutet. Die asiatischen Händler haben den Euro kräftig gekauft und den Kurs nach oben getrieben. Als der wichtige Widerstand bei 1,0800 brechen konnte, wurden die ersten Long-Signale generiert. Sollte die signifikante Marke von 1,0835 bald ebenfalls erobert werden, werden die Bullen auf den fahrenden Zug springen und weitere Kauforders am Markt platzieren.

Das würde den Euro weiter beflügeln. Der nächste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,0855. Sollte auch diese Mark brechen, wird der Euro zum US-Dollar die 1,0900 „big figure“ sehen wollen. Hier sollte man aber vorerst die Long-Positionen schließen oder mit einem Trailing-Stop arbeiten. Wenn wider Erwarten  die 1,0835 Marke halten sollte, kann es erneut zu einer Enttäuschung beim Euro vs USD kommen. Es wird heute wichtig sein, wie sich die Wertpapiermärkte verhalten. Sollten der DAX & Co weiter positiv performen, kann auch der Euro davon profitieren.

Euro vs US-Dollar im Kursverlauf

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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