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Merkels Energiewende: Der tatsĂ€chliche Grund fĂŒr die Entmachtung der „Stromer“ E.On und RWE

Warum der Supergau in Fukushima vor sieben Jahren nur der Vorwand fĂŒr die Merkelsche Energiewende war, die eine Energie-Elite abservierte, die zu mĂ€chtig geworden war!

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Von Markus Fugmann

Gestern vor genau sieben Jahren kam es zum Supergau in Fukushima nach dem vorherigen verheerenden Tsunami an der japanischen KĂŒste. Und genau gestern wurde bekannt, dass die beiden seitdem so schwer gebeutelten deutschen Energiekonzerne E.On und RWE durch einen Deal praktisch nicht mehr in Konkurrenz zueinander stehen werden – was faktisch ein neues Monopol schafft, das auch im internationalen Kontext nun ernst zu nehmen ist:

Die seltsame BegrĂŒndung Merkels fĂŒr die Energiewende

In Reaktion auf die Katastrophe in Fukushima beschloss Angela Merkel damals die Energiewende. Ihre BegrĂŒndung: wenn ein solcher Supergau in einem Hochtechnologie-Land wie Japan passieren könne, dann mĂŒsse man von der Technologie Atomkraft Abstand nehmen, so die Kanzlerin in einer RegierungserklĂ€rung:

„Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verĂ€ndert. Das Restrisiko der Kernenergie habe ich vor Fukushima akzeptiert, weil ich ĂŒberzeugt war, dass es in einem Hochtechnologieland mit hohen Sicherheitsstandards nach menschlichem Ermessen nicht eintritt.“

Faktisch heißt das: wenn in der Ukraine (Tschernobyl) ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt, kann das mal passieren, weil die Ukrainer eben Ukrainer sind, „a bissl schlampig halt“, wĂŒrde Beckenbauer vielleicht formulieren. Wenn dasselbe aber im technologisch so entwickelten Japan passiert, stimmt etwas mit der Technologie nicht, so offenkundig die Schlußfolgerung, die scheinbar niemand wirklich hinterfragt hat. Schien ja so schön plausibel zu sein, das Argument.

FĂŒr eine ausgebildete Physikerin wie Merkel ist das eine bemerkenswerte Aussage, denn entweder hat eine Technologie wie die Atomkraft unkalkulierbare Risiken – oder eben nicht. Dass ein Unfall in Japan eine Technologie ad absurdum fĂŒhrt, einer in der Ukraine aber nicht, ist eine bemerkenswert un-naturwissenschaftliche Sicht auf die Dinge, die wiederum fĂŒr eine auch mental sehr naturwissenschaftlich geprĂ€gte und argumentierende Physikerin sehr merkwĂŒrdig anmutet.

Daher stellt sich die Frage, ob die dann eilends beschlossene Energiewende – immerhin eine radikale Umkehr bisheriger, jahrzentelang betriebener Politik – wirklich aus dieser vermeintlichen Erkenntnis resultiert, oder nicht vielmehr eben nur ein Vorwand ist!

 

Der wirkliche Grund fĂŒr die Merkelsche Energiewende

Ich bin durch Zufall in einen Kreis von Energie-Managern geraten, die ich regelmĂ€ĂŸig bei sportlichen BetĂ€tigungen treffe. Und ich Ă€usserte gegenĂŒber diesen Managern meine Verwunderung ĂŒber die Merkelsche BegrĂŒndung der Energiewende – und erntete von diesen Managern lautes Lachen. Nein, so der Tenor dieser Manager – die fĂŒr deutsche, aber auch russische und angelsĂ€chsische Energieunternehmen in leitender Funktion arbeiten (E.On, Gazprom, BP etc.) und ĂŒber hervorragende Kontakte in der Branche verfĂŒgen – die Energiewende sei vielmehr ein kluger, geradezu raffiinierter Schachzug von Merkel gewesen, die ein paar gute Berater zur rechten Zeit gehabt habe!

Der Grund: die „Stromer“, so der Duktus der Manager, hĂ€tten jahrelang die Politik mit VertrĂ€gen ĂŒber den Tisch gezogen, was den politischen Entscheider-Kreisen nach einigen Jahren durchaus aufgefallen sei. Aber wie aus den VertrĂ€gen heraus kommen, ohne eine radikale Änderung der gesamten Enegiepolitik, die auch in der Bevölkerung RĂŒckhalt finden konnte?

Und dann kam der Fukushima-Supergau und die Chance, die alten VertrĂ€ge und die Machtposition der „Stromer“ radikal zu kappen. Und Merkel ergriff die Gelegenheit und rasierte eine Elite, die es sich im System sehr eintrĂ€glich und gemĂŒtlich gemacht hatte, mit einem radikalen Schnitt ab!

Wie radikal, sieht man am Niedergang der Aktienkurse von E.On und RWE. Seitdem ist wieder der Staat und nicht die Strom-Elite der Chef im Ring, die Politik hat durch diesen Schritt wieder die volle SouverenitĂ€t ĂŒber ihr Handeln gewonnen.

„Wir Stromer“, so die Manager, „waren mĂ€chtig und zu selbstzufrieden geworden, wir sind dann schließlich das Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden“. Dann sei der Absturz gekommen – und das mit einem Schritt Merkels, der neben dem AbsĂ€gen von Helmut Kohl und der Entscheidung in der FlĂŒchtlingspolitik zu den drei wenigen Entscheidungen Merkels gehört, wo sie sich wirklich aus dem Fenster gelehnt hat und nicht nur Entscheidungen ausgesessen hat.

Aber sicher doch: wenn in Japan ein Atomkraftwek explodiert, ist das doch was ganz anderes, oder?

 

Angela Merkel. Foto: EU2017EE Estonian Presidency / Wikipedia (CC BY 2.0)

16 Kommentare

16 Comments

  1. G-H-Gerger

    12. MĂ€rz 2018 10:23 at 10:23

    Ich habe schon oft Schwachsinn dieser Art gelesen. Der Autor sollte sich mal vor der Niederschrift etwas mit der Materie beschĂ€ftigen. Der Reaktor in Tschernobyl war ein Kohlenstoffmoderierter Reaktor, also ein vollkommen anderer Typ und ĂŒberhaupt nicht vergleichbar.
    Also, bitte erstmal Physik studieren, bevor man so einen Schmarrn abliefert.

    • Markus Fugmann

      12. MĂ€rz 2018 10:31 at 10:31

      @G-H-Gerger, was spielt das fĂŒr eine Rolle?? Merkel jedenfalls hat sich in ihrer BegrĂŒndung fĂŒr die Energiewende darauf mit keinem Wort darauf bezogen, dass es da Unterschiede in der Funktionsweise der Atomreaktoren gab! Ihr Ziel war eben die Abservierung einer mĂ€chtigen Lobby, die in Deutschland mit langfristigen, fĂŒr den Staat sehr ungĂŒnstigen VertrĂ€gen die Politik jahrelang an der Nase herum gefĂŒhrt hatte!

  2. Hondo

    12. MĂ€rz 2018 10:29 at 10:29

    Wenn das jemand anders schreiben wĂŒrde wĂ€re er ein Verschwörungstheoretiker oder gleich ein N**i.

  3. Hans Kolpak

    12. MĂ€rz 2018 11:24 at 11:24

    Sehr geehrter Herr Fugmann,

    der deutsche Strompreis ist durch Umverteilungen belastet:
    http://www.NAEB.tv Stromverbraucherschutz

    Die Brennstoffkraftwerke und die Kernkraftwerke sind alle unwirtschaftlich geworden, weil stĂ€ndig schwankender und drei bis fĂŒnf Mal so teurer Ökostrom zwangsweise eingespeist wird, bis die 55-Prozent-Marke erreicht ist.

    Durch Strompreis-Dumping wird Ökostrom an den Strombörsen unter den Gestehungkosten gehandelt, verschenkt oder sogar die Abnahme bezahlt, um möglichst oft die 55-Prozent-Marke zu erreichen. Doch nachts scheint keine Sonne und oft ist einfach nur Flaute.

    45 Prozent grundlastfĂ€higer Strom muss von den Generatoren mit den riesigen Schwungmassen kommen, damit das europĂ€ische Verbundnetz stabil bei 50 Hertz schwingt. Zu diesem Zwecke werden dann Windkraftanlagen und Solarstromanlagen ferngesteuert vom Netz genommen, damit es nicht kollabiert. Die VergĂŒtung wird trotzdem bezahlt! Geht es noch irrsinniger?

    Dieser Regelungsaufwand ist trotz Computer und Fernwirkeinrichtungen sehr teuer und personalintensiv. Die Kosten wuchsen von rund 100 Milliarden Euro vor zehn Jahren auf inzwischen etwa 1.000 Milliarden Euro allein in Deutschland an.

    Wir veröffentlichen seit Jahren alle zwei Wochen einen Pressetext, um die komplexen ZusammenhĂ€nge fĂŒr die Öffentlichkeit aufzubereiten. Die Texte können von Ihnen auf http://www.NAEB.tv eingesehen und kopiert werden.

    Ingenieure wissen so Manches, was Managern unverstĂ€ndlich erscheint. Letztere fallen aufgrund ihrer juristischen und wirtschaftlichen Vorbildung auf politisch korrektes Denken herein, das bereits an den Schulen vermittelt wird. Physik und Chemie nehmen darauf immer noch keine RĂŒcksicht. Komisch, oder?

  4. leo

    12. MĂ€rz 2018 11:29 at 11:29

    Im Grunde ist doch kein deutsches Industrieunternehmen frei.
    Der Sozialismus in der dt. Wirtschaftspolitik durch Einflußnahme
    des Staates ist ein großes Problem. Sobald ein Unternehmen top
    gewirtschatet hat wird es klein sozialisiert. Die Deutsche Telekom
    ist ein Beispiel.

  5. SB

    12. MĂ€rz 2018 11:37 at 11:37

    Das der Strom deswegen fĂŒr den Normalverbraucher immer teurer wird, war ihr egal, nur um den Bossen der Energiebranche zu zeigen, wer der Herr im Hause ist?

    Und jetzt macht Merkel es mit der (mĂ€chtigen) Autoindustrie ebenso ĂŒber Dieselfahrverbote? (…und nachfolgend selbstverstĂ€ndlich auch Benziner)

    Nebenbei stÀrkt sie per unbegrenzter Zuwanderung den sozial-industriellen Komplex (Caritas, Diakonie & Co), womit sie ein neue (Umverteilungs-) Macht im Staate schafft.

    Also die im Artikel erzÀhlte Geschichte kommt mir nicht wirklich plausibel vor.

  6. rote_pille

    12. MĂ€rz 2018 21:04 at 21:04

    „Seriöser“ Artikel. Wie genau wurde die Regierung angeblich ĂŒber den Tisch gezogen? Wo ist der Beleg dafĂŒr, dass der Staat von den entgangenen Gewinnen der Energiekonzerne profitiert hat?
    Und welcher reale Mensch hÀtte bitte je etwas wie
    „„Wir Stromer“, so die Manager, „waren mĂ€chtig und zu selbstzufrieden geworden, wir sind dann schließlich das Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden““
    ernst gemeint gesagt???
    Das glaube ich erst, wenn ich ein von der CIA durchgechecktes Tonband höre wo das drauf ist …

  7. webmax

    13. MĂ€rz 2018 10:41 at 10:41

    Und, ĂŒbrigens am Rande: Es sollte sich herumgesprochen haben, dass Merkel Chemie studiert hat, und nur im letzten Semester mit Sauer-Hilfe (ihr spĂ€terer Gatte) in Physik abschließen konnte. Und dass dieser DDR-Prof. Sauer bereits ein Jahr spĂ€ter fĂŒr einen kalifornischen RĂŒstuungskonzern arbeitete, der nur das Pentagon als Auftraggeber hat(te)!

  8. Gunther

    13. MĂ€rz 2018 12:31 at 12:31

    Ich möchte da auch mal etwas dazu sagen:
    Wenn Merkel auch nur etwas minimal richtig gemacht hat – dann die Abschaltung der unsĂ€glichen Atomkraftwerke!
    Atomkraft ist das dĂŒmmste was der Menschheit je eingefallen ist.
    Betet darum, dass nie und wirklich nie etwas grĂ¶ĂŸeres passiert – ganz Europa wĂ€re am Ende. Es gab schon genĂŒgend ZwischenfĂ€lle, manche ganz knapp am Gau.
    Fakt ist einfach, dass wie bei allem immer ein Restrisiko bleibt. Allein das Alter vollfĂŒhrt sein Werk. Dieses Restrisiko hĂ€tte bei Eintritt aber eine solche immense Auswirkung auf die Menschen, dass es unvorstellbar ist.
    Bei allen anderen Technologien auch wenn sie auch nicht ungefĂ€hrlich fĂŒr den Menschen sind – so lassen sich die Folgen doch eingrenzen und vor allem braucht es nicht tausende Jahre bis diese wieder beseitigt sind.
    Und auch ohne einen Gau ist Atomkraft das Letzte – kein Mensch hat bisher ein Antwort auf den MĂŒll (kann man es ĂŒberhaupt so bezeichnen) – auf den zig Generationen nach uns noch aufpassen mĂŒssen bzw. diesen schadet.
    Ich verstehe nicht, wie es Leute geben kann die diese Risiken einfach ausblenden . Zumal wenn man bedenkt wie wenig eigentlich durch Atomkraft am ganzen Strom abgedeckt wird. Es wird immer so getran als sei dies der Hauptstromlieferant – lol – das ist er bei weitem nicht (evtl. 1/5)
    Und wĂŒrden wir noch mehr Atomkraft haben ist nicht einmal genĂŒgend Uran vorhanden um diese zu betreiben ! Warum also an dieser miesen ĂŒbergangs Technologie mit den immensen Risiken festhalten?
    Ich kann mir nur an den Kopf fassen bei den pro Atom Meinungen.
    MfG

  9. frank

    13. MĂ€rz 2018 12:34 at 12:34

    Ich verstehe das nicht. Die Stromer waren erfolgreich und machtvoll und haben dann freiwillig der Energiewende zugetimmt. Das ergibt keinen Sinn.

    • Markus Fugmann

      13. MĂ€rz 2018 12:41 at 12:41

      @frank, nicht freiwillig zugestimmt – sie wurden abserviert und mit der Energiewende vor vollendete Tatsachen gestellt!

  10. frank

    13. MĂ€rz 2018 12:41 at 12:41

    und dann stellt sich die Frage wieso man nun das neue RWE-EON-Monopol neu entstehen lĂ€sst? Dadurch wĂŒrde man ja eingestehen dass die alte Entscheidung falsch war.

    • Markus Fugmann

      13. MĂ€rz 2018 12:44 at 12:44

      @frank, nein! Man hat beide Unternehmen kastriert gewissermaßen durch die Energiewende (man blicke auf die Entwicklung der Aktienkurse beider Unternehmen) und sagt sich jetzt: zwei Konkurrenten brauchen wir nicht in Deutschland, also sollen die sich aus dem Weg gehen und jeder fĂŒr sich damit bessere Chancen haben. Das ist eine Art spĂ€te Gnade durch die Politik..

  11. Pingback: Merkels Energiewende: Der tatsĂ€chliche Grund fĂŒr die Entmachtung der „Stromer“ E.On und RWE – Vernunftkraft.

  12. frankie68

    15. MĂ€rz 2018 23:04 at 23:04

    @Markus Fugmann
    meiner Erinnerung nach hatte das wahlkampftaktische GrĂŒnde. Ich meine, das UnglĂŒck geschah ca. zwei Wochen vor den wichtigen Landtagswahlen in BW. Die GrĂŒnen bekamen Mords-Zulauf und drohten, die Wahlen zu gewinnen (was ja auch so kam). Merkel wollte mit ihrer Kehrtwende wohl den GrĂŒnen den Wind aus den Segeln nehmen, und da man sie daraufhin als opprtunistischen Wendehals hinstellte, konnte sie danach nimmer zurĂŒck.
    Selbst BrĂŒderle hatte das nicht ernst genommen. In einer engen Runde mit den Versorger-Bossen fragten ihn diese erschreckt, was sie von Merkels Aussagen halten sollen. „Nicht ernst nehmen, reine Wahlkampfrhetorik“, sagte dieser daraufhin.

    • Wolfgang M.

      16. MĂ€rz 2018 07:32 at 07:32

      @frankie68, sehe ich genauso. Angela Merkel dachte von Anfang an immer an den Erhalt der Macht. Durch eine Sozialdemokratisierung der CDU, um der Konkurrenzpartei die Wahlkampfthemen wegzunehmen, der Entmachtung eventueller Konkurrenten fĂŒr das Kanzleramt aus der eigenen Partei (Merz, Koch) und der Umweltthemen im Hinblick auf die GrĂŒnen. Hatte sie nicht zuvor erst die Laufzeit der Atomkraftwerke verlĂ€ngert? Der Verweis auf die nicht beherrschbare Technik ist aufgrund der unterschiedlichen geologischen Voraussetzungen zwischen Japan und Deutschland (Tsunami, ErdbebenstĂ€rke) nur ein Teilaspekt. Es war auch in meiner Erinnerungen, als wesentlicher Triebfeder, das Kippen der WĂ€hlerstimmung vor der wichtigen Landtagswahl. Gruß

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Deutsche Bank: Eine kleine gute, und eine große schlechte Nachricht

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Die Deutsche Bank hat endlich mal eine winzige kleine positive Nachricht produziert. Im ersten weniger wichtigen Teil es Banken-Stresstests der US-Notenbank Federal Reserve hat die Deutsche Bank bestanden. Es ging darum zu testen wie sich die RĂŒcklagen der Bank entwickeln bei einer Wirtschaftskrise in den USA mit einer Arbeitslosenquote von 10%.

Alle geprĂŒften 35 Banken haben den Test bestanden, auch die Tochtergesellschaft „DB USA“. Sie habe genug Kapitalreserven. FĂŒr die Jahre 2015 und 2016 war die US-Tochter noch durchgefallen und musste nachbessern. NĂ€chst Woche veröffentlicht die Fed den zweiten Teil des Stresstests, wo es um Risikomanagement und interne Kontrollen der Banken geht. Und genau auf  diesem Themenfeld gab es bei der DB in den USA immer wieder Probleme.

Deutsche Bank mit verschlechterter Aussicht durch Ratingagentur

Das ist nicht gut. Die Ratingagentur Fitch hat die Deutsche Bank zwar offiziell nicht herabgestuft (Rating weiterhin bei BBB+). Aber man hat den Ausblick der Bank von zuletzt „Stabil“ auf jetzt „Negativ“ gesenkt. Es gehe um das substanzielle Risiko bei der DurchfĂŒhrung der Bank-Restrukturierung. Gehe bei der StĂ€rkung des GeschĂ€ftsmodells irgendwas schief, wĂŒrde das auch zu einer Abstufung des Ratings fĂŒhren.

Vor Fitch gab es schon Anpassungen bei S&P. Dort hatte man vor drei Wochen das Rating der DB von A- auf BBB+ gesenkt. Moodys hatte im April seinen Ausblick fĂŒr das langfristige Einlagenrating gesenkt von „Stabil“ auf „Negativ“. Aber gut – der neue Mann Christian Sewing ist seit Kurzem am Ruder. Kriegt er endlich mal eine substanzielle Verbesserung im AlltagsgeschĂ€ft der Bank hin? Von heute auf morgen ist das wohl unmöglich.

Die Deutsche Bank-TĂŒrme in Frankfurt
Die Deutsche Bank-TĂŒrme in Frankfurt. Foto: Nordenfan / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

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Apothekenkette ersetzt General Electric im Dow-Index – der sinnbildliche Wandel der US-Volkswirtschaft

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Es ist ein Erdbeben! Wer hĂ€tte das jemals gedacht. Der US-Industriekonzern Nummer 1 „General Electric“ wird vom Indexanbieter S&P Dow Jones Indices aus dem Dow Jones 30-Index gestrichen. Der Dow ist zwar nicht ganz so wichtig wie der S&P 500-Index, aber der Dow wird in der breiten Öffentlichkeit als die globale Richtlinie des Aktienmarktes betrachtet. Seit dem Jahr 1907 war General Electric stetig Mitglied im Dow Jones Index – so lange wie kein anderes US-Unternehmen! Der Dow Jones ohne General Electric – das ist doch eigentlich gar nicht vorstellbar!

Aber es wird dennoch RealitĂ€t. Mit Wirkung zum 26. Juni wird die GE-Aktie aus dem Index gestrichen. Da hat zwei GrĂŒnde. Der Indexanbieter spricht ganz klar an, dass der Dow Jones 30 ein preisorientierter Index ist. Hat eine Aktie also einen optisch niedrigen Preis, ist auch ihre Gewichtung im Index gering – ihr Aktienkurs-Verlauf kann den Gesamtindex also immer weniger beeinflussen, je niedriger der Kurs notiert.

Der Indexanbieter schreibt, dass der Aktienkurs von General Electric (aktuell 12,95 Dollar) durch seinen stetigen RĂŒckgang (-55% in den letzten 12 Monaten) inzwischen sehr niedrig sei. Die Gewichtung von GE im Dow lĂ€ge inzwischen unter 0,5%. Und wer ersetzt GE? Man möchte fast lachen: Es ist die grĂ¶ĂŸte Apothekenkette der USA „Walgreens“ (KĂŒrzel WBA). GE hat einen Marktwert von 112 Milliarden Dollar, Walgreens von 64 Milliarden Dollar. Aber wie gesagt, entscheidend ist auf der einen Seite der rein optische Aktienpreis (eigentlich Quatsch, aber so wird der Dow nun mal berechnet). Und die Aktie von Walgreens notiert bei 64,61 Dollar.

Als zweite BegrĂŒndung fĂŒr diesen Tausch im Dow-Index fĂŒhrt man an, dass mit der Ersetzung von General Electric durch Walgreens eine bessere Abbildung der US-Volkswirtschaft im Dow Jones 30-Index gewĂ€hrleistet sei. Die Wirtschaft der USA habe sich geĂ€ndert, mehr hin zu Finanzen, Pflege, Konsum und Technologie. Die Bedeutung der Industrie habe in den USA abgenommen. Daher sei es sinnvoll der Pflegebranche mit dieser Apothekenkette mehr Gewichtung zu geben. Der Wechsel mache den Dow zu einem besseren Gradmesser fĂŒr die US-Volkswirtschaft. Gibt es einen eindeutigeren Hinweis, dass sich die USA immer weiter entfernen von einer Volkswirtschaft, in der in großem Umfang Industrieproduktion stattfindet? Zitat aus der Veröffentlichung:

“Since then the U.S. economy has changed: consumer, finance, health care and technology
companies are more prominent today and the relative importance of industrial companies is less. Walgreens is a national retail drug store chain offering prescription and non-prescription drugs, related health services and general goods. With its addition, the DJIA will be more representative of the consumer and health care sectors of the U.S. economy. Today’s change to the DJIA will make the
index a better measure of the economy and the stock market.”

General Electic existiert seit ĂŒber 125 Jahren und war seit 110 Jahren im Dow enthalten. Als der Dow 1896 an den Start ging, war GE auch schon dabei. Ein Dow ohne GE, das ist ein Schock und eigentlich unglaublich. Aber es ist ein Sinnbild fĂŒr den Wandel der US-Volkswirtschaft.

General Electric nicht mehr im Dow gelistet

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Deutsche Bank-Aktie: Florian Homm mit dĂŒsterem Gesamtbild

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Ist die Deutsche Bank-Aktie inzwischen ein Kauf? Vielleicht fĂŒr kurzfristige Zocker, aber wohl kaum im großem Bild, so sagt es Florian Homm. Im folgenden Video bespricht er die aktuellen und strukturellen Probleme der Bank. Da wĂ€re die technologische RĂŒckstĂ€ndigkeit, die rechtlichen Probleme, das Zinstief, die Herabstufung durch Ratingagenturen, Zombie-Kredite etc. Es gebe keine klare Strategie, und das Momentum laufe gegen die Bank. Die letzte Kapitalerhöhung sei wohl schon verpulvert worden.


Die Deutsche Bank-TĂŒrme in Frankfurt. Foto: Nordenfan / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

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