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Ölpreis an der 30 Dollar-Marke: Hoffnung auf Absprache irgendwie noch da…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Ölpreis hält sich derzeit um die 30 Dollar herum (WTI). Damit konnte der kleine Anstieg von Ende letzter Woche gehalten werden, der immer noch getrieben ist von der minimalen Hoffnung einiger Dauer-Optimisten, dass sich die Golfstaaten, Russland und Co an einen Tisch setzen und gemeinsam die Öl-Fördermenge senken. Es gibt Argumente für und gegen einen weiter steigenden Ölpreis.

Einige Trader klammern sich noch immer an die minimale Hoffnung OPEC- und Nicht OPEC-Mitglieder könnten sich einigen auf eine Fördermengen-Reduzierung. Letzte Woche soll der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate lauft WSJ diese Hoffnungen befeuert haben mit dem Hinweis die OPEC-Länder seien bereit bzgl. einer Reduzierung zusammenarbeiten zu wollen. Aber bisher gibt es keine wirklich ernsthaften Anzeichen dazu. Das zweite Argument für einen steigenen Ölpreis: Der Markt war kurzfristig überverkauft, viele Zocker hatten ihre Short-Quoten erhöht. Jetzt scheint es ebenfalls kurzfristig Zeit zu sein mal Gewinne mitzunehmen.

Was gegen weiter steigende Ölpreise spricht:

Neben der OPEC und Russland müsste vor allem die US-Fracking-Industrie mitmachen, die privatwirtschaftlich & dezentral arbeitet. Noch hat es nicht eine einzige Aussage eines Fracking-Unternehmens gegeben, dass man sich mit der OPEC und anderern Förderern an einen Tisch setzen wolle zu dem Thema. Wie soll eine Reduzierung funktionieren, wenn es von den Frackern noch nicht einmal die Erwähnung von Gesprächsbereitschaft gibt? Ohne sie gibt es keine kontrollierte Reduzierung. Im Gegenteil: Senken die anderen, könnten die Fracker ihre Menge hochschrauben. Und bei ihrem derzeitigen irrationalen Verhalten (Rekordlagerbestände etc) ist das durchaus wahrscheinlich.

Das zweite Argument gegen einen weiter steigenden Ölpreis: Erst heute früh haben wir darüber berichtet, dass jetzt der erste Öltanker voll mit iranischem Öl nach Frankreich unterwegs ist zum Abnehmer Total. Kurz darauf folgen spanische und chinesische Abnehmer, für die gerade jetzt die Tanker an der iranischen Küste beladen werden. Die Flutung des Weltmarktes mit iranischem Öl beginnt nach der Aufhebung der Sanktionen jetzt ganz real. Und der Iran hatte zuletzt mehrmals klargestellt, dass man sich den Ausbau seiner Fördermenge von niemandem beschränken lassen wird. Man will mit aller Macht zurück auf den globalen Ölmarkt und seine alten Marktanteile zurückerobern. Und das macht die Sache für die Öl-Bullen noch schlimmer: Der Iran hat deswegen eine Art unausgesprochenen Discount-Krieg mit Saudi-Arabien begonnen um den Absatz von Öl in Indien, Asien und Europa. Die Abnehmer dürften sich freuen.

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