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Merkels Energiewende: Der tatsächliche Grund für die Entmachtung der „Stromer“ E.On und RWE

Warum der Supergau in Fukushima vor sieben Jahren nur der Vorwand für die Merkelsche Energiewende war, die eine Energie-Elite abservierte, die zu mächtig geworden war!

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Von Markus Fugmann

Gestern vor genau sieben Jahren kam es zum Supergau in Fukushima nach dem vorherigen verheerenden Tsunami an der japanischen Küste. Und genau gestern wurde bekannt, dass die beiden seitdem so schwer gebeutelten deutschen Energiekonzerne E.On und RWE durch einen Deal praktisch nicht mehr in Konkurrenz zueinander stehen werden – was faktisch ein neues Monopol schafft, das auch im internationalen Kontext nun ernst zu nehmen ist:

Die seltsame Begründung Merkels für die Energiewende

In Reaktion auf die Katastrophe in Fukushima beschloss Angela Merkel damals die Energiewende. Ihre Begründung: wenn ein solcher Supergau in einem Hochtechnologie-Land wie Japan passieren könne, dann müsse man von der Technologie Atomkraft Abstand nehmen, so die Kanzlerin in einer Regierungserklärung:

„Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert. Das Restrisiko der Kernenergie habe ich vor Fukushima akzeptiert, weil ich überzeugt war, dass es in einem Hochtechnologieland mit hohen Sicherheitsstandards nach menschlichem Ermessen nicht eintritt.“

Faktisch heißt das: wenn in der Ukraine (Tschernobyl) ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt, kann das mal passieren, weil die Ukrainer eben Ukrainer sind, „a bissl schlampig halt“, würde Beckenbauer vielleicht formulieren. Wenn dasselbe aber im technologisch so entwickelten Japan passiert, stimmt etwas mit der Technologie nicht, so offenkundig die Schlußfolgerung, die scheinbar niemand wirklich hinterfragt hat. Schien ja so schön plausibel zu sein, das Argument.

Für eine ausgebildete Physikerin wie Merkel ist das eine bemerkenswerte Aussage, denn entweder hat eine Technologie wie die Atomkraft unkalkulierbare Risiken – oder eben nicht. Dass ein Unfall in Japan eine Technologie ad absurdum führt, einer in der Ukraine aber nicht, ist eine bemerkenswert un-naturwissenschaftliche Sicht auf die Dinge, die wiederum für eine auch mental sehr naturwissenschaftlich geprägte und argumentierende Physikerin sehr merkwürdig anmutet.

Daher stellt sich die Frage, ob die dann eilends beschlossene Energiewende – immerhin eine radikale Umkehr bisheriger, jahrzentelang betriebener Politik – wirklich aus dieser vermeintlichen Erkenntnis resultiert, oder nicht vielmehr eben nur ein Vorwand ist!

 

Der wirkliche Grund für die Merkelsche Energiewende

Ich bin durch Zufall in einen Kreis von Energie-Managern geraten, die ich regelmäßig bei sportlichen Betätigungen treffe. Und ich äusserte gegenüber diesen Managern meine Verwunderung über die Merkelsche Begründung der Energiewende – und erntete von diesen Managern lautes Lachen. Nein, so der Tenor dieser Manager – die für deutsche, aber auch russische und angelsächsische Energieunternehmen in leitender Funktion arbeiten (E.On, Gazprom, BP etc.) und über hervorragende Kontakte in der Branche verfügen – die Energiewende sei vielmehr ein kluger, geradezu raffiinierter Schachzug von Merkel gewesen, die ein paar gute Berater zur rechten Zeit gehabt habe!

Der Grund: die „Stromer“, so der Duktus der Manager, hätten jahrelang die Politik mit Verträgen über den Tisch gezogen, was den politischen Entscheider-Kreisen nach einigen Jahren durchaus aufgefallen sei. Aber wie aus den Verträgen heraus kommen, ohne eine radikale Änderung der gesamten Enegiepolitik, die auch in der Bevölkerung Rückhalt finden konnte?

Und dann kam der Fukushima-Supergau und die Chance, die alten Verträge und die Machtposition der „Stromer“ radikal zu kappen. Und Merkel ergriff die Gelegenheit und rasierte eine Elite, die es sich im System sehr einträglich und gemütlich gemacht hatte, mit einem radikalen Schnitt ab!

Wie radikal, sieht man am Niedergang der Aktienkurse von E.On und RWE. Seitdem ist wieder der Staat und nicht die Strom-Elite der Chef im Ring, die Politik hat durch diesen Schritt wieder die volle Souverenität über ihr Handeln gewonnen.

„Wir Stromer“, so die Manager, „waren mächtig und zu selbstzufrieden geworden, wir sind dann schließlich das Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden“. Dann sei der Absturz gekommen – und das mit einem Schritt Merkels, der neben dem Absägen von Helmut Kohl und der Entscheidung in der Flüchtlingspolitik zu den drei wenigen Entscheidungen Merkels gehört, wo sie sich wirklich aus dem Fenster gelehnt hat und nicht nur Entscheidungen ausgesessen hat.

Aber sicher doch: wenn in Japan ein Atomkraftwek explodiert, ist das doch was ganz anderes, oder?

 

Angela Merkel. Foto: EU2017EE Estonian Presidency / Wikipedia (CC BY 2.0)

16 Kommentare

16 Comments

  1. G-H-Gerger

    12. März 2018 10:23 at 10:23

    Ich habe schon oft Schwachsinn dieser Art gelesen. Der Autor sollte sich mal vor der Niederschrift etwas mit der Materie beschäftigen. Der Reaktor in Tschernobyl war ein Kohlenstoffmoderierter Reaktor, also ein vollkommen anderer Typ und überhaupt nicht vergleichbar.
    Also, bitte erstmal Physik studieren, bevor man so einen Schmarrn abliefert.

    • Markus Fugmann

      12. März 2018 10:31 at 10:31

      @G-H-Gerger, was spielt das für eine Rolle?? Merkel jedenfalls hat sich in ihrer Begründung für die Energiewende darauf mit keinem Wort darauf bezogen, dass es da Unterschiede in der Funktionsweise der Atomreaktoren gab! Ihr Ziel war eben die Abservierung einer mächtigen Lobby, die in Deutschland mit langfristigen, für den Staat sehr ungünstigen Verträgen die Politik jahrelang an der Nase herum geführt hatte!

  2. Hondo

    12. März 2018 10:29 at 10:29

    Wenn das jemand anders schreiben würde wäre er ein Verschwörungstheoretiker oder gleich ein N**i.

  3. Hans Kolpak

    12. März 2018 11:24 at 11:24

    Sehr geehrter Herr Fugmann,

    der deutsche Strompreis ist durch Umverteilungen belastet:
    http://www.NAEB.tv Stromverbraucherschutz

    Die Brennstoffkraftwerke und die Kernkraftwerke sind alle unwirtschaftlich geworden, weil ständig schwankender und drei bis fünf Mal so teurer Ökostrom zwangsweise eingespeist wird, bis die 55-Prozent-Marke erreicht ist.

    Durch Strompreis-Dumping wird Ökostrom an den Strombörsen unter den Gestehungkosten gehandelt, verschenkt oder sogar die Abnahme bezahlt, um möglichst oft die 55-Prozent-Marke zu erreichen. Doch nachts scheint keine Sonne und oft ist einfach nur Flaute.

    45 Prozent grundlastfähiger Strom muss von den Generatoren mit den riesigen Schwungmassen kommen, damit das europäische Verbundnetz stabil bei 50 Hertz schwingt. Zu diesem Zwecke werden dann Windkraftanlagen und Solarstromanlagen ferngesteuert vom Netz genommen, damit es nicht kollabiert. Die Vergütung wird trotzdem bezahlt! Geht es noch irrsinniger?

    Dieser Regelungsaufwand ist trotz Computer und Fernwirkeinrichtungen sehr teuer und personalintensiv. Die Kosten wuchsen von rund 100 Milliarden Euro vor zehn Jahren auf inzwischen etwa 1.000 Milliarden Euro allein in Deutschland an.

    Wir veröffentlichen seit Jahren alle zwei Wochen einen Pressetext, um die komplexen Zusammenhänge für die Öffentlichkeit aufzubereiten. Die Texte können von Ihnen auf http://www.NAEB.tv eingesehen und kopiert werden.

    Ingenieure wissen so Manches, was Managern unverständlich erscheint. Letztere fallen aufgrund ihrer juristischen und wirtschaftlichen Vorbildung auf politisch korrektes Denken herein, das bereits an den Schulen vermittelt wird. Physik und Chemie nehmen darauf immer noch keine Rücksicht. Komisch, oder?

  4. leo

    12. März 2018 11:29 at 11:29

    Im Grunde ist doch kein deutsches Industrieunternehmen frei.
    Der Sozialismus in der dt. Wirtschaftspolitik durch Einflußnahme
    des Staates ist ein großes Problem. Sobald ein Unternehmen top
    gewirtschatet hat wird es klein sozialisiert. Die Deutsche Telekom
    ist ein Beispiel.

  5. SB

    12. März 2018 11:37 at 11:37

    Das der Strom deswegen für den Normalverbraucher immer teurer wird, war ihr egal, nur um den Bossen der Energiebranche zu zeigen, wer der Herr im Hause ist?

    Und jetzt macht Merkel es mit der (mächtigen) Autoindustrie ebenso über Dieselfahrverbote? (…und nachfolgend selbstverständlich auch Benziner)

    Nebenbei stärkt sie per unbegrenzter Zuwanderung den sozial-industriellen Komplex (Caritas, Diakonie & Co), womit sie ein neue (Umverteilungs-) Macht im Staate schafft.

    Also die im Artikel erzählte Geschichte kommt mir nicht wirklich plausibel vor.

  6. rote_pille

    12. März 2018 21:04 at 21:04

    „Seriöser“ Artikel. Wie genau wurde die Regierung angeblich über den Tisch gezogen? Wo ist der Beleg dafür, dass der Staat von den entgangenen Gewinnen der Energiekonzerne profitiert hat?
    Und welcher reale Mensch hätte bitte je etwas wie
    „„Wir Stromer“, so die Manager, „waren mächtig und zu selbstzufrieden geworden, wir sind dann schließlich das Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden““
    ernst gemeint gesagt???
    Das glaube ich erst, wenn ich ein von der CIA durchgechecktes Tonband höre wo das drauf ist …

  7. webmax

    13. März 2018 10:41 at 10:41

    Und, übrigens am Rande: Es sollte sich herumgesprochen haben, dass Merkel Chemie studiert hat, und nur im letzten Semester mit Sauer-Hilfe (ihr späterer Gatte) in Physik abschließen konnte. Und dass dieser DDR-Prof. Sauer bereits ein Jahr später für einen kalifornischen Rüstuungskonzern arbeitete, der nur das Pentagon als Auftraggeber hat(te)!

  8. Gunther

    13. März 2018 12:31 at 12:31

    Ich möchte da auch mal etwas dazu sagen:
    Wenn Merkel auch nur etwas minimal richtig gemacht hat – dann die Abschaltung der unsäglichen Atomkraftwerke!
    Atomkraft ist das dümmste was der Menschheit je eingefallen ist.
    Betet darum, dass nie und wirklich nie etwas größeres passiert – ganz Europa wäre am Ende. Es gab schon genügend Zwischenfälle, manche ganz knapp am Gau.
    Fakt ist einfach, dass wie bei allem immer ein Restrisiko bleibt. Allein das Alter vollführt sein Werk. Dieses Restrisiko hätte bei Eintritt aber eine solche immense Auswirkung auf die Menschen, dass es unvorstellbar ist.
    Bei allen anderen Technologien auch wenn sie auch nicht ungefährlich für den Menschen sind – so lassen sich die Folgen doch eingrenzen und vor allem braucht es nicht tausende Jahre bis diese wieder beseitigt sind.
    Und auch ohne einen Gau ist Atomkraft das Letzte – kein Mensch hat bisher ein Antwort auf den Müll (kann man es überhaupt so bezeichnen) – auf den zig Generationen nach uns noch aufpassen müssen bzw. diesen schadet.
    Ich verstehe nicht, wie es Leute geben kann die diese Risiken einfach ausblenden . Zumal wenn man bedenkt wie wenig eigentlich durch Atomkraft am ganzen Strom abgedeckt wird. Es wird immer so getran als sei dies der Hauptstromlieferant – lol – das ist er bei weitem nicht (evtl. 1/5)
    Und würden wir noch mehr Atomkraft haben ist nicht einmal genügend Uran vorhanden um diese zu betreiben ! Warum also an dieser miesen übergangs Technologie mit den immensen Risiken festhalten?
    Ich kann mir nur an den Kopf fassen bei den pro Atom Meinungen.
    MfG

  9. frank

    13. März 2018 12:34 at 12:34

    Ich verstehe das nicht. Die Stromer waren erfolgreich und machtvoll und haben dann freiwillig der Energiewende zugetimmt. Das ergibt keinen Sinn.

    • Markus Fugmann

      13. März 2018 12:41 at 12:41

      @frank, nicht freiwillig zugestimmt – sie wurden abserviert und mit der Energiewende vor vollendete Tatsachen gestellt!

  10. frank

    13. März 2018 12:41 at 12:41

    und dann stellt sich die Frage wieso man nun das neue RWE-EON-Monopol neu entstehen lässt? Dadurch würde man ja eingestehen dass die alte Entscheidung falsch war.

    • Markus Fugmann

      13. März 2018 12:44 at 12:44

      @frank, nein! Man hat beide Unternehmen kastriert gewissermaßen durch die Energiewende (man blicke auf die Entwicklung der Aktienkurse beider Unternehmen) und sagt sich jetzt: zwei Konkurrenten brauchen wir nicht in Deutschland, also sollen die sich aus dem Weg gehen und jeder für sich damit bessere Chancen haben. Das ist eine Art späte Gnade durch die Politik..

  11. frankie68

    15. März 2018 23:04 at 23:04

    @Markus Fugmann
    meiner Erinnerung nach hatte das wahlkampftaktische Gründe. Ich meine, das Unglück geschah ca. zwei Wochen vor den wichtigen Landtagswahlen in BW. Die Grünen bekamen Mords-Zulauf und drohten, die Wahlen zu gewinnen (was ja auch so kam). Merkel wollte mit ihrer Kehrtwende wohl den Grünen den Wind aus den Segeln nehmen, und da man sie daraufhin als opprtunistischen Wendehals hinstellte, konnte sie danach nimmer zurück.
    Selbst Brüderle hatte das nicht ernst genommen. In einer engen Runde mit den Versorger-Bossen fragten ihn diese erschreckt, was sie von Merkels Aussagen halten sollen. „Nicht ernst nehmen, reine Wahlkampfrhetorik“, sagte dieser daraufhin.

    • Wolfgang M.

      16. März 2018 07:32 at 07:32

      @frankie68, sehe ich genauso. Angela Merkel dachte von Anfang an immer an den Erhalt der Macht. Durch eine Sozialdemokratisierung der CDU, um der Konkurrenzpartei die Wahlkampfthemen wegzunehmen, der Entmachtung eventueller Konkurrenten für das Kanzleramt aus der eigenen Partei (Merz, Koch) und der Umweltthemen im Hinblick auf die Grünen. Hatte sie nicht zuvor erst die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert? Der Verweis auf die nicht beherrschbare Technik ist aufgrund der unterschiedlichen geologischen Voraussetzungen zwischen Japan und Deutschland (Tsunami, Erdbebenstärke) nur ein Teilaspekt. Es war auch in meiner Erinnerungen, als wesentlicher Triebfeder, das Kippen der Wählerstimmung vor der wichtigen Landtagswahl. Gruß

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Aktuell: Levi Strauss ist wieder an der Börse – Eröffnungkurs 22,22 Dollar

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Levi Strauss kehrt heute nach 34-jähriger Abwesenheit an die Börse zurück – und der erste Kurs liegt bei 22,22 Dollar.
Der Bekleidungseinzelhändler notierte seinen Börsengang bei 17 US-Dollar pro Aktie und bewertete das Unternehmen mit rund 6,6 Milliarden US-Dollar. Das ist höher als die Preisspanne von 14 bis 16 Dollar, die das Unternehmen zuvor festgelegt hatte.

Die Aktien der Gesellschaft werden an der New Yorker Börse unter dem Tickersymbol „LEVI“ gehandelt.

Der aus Bayern stammende, und 1847 in die USA ausgewanderte, Löb Strauss galt mit seinem Partner Jacob Davis als Erfinder der Blue Jeans. Diese verkaufte er über sein kalifornisches Textilgeschäft an Goldschürfer, um ihnen eine robuste Arbeitskleidung zur Verfügung zu stellen.

Der aus Bamberg stammende Löb Strauss nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an und änderte seinen Namen in Levi Strauss.

Der Umsatz weltweit von Levi Strauss, für Jeans und andere Bekleidungswaren, hielt sich die letzten 10 Jahre auf fast auf gleichem Niveau.

In USD:

2008: 4,4 Mrd. 2012: 4,6 Mrd. 2016: 4,5 Mrd.
2009: 4,1 Mrd. 2013: 4,6 Mrd. 2017: 4,9 Mrd.
2010: 4,3 Mrd. 2014: 4,7 Mrd. 2018: 5,6 Mrd.
2011: 4,7 Mrd. 2015: 4,4 Mrd.

Der Umsatzanstieg 2018 ist vor allem darauf zu zurückzuführen, dass man bei Levis die Zeichen der Zeit erkannte und mehr in Werbung und Imagepflege investierte. Auch das Angebot wurde auf die Nachfrage am Markt angepasst. So bietet Levis jetzt auch bequemere Jeans an und erweiterte das Angebot.
Anfang 2018 beschloss man zukünftig auf die Fabrikarbeitern – welche die Hosen noch per Hand ausfransten oder durchlöcherten durch Lasertechnologie – zu ersetzten.

Dieser Plat, der (durch die Zahlen belegt) aufging, soll nun weiter fortgeführt werden und mit dem frischem Kapital(ca.500 Millionen Euro) aus dem heutigen „Börsenneustart“ ist sicher noch einiges zu erwarten.
Der Gründer würde sich im Grab umdrehen, wenn er sehen würde, dass in seine Jeans extra Löcher produziert werden um sie besser zu verkaufen..


By Blake Burkhart – Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44401478

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Inside Boeing: Wer hat die Boeing 737Max bestellt? Ein Desaster in Zahlen

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Die neueste Flugzeugfamilie von Boeing mit der Bezeichnung 737Max ist das am schnellsten verkaufte Flugzeug in der Boeing-Geschichte mit rund 5.000 Bestellungen von mehr als 100 Kunden weltweit. Interessant ist, dass Boeing selbst die Zahl von 5000 bestellten 737Max nennt, aber nur ca. 4000 Bestellungen genau einzelnen Bestellern zuordnet – wo und von wem sind die restlichen 1000 Bestellungen, die nicht ausgewiesen werden? Der Kaufpreis einer 737 MAX liegt zwischen 75 und 96 Millionen Euro (je nach Ausstattung).

Das bisherige Auftragsvolumen liegt zwischen 375 und 480 Milliarden Euro.

Durch das erst nun verhängte verhängte Flugverbot dieser Serie beläuft sich der Verlust alleine bei
Tui für die bislang 14 ausgelieferten Max-Flugzeuge auf rund drei Millionen Euro pro Woche. Norwegian hat bereits angekündigt, den Hersteller auf Schadenersatz zu verklagen.

Wenn wir die 376 bereits ausgelieferten 737 Max-Flugzeuge auf Grundlage der Verlustangabe der Tui berechnen, kommen wir auf einen Verlust aller Fluggesellschaften von 936 Millionen für die dreimonatige Flugsperre.

Sicherlich kein Vergleich zu den erwarteten Kosten, die noch auf Boeing zukommen können – aber sollte die Flugsperre noch verlängert werden, muss man von weit aus höheren Kosten ausgehen, denn die Fluggesellschaften, die mit dem 737 Max schon planen, müssen sich dann auch um teuren Ersatz kümmern.

Im Normalfall haben alle Käufer Boeing nach Unterzeichnung des Kaufvertrages auch schon eine beträchtliche Anzahlung überwiesen. Hier ein Kaufablauf, der wohl auch bei der 737 Max üblich ist:

Die Bestellung

„Bei einer festen Bestellung wird im Vertrag alles im Detail geregelt. Der Hersteller und der Kunde legen fest, um wie viele Flieger welchen Typs es geht, zu welchem Preis sie verkauft werden und wann sie geliefert werden. Hier muss die Flug- oder Leasinggesellschaft in der Regel auch eine siebenstellige Anzahlung leisten, es geht also um einen tiefen einstelligen Millionenbetrag. Im Vertrag wird auch festgehalten, wann die weiteren Zahlungen fällig werden. Meist muss der Kunde ungefähr zwei Jahre vor der Auslieferung eine größere Summe überweisen, weil dann der Hersteller ins Risiko geht, Material bestellt, Lieferanten bezahlen muss und mit dem Bau des Fliegers beginnt.“

(Quelle: https://www.aerotelegraph.com/was-bedeutet-bestellung-option-kaufrecht-das-kleine-einmaleins-des-flugzeugkaufs)

Dies würde bedeuten, dass viele Airlines schon vor über zwei Jahren den überwiegende Teil ihrer Bestellung geordert haben (und nun wohl praktisch nicht mehr so einfach stornieren können, denn es wird ihnen schlicht das Geld fehlen um Ersatz zu kaufen bzw. um aus dem Vertrag herauszukommen und möglicherweise Jahre lang auf die Rückzahlung ihrer Anzahlung zu warten!).

Wenn aber die Ursache der Probleme bei Boeing nicht alleine ein Software-Thema ist, sondern die Flugzeuge sogar neu konstruiert werden müssen (worauf einiges hindeutet), dann wird Boeing die bestellten Flugzeuge auf Jahre hinaus nicht ausliefern können! Und dann stellt sich die Frage, was mit den milliardenschweren Anzahlungen der Besteller passiert, die der US-Flugzeugbauer bereits vereinnahmt hat! Im Grunde muß Boeing also dann diese Gelder zurück erstatten, gleichzeitig die bisherige Konstruktions-Verfahrensweise bei den neueren Boeing 737er-Modellen ändern (was Milliarden-Kosten nach sich ziehen und lange dauern würde).

Daran wird aus unserer Sicht deutlich, welcher „Rattenschwanz“ für Boeing folgen dürfte, wenn es nicht mit einem Software-Update getan ist!

Hier die Fluggesellschaften, die die meisten 737 Max geordert haben:

1. Southwest Airlines (USA): 280 Maschinen

2. flydubai (Vereinigte Arabische Emirate): 251 Maschinen

3. Lion Air (Indonesien): 201 Maschinen

4. VietJetAir (Vietnam): 200 Maschinen


By Aka The Beav from Seattle, Washington – Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45522891

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Wirecard-Aktie: Neuer FT-Angriff

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Die Wirecard-Aktie sieht sich ganz aktuell einem neuen „Angriff“ der Financial Times ausgesetzt. Die Aktie sackte gestern Nachmittag bereits um insgesamt fünf Euro ab, weil die sogenannte „Southern Investigative Reporting Foundation“ über Wirecard-Geschäfte in Indien berichtete, wo angeblich etwas „furchtbar falsch laufe“. Naja…

Heute nun die FT. Der Chief Operating Officer von Wirecard Jan Marsalek soll angeblich eingeweiht gewesen sein in Transaktionen zwischen der Zentrale in Deutschland und der Filiale in Singapur in Höhe von zwei Millionen Euro. Diese Transaktionen sollen Teil der aktuellen Untersuchungen der dortigen Polizei sein. Also, bei dieser Summe ist wohl nicht die Summe selbst interessant, sondern dass eventuell ein Vorstandsmitglied der Zentrale in Deutschland involviert sein könnte.

Denn bisher schwirrten die FT-Berichte und Gerüchte immer um Mitarbeiter von Wirecard in Singapur, die dubiose Buchungspraktiken angewendet oder empfohlen haben sollen. Das Unternehmen äußert sich dazu gegenüber der FT, dass man zwei Tage benötige um einen Kommentar hierzu abzugeben. Aber die Vorwürfe an sich seien schon alt, und das vollständige Untersuchungsergebnis einer Anwaltskanzlei in Singapur sei in Kürze verfügbar.

Wir meinen: Darauf kommt es an! Was wird diese Kanzlei veröffentlichen? Wirecard scheint sich seiner Sache sicher zu sein. Entweder die Vorwürfe der FT sind nur ein großer Rohrkrepierer, oder vielleicht muss ein Vorstand namens Jan Marsalek dran glauben? Noch immer tappen wir alle im Dunkeln. Die Wirecard-Aktie jedenfalls eröffnet ganz aktuell weiter schwach mit -2,70 Euro gegenüber gestern Abend.

Wirecard-Aktie
Firmenzentrale in München. Foto: Kaethe17 CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

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