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Aktuell: Ölpreis eröffnet mit +13% nach Huthi-Angriff, Saudi-Produktion bricht um 50% ein

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Vor wenigen Minuten ist der Handel mit Öl am Terminmarkt in die neue Handelswoche gestartet. Der Ölpreis (Brent) legt massiv zu um 13% gegenüber Freitag Abend auf 67,97 Dollar. WTI-Öl springt um 11% auf 60,80 Dollar. Vorhin direkt zur Eröffnung lagen die Notierungen noch höher. Grund dafür sind die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien, die übers Wochenende ausführlich in sämtlichen Medien besprochen wurden. Fest steht: Die Huthis aus dem Jemen haben den Angriff inzwischen offiziell auf ihre Kappe genommen. Die unter anderem betroffenen Anlagen in Abqaiq in Saudi-Arabien sind der weltgrößte Ölverarbeitungs-Komplex. Mindestens 50% der saudischen Ölproduktion fallen derzeit aus. Laut offizieller Mitteilung von Saudi-Aramco (staatlicher saudischer Ölkonzern) fallen sogar 5,7 Millionen Barrels pro Tag aus! Das bedeutet eine massive Verknappung des Angebots auf dem globalen Ölmarkt. Und was bedeutet das? Richtig. Plötzlich deutlich weniger Angebot treibt den Ölpreis nach oben. Aber richtig kräftig! Die große Frage, die man sich nun stellen darf als Beobachter lautet: Wie schnell bekommen die Saudis die angegriffenen Anlagen wieder betriebsbereit? Und können sie sicherstellen, dass demnächst nicht neue Angriffe andere Ölanlagen im Land lahmlegen?

Ölpreis WTI seit Ende August
WTI-Ölpreis seit 21. August. Candle mit Mega-Gap entsteht gerade druch ganz frische Kerze heute Nacht.

Ölpreis längere Zeit auf höherem Niveau?

Je nachdem wie diese beiden Fragen beantwortet werden, kann der Ölpreis auf dem jetzigen höheren Niveau verharren oder weiter steigen – oder vielleicht sogar wieder einbrechen. Alles ist möglich. Vor allem muss der Terminmarkt schnell Klarheit darüber erlangen, wann die Fördermenge zurück auf Normalniveau gelangen kann. Kurzfristig dürften die USA und andere große Verbraucher wohl ihre Öl-Reserven aktivieren, damit kein realer Spritmangel an Tankstellen entsteht.

Eines ist klar. Die zahlreichen Gründe für einen steigenden oder fallenden Ölpreis, die wir am Freitag Abend angesprochen hatten, sind durch dieses Ereignis erst einmal überholt. Der Konflikt zwischen Saudis und Huthis sowie die daraus resultierende Unsicherheit über die saudische Angebotsmenge bestimmen erstmal die vor uns liegende Handelswoche für Öl! Und so merkwürdig es klingt. Nur eine Woche nach dem Amtsantritt des neuen saudischen Energieministers bekommen die Golfstaaten das, was sie grundsätzlich dringend brauchen – nämlich einen deutlich steigenden Ölpreis. US-Außenminister Pompeo macht den Iran für den Anschlag in Saudi-Arabien verantwortlich, was Teheran schon zurückgewiesen hat. Aber lassen wie erst mal die Geopolitik.

Bekommen die Saudis den Schaden schnell wieder in den Griff?

Wie sieht es aktuell aus bezüglich der angegriffenen Öl-Anlagen? Laut der stets gut informierten Öl-Expertin Amena Bakr stehen die Saudis kurz davor 40% der abgewürten Fördermenge wieder an den Start zu bringen. Bewahrheitet sich das, könnte der Ölpreis dann schnell wieder abrutschen? Donald Trump hat vor wenigen Minuten getwittert, dass er bereit sei die strategische Öl-Reserve der USA anzuzapfen, um den Ölmarkt mit ausreichend Angebot zu versorgen.

Der neue saudische Energieminister Prinz Abdulaziz sagt laut offiziellen Angaben, dass die saudischen Kunden über saudische Reserven bedient werden können. Also alles halb so schlimm?

Ölpreis steigt - Angriffe auf saudische Ölanlagen - Foto Khurais aus 2017
Khurais Ölanlagen in Saudi-Arabien Luftbild vor den Angriffen. Foto: User Ras67 / Author Planet Labs, Inc. Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

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Finanznews

ETFs – Monopolisierung der Aktienmärkte! Marktgeflüster (Video)

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Die rasanten Kursanstiege der großen US-Tech-Aktien ist auch eine Folge des passiven Investirerens durch ETFs (in den USA bereits 50% des Handelsvolumens, Tendenz steigend): wer etwa den MSCI World kauft, kauft damit 63% US-Aktien, vor allem die großen US-Tech-Werte wie Apple. Nicht zuletzt dadurch hat sich der Kurs von Apple seit Ende 2018 verdoppelt, ohne dass der Konzern Gewinn oder Umsatz gesteigert hätte. Je stärker wiederum die Kurse dieser US-Tech-Konzerne steigen, umso stärker wiederum ihre Gewichtung in den jeweiligen ETFs – ein Schneeball-Effekt, der noch dadurch verstärkt wird, dass dann Analysten ihre Kursziele für diese Aktien anheben (was wiederum neue Käufe nach sich zieht). So hat Apple alleine inzwischen die Marktkapitalisierung des gesamten australischen Aktienmarkts (der Schwergewichte wie BHP Billiton enthält). Kann das auf Dauer gut gehen?

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Aktien

Aktienmärkte: Fahnenstangen bei den Aktienkursen haben Substanz

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Immer weiter bergauf? Aktienmärkte steigen immer weiter an

Allzeithöchststände werden zum täglichen Ritual und Bewertungen spielen v. a. in den USA nur noch sekundär eine Rolle. Doch haben die Fahnenstangen der Aktienmärkte auch Substanz?

Die Attraktivität der Aktienmärkte hat sich stark gewandelt

Kaufte man klassischerweise an der Börse gehandelte Unternehmensanteile, um an einem erfolgreichen Geschäftsmodell zu partizipieren, regelmäßige Ausschüttungen zu erhalten oder die blühende Zukunft einer Aktiengesellschaft zu antizipieren, so haben sich die Gründe für den Erwerb von Dividendentiteln zuletzt stark gewandelt. Die klassischen Kaufmotive mögen heute auch noch eine Rolle spielen, werden aber in der Kursentwicklung durch andere Faktoren enorm verstärkt oder völlig verzerrt. Als Beispiel soll hier nur das starke Aufwärtsmomentum erwähnt sein, das ständig neues, nach schnellen Gewinnen trachtendes Kapital anzieht (die Hausse nährt die Hausse).

Doch es gibt darüber hinaus noch andere Impulse für die ungewöhnlich konstant steigenden Aktienmärkte, die man nicht per se als irrational oder nicht nachhaltig bezeichnen kann. Insofern ist die Fragestellung, ob die Fahnenstangen bei immer mehr Aktienkursen mit Substanz gestützt sind, durchaus berechtigt. Die Formulierung aus der Überschrift geht übrigens auf einen aufmerksamen Leser der FMW zurück und war die Inspiration für diesen Artikel. Vielen Dank dafür!

Der Zwang zur Nachahmung

In einem Artikel von Anfang Dezember hatte ich bereits auf den stattfindenden Impulswechsel für steigende Aktienmärkte hingewiesen. Dieser Wechsel vollzieht sich hin zur reinen zins- und liquiditätsgetriebenen Hausse, bei denen fundamentale Entwicklungen nur noch als Alibi-Investmentstory dienen, aber für die Bewertungen vieler Aktiengesellschaften sekundär sind. So ist es mittlerweile Usus, dass Unternehmen mit der hippsten Story und dem dynamischsten Momentum deutlich besser performen, als solide Unternehmen mit positivem Cashflow und moderaten Bewertungen.

Wobei die überteuerten Highflyer ganze Indizes nach oben ziehen und diese durch ihr zunehmendes Gewicht dominieren. Dies zwingt wiederum indexbasierte Anlageprodukte oder Benchmark orientierte Fonds dazu, ebenfalls diese Highflyer in ihren Portfolios überzugewichten. Andernfalls wird man als Fondsmanager schnell aussortiert, zumal der Siegeszug der passiven Indexfonds auch in dieser Branche zu einem Personalkahlschlag historischen Ausmaßes führt. Im Zuge der Trumpschen Steuerreform kam der Markt bekanntermaßen auch in den Genuss von Zusatznachfrage in Form von „Buybacks“ aus den Aktiengesellschaften selbst. Ein Effekt, der sich basiseffektbedingt sukzessive abschwächt. Nach ca. 1,3 Billionen US-Dollar im letzten Jahr soll es laut Schätzungen in diesem Jahr nur noch ca. 500 Mrd. US-Dollar Aktienrückkaufvolumina geben, also über 50 Prozent weniger.

Neuer Raketentreibstoff für die Börse

Dennoch verbirgt sich hinter den fahnenstangenartig ansteigenden Kursen eine gewisse Substanz. Diese Substanz speist sich ausschließlich aus der Geldpolitik der Notenbanken. Historisch niedrige Zinsen und eine Geldschwemme, die sich gemäß dem Cantillon-Effekt zu aller erst über die Banken und die Finanzmärkte ergießt, treibt die Vermögenspreise nach oben. Die Gründe für diese äußerst akkommodierende Geldpolitik sind so nachhaltig, dass sie eine echte Substanz darstellen. Welchen Zwängen die Zentral- und Notenbanken unterliegen und wie sich der Cantillon-Effekt nachhaltig auf die Vermögenspreise auswirkt, erläutere ich in diesem Video. Dort erfahren Sie auch, wie sich mit relativ wenig Aufwand und zu geringen Kosten ein auf diese außergewöhnliche Situation ausgerichtetes Wertpapierportfolio strukturieren lässt.

Der Zwang in die Aktienmärkte zu investieren

Die Abkürzung „TINA“ (There Is No Alternative) ist in Bezug auf die Aktienmärkte natürlich übertrieben, da es auch andere Vermögenswerte gibt, die von dem Raketentreibstoff der Notenbanken beflügelt werden. Gleichwohl gibt es aus Sicht professioneller Investoren und Geldverwalter einen enormen Rendite- und Anlagedruck. Aktien sind am leichtesten für Vermögensverwalter zugänglich, sie sind zudem hochfungibel und bieten im Idealfall zusätzlich laufende Erträge. Die Renditen vieler Aktien, zum Beispiel in Deutschland, erfüllen zudem nach wie vor die Anforderungen der Kapitaleigner. Durch die Ballung des Vermögens in relativ wenigen Händen generieren die Kapitaleigner permanent laufende Erträge aus Vermietung, Verpachtung, Dividenden, Sonderausschüttungen, Zinsen und Tilgungen. Dieses Geld muss neu angelegt werden und konkurriert mit der Zusatzliquidität aus den Notenbanken. Die Anforderungen für die Geldverwalter sind dabei hoch. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man unter 5 Prozent Bruttorendite p. a. bezogen auf die Gesamtkapitalverzinsung keine Chance am Markt hat – trotz Nullzinsumfeld.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Aktien

Dow Richtung 30.000, Banken-Vergleich, Handelsdeal, Tesla und Wirecard

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Dow visiert 30.000 Punkte an, US-Banken verdienen gut - New York im Fokus

Die Indizes laufen super. Der Dow Jones läuft dieser Tage mit voller Kraft Richtung 30.000 Punkte. Über die aktuelle Lage am Markt sprechen im folgenden Video Sissi Hajtmanek und Manuel Koch in Frankfurt. Sie blicken zurück auf die aktuelle Handelswoche, wo vor allem die hochprofitablen US-Banken im Mittelpunkt standen. Die größten Banken in den USA (JP Morgan, Citi etc) meldeten ihre Zahlen. Vor allem der Branchenprimus JP Morgan konnte die Erwartungen deutlich übertreffen. Die Banken in den USA machen gigantische Gewinne. Sissi Hajtmanek und Manuel setzen die US-Banken in Relation zu der Ertragslage bei deutschen Banken.

Und da wird es interessant. Während die US-Banken (so unsere Anmerkung) ein großes Kapitalmarktgeschäft haben und somit unabhängiger von Zinsmargen sind, so haben sie zusätzlich noch ein existierendes Zinsumfeld dank der Fed, die die Zinsen in den USA in den Jahren nach der Finanzkrise wieder angehoben hatte, anders als die EZB. Die Banken vor allem in Deutschland hängen traditionell fast komplett von ihren Zinserträgen ab. Die EZB hat diese Ertragsquelle aber quasi vernichtet. Und so dümpeln die deutschen Banken vor sich hin, mit lächerlich niedrigen Erträgen in Relation zu den Konkurrenten in den USA.

Auch war diese Woche der Handelsdeal zwischen China und den USA ein wichtiges Thema. Sissi Hajtmanek erwähnt die Aufforderung von Donald Trump, dass die amerikanischen Landwirte schon mal mehr Traktoren kaufen sollten, weil die Chinesen so viele zusätzliche landwirtschaftliche Produkte aus den USA kaufen würden. Eine mehr als zweifelhafte Aufforderung, da der unterschriebene Phase 1-Deal ja nur ein erster Schritt zur Einigung im Handelskrieg ist. Und jederzeit kann dieses fragile Gebilde wieder zusammenbrechen.

Besprochen werden im folgenden Video auch zwei konkrete Handelsempfehlungen der trading-house Börsenakademie. Die Aktie von Tesla (derzeit über 500 Dollar) solle man zwar kaufen, aber erst mit einem Limit von 377 Dollar. Sie müsste also erstmal kräftig fallen, bevor sie entsprechend dieser Empfehlung wieder ein Kauf wäre. Auch die Aktie von Wirecard könne man kaufen, aber über dem aktuellen Kurs, nämlich mit einer Stop-Buy-Order bei 132 Euro. Und abschließend nochmal die Frage unsererseits: Läuft der Dow wirklich weiter mit voller Kraft auf die 30.000 Punkte-Marke zu? Noch fehlen dazu 635 Punkte. Aber das ist heutzutage ja kein großer Abstand mehr.

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