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Märkte

Ölpreis nach dramatischem Anstieg – das große Problem

Claudio Kummerfeld

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Der Ölpreis ist heute Nacht zum Start in die Woche sofort nach oben explodiert (wir berichteten). Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte, hier nochmal in Kurzform die Info. Die Huthis aus dem Jemen haben nach eigenen Angaben mit Drohnen saudische Öl-Anlagen erfolgreich zerstört, und von den knapp 10 Millionen Barrels pro Tag an Fördermenge in Saudi-Arabien fallen derzeit 5,7 Millionen Barrels pro Tag aus. Eine Katastrophe für den globalen Ölmarkt! Auch wenn Saudis und USA bereits angedeutet haben Öl-Reserven auf den Markt bringen zu wollen, so hat der Markt verständlicherweise Angst. Und die normale Reaktion besteht in einem deutlich steigenden Ölpreis.

Ölpreis explodiert und konsolidiert sich

Heute Nacht gab es im Ölpreis direkt ab 0 Uhr ein Plus von 19% gegenüber Freitag Abend. Diese Spitze (gut sichtbar im Chart) konnte aber nur wenige Augenblicke gehalten werden. Dann ging es schnell zurück auf einen Anstieg von 13% im Brent-Ölpreis (Europa) und 11% in der US-Ölsorte WTI. Im Chart seht man WTI-Öl seit dem 6. September. Gut sichtbar ist der Anstieg heute früh ab 0 Uhr von 54,80 Dollar Freitag Abend auf 63,14 Dollar in der Spitze. Mal eben ein Sprung von 8,34 Dollar! Wer direkt ab 0 Uhr ohne Limits in die Märkte reinsprang, bekam einen Ölpreis, der nun schon 4 Dollar tiefer notiert. Denn in den Stunden nach der Eröffnung gab es eine Konsolidierung, und jetzt einen weiteren Absturz im Ölpreis auf aktuell 59,14 Dollar im WTI-Öl. Angeblich sollen die Saudis es in Kürze schaffen 40% der ausgefallenen Fördermenge in Kürze wieder an den Start zu bekommen. Lauf WSJ sollen schon heute womöglich 1/3 der Menge wieder dem Markt zur Verfügung stehen. Am Samstag sprach Saudi-Aramco von einem Update zu den Reparaturarbeiten binnen 48 Stunden. Somit dürfte es wohl heute neue Infos geben?

Ölpreis WTI seit 6. September

Das große Problem

Wir hatten es heute Nacht bereits angesprochen, und auch die Expertin Amena Bakr bringt es kurz und knapp auf den Punkt. Wie können weitere Huthi-Angriffe auf saudische Öl-Anlagen verhindert werden? Wie? Eine verdammt gute Frage. Denn Drohnen benötigen ja keine großen Startbahnen oder Hangars, wo man einen Flughafen mal einfach bombardiert, und es können keine Drohnen mehr abheben. Jetzt schwebt dieses Problem über dem Ölmarkt. Das könnte ein Druckmittel sein um die Saudis im Jemen-Krieg an den Verhandlungstisch zu zwingen? Sind die Saudis letztlich dazu genötigt, wenn sie keine weiteren Angriffe haben wollen? Die Lage bleibt angespannt. Wichtig wird heute, ob Saudi-Aramco ein Update präsentiert. Und wichtig wird auch, ob der Ölmarkt den Aussagen auch wirklich Glauben schenkt, wenn von einer Wiederaufnahme großer Ölmengen in kurzer Zeit die Rede sein sollte.

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Donald Trump hat heute Nacht nicht nur getwittert, dass die nationale Öl-Reserve der USA bereit stehe um eine mögliche Angebotsknappheit auszugleichen. Nein, auch hat er getwittert, dass man womöglich den Täter kenne. Man sei bereit den Täter zu bestrafen (sinngemäß übersetzt), aber man warte noch ab, was die Saudis dazu sagen. Massive Bombardierungen im Jemen? Vergeltung Richtung Iran? Nach einer aktuellen Erholung im Ölpreis könnte die Lage erneut eskalieren mit einer militärischen Reaktion von Saudis und USA, was den Ölpreis erneut pushen könnte.

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Aktien

Handel bei Trade Republik ausgefallen, Robinhood lässt für Zockeraktien nur Positionsschließung zu

Claudio Kummerfeld

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Dass es so kommen würde, hatten einige Beobachter schon gemunkelt (so auch wir). Ohh Wunder, ohh Wunder. Robinhood, der namhafteste Broker für die neue hippe junge Zocker-Generation, hat nun bekanntgegeben, dass man erst einmal den Handel für die beliebtesten Zocker-Aktien stark einschränkt wird – und zwar so, dass nur noch offene Positionen geschlossen werden können. Dazu gehört auch die Aktie von Gamestop. Auch Margins werden angehoben. Beim deutschen Pendant „Trade Republic“ ist die komplette Trading App seit mehreren Stunden offenbar zu großen Teilen nicht nutzbar.

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We continuously monitor the markets and make changes where necessary. In light of recent volatility, we are restricting transactions for certain securities to position closing only, including $AAL, $AMC, $BB, $BBY, $CTRM, $EXPR, $GME, $KOSS, $NAKD, $NOK, $SNDL, $TR, and $TRVG. We also raised margin requirements for certain securities.

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Indizes

Rüdiger Born: S&P 500 noch nicht willig für einen Rücksetzer?

Rüdiger Born

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Ist der S&P 500 noch nicht willig für einen Rücksetzer? Das schaue ich mir im folgenden Video direkt am Chart etwas genauer an.

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Gold/Silber

World Gold Council meldet für 2020 Rekordzahlen – positive wie negative

Jörg Bernhard

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis performte im vergangenen Jahr mit plus 24,6 Prozent ausgesprochen gut. In den einzelnen Marktsegmente entwickelte sich die weltweite Nachfrage nach Gold allerdings eher uneinheitlich.

Rekordhohe Zuflüsse bei ETFs

Der World Gold Council (WGC), die Interessenvertretung internationaler Goldminenunternehmen, liefert alle drei Monate interessante Daten zum Goldmarkt. Diesmal standen Zahlen zum vierten Quartal bzw. zum Gesamtjahr 2020 zur Bekanntgabe an. Grundsätzlich kann man festhalten: Zu verdanken war die starke Performance im Goldpreis vor allem stark verunsicherten Investoren (unter Joe Biden wird es nicht einfach – mehr dazu hier).

Bei physisch hinterlegten Gold-ETFs (Begriffserklärung hier) fiel das weltweite Kaufinteresse besonders stark ins Gewicht. Obwohl im vierten Quartal Abflüsse in Höhe von 130 Tonnen zu Buche schlugen, haben sich auf Jahressicht die Goldbestände dieser Wertpapiere um 120 Prozent auf 877,1 Tonnen erhöht. Damit wurde zudem der bisherige Rekord aus dem Jahr 2009 (646,1 Tonnen) deutlich übertroffen. Bergauf ging es aber auch mit dem Interesse an Goldbarren bzw. -münzen, wenngleich deutlich weniger dynamisch. Weil in China (-6 Prozent) und Indien (-11 Prozent) deutliche Rückgänge zu verzeichnen waren, war hier insgesamt lediglich ein Zuwachs um drei Prozent auf 896,1 Tonnen verzeichnet worden.

Rekordtief bei der globalen Schmucknachfrage

Ausgesprochen schlecht entwickelte sich im vergangenen Jahr jedoch die Schmucknachfrage. In diesem Marktsegment stellte sich nämlich corona-bedingt ein kräftiger Nachfrageeinbruch bei Gold in Höhe von 34 Prozent auf das Rekordtief von 1.411,6 Tonnen ein. Die beiden wichtigsten Nachfragenationen China (-35 Prozent) und Indien (-42 Prozent) waren hierfür hauptverantwortlich.

Nachlassendes Interesse war aber auch im Notenbankensektor zu beobachten. Nachdem sich die Nettokäufe der Zentralbanken im Jahr 2019 noch auf 668,5 Tonnen belaufen haben, gab es für das vergangene Jahr mit 272,9 Tonnen Gold einen markanten Einbruch um 59 Prozent zu beklagen. Bei der Industrienachfrage überwogen ebenfalls die negativen Vorzeichen. Gegenüber den Vorjahreszahlen stellte sich in diesem Marktsegment ein Minus von sieben Prozent auf 301,9 Tonnen ein.

Last but not least: Auf der Angebotsseite in Gold gab es für 2020 – bedingt durch die Pandemie – trotz des steigenden Goldpreises einen Rückgang des globalen Goldangebots um vier Prozent auf 4.633,1 Tonnen zu beklagen. Während im Recyclingsektor (+ 1 Prozent) leichte Zuwächse erzielt wurden, haben die Lockdowns in der Minenproduktion (-4 Prozent) signifikante Einbußen verursacht.

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