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Marc Friedrich und Matthias Weik: Paradise Papers – wir werden komplett verarscht!

Entschuldigen Sie bitte vielmals die deutlichen Worte, aber sie sind notwendig. Der Aufschrei nach der Veröffentlichung der Paradise Papiers war groß, gefolgt von… nichts. Ja, genau nichts ist passiert. Die nächste Bombe ist geplatzt, und es passt zur fortschreitenden…

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Ein Gastkommentar der Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik

Entschuldigen Sie bitte vielmals die deutlichen Worte, aber sie sind notwendig. Der Aufschrei nach der Veröffentlichung der Paradise Papiers war groß, gefolgt von… nichts. Ja, genau nichts ist passiert. Die nächste Bombe ist geplatzt, und es passt zur fortschreitenden Demaskierung der globalen Eliten und wir sehen keine Demonstrationen oder Konsequenzen. Heute hat man das Gefühl, dass nur Dumme noch Steuern bezahlen. Da wir uns jedoch nicht als dumm bezeichnen würden, sind wir sauer – mächtig sauer. Wie kann es sein, dass internationale Großkonzerne und Superreiche nach wie vor oftmals kaum oder keinerlei Steuern bezahlen, während unsereins gnadenlos abkassiert wird. Sollten wir jedoch einmal auf die Idee kommen, keine Steuern zu bezahlen oder eine Steuererklärung auch nur zu spät abgeben, dann werden wir sehr zügig die Knute des Gesetzgebers spüren. Völlig anders ist der Sachverhalt für Superreiche und internationale Großkonzerne dieser Welt. Diese haben ganz andere völlig legale Möglichkeiten als wir, sich im ganz großen Stil ihrer Steuerpflicht zu entziehen.


Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Egal ob Formel 1 Rennfahrer, Politiker, Sportler, Popstars, Königshäuser oder internationale Konzerne wie Amazon, Facebook, Nike, Apple, IKEA, Starbucks, General Electric; IBM, Microsoft, Pfizer, Sixt, Siemens, Allianz, Bayer, Deutsche Bank.. aber auch staatliche deutsches Unternehmen wie Fraport, die HSH Nordbank, Deutsche Post … sie alle und noch viele mehr, machen seit Jahren Geschäfte über Steueroasen. Sie zählen zu Gewinnern des sogenannten Offshore-Systems.

Hand in Hand hat man sich Gesetze geschmiedet um rechtlich legal aber moralisch verwerflich Geld zu parken beziehungsweise zu verstecken, um dadurch keine, kaum oder sehr wenig Steuern zu zahlen. Und das mit dem Wissen, dass man gemeinsame Sache mit Verbrechern, Terroristen und Kartellen. Egal – Hauptsache man spart Kohle oder verdient noch mehr. Alles zur Maximierung des Gewinns und alle, wirklich alle sind dabei. Auch der „Weltverbesserer“ und selbst ernannte Samariter Bono von U2 und die Queen. Und weil von Politik, über Finanz bis Kultur alle mitmachen, ist das auch der Grund, warum sich nie etwas ändern wird – weil alle beteiligt und involviert sind. Keiner wird an dem Ast sägen, auf dem man sitzt. Wer nicht mitmacht oder droht es zu verändern, wird abserviert und vom Ast verbannt. Mit allen Mitteln.
Laut Paradise Papers gehört der Deutschen Post, an der Bund und Länder knapp 20 Prozent beteiligt sind, die Firma Marias Falls Insurance Co. Ltd. mit Sitz auf Bermuda. Bei Marias Falls Insurance handelt es sich um eine Art firmeneigene Versicherung. Darüber sichert die Deutsche Post die Fracht, ihre Autos und Laster, aber auch ihre Mitarbeiter ab. Alles was die Post an Marias Falls Insurance zahlt, muss sie in Deutschland nicht versteuern. Wie absurd ist es aber bitte, dass Unternehmen, die dem Staat gehören oder an denen der Staat beteiligt ist, nicht nur Briefkastenfirmen gründen sondern diese auch nutzen.

Unter den 500 umsatzstärksten amerikanischen Konzernen betrieben 2016 fast drei von vier eine Tochtergesellschaft an einem Offshore-Finanzplatz. Laut einer Untersuchung des US-Kongresses geben Amerikas Großunternehmen an, mehr als 40 Prozent ihrer Gewinne in Steueroasen erwirtschaftet zu haben. Diese stehen jedoch lediglich für sieben Prozent ihrer Investitionen und dort arbeiteten gerade einmal vier Prozent aller im Ausland Beschäftigten. Apple etwa hortet fast 250 Milliarden Dollar in Steueroasen. Auf die rund zwölf Milliarden Dollar, die der der Sportartikelhersteller Nike im Ausland liegen habe, zahlt er gerade einmal 1,4 Prozent Steuern. Die meisten von Nike‘s 54 Tochtergesellschaften befinden sich auf den Bermudainseln – einem britischen Überseegebiet. Dennoch betreibt Nike dort keinen Laden in dem man Schuhe kaufen kann. Doch auch Adidas, weltweit zweitgrößter Hersteller von Sportartikeln, weiß wie man Steuern optimiert. Bestellt man bei Adidas im Internet, dann kommt die Rechnung nicht aus Herzogenaurach sondern von der Adidas International Trading BV. In Amsterdam. Die Investmentbank Goldman Sachs ist, wie immer, besonders umtriebig und besitzt mit 905 das größte Geflecht an Offshore-Niederlassungen. Über 500 befinden sich davon auf den Caymans.

Zu den Verlierern dieses ganzen Irrsinns zählen kleine Unternehmen, Angestellte und Staaten wie beispielsweise Deutschland – also wir ehrliche dumme Steuerzahler. Kein auch noch so abwegiges Konstrukt, ausgearbeitet von hochpreisigen Kanzleien rund um den Globus, wird außen vor gelassen, um die Gesellschaft zu hintergehen und unvorstellbare, absurd hohe digitale Geldbeträge zusammenzuraffen, um diese dann in Steueroasen aufzutürmen. Wie viele Billionen heute in Steueroasen lagern kann niemand mehr sagen, denn selbstredend wird weiterhin die Identität eben dieser Personen und Unternehmen von den dortigen Gesetzen geschützt. Es wird nach wie vor mit Strohmännern als Verwalter von Briefkastenfirmen gearbeitet und zu versteuernde Gewinne im Milliardenbereich werden unter anderem vollkommen legal in steuerfreie Lizenz- und Patentgebühren verwandelt. Es werden unvermindert Briefkastenfirmen gegründet oftmals nur mit dem Ziel Steuern zu minimieren oder völlig zu vermeiden.

In unserem Buch „Kapitalfehler“ haben wir aufgezeigt, dass beispielsweise die Inter IKEA Holding in Luxemburg im Jahre 2010 bei 2,5 Milliarden Euro Gewinn exakt 48.000 Euro Steuern bezahlt hat. Genauso viel musste auch eine kleine Schreinerei mit einem Gewinn von 160.000 Euro in Deutschland Gewerbesteuer bezahlen. Wie kann das sein? Weil EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junckers Luxemburg ca. 300 Konzerne in seine Steueroase namens Luxemburg eingeladen hat. Alleine das ist ein triftiger Grund warum die EU niemals funktionieren kann. Als legal verteidigte dieser nach den Luxemburg -Leaks-Enthüllungen das Vorgehen seines Heimatlandes Luxemburg. Offensichtlich seinen Steuergeschenke an Firmen in Ordnung. Juncker wird nach wie vor von unseren Politikern unterstützt anstatt vom Hof gejagt. Mittlerweile setzt sich Juncker anscheinend für Steuergerechtigkeit ein. Was denkt der eigentlich wie blöd wir alle sind? Warum kommt denn bitte die Rechnung, wenn Sie etwas von Amazon bequem von ihrem Sofa bestellen, nicht aus einer deutschen Stadt sondern aus Luxemburg? Ganz einfach weil Amazon dank Luxemburg pro Jahr 250 Millionen Euro Steuern spart. Amazon Gründer Jeff Bezos ist nicht ohne Grund heute, mit 90,6 Milliarden Dollar, der reichste Mensch der Welt ist. Diese Option der Steueroptimierung besteht leider für einen kleinen Unternehmer oder Angestellten nicht. Wer heute behauptet kleine Unternehmen müssen eben effizienter werden, damit sie gegen internationale Konzerne im Wettbewerb bestehen können, kann nicht ganz sauber sein. Würden Kleinunternehmer dieselben Steuervermeidungsoptionen haben wie eben diese Großkonzerne, dann würde nicht ein Laden nach dem anderen zu machen und unserer Städte würden nicht alle von Filialisten dominiert werden. Wie soll sich ein Unternehmen, dass faire Löhne bezahlt und hier ordentlich seine Steuern bezahlt sich gegen dieses Steuerdumping durchsetzen? Der Wettbewerbsvorteil ist uneinholbar. Das ist der Tod des Einzelhandels und des deutschen Mittelstandes. Irgendwann werden alle deutschen Städte dominiert werden von großen Konzernen.

Dass das Euro-Land Italien mittlerweile zur Steueroase für Superreiche verkommen ist schlägt dem Fass den Boden aus. Dort muss der Geldadel pauschal 100.000 Euro für im Auslandland erwirtschaftete Kapitalerträge bezahlen, ohne auch nur eine kostspielige Steuererklärung auszufüllen. Italien gibt sich mit einem Multiple Choice Fragebogen zufrieden. Da kann nicht einmal mehr das Kanton Zug in der Schweiz mithalten. So lange es innerhalb der EU keine einheitlichen Steuersätze sondern Steueroasen wie Malta, in dem kritische Journalisten in die Luft gesprengt werden, Niederlande, Irland, Italien… gibt, kann und wird sie nicht langfristig bestehen. Heute ist die EU ein Big Deal für Großkonzerne und Superreiche und ein Sch… Geschäft für uns Steuerzahler.

Wir können das dämliche Gefasel unserer Politiker nicht mehr hören, dass man in einer globalen Welt gegen Steueroasen nichts unternehmen zu können. Harald Schuhmann bringt es auf den Punkt: „Tatsächlich sind die Steuerfluchtzentren de facto nichts anderes als ex-territoriale Zonen in den Datenspeichern der Banken. Gäbe es in den USA oder in der Euro-Zone den politischen Willen, ließe sich deren parasitäres Geschäft von heute auf morgen beenden. Die Parlamente müssten nur beschließen, dass Banken, die Geschäfte mit Firmen auf der Isle of Man, den Kaiman-Inseln und anderen steuerfreien Zwergstaaten betreiben wollen, kein Konto mehr bei der EZB oder Federal Reserve bekommen, folglich also nicht mehr in Euro oder Dollar handeln könnten. Sofort würden alle internationalen Banken dieses Geschäft einstellen, und der Spuk wäre vorbei.“ Das sehen wir genauso.

Unser Steuersystem fördert die Großkonzerne und zerstört Kleinunternehmer und rasiert den Durchschnittsbürger. Nirgendwo in der Eurozone außer in Belgien sind die Abgaben so hoch wie in Deutschland. In Deutschland zählen Bürger mit einem Einkommen von 53.666 Euro bereits als Spitzenverdiener. Alles darüber hinaus wird mit 42 Prozent Steuern gnadenlos abgezockt, während uns der Geldadel und Großkonzerne lachend den erhobenen Mittelfinger zeigen. Die Politik jubelt über die Rekordsteuereinnahmen der dummen Schafe namens Steuerzahler, während Großkonzerne und Superreiche ihre gigantischen Gewinne lieber selbst behalten. Die Einnahmen der Bundesrepublik könnten ohne Steueroasen 32 Prozent höher liegen als bislang. Die Einnahmen der von BRD bezuschussten EU würden um ca. 60 Milliarden Euro pro Jahr höher liegen. Dies bedeutet, dass unserer Steuern massiv gesenkt werden können!

So lange die von Politikern gemachten Gesetze Superreiche und Konzerne schützen, anstatt uns vor eben diesen. So lange Geld die Welt regiert wird Steuergerechtigkeit nichts anderes als eine Illusion bleiben und unsereins der Dumme sein. Die Praktiken der Konzerne und Superreichen mögen legal sein. Dennoch sind sie hochgradig asozial. Da die Politik offensichtlich nichts unternimmt sondern lieber den Sozialstaat zerstört, uns Kleine schröpft und dann noch die Frechheit besitzt sich über Rekordsteuereinnahmen zu erfreuen, ist es an der Zeit den Politikern der Konzerne und den Konzernen selbst den erhobenen Mittelfinger zu zeigen. Was wäre denn, wenn wir sie nicht mehr wählen würden? Die Politiker mit unserem Wahlschein und die Konzerne mit unserem Geldschein in Form dessen, dass wir ihre Produkte nicht mehr erwerben und Dienstleistungen nicht mehr nutzen.

Wie viele Enthüllungen werden noch benötigt, bis die Masse aufwacht? Leider wird sich auch dieses Mal nichts ändern und keiner der Protagonisten wird nachhaltige Konsequenzen befürchten müssen. Die einzigen die daraus lernen sind die Täter und ihre Handlanger. Sie werden noch kompliziertere und trickreichere Modelle entwickeln um nicht abermals aufzufliegen.




Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich haben die erfolgreichsten Wirtschaftsbücher der letzten Jahre verfasst. Viele ihrer Prognosen aus den Büchern und ihren Analysen sind eingetreten. “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“ und „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ waren die erfolgreichsten Wirtschaftsbücher 2013 & 2014. Auch „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ und das aktuelle Buch „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) geschrieben haben, schafften es auf Anhieb auf Platz 1 der manager magazin und Handelsblattbestsellerliste. Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds dem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/ und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

20 Kommentare

20 Comments

  1. Avatar

    Seba

    17. November 2017 13:58 at 13:58

    Na, endlich sagt es mal einer.

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      sabine

      17. November 2017 16:50 at 16:50

      1.) Tja, der Zulauf der AFD, Brexit, Trump. Da ist er.
      a) Hat Trump nicht gesagt, daß die Arbeitslosenstatistik erfunden und erlogen sind? Hat er nicht gesagt, daß die großen Medien Lügner sind?
      b) Will die AFD nicht die GEZ abschaffen?
      c) Wollen die Engländer und wollte Haider nicht von der Diktatur der EU befreit sein?
      2.) Tja, die Verteufelungen der Qualitätsmedien greifen nicht mehr so. Außer in den Administrationen der Firmen, da ist noch 95% absolut TV-gläubig. Und die zahlen einen Großteil der Steuern. Na, dann stimmts ja eigentlich wieder, oder?
      3.) Der WK3 wird alles bereinigen. Keiner wünscht ihn, aber das wird er machen.

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        Michael

        17. November 2017 18:49 at 18:49

        @Sabine, irgendwie verwaschen, lückenhaft und manchmal logisch inkonsistent:
        1a.1) Was hat die Arbeitslosenstatistik mit diesem Artikel zu tun? Die wurde hier nie erwähnt.
        1a.2) Trump hat nicht nur große Medien, sondern auch jeden anderen Kritiker an seiner bisherigen Politik als Lügner bezeichnet. Vor seiner Wahl war er allerdings auf deren Seite. Auch hier gilt: Was hat dieses Thema mit diesem Artikel zu tun? Auch das wurde hier nie erwähnt.
        1b) Auch hier gilt: Was hat dieses Thema mit diesem Artikel zu tun? Auch das wurde hier nie erwähnt.
        1c) Auch hier gilt: Was hat dieses Thema mit diesem Artikel zu tun? Auch das wurde hier nie erwähnt. Die EU in ihrer jetzigen Verwaltungsstruktur und Politik findet auch bei mir keinerlei Zustimmung. Die EU an sich allerdings schon. Sie muss reformiert, nicht verlassen werden.

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    Schmidt

    17. November 2017 14:20 at 14:20

    Ich wette dass die zwei Kritiker in Nikeschuhen laufen, Handys von Apple haben und auch Kunden von Amazon sind.
    Die Macht der Großkonzerne ist als Konsument einfach zu brechen, das Problem ist dass der dumme Michel andere Probleme hat z.B. wie er sein nächster IPhone finanzieren soll und er sich für die Steuern von Apple NULL interessiert.

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      Rainer

      17. November 2017 16:13 at 16:13

      Na wenn schon. Immerhin klären sie auf.

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      Sabi

      17. November 2017 16:15 at 16:15

      Ich habe die beiden schon live gesehen – empfehlenswert – und der eine hatte Asis ;-) also alles gut.

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    linketascherechtetasche

    17. November 2017 14:30 at 14:30

    on point!

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    Beobachter

    17. November 2017 15:12 at 15:12

    Dem ist nichts beizufügen ausser dass es genau noch diese Grosskotzer sind ,die noch am meisten von den Nullzinsen profitieren u.Gratisgeld für Aktienrückkäufe erhalten.

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    Lutze

    17. November 2017 15:37 at 15:37

    Slogan des Staates und der Kirche: Ich halte sie arm und du hälst sie dumm.
    Was wäre wenn? alle Arbeiter+Angestellten sich zum Generalstreik für eine Woche vereinen? Aber dies wird nicht geschehen, da die „Volksvertreter“ es verstehen uns in jeder Kategorie zu spalten.

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    Lange

    17. November 2017 15:38 at 15:38

    Hey Schmidt,
    hast Du nicht gemerkt, dass die beiden nicht die Schuhe kritisiert haben, sondern die Machenschaften der Großkonzerne.

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    rote_pille

    17. November 2017 18:00 at 18:00

    „Die Einnahmen der Bundesrepublik könnten ohne Steueroasen 32 Prozent höher liegen als bislang“
    Reine Falschaussage. Es sind nicht die Einnahmen der Bundesrepublik, sondern die Einnahmen aus den Unternehmenssteuern, und insgesamt wohl nur läppische 17 Mrd. für Deutschland. Der Staatshaushalt ist 700-800 Mrd. oder so. Das da deckt noch nicht mal die Flüchtlingskosten.
    http://staatsstreich.at/steuerflucht-und-linkspopulismus-und-noch-ein-medien-hokuspokus.html

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    Michael

    17. November 2017 18:20 at 18:20

    Das nenne ich mal voll ins Schwarze getroffen. Vor einiger Zeit hätte man den Autoren noch empfohlen, „rüber zu gehen, wenn es ihnen hier nicht passt“ ;) Das Ganze als linkes Kommunistengeschwätz abgetan, das die freiheitlich-demokratische Grundordnung unterhöhlt. Aber das geht ja heute nicht mehr, weil es praktisch keine Kommunisten mehr gibt und das Thema auch den Rechten zugute kommt.
    Die Einnahmen der Bundesrepublik könnten ohne Steueroasen 32 Prozent höher liegen als bislang. Die Einnahmen der von BRD bezuschussten EU würden um ca. 60 Milliarden Euro pro Jahr höher liegen. Dies bedeutet, dass unsere Steuern massiv gesenkt werden können! Und dass außerdem in Bildung, Infrastruktur und Renten investiert und Staatsschulden zurückgezahlt werden könnten, dass sich für mindestens 95% der Bürger/Wähler/Steuerzahler ein Gefühl von Gerechtigkeit, Gleichheit, Zugehörigkeit einstellen würde.
    Ein furchtbarer Gedanke, am Ende hinterfragt noch der Arbeiter, der am Tag 100 iPhones zusammenschraubt, warum er ein Jahresgehalt ausgeben muss, um eines zu erwerben…
    Neuwahlen, in denen sich der ganze Überdruss mal richtig bemerkbar macht, wären wünschenswerter Traum und Trauma zugleich, ersteres zumindest für den kritischen und mündigen Bürger, der dann auch bereit wäre, die Konsequenzen zu tragen. Letzteres für das Gesindel-Konglomerat aus Konzernen, Superreichen und Politikern, welches sich als absolute Minderheit inzwischen völlig abgehoben in einer sich selbst gegenseitig schützenden und erneuernden Wohlfühlblase befindet.
    17% AfD, 17% Linke, 17% Grüne, 4,9% CSU, der Rest wie auch immer verteilt ;)

  9. Avatar

    Mario

    17. November 2017 21:21 at 21:21

    Solange der der Deutsche Staat die eigen Bürger mit Steuerfander überfällt und ausnimmt wie in der Robin Hood Geschichte der Sheriff von Nothinham, wird es Menschen geben die diese Steuern und Abgaben vermeiden möchten..zurecht. Ich bin nicht Sauer auf die Multis , ich bin sauer auf die Behörden in diesem Land die den Menschen nicht helfen sondern diese Ausplündern. Aber der Deutsche motzt lieber über andere Länder die weniger Steuern und Abgaben bezahlen müssen als hierzuland.Warum kein Steuerwettbewerb unter Städten und Gemeinden? ( Natürlich mit sauberen Regeln ) Vieleicht hätten wir weniger grosse aufgeblähte machtstrukturen die dan wiederum um sich zu erhalten wieder mehr Steuern fordern. Stimmt fast vergessen. Steuern werden nicht mehr erhöht, das sind nun immer höhere Gebühren. Man kann auch einen Gaul Pferd nennen. Meine Entscheidung ist gefallen. Nach 15 Jahren Deutschland werde ich es wieder verlassen. Es ist ein Land das sich selber was vorgaukelt. Ihr drang in allen sachen führend zusein ist nicht gut. Man sieht es ja an den Statistiken wie Arbeitlosen, Renten, Ausbildung ( Bilanz Berufsweltmeisterschaften in Dubai beachten) die sind immer mehr eine farc. Ich hoffe dass das Volk mal den Mut hat,und sich nicht weiter von diesen Machtstrukturen Staat und Presse beeinflussen zu lassen sich erhebt und sagt, ihr verarschst uns doch nur. Danke ( bleib Optimist)

    • Avatar

      Michael

      17. November 2017 22:41 at 22:41

      Auf Wiedersehen Marko, machen Sie es gut. Es hat Ihnen nicht gefallen im Land der Mutti? Ich habe Ihren aufopferungsvollen Masochismus ständig bewundert, 15 Jahre lieber freiwillig in Deutschland statt in Dänemark, Schweden, Finnland oder Norwegen leben zu wollen.
      Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft und hoffe, Sie werden eine neue Heimat finden, in einem Land, das Ihren Vorstellungen eher entgegenkommt als das Land der Raser und Lenker ;)

      • Avatar

        Mario

        19. November 2017 00:20 at 00:20

        Danke.. kenne ein solches Land . Auch nicht perfekt, Aber bescheidener.

  10. Avatar

    Rufus65

    17. November 2017 21:36 at 21:36

    Chapeau die Herren Friedrich und weik! Ein Meisterstück und leider mehr als richtig. Leute druckt diesen brillanten Artikel aus, verteilt ihn und leitet ihn weiter.

  11. Avatar

    Bernd

    19. November 2017 10:47 at 10:47

    Wenn ich dieses Geschwafel lese Fragen ich mich unmittelbar worüber sich die Autoren hier auslassen. Dieses Gerede von den bösen Konzernen und dem armen Mittelstand verschleiert vollkommen die eigentlich kritikwürdigen Missstände. Im unteren Drittel des Textes wird die extreme Steuerlast in Deutschland angesprochen die den Bürger (man bedenke den tieferen Wortgehalt) gegenüber des überbürokratisierten Staatsmoloch als machtlos darstellt. Die zwei Autoren sollten sich in ihrem nächsten Machwerk lieber der Thematik zuwenden, wie der kleine Unternehmer es den großen gleich tunen kann und nicht nach nochmehr Staat und Bürokratie schreien.

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    Heiko

    19. November 2017 15:58 at 15:58

    Auf diesem Gesetz der Solidarität unter dem Mittelstand und den Armen baut ja auch unser Soziallasten – System auf. Die die wirklich gut verdienen zahlen weder in Rentenkassen noch in gesetzlich Krankenkassen ein. Da sollen sich die mit mittleren und die mit geringen bzw. ohne Einkommen solidarisieren. Für die mit den gehobenen Einkommen ist die Bemessungsgrenze da.
    Ja, der durchschnittliche Arbeitnehmer wird vera…. Da sich auch die Beamten in der Regel aus unserer Solidarität stehlen können, fehlt natürlich die Energie so etwas zu ändern.

  13. Avatar

    Heiko

    19. November 2017 16:10 at 16:10

    Ach ja, dafür das alles so bleibt, sorgt man, indem nur noch über gewaltbereite Asylanten berichtet. So fält den Leuten nicht auf wer uns Deutsche wirklich beklaut.
    Und die Massen lassen sich durch Menschen denen es noch schlechter als uns geht, gerne davon ablenken das die Reichen uns gerade ausplündern.
    Man muss sich einen kleinen Juwelier vorstellen. Die Verkäuferin hört jemanden der Versuch die Hintertür aufzubrechen. Sie geht nach hinten und vorne können die Reichen in aller Ruhe alles rauben was da so zu holen ist.

  14. Avatar

    Habich

    19. November 2017 18:57 at 18:57

    Genau, auch mich interessiert es nicht, ob die „Reichen“ nun Steuern zahlen oder nicht, – ich habe andere Probleme.
    Vor allem sollten die Autoren mal die Frage beleuchten: Was würde mit den Milliarden zusätzlicher Steuern geschehen, wären die Beklagten nicht so „asozial“ …
    ich will mal einige Vermutungen anstellen, was mit dem Geld geschehen würde:
    – Mehr Geld für die bedauernswert am Boden liegende Armee
    – Mehr Geld für die bedauernswerten Asylanten und deren Integration
    – Deshalb mehr Geld für Polizei und Geheimdienste zur Gefahrenabwehr
    – Mehr Geld für den Kampf gegen Rechts
    – Mehr Geld für Überwachung
    – Mehr Geld für Gender und Umweltwahn
    – …
    Ja, und genau deshalb interessieren mich die Steuerzahlungen dieser Klientel nicht die Bohne, – ich würde deshalb nicht weniger Steuern zahlen müssen, – von mir dem kleinen Mann, würde der Staat immer das maximal Mögliche absaugen !!!

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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