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Öl-Krieg geht in Fortsetzung: „US Production will be restored“

FMW-Redaktion

Eigentlich war der Unterton doch für alle Teilnehmer des weltweiten Öl-Handels mehr als eindeutig. Die OPEC pumpt weiter aus allen Rohren, der Iran wird sowieso drastisch mehr produzieren. Deswegen fallen ja auch die Ölpreise seit Freitag so dramatisch. US-Energieminister Ernest Moniz leutete heute wohl eine Fortsetzung im Öl-Krieg ein, der unausgesprochen zwischen den Golfstaaten und der nordamerikanischen Fracking-Indsutrie stattfindet, die seit ein paar Jahren zunehmend in den Markt drängt und den OPEC-Mitgliedern ihre Weltmarktanteile streitig macht.

Durch absichtliche Überproduktion war es den Saudis und ihren Verbündeten gelungen den Ölpreis von über 100 auf jetzt unter 40 Dollar (WTI) zu drücken. Viele Fracking-Buden in den USA sind schon pleite gegangen, oder vegetieren derzeit mit horrenden Refinanzierungskosten vor sich hin – die Produktion selbst ist defizitär. Aber tot ist die Fracking-Industrie noch nicht.

Was sagte Moniz heute gegenüber dem Wirtschaftssender „CNBC“?

„Oil production in the U.S. has not dramatically dropped, it has gone down a little bit but it’s up by four million barrels a day from a few years ago. Our Energy Information Administration (EIA) expects that the average production this year will still be above 9 million barrels a day so the drop-off is not viewed as precipitous. Presumably, the expectations are over time that we’ll see a slow reversal of that drop-off and that production will be restored. We are certainly not resource limited.“

Der gute Mann will wohl ein Zeichen Richtung OPEC senden, dass die amerikanische Öl-Industrie nicht so leicht aufgibt. Und das sagt er während ständig mehr Bohrstellen in den USA dicht gemacht werden, Woche für Woche. Auch werden neue Öl-Explorationen und sonstige Investitionen eingestampft. Und der Ölpreis tendiert auch aktuell weiter dazu im Krieg um Marktanteile und das Erreichen des Break Even den Golfstaaten in die Hände zu spielen. WTI (US-Öl) notiert aktuell bei nur noch 37 Dollar, bisher ein freier fall gen Süden – das Nordsee-Öl Brent ist vor wenigen Augenblicken unter die magische 40 Dollar-Marke gefallen. Wie das WTI notiert Brent jetzt auf dem 7 Jahres-Tief aus der Lehman-Krise.

Brent



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4 Kommentare

  1. Ich glaube nicht an den Ölkrieg zwischen den USA und Saudi-Arabien. Dafür sind die Saudis doch viel zu abhängig. Ohne die Schutzmacht USA ist dort bald Schluss mit dem sagenhaften Reichtum einiger weniger Familien, oder sogar mit den Familien.

    Nach meiner Meinung richtet sich der Preiskampf gegen Putin. Man will Russland ausbluten und so ins Glied zwingen.

    1. Klingt gut ist aber weit gefehlt.

      Nach Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat steuerten Unternehmen, die im Bereich der Förderung von Rohstoffen tätig waren, also insbesondere die Erdöl- und Erdgasförderunternehmen, 2004 zwar nur 13 % zur gesamtwirtschaftlichen Produktion, dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. ….
      Mit 13% Anteil zwingt man nichts in die Knie.

      Grüße

    2. Das Öl überhaupt alle Rohstoffe müssen fallen damit der Dollar steigt, dies wird mit Finazinstrumenten bewerkstelligt. Übernangebot ist nur ein Gehirn-Nebel.

  2. Die Saudis wollen Fracking kaputt machen, das ist klar.
    Unter normalen Umständen wären die Amis dort schon einmarschiert oder hätten sonst was unternommen, denn so geht das ja nicht! Der Vorteil ist aber, dass der niedrige Ölpreis auch Russland schadet, also hält die USA das aus, denn es ist ja viel besser, wenn es Russland schadet. Die kaputte Frackingindustrie wird anschließend schon irgendwie gerettet.

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