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Militärschlag gegen Syrien: was passiert dann an den Märkten?

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass es zeitnah zu einem Militärschlag der USA und Frankreich (und möglicherweise anderer Mächte) kommen wird. Was passiert dann an den Märkten?

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass es zeitnah zu einem Militärschlag der USA und Frankreich (und möglicherweise anderer Mächte) kommen wird – darauf deutet die explizite Absage der Reise Trumps nach Südamerika mit dem ebenso expliziten Verweis auf Syrien, US-Medien berichten von einer unmittelbar bevor stehenden Ankündigung in Sachen Syrien, die europäische Flugaufsicht Eurocontrol hat eine Warnung für Flüge im östlichen Mittelmeer-Raum heraus gegeben, Donald Trump wird sich heute mit Spitzen-Vertretern der Republikaner treffen wegen des Syrien-Konflikts etc. etc.

https://twitter.com/NewsAlertHQ/status/983854525072248833

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Jenseits der Frage, ob die Attacke eine Berechtigung hat, bevor wirklich klar ist, wer diesen Chemiewaffen-Angriff verübt hat, muß uns die absehbare Reaktion der Märkte interessieren. Und dafür gibt es eine gute Blaupause, weil praktisch genau vor einem Jahr, am 05.April 2017, die USA 59 Tomahawks auf einen syrischen Militärstützpunkt abfeuerten.

Was passierte damals? Der S&P-Future (der Angriff passierte in der Nacht vom 04. auf den 05.April) verlor im asiatischen Handel ca. 1%, erholte sich dann aber mit Eröffnung der europäischen Märkte wieder und machte die Verluste wieder wett, bevor es dann in den darauf folgenden Tagen wieder nach unten ging aufgrund der eskalierenden Rhetorik zwischen Russland und den USA:


(Grafik:: zerohedge.com; durch anklicken vergrößern)

Dabei ist zu bedenken, dass dieser Militärschlag erfolgte, dann aber damals nichts mehr hinterher kam. Nach Medienberichten dürfte es aber nun so sein, dass diesmal eine Kette von Schlägen wahrscheinlich ist, die Militäraktion also nicht auf einen einmaligen Beschuß begrenzt würde, sondern aufeinanderfolgende Aktionen kommen, die sich nicht auf einen einzigen Tag begrenzen. Das würde die Märkte also dann deutlich mehr beschäftigen als der Schlag vor einem Jahr (bei dem übrigens Gold damals kurzfristig nach oben schoß damals..).

„Vor der Küste Syriens liegt bereits die USS Donald Cook, ein Zerstörer, der mit Marschflugkörpern ausgestattet ist. Auch der Flugzeugträger USS Harry Truman ist am Weg in den Golf. Russische Truppen haben begonnen, den Funk von US-Aufklärungsdrohnen zu stören.“ (Quelle: amerikareport.de)

Hinzu kommt neben der vermutlich längeren Dauer der Militär-Schläge noch ein anderer Fakt: die Stimmung zwischen den USA und Russland ist nach den Sanktionen der Amerikaner gegen Russland stark angespannt, der Rubel im Sinkflug, der Aktienmarkt in Moskau im Sinkflug – es geht also für die Russen derzeit ans Eingemachte, da viele russische Firmen keine Dollar-Liquidität mehr bekommen, weil internationale Banken den Geldfluß gestoppt haben aus Angst vor Strafen durch die USA.

Mithin ist der „russische Boxer“ also angeschlagen und fühlt sich in die Ecke gedrängt – was die Lage nicht gerade vereinfacht. Sollte es zu schweren Zwischenfällen kommen – tote russsische Soldaten, abgeschossene russische Kampf-Jets etc. – dann könnten die Dinge also recht schnell ausser Kontrolle geraten!

Siehe hierzu auch folgenden Bericht über die derzeitige Stimmungslage zwischen den USA und Russland:

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/videos/usa-und-russland-im-konfikt-wegen-syrien-100.html


Zerstörung und Krieg hat in Syrien eine lange Geschichte – ein Bild aus dem Jahr 1974

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Alex Kreis

    11. April 2018 12:17 at 12:17

    Das mit dem russischen Boxer finde ich eine gelungene Analogie. Allerdings bin ich der Meinung, dass der Westen (NATO/USA/EU) der angeschlagene Boxer ist und dass der Osten (Russland/China) den längeren Atem und die entsprechende Geduld zu haben scheint. Es kommt mir das Bild eines übergroßen (Putin-)Boxers mit einer deutlich längeren Arm-Reichweite in den Sinn, welcher seinen Box-Handschuh an die Stirn des (Trump-)Boxers hält, während dieser sich unterhalb und außerhalb der Reichweit abstrampelt um … ja, um was? Wahrscheinlich nur um im In- & Ausland Aktionismus zu zeigen. Bestenfalls ist die US-Außenpolitik nur ein großes Ablenkungsmanöver von den gigantischen, innenpolitischen Intrigen von denen man in deutschen „Qualitätsmedien“ ja so überhaupt nichts hört (Mueller, Rosenstein, Horowitz, etc.)

  2. Avatar

    Franz

    11. April 2018 12:50 at 12:50

    wird wohl heute noch große Goldkäufe geben…..

  3. Avatar

    MK

    11. April 2018 13:56 at 13:56

    Eventuell liegt auch ein gemeinsames Interesse daran den Ölpreis nach oben zu heben….

  4. Avatar

    ICE

    12. April 2018 01:10 at 01:10

    Da möchte man sich doch wünschen, dass die Ablösung als grösste Wirtschaftsmacht der USA, durch Asien friedlich vonstatten geht. Davon abgesehen scheint aber – entgegen unserem Wunsch-Denken – Amerika militärisch und geo-strategisch so stark aufgestellt zu sein wie noch nie. Ich befürchte langsam, die Amerikaner haben ihre geopolitischen Spielchen von langer Hand geplant und setzen ihre Agenda seit Jahrzehnten – leider muss ich sagen – erfolgreich um. Den USA geht es vor allem um eines; Chaos und Zwist zu sähen. Deshalb die Allianz zu Isreal als verlängerter Arm sowie Saudi Arabien. Die Türkei spielt selbstverständlich treu an der Seite der Amerikaner. England, Frankreich und Deutschland leider gleichfalls. Ich hoffe, dass es nur nicht zu späht ist, um die letzte Agenda unumgänglich zu verhindern. Künstliche Intelligenz, vernetzte Intelligenz durch Internet, Facebook und die Wucht sowie Präzision heutiger Waffensysteme. Ich möchte hoffen, dass es nicht soweit kommt.

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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