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MSCI World – Dominanz der USA gefährlich?

Wolfgang Müller

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am

Derzeit bekommt man in vielen Wirtschaftsmedien die Empfehlung für die Aktienanlage einfach in den MSCI World zu investieren. Praktisch in einen Weltaktien-Index mit weit gestreutem Risiko. Aber ist dies angesichts einer übergroßen Dominanz der amerikanischen Aktien derzeit so ohne Probleme?

 

Die Vorherrschaft der FAANG-Aktien im MSCI World

Die Diskussion mit einem Forumsteilnehmer hier auf finanzmarktwelt.de, bezüglich der Dominanz von in Dollar notierenden US-Aktien im MSCI World, brachte mich auf den Gedanken die Relationen in diesen Anlagevehikel ein bisschen unter die Lupe zu nehmen.

Man kann so einfach und kostengünstig mittels ETF in diesen Weltfonds investieren. Der von Morgan Stanley Capital International (MSCI) aufgelegte Index umfasst etwa 1.650 Unternehmen aus 23 Industriestaaten. Aufgenommen werden aus jeder qualifizierten Nation die Unternehmen mit dem größten Börsenwert – ca. 85 Prozent der Marktkapitalisierung eines Landes. Betrachtet man sich die Gewichtung der Länder, fallen natürlich gewaltige Unterschiede auf: (Stand Juli 2019):

Von Portugal, Österreich, Neuseeland mit circa 0,1 Prozent, über Deutschland 2,96 Prozent, Schweiz 3,11 Prozent, Frankreich 3,81 Prozent, Großbritannien 5,66 Prozent, Japan mit knapp 8 Prozent bis hin zu den USA mit 62,8 Prozent.

Eine unglaubliche Dominanz der Vereinigten Staaten – und kurioserweise wird die Volksrepublik China als zweitgrößte Wirtschaft der Welt immer noch als Schwellenland (Emerging Market) eingestuft – berechtigterweise auch zum Ärger von Donald Trump.

Noch skurriler wird es, wenn man die Gewichtung der FAANG-Aktien in dem Weltindex MSCI World betrachtet. Die Marktkapitalisierung dieser Werte übertrifft das Bruttoinlandsprodukt mancher Industrieländer und führt zu einem entsprechenden Indexgewicht. Hier eine Reihung:

  • Microsoft mit über 850 Milliarden Euro – 2,36 Prozent
  • Apple – 2,26 Prozent
  • Amazon – 1,91 Prozent, selbst
  • Facebook erreichte kürzlich 1,12 Prozent und es geht weiter mit Johnson&Johnson, Alphabet, JPMorgan und anderen

Damit übertrafen bereits zwei dieser Wachstumswerte deutlich den Anteil Deutschlands am Weltindex MSCI World, immerhin die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt.

 

Die historische Entwicklung

Diese Dominanz ist natürlich keine Entwicklung im letzten Zyklus, sondern hat sich bereits über Jahrzehnte hinweg ausgebaut. Exemplarisch hier der US-Anteil am MSCI seit der Finanzkrise (ungefähre Werte):

2006 – 52%
2007 – 48%
2008 – 46%
2009 – 51%
2010 – 51%
2018 – 59%
2019 – ca. 62%

Dieser aktuell hohe Anteil ist nicht nur auf das Trumpˋsche Doping mit der Reform der Unternehmenssteuern zurückzuführen, sondern auch auf das opulente „Financial Engineering“ der Firmen in Form von rekordhohen Aktienrückkäufen.

Blickt man etwas weiter in der Vergangenheit, so sieht man dass dies nicht immer so gewesen ist. Vor 40 Jahren lag der US-Anteil noch bei 30 Prozent. Dominierend war damals Japan, welches 1989 mit 50 Prozent im Weltindex gewichtet war. Die gigantische Immobilienblase platzte und Japan steht heute wie erwähnt bei einem Anteil von ungefähr 8 Prozent. So schnell und so tief wird es mit den USA jetzt bestimmt nicht gehen, aber allein die Tatsache, dass der Konkurrent China mit seinem BIP von 13 Billionen Dollar und expandierenden Aktienmärkten (Hongkong, Shanghai, Shenzen Exchange mit über 11 Billionen $) irgendwann in den Weltindex aufgenommen werden sollte.

 

Fazit – die Abhängigkeit des MSCI World von US-Aktien

Die große Dominanz in der Marktkapitalisierung amerikanischer Werte führt natürlich zu einer großen Abhängigkeit des Weltindex von der Kursentwicklung in den USA. Sollten die Amerikaner einen Einbruch der großen Wachstumswerte – vor allem im Kampf um die technologische Vorherrschaft in der Welt mit China erleben – so wird auch der MSCI World gewaltig in die Knie gehen.

Man sieht es am Beispiel von Japan, dem Land, welches man einst als Bedrohung für die Wirtschaftswelt gesehen hatte.

So risikolos gestreut ist also ein Investment in dem von den USA dominierten Weltindex mit 1650 Aktien beileibe nicht, wenn schon allein vier US-Aktien eine Gewichtung von über acht Prozent besitzen!

 

Der Index MSCI World ist stark von US-Aktien dominiert

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Finanznews

Aktienmärkte: Das wird wichtig werden! Marktgeflüster (Video)

Da heute wenig passiert ist, lohnt ein Blick darauf, was für die Aktienmärkte – und hier speziell für die Wall Street – wichtig werden wird..

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute ohne die Wall Street (Martin Luther King Day) erwartungsgemäß übeschaubar spannend – der Dax mit einem Freudensprung unmittelbar mit Kassa-Eröffnung, dann aber in der abeshbar schmalen Handelsspanne für den Rest des Tages. Da heute wenig passiert ist, lohnt ein Blick darauf, was für die Aktienmärkte – und hier speziell für die Wall Street – wichtig werden wird. Bei allem Jubel über neuen Stimulus durch die Biden-Administration wwird bisher übersehen, dass der neue US-Präsident zwei sehr linke Regulatoren in entscheidende Positionen gebracht hat. Diese werden es der Wall Street nicht so leicht machen wie die „Buddies“ von Donald Trump – der Gegenwind wird dadurch größer..

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Rüdiger Born: Indizes am US-Feiertag – geht da was?

Rüdiger Born

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Dax: Ende der Fahnenstange – oder Kurse weit über 14.000 Punkte?

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Mit einer kleinen Korrektur hat sich der deutsche Leitindex, Dax 30 Performance, aus der zurückliegenden Handelswoche verabschiedet. Der kleine Nervenkitzel konnte indes nichts Weltbewegendes bewirken. Zudem haben sich die anfangs dramatisch darstellenden Kursverluste im Tagesverlauf wieder deutlich relativiert. Auch wenn keine Grundsatzentscheidung getroffen wurde, zeigt diese Performance das angeschlagene Vertrauen, der Marktteilnehmer in die nahezu unendliche Geschichte des Indizes, auf. Eine Verhaltensweise, an die wir uns wohl immer stärker gewöhnen müssen und werden.

Ausblick für den Dax:

Die seit Anfang Dezember laufende Aufwärtsbewegung des Dax dient immer noch der Darstellung von Welle (c) und damit des abschließenden Parts der übergeordneten Welle (B). Die zwingend fünfteilige (1-2-3-4-5) Impulswelle (c), gern auch Antriebswelle genannt, konnte mit der kleinen Korrektur, der letzten Handelstage, die Korrekturwelle (4) ausbilden. Ein sehr schönes Anzeichen hierfür ist der ausgebliebene Schlusskurs unterhalb der 0.38-Unterstützung bei 13.712 Zählern, mittels Schlusskurses.

Steigt der Dax weit über 14.000 Punkte?
Allein dieser Aspekt, als auch der Tagesverlauf der letzten Kerze, deuten sehr stark daraufhin, dass sich im Verlauf der folgenden 2-3 Wochen Welle (5) für den Dax ausbilden wird. In Folge dieser sich ebenfalls fünfteiligen Welle kann der Dax noch einmal ein kräftiges Momentum aufweisen. Das eigentliche Kursziel von (5), verbunden damit von (c) und (B), liegt im Bereich des 1.00-Widerstandes bei 14.476 Punkten. Der Anstieg bis zur zweiten 1.00-Linie (14.794 Punkte) liegt allerdings auch im Bereich des Möglichen.

Fazit:

Der Aufwärtstrend beim Dax wird sich auch weiterhin behaupten, wenn auch das Ende der Fahnenstange immer näher rückt. Ein erneutes Kaufsignal kann ich nicht benennen; das bisherige bleibt bestehen..

Der Ausblick für den Dax

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