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Merkels Energiewende: Der tatsächliche Grund für die Entmachtung der „Stromer“ E.On und RWE

Warum der Supergau in Fukushima vor sieben Jahren nur der Vorwand für die Merkelsche Energiewende war, die eine Energie-Elite abservierte, die zu mächtig geworden war!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Gestern vor genau sieben Jahren kam es zum Supergau in Fukushima nach dem vorherigen verheerenden Tsunami an der japanischen Küste. Und genau gestern wurde bekannt, dass die beiden seitdem so schwer gebeutelten deutschen Energiekonzerne E.On und RWE durch einen Deal praktisch nicht mehr in Konkurrenz zueinander stehen werden – was faktisch ein neues Monopol schafft, das auch im internationalen Kontext nun ernst zu nehmen ist:

Die seltsame Begründung Merkels für die Energiewende

In Reaktion auf die Katastrophe in Fukushima beschloss Angela Merkel damals die Energiewende. Ihre Begründung: wenn ein solcher Supergau in einem Hochtechnologie-Land wie Japan passieren könne, dann müsse man von der Technologie Atomkraft Abstand nehmen, so die Kanzlerin in einer Regierungserklärung:

„Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert. Das Restrisiko der Kernenergie habe ich vor Fukushima akzeptiert, weil ich überzeugt war, dass es in einem Hochtechnologieland mit hohen Sicherheitsstandards nach menschlichem Ermessen nicht eintritt.“

Faktisch heißt das: wenn in der Ukraine (Tschernobyl) ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt, kann das mal passieren, weil die Ukrainer eben Ukrainer sind, „a bissl schlampig halt“, würde Beckenbauer vielleicht formulieren. Wenn dasselbe aber im technologisch so entwickelten Japan passiert, stimmt etwas mit der Technologie nicht, so offenkundig die Schlußfolgerung, die scheinbar niemand wirklich hinterfragt hat. Schien ja so schön plausibel zu sein, das Argument.

Für eine ausgebildete Physikerin wie Merkel ist das eine bemerkenswerte Aussage, denn entweder hat eine Technologie wie die Atomkraft unkalkulierbare Risiken – oder eben nicht. Dass ein Unfall in Japan eine Technologie ad absurdum führt, einer in der Ukraine aber nicht, ist eine bemerkenswert un-naturwissenschaftliche Sicht auf die Dinge, die wiederum für eine auch mental sehr naturwissenschaftlich geprägte und argumentierende Physikerin sehr merkwürdig anmutet.

Daher stellt sich die Frage, ob die dann eilends beschlossene Energiewende – immerhin eine radikale Umkehr bisheriger, jahrzentelang betriebener Politik – wirklich aus dieser vermeintlichen Erkenntnis resultiert, oder nicht vielmehr eben nur ein Vorwand ist!

 

Der wirkliche Grund für die Merkelsche Energiewende

Ich bin durch Zufall in einen Kreis von Energie-Managern geraten, die ich regelmäßig bei sportlichen Betätigungen treffe. Und ich äusserte gegenüber diesen Managern meine Verwunderung über die Merkelsche Begründung der Energiewende – und erntete von diesen Managern lautes Lachen. Nein, so der Tenor dieser Manager – die für deutsche, aber auch russische und angelsächsische Energieunternehmen in leitender Funktion arbeiten (E.On, Gazprom, BP etc.) und über hervorragende Kontakte in der Branche verfügen – die Energiewende sei vielmehr ein kluger, geradezu raffiinierter Schachzug von Merkel gewesen, die ein paar gute Berater zur rechten Zeit gehabt habe!

Der Grund: die „Stromer“, so der Duktus der Manager, hätten jahrelang die Politik mit Verträgen über den Tisch gezogen, was den politischen Entscheider-Kreisen nach einigen Jahren durchaus aufgefallen sei. Aber wie aus den Verträgen heraus kommen, ohne eine radikale Änderung der gesamten Enegiepolitik, die auch in der Bevölkerung Rückhalt finden konnte?

Und dann kam der Fukushima-Supergau und die Chance, die alten Verträge und die Machtposition der „Stromer“ radikal zu kappen. Und Merkel ergriff die Gelegenheit und rasierte eine Elite, die es sich im System sehr einträglich und gemütlich gemacht hatte, mit einem radikalen Schnitt ab!

Wie radikal, sieht man am Niedergang der Aktienkurse von E.On und RWE. Seitdem ist wieder der Staat und nicht die Strom-Elite der Chef im Ring, die Politik hat durch diesen Schritt wieder die volle Souverenität über ihr Handeln gewonnen.

„Wir Stromer“, so die Manager, „waren mächtig und zu selbstzufrieden geworden, wir sind dann schließlich das Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden“. Dann sei der Absturz gekommen – und das mit einem Schritt Merkels, der neben dem Absägen von Helmut Kohl und der Entscheidung in der Flüchtlingspolitik zu den drei wenigen Entscheidungen Merkels gehört, wo sie sich wirklich aus dem Fenster gelehnt hat und nicht nur Entscheidungen ausgesessen hat.

Aber sicher doch: wenn in Japan ein Atomkraftwek explodiert, ist das doch was ganz anderes, oder?

 

Angela Merkel. Foto: EU2017EE Estonian Presidency / Wikipedia (CC BY 2.0)

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    G-H-Gerger

    12. März 2018 10:23 at 10:23

    Ich habe schon oft Schwachsinn dieser Art gelesen. Der Autor sollte sich mal vor der Niederschrift etwas mit der Materie beschäftigen. Der Reaktor in Tschernobyl war ein Kohlenstoffmoderierter Reaktor, also ein vollkommen anderer Typ und überhaupt nicht vergleichbar.
    Also, bitte erstmal Physik studieren, bevor man so einen Schmarrn abliefert.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      12. März 2018 10:31 at 10:31

      @G-H-Gerger, was spielt das für eine Rolle?? Merkel jedenfalls hat sich in ihrer Begründung für die Energiewende darauf mit keinem Wort darauf bezogen, dass es da Unterschiede in der Funktionsweise der Atomreaktoren gab! Ihr Ziel war eben die Abservierung einer mächtigen Lobby, die in Deutschland mit langfristigen, für den Staat sehr ungünstigen Verträgen die Politik jahrelang an der Nase herum geführt hatte!

  2. Avatar

    Hondo

    12. März 2018 10:29 at 10:29

    Wenn das jemand anders schreiben würde wäre er ein Verschwörungstheoretiker oder gleich ein N**i.

  3. Avatar

    Hans Kolpak

    12. März 2018 11:24 at 11:24

    Sehr geehrter Herr Fugmann,

    der deutsche Strompreis ist durch Umverteilungen belastet:
    http://www.NAEB.tv Stromverbraucherschutz

    Die Brennstoffkraftwerke und die Kernkraftwerke sind alle unwirtschaftlich geworden, weil ständig schwankender und drei bis fünf Mal so teurer Ökostrom zwangsweise eingespeist wird, bis die 55-Prozent-Marke erreicht ist.

    Durch Strompreis-Dumping wird Ökostrom an den Strombörsen unter den Gestehungkosten gehandelt, verschenkt oder sogar die Abnahme bezahlt, um möglichst oft die 55-Prozent-Marke zu erreichen. Doch nachts scheint keine Sonne und oft ist einfach nur Flaute.

    45 Prozent grundlastfähiger Strom muss von den Generatoren mit den riesigen Schwungmassen kommen, damit das europäische Verbundnetz stabil bei 50 Hertz schwingt. Zu diesem Zwecke werden dann Windkraftanlagen und Solarstromanlagen ferngesteuert vom Netz genommen, damit es nicht kollabiert. Die Vergütung wird trotzdem bezahlt! Geht es noch irrsinniger?

    Dieser Regelungsaufwand ist trotz Computer und Fernwirkeinrichtungen sehr teuer und personalintensiv. Die Kosten wuchsen von rund 100 Milliarden Euro vor zehn Jahren auf inzwischen etwa 1.000 Milliarden Euro allein in Deutschland an.

    Wir veröffentlichen seit Jahren alle zwei Wochen einen Pressetext, um die komplexen Zusammenhänge für die Öffentlichkeit aufzubereiten. Die Texte können von Ihnen auf http://www.NAEB.tv eingesehen und kopiert werden.

    Ingenieure wissen so Manches, was Managern unverständlich erscheint. Letztere fallen aufgrund ihrer juristischen und wirtschaftlichen Vorbildung auf politisch korrektes Denken herein, das bereits an den Schulen vermittelt wird. Physik und Chemie nehmen darauf immer noch keine Rücksicht. Komisch, oder?

  4. Avatar

    leo

    12. März 2018 11:29 at 11:29

    Im Grunde ist doch kein deutsches Industrieunternehmen frei.
    Der Sozialismus in der dt. Wirtschaftspolitik durch Einflußnahme
    des Staates ist ein großes Problem. Sobald ein Unternehmen top
    gewirtschatet hat wird es klein sozialisiert. Die Deutsche Telekom
    ist ein Beispiel.

  5. Avatar

    SB

    12. März 2018 11:37 at 11:37

    Das der Strom deswegen für den Normalverbraucher immer teurer wird, war ihr egal, nur um den Bossen der Energiebranche zu zeigen, wer der Herr im Hause ist?

    Und jetzt macht Merkel es mit der (mächtigen) Autoindustrie ebenso über Dieselfahrverbote? (…und nachfolgend selbstverständlich auch Benziner)

    Nebenbei stärkt sie per unbegrenzter Zuwanderung den sozial-industriellen Komplex (Caritas, Diakonie & Co), womit sie ein neue (Umverteilungs-) Macht im Staate schafft.

    Also die im Artikel erzählte Geschichte kommt mir nicht wirklich plausibel vor.

  6. Avatar

    rote_pille

    12. März 2018 21:04 at 21:04

    „Seriöser“ Artikel. Wie genau wurde die Regierung angeblich über den Tisch gezogen? Wo ist der Beleg dafür, dass der Staat von den entgangenen Gewinnen der Energiekonzerne profitiert hat?
    Und welcher reale Mensch hätte bitte je etwas wie
    „„Wir Stromer“, so die Manager, „waren mächtig und zu selbstzufrieden geworden, wir sind dann schließlich das Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden““
    ernst gemeint gesagt???
    Das glaube ich erst, wenn ich ein von der CIA durchgechecktes Tonband höre wo das drauf ist …

  7. Avatar

    webmax

    13. März 2018 10:41 at 10:41

    Und, übrigens am Rande: Es sollte sich herumgesprochen haben, dass Merkel Chemie studiert hat, und nur im letzten Semester mit Sauer-Hilfe (ihr späterer Gatte) in Physik abschließen konnte. Und dass dieser DDR-Prof. Sauer bereits ein Jahr später für einen kalifornischen Rüstuungskonzern arbeitete, der nur das Pentagon als Auftraggeber hat(te)!

  8. Avatar

    Gunther

    13. März 2018 12:31 at 12:31

    Ich möchte da auch mal etwas dazu sagen:
    Wenn Merkel auch nur etwas minimal richtig gemacht hat – dann die Abschaltung der unsäglichen Atomkraftwerke!
    Atomkraft ist das dümmste was der Menschheit je eingefallen ist.
    Betet darum, dass nie und wirklich nie etwas größeres passiert – ganz Europa wäre am Ende. Es gab schon genügend Zwischenfälle, manche ganz knapp am Gau.
    Fakt ist einfach, dass wie bei allem immer ein Restrisiko bleibt. Allein das Alter vollführt sein Werk. Dieses Restrisiko hätte bei Eintritt aber eine solche immense Auswirkung auf die Menschen, dass es unvorstellbar ist.
    Bei allen anderen Technologien auch wenn sie auch nicht ungefährlich für den Menschen sind – so lassen sich die Folgen doch eingrenzen und vor allem braucht es nicht tausende Jahre bis diese wieder beseitigt sind.
    Und auch ohne einen Gau ist Atomkraft das Letzte – kein Mensch hat bisher ein Antwort auf den Müll (kann man es überhaupt so bezeichnen) – auf den zig Generationen nach uns noch aufpassen müssen bzw. diesen schadet.
    Ich verstehe nicht, wie es Leute geben kann die diese Risiken einfach ausblenden . Zumal wenn man bedenkt wie wenig eigentlich durch Atomkraft am ganzen Strom abgedeckt wird. Es wird immer so getran als sei dies der Hauptstromlieferant – lol – das ist er bei weitem nicht (evtl. 1/5)
    Und würden wir noch mehr Atomkraft haben ist nicht einmal genügend Uran vorhanden um diese zu betreiben ! Warum also an dieser miesen übergangs Technologie mit den immensen Risiken festhalten?
    Ich kann mir nur an den Kopf fassen bei den pro Atom Meinungen.
    MfG

  9. Avatar

    frank

    13. März 2018 12:34 at 12:34

    Ich verstehe das nicht. Die Stromer waren erfolgreich und machtvoll und haben dann freiwillig der Energiewende zugetimmt. Das ergibt keinen Sinn.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. März 2018 12:41 at 12:41

      @frank, nicht freiwillig zugestimmt – sie wurden abserviert und mit der Energiewende vor vollendete Tatsachen gestellt!

  10. Avatar

    frank

    13. März 2018 12:41 at 12:41

    und dann stellt sich die Frage wieso man nun das neue RWE-EON-Monopol neu entstehen lässt? Dadurch würde man ja eingestehen dass die alte Entscheidung falsch war.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. März 2018 12:44 at 12:44

      @frank, nein! Man hat beide Unternehmen kastriert gewissermaßen durch die Energiewende (man blicke auf die Entwicklung der Aktienkurse beider Unternehmen) und sagt sich jetzt: zwei Konkurrenten brauchen wir nicht in Deutschland, also sollen die sich aus dem Weg gehen und jeder für sich damit bessere Chancen haben. Das ist eine Art späte Gnade durch die Politik..

  11. Avatar

    frankie68

    15. März 2018 23:04 at 23:04

    @Markus Fugmann
    meiner Erinnerung nach hatte das wahlkampftaktische Gründe. Ich meine, das Unglück geschah ca. zwei Wochen vor den wichtigen Landtagswahlen in BW. Die Grünen bekamen Mords-Zulauf und drohten, die Wahlen zu gewinnen (was ja auch so kam). Merkel wollte mit ihrer Kehrtwende wohl den Grünen den Wind aus den Segeln nehmen, und da man sie daraufhin als opprtunistischen Wendehals hinstellte, konnte sie danach nimmer zurück.
    Selbst Brüderle hatte das nicht ernst genommen. In einer engen Runde mit den Versorger-Bossen fragten ihn diese erschreckt, was sie von Merkels Aussagen halten sollen. „Nicht ernst nehmen, reine Wahlkampfrhetorik“, sagte dieser daraufhin.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      16. März 2018 07:32 at 07:32

      @frankie68, sehe ich genauso. Angela Merkel dachte von Anfang an immer an den Erhalt der Macht. Durch eine Sozialdemokratisierung der CDU, um der Konkurrenzpartei die Wahlkampfthemen wegzunehmen, der Entmachtung eventueller Konkurrenten für das Kanzleramt aus der eigenen Partei (Merz, Koch) und der Umweltthemen im Hinblick auf die Grünen. Hatte sie nicht zuvor erst die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert? Der Verweis auf die nicht beherrschbare Technik ist aufgrund der unterschiedlichen geologischen Voraussetzungen zwischen Japan und Deutschland (Tsunami, Erdbebenstärke) nur ein Teilaspekt. Es war auch in meiner Erinnerungen, als wesentlicher Triebfeder, das Kippen der Wählerstimmung vor der wichtigen Landtagswahl. Gruß

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

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am

Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Netflix-Quartalszahlen: Erwartungen verfehlt, Aktie fällt

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf TV

Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 6,44 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,24/letztes Quartal 6,15/für heute erwartet 6,4).

Der Gewinn liegt bei 1,74 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,47/letztes Quartal 1,59/für heute erwartet 2,13).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 2,20 Millionen gewachsen. Die Erwartungen lagen bei 2,5 Mio durch Netflix selbst – der Markt erwartete 2,5-3,2 Mio.

Wie man aktuell verkündet, erwartet man 6,0 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Free Cash Flow +1,14 Milliarden Dollar (Vorquartal +899). Operative Marge 20,4 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorquartal.

Die Netflix-Aktie reagiert nachbörslich mit -4,7 Prozent.

Kurz-Fazit: Gewinn pro Aktie und die Zahl neuer Abos verfehlen die Erwartungen. Das wird nun nachbörslich abgestraft.

Datenblatt mit aktuellen Quartalszahlen von Netflix

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Stimulus-Hoffnung stirbt zuletzt

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Heute soll angeblich der entscheidende Tag sein. Kommt noch auf den letzten Drücker eine Einigung zwischen Demokraten und Donald Trump über einen neuen Stimulus? Das dürfte kurzfristig die Kurse bewegen.

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