Europa

Mario Draghi: Keine Blase an Immobilienmärkten! Wirklich?

Mario Drgahi sieht keine Blase an den Immobilienmärkten in der Eurozone. Dabei zeigt ein Vergleich zwischen der aufgeblähten Bilanzsumme der EZB und den Immobilienpreisen in Deutschland verblüffende Ähnlichkeiten - mithin ist also die EZB-Politik des billigen Geldes der Verursacher bedenklicher Entwicklungen..

FMW-Redaktion

Mario Draghi hat heute in seiner Rede mit dem Titel „European banking supervision three years on“ verneint, dass es in der Euro-Zone eine Immobilienblase gäbe – nur in einigen Regionen seien die Risiken gestiegen, aber die klugen Aufsichtsbehörden würden das schon irgendwie unterbinden:


„At euro area level, we currently see no signs of credit-fuelled housing bubbles, which are at the root of most serious financial crises. Since 2016, bank lending for house purchases has risen, on average, by 2.9% per year – well below the growth rates of up to 12% recorded in the run-up to the crisis. Some local pockets of risk have emerged, but both supervisors and macroprudential authorities are actively taking steps to counter them.“

Nun zeigt folgender Chartvergleich zwischen den Immobilienpreisen in Deutschland und der Bilanzsumme der EZB (die bekanntlich sich ständig aufbläht durch das QE der EZB) Ähnlichkeiten, die sicher rein zufällig und nicht beabsichtigt sind:

Weil Kredite so günstig sind, werden in deutschen Großstädten horrende Preise gefordert und bezahlt von den Jägern des Betongolds – gestützt von der Erwartung, dass Großstädte weiter wachsen werden, weil angeblich alle in diese Großstädte ziehen wollen – das sagen so ziemlich alle Prognosen über die Entwicklung von Ballungsräumen.

Nur kalkulieren diese Prognose leider nicht ein, dass durch die Automatisierung mit großer Wahrscheinlichkeit gerade in Großstädten viele Büro-Jobs sowie Tätigkeiten im stationären Einzelhandel wegfallen werden – wir haben das ausführlicher in dem Artikel „Über Automatisierung und die Auswirkung auf die Großstädte: Glaubt den Prognosen nicht!“ beschrieben! Mithin werden also viele Tätigkeiten, die derzeit von Menschen in Großstädten ausgeführt werden, tendentiell ersetzt. Die Entwicklung in den USA zeigt, dass die neuen wichtigen Online-Player wie Amazon sich so gut wie nie in Großstädten ansiedeln, sondern in Reichweite von Ballungsräumen, aber eben nicht in den Ballungsräumen selbst.

Das bedeutet: werden die Jobs rarer, werden, anders als vom Mainstream prognostiziert, weniger Menschen in die Großstädte kommen als derzeit angenommen – und damit dürften auch die großstädtischen Immobilienpreise unter Druck kommen, zumal wenn die EZB sich aus der ultralaxen Geldpolitik irgendwann verabschiedet haben wird!

Von einer anderen Seite betrachtet der ehemalige Hedgefondsmanager Florian Homm die derzeitige Lage an den Immoblienmärkten:


Beispielbild eines Fertighauses. Foto: Andreas Koll/Wikipedia (CC BY 2.5)



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