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Negativzinsen von -5%? Eine Kurz-Erwiderung auf Friedrich&Weick

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In Ihrem Buch „Der größte Crash aller Zeiten“, aus dem heute ein Abschnitt auf FMW veröffentlicht worden ist, schreiben Friedrich&Weick: „In Zukunft werden uns Strafzinsen von minus vier bis minus fünf Prozent blühen, wenn wir weiterhin an dem zum Scheitern verurteilten Währungsexperiment Euro festhalten„.

Wenn man am Beispiel des weltweit wichtigsten Vermögensassets – der Immobilie – die Auswirkungen der sehr steilen Friedrich&Weick-Prognose von -4 bis -5%-Zinsen durchspielt, kommt man zu völlig absurden Zuständen, die so wohl kaum eintreten werden!

Denn schon bei einem negativem Zinssatz von -2,6% und der gleichen Tilgungsrate von ebenfalls 2,6% bekommen nämlich alle Erwerber ihre Immobilie von der Notenbank/Staat nach 40 Jahren geschenkt. Dies kann jeder ganz einfach mit einem Immobilienfinanzierungsrechner seiner Wahl nachrechnen. Bei einem negativem Zinssatz von -3,3% schenkt einem die Notenbank/Staat schon nach 30 Jahren die Immobilie. Bei -4 oder sogar über -5% geht das dann auch schon unter 20 Jahren.

Da in so einer Welt jeder sofort auch eine Immobilie von Notenbank/Staat geschenkt haben möchte, gibt es nun ein “klitzekleines“ Verteilungsproblem, da ja nicht für alle genügend Immobiliengeschenke vorhanden sind und die, die kein Immobiliengeschenk abbekommen haben, astronomisch hohe Mieten zahlen müssten!

Auch das Absenken der Zinsen hat seine Grenzen. Was passiert, wenn diese Grenze erreicht ist, weiß niemand.

Aber die Prognose von -4 bis -5% Zinsen erscheint vor diesem Hintergrund aus meiner Sicht unseriös..

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Savestrax

    21. November 2019 17:08 at 17:08

    Der nachfragegetriebene Preisanstieg wird dann dafür sorgen, das es auch bei -2,6% keine Geschenke nach vierzig Jahren geben wird. Zumindest nicht für jedermann.

  2. Avatar

    K. Wohmann

    21. November 2019 17:46 at 17:46

    Unseriös? Ist denn das was die EZB veranstaltet seriös? Die Spasvögel der EZB staunen selber, dass die Bürgen sich die Umverteilung und Enteignung gefallen lassen.

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    BrettonWood

    21. November 2019 18:06 at 18:06

    Also die Schweiz hat -0,75 und das heisst längst nicht das der Immobilienbesitzer dies auch hätte….

    Oder ist bei irgendeiner Privatperson etwas von der Liquiditätschwemme angekommen, da scheint mir der Schluss das dies daher nicht möglich sein wird etwa sviel zu verkürzt….ich gehe auch nicht davon aus das der Staat irgendjemandem etwas schenkt, den der Staat hat ja gar nichts zum verschenken….

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      Michael

      21. November 2019 20:14 at 20:14

      @BrettonWood, da haben Sie aber die Sprache Gottes nicht verstanden, die uns kürzlich ein wahrhaft Glaubender und Verstehender unwiderlegbar erläutert hat. Unsere Gehirne müssen sich an Negativzinsen vermutlich erst gewöhnen und diese noch nie dagewesene Perversion erst einmal verarbeiten. Das ist wie Antimaterie, dunkle Materie, dunkle Energie in der Physik. Obwohl man schon in der 5. und 6. Klasse lernt, damit zu multiplizieren.

      Bei -0,75% wird noch keine Bank dem Kreditnehmer auch Zinsen gutschreiben, das ist verständlich. Aber was wäre bei -5%? Die Bank vergäbe dann rein hypothetisch Kredite zu -3,5% und kann mit der Marge von +1,5% ganz gut über die Runden kommen.

      Nicht nur unsere Gehirne, auch unsere Immobilienfinanzierungsrechner müssen mit Antimaterie erst einmal klarkommen. Ich habe es eben mit obigem Link aus dem Artikel und einigen anderen versucht. Klappt entweder gar nicht oder quittiert mit lustigen Fehlermeldungen wie Die Darlehensrate beträgt 0,00 €. Bitte ändern Sie Ihre Eingaben!

      Erfahrene und professionelle Programmierer haben uns kürzlich darauf hingewiesen, dass die Einführung eines Minuszeichens und negativer Zahlen ein Jahr dauern kann. Erinnert in seiner Weitsicht an das Jahr-2000-Problem, das ebenfalls niemand voraussehen konnte.

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        Bullennörgler

        21. November 2019 22:21 at 22:21

        Hallo Michael, da hast Du Recht, bis z.B. Immobilienfinanzierungsrechner negative Zinsen verarbeiten können wird es noch etwas dauern -:) Deshalb musst Du den Rechner „austricksen“ und 0 % Sollzinsen, 20 Jahren Zinsbindung und 5 % Tilgungssatz eingeben. Bei diesem Beispiel, hast Du dann das Geld, was Du durch die Kreditaufnahme bei -5% negativem Zinsen von deiner Bank bekommst, gleich zur Tilgung Deines Kredits genommen und nach 20 Jahren dann ein Schuldenfrei abgezahltes Haus. Was für eine verrückte Vorstellung!

        Das es dies aber schon jetzt im Kleinen Ausmaß gibt, kann man in Dänemark sehen, wo man schon -0,5% negative Zinsen bei Immobilienkrediten bekommt (siehe https://finanzmarktwelt.de/immobilienkredit-daenische-banken-zahlt-kunden-zinsen-136147/ ).

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          BrettonWood

          22. November 2019 07:38 at 07:38

          Nein das ist eben nicht wahr! Es gibt in Dänemark unter dem Steich ebenfalls kein Geld fürs Haus (im Gegenzug zu Krediten, da gibts dort diese perversion schon) aber bei den Immos hauen die Banken eine Marge drauf das am schluss mindestens 0 resultiert.

          Institutionelle Kunden können in der Schweiz auxh schon negativ Zinsen für Immos kriegen!

          Aber für die Privatperson wird dies auch wenn der Zins bei 5% liegt niemals Tatsache werden, dies wird die Regierung verbieten ganz einfach aus den oben erwähnten Gründen, es ist doch gerade in Deutschland wo jetzt schon Mietdeckel einegedührt werden völlig absurd zu glauben man würde die Mieten derart steigen lassen!!!

          Das glaube ich nicht, ich weiss bicht ob wir -5% je sehen werden, mir gehts nur um die Aussage das auch wenn dies kommt dies dem Privaten nichts oder nur ganz begrenzt etwas bringen wird.

          Ehrlich gesagt glaube ich bevor irgend ein Privater Immobilienbesitzer -5% bekommt und damit ein Hausnin 20 Jahren geschenkt kriegt, wird es Zwangsenteignungen geben.

          Und das diese Situation dann 20 Jahre anhält ist aich nicht gerade wahrscheinlich, dann würde ja dem dümmsten aufallen das Geld keinen Wert mehr hat und es gäbe Aufstände, jeder der eine Immobilie hat müsste sich fürchten vor dem Mob….

          Sollten wir dereinst wirklich -5% sehen würde das ja nochmals zu winer massiven Vermögenspreisinflation führen, ich denke das da nochmals einige Verkaufen würden (ich auf alle Fälle) und in unterbewertere sachwerte umschichten (oder eine Immobilie irgendwo anders)

          Wahrscheinlich würde es anschliessend nicht lange dauern und wir haben entweder Deflation oder Hyperinflation oder beides gefolgt von einander, so oder so wird der Schuldengehebelte Immobilienbesitzer dies nicht überleben (ausser seine Schuldqoute liegt heute bei unter 40%

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      Bullennörgler

      22. November 2019 11:47 at 11:47

      Hallo BrettonWood, die Liquiditätsschwemme ist natürlich auch bei den Privaten Immobilienkäufern angekommen, da sie zu noch nie in der Menschheitsgeschichte vorgekommenen Kreditbedingungen eine Immobilie kaufen können. Auf die Schnelle hab ich nur hier http://www.windsurf-schmidt.de/hypzins1.htm einen etwas längeren Chart zu Hypothekenzinsen gefunden, der die Entwicklung ganz gut zeigt. Dass die Immobilienpreise dementsprechend auch gestiegen sind, ist eine der Nebenwirkungen, die ein Absenken der Leitzinsen auf -5% Zinsen unwahrscheinlich macht. Das diese Zinsen natürlich nicht eins zu eins an Private weitergegeben werden ist klar. Das ganze Thema ist viel komplizierter, als das man es wie Friedrich&Weik mit einer simplen Vorschreibung eines Trends zu immer niedrigeren Zinsen behandeln könnte. Nur das sollte mein kleines absurdes Beispiel zeigen.

      @ Nurmalso: Meine Phantasie reicht übrigens aus, um mir vorzustellen, dass es Helikoptergeld, Vermögensabgaben, Hauszinssteuern oder eine Währungsreform geben könnte. Meine Phantasie reicht aber auch aus, um mir vorzustellen, dass alles nicht ganz so schlimm kommt und Technologische Entwicklungen in der KI, Biotechnologie oder in etwas von dem ich bisher noch nicht gehört habe, die jetzige Situation zum positiven ändert.

      In Demut vor dem was ich nicht vorhersagen kann, bereite ich mich auf unterschiedliche Szenarien vor und versuche der menschlichen Versuchung nach epistemischer Arroganz (siehe Nassim Taleb) zu weiderstehen.

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    Prognosti

    21. November 2019 18:20 at 18:20

    Da die als weniger schlau eingeschätzten Amis keine Negativzinsen wollen, sind solche Negativzinsen anderswo unwahrscheinlich.Da schon jetzt die leicht negativen Sätze verheerende Verzerrungen bewirken u. sogar bis zur EZB durchgedrungen sind, würden weitere Senkungen Unruhen u.Chaos herbeiführen.
    Googeln: In den USA sind Negativziinsen tabu.

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      BrettonWood

      22. November 2019 07:42 at 07:42

      ? Und daraus das das offizielle Statment der USA aktuell ist das sie das nicht wollen, meine Sie das komme nie?

      Meinem Sie ein einziges der Länder die heute schon negative Zinsen haben hätten dies gewollt?

      Und selbst wenn die FED wüsste das dies unumgänglich sein wird, meinen Sie die würden das heute an die grosse Glocke hägen? Könnten Sie sich die Folgen vorstellen?

      Das was offiziell Kommuniziert wird ist kaum alles was die FED weissnund erwartet…das sollte einem schon klar sein…

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    Nurmalso

    21. November 2019 20:46 at 20:46

    Unseriös? dem Bullennörgler fehlt wohl ein wenig Fantasie.
    Solange der dunmme Michel nicht motzt geht das doch locker durch.
    5% auf Sparguthaben merkt der doch nicht.
    Der Deutsche lässt sich doch auch gerne beim Diesel mehr als 5% enteignen. Kein Problem.
    Bettelt sogar noch nach einer CO2 Steuer…
    Wollen dann alle eine Immobilie? ja klar….
    Ob das allerdings die Bank so lange durchhält sei mal dahin gestellt…lach.

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Warum eine Stagflation sehr gefährlich wäre

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Containerterminal - Symbol für den Welthandel - eine Stagflation droht

Durch die Coronavirus-Epidemie droht den großen Volkswirtschaften eine Kombination aus stagnierender Wirtschaftsleistung und steigenden Preisen – die Stagflation. Warum sie so gefährlich ist und warum die Notenbanken in diesem Fall kaum Handlungsspielräume hätten.

Die Weltwirtschaft kühlt sich bereits merklich ab – eine Stagflation käme zur Unzeit

Belastet durch die teilweise Rückabwicklung der Globalisierung im Zuge der diversen Handelsstreitigkeiten sowie die globale Überschuldung hat sich das Weltwirtschaftswachstum bereits merklich abgekühlt. Nach noch 3,8 Prozent globalem Wachstum im Jahr 2017 waren es im Folgejahr, trotz massiver Steuerstimuli in den USA und ultralockerer Geldpolitik weltweit, nur noch 3,6 Prozent Wachstum. Im vergangenen Jahr brach die Expansionsrate dann auf 3,0 Prozent ein, vor allem wegen des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie den Schuldenkrisen in diversen Schwellenländern (z. B. in Argentinien, der Türkei, Brasilien, Chile, Venezuela, etc.).

Für dieses Jahr hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen gemäß dem World Economic Outlook aus dem Februar bereits von 3,4 auf 3,0 Prozent abgesenkt. Doch der IWF behält sich weitere Revisionen vor und die Schätzungen diverser Bankenökonomen aus Nordamerika und Europa gehen mittlerweile nur noch von einer Wachstumsbandbreite zwischen 2,3 und 2,8 Prozent für das Gesamtjahr 2020 aus. Diese nochmalige Wachstumsabkühlung entspräche der geringsten Wirtschaftsdynamik seit der Finanzkrise. Bereits bei einer Wachstumsrate von global zwei Prozent spricht der IWF von einer „gefühlten weltweiten Rezession“.

Die größte Gefahr sieht der IWF in einer Unterbrechung der Lieferketten in Folge der Eindämmungsmaßnahmen der Coronavirus-Epidemie (sie verursacht aktuell auch Turbulenzen an den Börsen, siehe beispielsweise hier). Die betroffenen Unternehmen sind dadurch gezwungen, alternative aber auch teurere Quellen für Vorleistungsgüter und Zwischenprodukte zu nutzen, wenn es sie denn überhaupt in ausreichendem Maße gibt. Diese erzwungene Umorientierung in der Beschaffungskette führt zu steigenden Inputpreisen bei den verarbeitenden Unternehmen, die aber nicht durch eine höhere Nachfrage, sondern durch einen Angebotsschock verursacht werden.

Eine solche Situation gab es zuletzt in den 1970-er Jahren, als eine künstliche Verknappung der Angebotsmenge von Rohöl zu explodierenden Energiepreisen führte. Die wirtschaftliche Aktivität in den westlichen Ländern litt stark unter dem Ölpreisschock. Mit einer Kombination aus Zinsanhebungen und Lohnsteigerungen wurden damals die Inflationserwartungen eingedämmt und die reale Kaufkraft der Endverbraucher stabilisieret. Beides ist heute jedoch nicht möglich. Höhere Löhne zum Ausgleich gestiegener Preise würden die Margen der Unternehmen noch stärker belasten. Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie befindet sich beispielsweise mit nur 76,8 Prozent bereits auf dem Niveau früherer Rezessionen. Zinsanhebungen zur Inflationsbekämpfung wären aufgrund des globalen Schuldenniveaus der „Sudden Death“ für den modernen Finanzkapitalismus. Eine Stagflation käme daher für die Weltwirtschaft zur Unzeit.

Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock

Dass die Preise wegen Lieferverzögerungen und dem Ausfall von Zulieferbetrieben bereits ansteigen, haben die jüngsten Daten von IHS Markit zu den Einkaufsmanager-Indizes für den Monat Februar gezeigt. So ist der für Deutschland erhobene Index für das verarbeitende Gewerbe im Wesentlichen nur deshalb angestiegen, weil sich die beiden Unterkomponenten für die Lieferzeit und die Inputpreise signifikant erhöht haben. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte an diesem Montag vor sich verstärkenden Lieferengpässen in den kommenden Wochen und Monaten, vor allem aus Fernost. BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang spricht sogar von „Schweren Auswirkungen auf die Konjunktur“ durch den Angebotsschock aus China.

Kommt es also nun zu steigenden Preisen, dann nicht aufgrund einer prosperierenden Wirtschaft, sondern wegen der Knappheit bestimmter Güter. Gleichzeitig leidet auch die Nachfrage unter der eingeschränkten Bewegungsfreiheit von zig Millionen Konsumenten in den von der Epidemie betroffenen Regionen. Ganz abgesehen von der eingetrübten Stimmung der Verbraucher, die in solchen Ausnahmesituationen andere Sorgen haben, als dem Konsum zu frönen. Der drastische Einbruch der Automobilabsätze in China in den letzten beiden Monaten von 20 Prozent im Januar und 92 Prozent im Februar gibt hier einen Vorgeschmack auf das, was bei einer globalen Pandemie, die nach wie vor nicht gebannt ist, zu erwarten wäre.

In der Folge von Knappheit bestimmter Güter und Lebensmittel stieg die Inflationsrate im Reich der Mitte bereits massiv an, auf 5,4 Prozent im Januar. Im Vorjahresmonat, also im Januar 2019, lag die offizielle Inflationsrate noch bei moderaten 1,7 Prozent. Die Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock kann in Kürze zu dem gefürchteten Phänomen der Stagflation führen. Dass die chinesische Wirtschaft im Auftaktquartal 2020 überhaupt gegenüber dem von Handelsstreitigkeiten weniger belasteten und vor allem virusfreien Vorjahresquartal 2019 wachsen kann, bleibt Wunschdenken des Regimes in Peking. Auch die westlichen Industriestaaten werden im ersten Quartal 2020 im besten Fall mit einer wirtschaftlichen Stagnation aufwarten können.

Den Notenbanken wären bei einer Stagflation die Hände gebunden

Die Bekämpfung einer Stagflation stellt die Fiskal- und Geldpolitiker in der heutigen Gemengelage vor besondere Herausforderungen. In China versucht die Notenbank auf Geheiß der Regierung, die Kreditvergabe massiv zu stimulieren, indem die Kreditkosten (Zinsen) sowie die Kreditanforderungen drastisch gesenkt werden. Andernfalls würden Millionen bereits angeschlagener Betriebe aus dem Markt ausschieden – ein Horrorszenario auch für den Westen. Bestimmte Vorprodukte werden nur noch in China produziert. Insofern offenbart die Coronavirus-Pandemie die enorme Abhängigkeit des Westens von China, was aus politischen Gründen in der Konsequenz ebenfalls zu einer Rückabwicklung der Globalisierung führen wird, um die Autarkie der westlichen Länder von essenziellen Produkten, wie zum Beispiel Arzneimitteln, sicherzustellen.

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Drei der fünf großen Schweizer Banken bestehen Stresstest nicht

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Die schweizerische Finanzmarktaufsicht FINMA hat heute die Ergebnisse eines Stresstests veröffentlicht. Drei von fünf großen Schweizer Banken bestanden diesen Stresstest nicht, beziehungsweise sie haben die Vorgaben der Aufseher noch nicht vollständig umgesetzt. Die fünf großen für die Schweiz systemrelevanten Banken sind die UBS, Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen und Zürcher Kantonalbank. Probleme machen laut FINMA die drei zuletzt genannten. Die folgende Grafik zeigt einzelne Abschnitte des Tests und zeigt was gut läuft, und was noch nicht so gut läuft. Bevor Sie die Worte der FINMA lesen, möchten wir noch allgemein anmerken: Ob die Stresstests der Notenbanken für einen echten Notfall überhaupt irgendeine Aussagekraft haben, darf bezweifelt werden. Die griechischen Banken zum Beispiel, die nachweislich längst platt sind dank gigantischer ausgefallener Kredite, haben die Stresstests ja auch bestanden. Und Institute wie UBS, Credit Suisse oder auch die Deutsche Bank – sie sind so groß von ihrem Geschäftsvolumen her, dass selbst das schönste Notfallkonzept in einer echten Krise wohl nichts nützen würde.

Hier die FINMA auszugsweise im Wortlaut:

Alle fünf systemrelevanten Schweizer Banken haben der FINMA Stabilisierungspläne (Recovery-Pläne) unterbreitet. Die FINMA konnte diese Pläne alle genehmigen. Bis Ende 2019 mussten die beiden Grossbanken überdies umsetzbare Schweizer Notfallpläne erstellen. Die FINMA hat diese geprüft. Bei der Credit Suisse beurteilt die FINMA den Notfallplan als umsetzbar. Die FINMA beurteilt die gesetzlichen Vorgaben für einen umsetzbaren Notfallplan auch bei der UBS als erfüllt, mit dem Vorbehalt, dass bestimmte Eventualverbindlichkeiten noch zu hoch sind.

Auch die drei inlandorientierten systemrelevanten Banken haben je einen Notfallplan eingereicht. Die Banken sind aber mit der Umsetzung per Ende 2019 unterschiedlich weit. Als umsetzbar gilt noch keiner dieser Pläne. Bei der Zürcher Kantonalbank besteht ein plausibler Plan, wie die für den Krisenfall notwendigen Ressourcen in den Bereichen Kapital und Liquidität vervollständigt werden können. Bei Raiffeisen und PostFinance fehlt insbesondere noch ein plausibler Plan für den Aufbau der erforderlichen verlustabsorbierenden Mittel für den Krisenfall. Alle drei inlandorientierten Banken arbeiten weiterhin an der Bereitstellung eines umsetzbaren Notfallplans.

Und hier die FINMA zu den Großbanken im Wortlaut, auszugsweise:

Die FINMA muss für beide Grossbanken einen sogenannten Global-Resolution-Plan erstellen. Im Gegensatz zum Notfallplan, der nur die systemrelevanten Funktionen in der Schweiz umfasst, bezieht dieser globale Abwicklungsplan die gesamte Bankengruppe weltweit mit ein. Die FINMA beurteilt diese globale Abwickelbarkeit (Resolvability) anhand des Kriteriums, ob die Grossbanken die für die Umsetzung des Abwicklungsplans notwendigen Vorbereitungen getroffen haben. Sie kommt dabei zum Schluss, dass beide Banken hierfür bereits wesentliche Vorbereitungsmassnahmen getroffen und damit grosse Fortschritte in ihrer globalen Abwickelbarkeit erzielt haben. So beurteilt die FINMA insbesondere die Anforderungen an die strukturelle Entflechtung als erfüllt. Mit Blick auf diese Entflechtung sind beispielsweise Holdingstrukturen und Schweizer Tochtergesellschaften geschaffen worden. In anderen Bereichen, namentlich der Liquidität für den Krisenfall, stehen jedoch noch Umsetzungsarbeiten an. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die regulatorischen Anforderungen in diesem Bereich noch fehlen.

Schaubild der großen Schweizer Banken unter dem Stresstest der FINMA

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Exporte der deutschen Industrie mit mauen Aussichten

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Kurzzeitig sah es in den letzten Monaten so aus, als würde die deutsche Konjunktur gerade eben so an der Rezession vorbei schrammen. Die Industrie ist längst in einer heftigen Rezession, aber Bau und Dienstleistungen haben das aufgefangen, sodass die gesamte Wirtschaftsleistung derzeit glatt bei 0,0% liegt. Auch die Exporte schienen sich ganz vorsichtig zu erholen. Aber gerade erst letzte Woche meldet das Institut ZEW schwache Exporterwartungen. Und heute folgt das ifo-Institut mit seinem Index für die Exporterwartungen. Der Chart zeigt die Entwicklung der Erwartungen seit 2014. Der Index ist für den Monat Februar von +0,8 auf -0,7 Indexpunkte gefallen, was man am Endes des Chart sehen kann. Die ifo Exporterwartungen basieren auf 2.300 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Sie können angeben, ob sie für die nächsten drei Monate die Exporte erwarten mit „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“. Aus allen Antworten wird dann dieser Index errechnet. Hier noch einige Detailaussagen von ifo im Wortlaut:

Die Entwicklungen rund um das Corona-Virus lassen kurzfristig kaum auf Besserung hoffen. Die Autobranche befürchtet einen verstärkten Rückgang ihrer Exporte in den kommenden Monaten. Auch in der Chemischen Industrie ist die Skepsis zurück, nach einem zuletzt leicht optimistischen Ausblick. Im Maschinenbau gehen die Unternehmen ebenfalls tendenziell von einem leicht rückläufigen Auslandsgeschäft aus. Lichtblicke in diesem Monat waren die Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln sowie die Getränkehersteller. Sie erwarten deutliche Zuwächse bei ihren Exporten in den kommenden Monaten.

ifo-Chart für die Erwartungen der Exporte

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