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Ausverkauf von Tech-Werten Nasdaq: Tech-Aktien droht ein weiterer Rückgang um 10 % oder mehr

Nasdaq: Tech-Aktien droht ein weiterer Rückgang um 10 % oder mehr

Seitdem der geldpolitische Wind in den USA kräftig gedreht hat, geht es an den Aktienmärkten bergab. Vor allem die Tech-Aktien im Nasdaq mussten größtenteils heftige Kursverluste einstecken. Der Technologieindex verlor in der Spitze 34 Prozent und ist damit tief in einen Bärenmarkt gerutscht. Aktuell liegt er rund 32 Prozent im Minus bei 11.340 Punkten.

Steigende Zinsen sowie ein starker US-Dollar sorgen derzeit für starken Gegenwind für Tech-Aktien. Die Tendenz der Anleger geht aktuelle in Richtung risikoloser Investments, da die Renditen für Staatsanleihen mit rund 4 Prozent ein interessantes Niveau erreicht haben. Zudem nimmt die Attraktivität von Risiko-Assets wie Tech-Aktien ab, solange die Leitzinsen steigen.

Der Ausverkauf von Tech-Aktien geht weiter

Dazu meldet Bloomberg aktuell: Der große Ausverkauf in der Technologiebranche im Jahr 2022 ist noch lange nicht vorbei, da sich die Anleger darauf einstellen, dass die Gewinne der Tech-Unternehmen weiter fallen. Dies dürfte den Nasdaq 100 zusätzlich um mehr als 10 % einbrechen lassen.

Mehr als zwei Drittel der 914 Befragten in der MLIV Pulse-Umfrage glauben, dass die Gewinne der Technologieunternehmen den Markt im Jahr 2022 enttäuschen werden. Unternehmen wie beispielsweise Alphabet (ehem. Google) laufen Gefahr, dass Werbekunden ihre Ausgaben kürzen, da die Weltwirtschaft schwächelt. Streaming-Dienste wie Netflix sind indessen mit einem Exodus preissensibler Abonnenten konfrontiert, da die Verbraucher den Gürtel enger schnallen, wenn die Inflation hoch bleibt.

Der Nasdaq 100 ist im bisherigen Jahresverlauf um etwa 34 % gefallen und hat damit Billionen von Dollar an Marktwert verloren. Die kräftigen Zinserhöhungen belasten besonders Tech-Aktien und mindern den Wert ihrer künftigen Erträge. Während die Inflation die Kosten in die Höhe treibt, belastet ein starker US-Dollar zugleich die Gewinne, wodurch die Gefahr einer Rezession wächst. Einzelhändler wie der Online-Gigant Amazon stellen fest, dass einige ihrer direkten Reaktionen auf die Covid-19-Pandemie – wie massive Investitionen in Lagerhäuser und Arbeiter – negativ auf sie zurückfallen.

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Nasdaq-Unternehmen warnen und erhöhen Preise wegen Dollar-Stärke

Laut Bloomberg kündigte Apple bereits an, dass es die Preise für App-Store-Einkäufe in Asien und in Ländern, die den Euro verwenden, anheben wird, da der Wert ausländischer Währungen im Vergleich zum Dollar stark eingebrochen ist. Unter anderem senkte Microsoft im Juni ihre Prognosen aufgrund der starken Währung. Und im Juli warnte die Sony Group ihre Anleger vor den Auswirkungen der weltweiten Konjunkturabschwächung, insbesondere in Europa, und den negativen Auswirkungen des starken Dollars auf ihre Finanzergebnisse. Der Bloomberg-Dollar-Index, der die Entwicklung des Dollars gegenüber 10 führenden Weltwährungen abbildet, hat seit diesen Ankündigungen einen neuen Rekordwert erreicht. Im Zuge dessen mussten Tech-Aktien weitere Kursverluste verbuchen.

Es wird erwartet, dass die Gewinne von Tech-Unternehmen im dritten und vierten Quartal hinter denen des marktbreiten S&P 500 zurückbleiben werden. Nach Angaben von Bloomberg Intelligence wird der Gewinn je Aktie von Technologieunternehmen im dritten Quartal um 6,6 % gegenüber dem Vorjahr zurückgehen, während die restlichen Unternehmen im S&P 500 insgesamt um 3,2 % zulegen dürften. Der 12-Monats-Gewinn je Aktie des Nasdaq 100 ist seit dem 1. Juni um 2,9 % gesunken, verglichen mit einem Rückgang von 0,8 % für den S&P 500.

Tech-Aktien: Es gibt auch Gewinner

Laut Bloomberg ist positiv zu vermerken, dass Technologieunternehmen, die sich auf nachhaltige und energieeffiziente Produkte konzentrieren, wahrscheinlich von der beispiellosen Energiekrise nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine profitieren werden. Nachdem Russland die Erdgaslieferungen an die stark abhängigen Nachbarländer eingeschränkt hatte, stiegen die Strom- und Gaspreise auf ein Rekordniveau, und die Regierungen kämpfen gegen einen möglichen wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Die Investoren sind laut der MLIV Pulse-Umfrage der Ansicht, dass hohe Stromrechnungen und die Verknappung von Brennstoffen die Entwicklung grüner Lösungen fördern. Davon dürften vor allem Tech-Aktien aus dem Sektor der erneuerbaren Energien profitieren. Die Retail-Investoren waren dabei am optimistischsten: 63 % der Befragten gaben an, dass sie glauben, dass eine Gas- und Ölkrise die Entwicklung von nachhaltiger Elektronik fördern wird. Sechzig Prozent der befragten professionellen Investoren stimmten dem zu.

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FMW/Bloomberg



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