Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis mit kräftigem Absturz – hier die drei Gründe

Avatar

Veröffentlicht

am

Was bisher geschah… wegen zunehmender Angst vor einer Ausweitung des Handelskriegs und einem deswegen rückläufigem Welthandel fiel der Ölpreis schon seit Tagen. Zuletzt drohte China mit der Beschränkung der Lieferung von Seltenen Erden, was die Ängste nochmal verschärfte. Und jüngst konnte der Ölpreis einen kleinen Boden bei 57,50 Dollar ausbilden. Und gestern ging es darum, ob der Markt dieses Niveau würde halten können.

Öl-Lager als Trigger für kräftig fallenden Ölpreis

Dann folgten gestern die offiziellen Öl-Lagerbestände aus den USA. Wo kurz zuvor von den privaten API-Daten fallende Lagerbestände in Höhe von 5 Millionen Barrels avisiert wurden, waren es dann letztlich offiziell nur -0,3 Millionen Barrels. Also keine wirklich fallenden Lager, was somit den Bullen die notwendigen Argumente für eine Trendumkehr im Ölpreis entzog.

Von da an begann gestern ab 17 Uhr deutscher Zeit der weitere Absturz im Ölpreis. Es ging abwärts von 58,80 Dollar (WTI-Öl), in vier einzelnen Schüben mit jeweils folgenden kurzen Verschnaufpausen. Und so notiert der Markt aktuell bei 55,41 Dollar, also mehr als 3 Dollar tiefer als gestern Nachmittag. Die Lagerbestände boten den Trigger (Auslöser) für den Abverkauf. Aber verstärkend zu den Lagerdaten wirkte als zweiter Grund um 17 Uhr auch die Info, dass die Öl-Förderung in den USA im Wochenvergleich um weitere 100.000 Barrels pro Tag angestiegen ist auf 12,3 Millionen Barrels pro Tag.

Donald Trump sorgt für Folge-Schübe

Und nach diesen harten Fakten kam dann noch Donald Trump dazu. Er bringt weiter richtig Action in den Handelskrieg mit China, und auch mit dem Rest der Welt. Neue Zölle gibt es gegen chinesische und auch europäische Firmen. Und mal eben so werden auch auf alle mexikanischen Importe neue Zölle eingeführt. Dieser ganze Zoll-Wahnsinn treibt natürlich weltweit Produktionskosten in die Höhe, und der Welthandel wird dadurch vermutlich spürbar abnehmen. Daher wirkt ein sich ständig ausweitender Handelskrieg bremsend auf den Welthandel, was vom Terminmarkt folglich als wahrscheinlich sinkender Nachfragedruck für Öl wahrgenommen wird.

Und so sackte der Ölpreis seit gestern Nachmittag stufenweise kräftig in den Keller. Die Unterstützung bei 57,50 Dollar ist tot. Nun schauen wir auf tiefere Marken. Im folgenden Chart schauen wir zunächst mal, wie sich WTI-Öl seit Anfang dieser Woche entwickelt hat. Zunächst konnte er sich gerade noch halten, brach dann aber seit gestern kräftig nach unten durch.

WTI Ölpreis seit Anfang dieser Woche

Chartmarken im Blick

Im folgenden Chart sieht man das größere Bild seit Dezember 2018. Die 57,50er-Marke ist Geschichte, und jetzt hängen wir ganz kurz vor dem Level von 55 Dollar (mittlere Linie). Danach folgt das Niveau von 52,50 Dollar. Man sollte diese Marken im Auge behalten. Aber noch wichtiger für den Ölpreis scheint momentan die Nachrichtenlage rund um Donald Trump zu sein. Die Lagermengen seit Monaten, und von der OPEC hört man aktuell nichts Neues. Also sollte man heute und nächste Woche noch mehr denn je auf das Twitter-Konto von Donald Trump achten.

Ölpreis WTI seit Dezember 2018

Öl-Bohrinsel - fallender Ölpreis
Öl-Bohrinsel. Foto: Andyminicooper CC BY-SA 3.0

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    31. Mai 2019 14:26 at 14:26

    Ganz einfach, der Ölmarkt ist unberechenbar, aber wen man hinschaut , kann man sehen , dass er parallel zum Aktienmarkt läuft. Ich glaube @ Gixxer hat das kürzlich erwähnt.
    Anfang Mai hätte man US- Indices shorten können anstelle von Öl, ohne Risiko eines starken Rallys bei Iran
    Konflikt – Verschärfung. Danke für den Tipp. Bitte weiter so, mein Konto könnte noch einige todsichere Tipps ertragen.

    • Avatar

      Gixxer

      1. Juni 2019 19:54 at 19:54

      Ich hatte schon das ein oder andere Mal zu Öl was geschrieben, aber meines Wissens nie konkrete Ein- oder Ausstiegspunkte. Ich hatte lediglich auf die wackligen (mit Überschneidungen) Aufwärtsmoves hingewiesen, die nach Born weitere Abwärtsschübe erwarten ließen.

  2. Avatar

    Shong09

    31. Mai 2019 16:13 at 16:13

    Der Hinweis kam von mir 😉 weil jemand anders sich nicht getraut hatte, so wie ich auch, Öl zu shorten

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Coronavirus: Fed veröffentlicht Statement

Avatar

Veröffentlicht

am

Vor wenigen Minuten hat die Fed ein Statement veröffenticht – und reagiert damit auf die Entwicklungen in Sachen Coronavirus. In dem Statment heißt es wörtlich:

„The fundamentals of the U.S. economy remain strong. However, the coronavirus poses evolving risks to economic activity. The Federal Reserve is closely monitoring developments and their implications for the economic outlook. We will use our tools and act as appropriate to support the economy.“

Ist das die Ankündigung einer baldigen, ausserplanmäßigen Zinssenkung? Wir werden sehen..

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Was kann vor dem Crash retten? Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte hoffen nun auf eine konzertierte Beruhigungs-Aktion der Notenbanken, angeführt von der Fed. Aber sind die Notenbanken schon jetzt zu einem solchen Signal bereit?

Avatar

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte heute mit geradezu brutalen Bewegungen: zunächst massiv nach unten, dann wieder nach oben – nachdem Goldman Sachs mit einem Statement heraus kam, wonach man mit drei Zinssenkungen (!) in der ersten Jahreshälfte rechne, aber nicht von einer globalen Rezession ausgehe. Das war der Startschuß einer heftigen Erholung, der Nasdaq drehte sogar ins Plus. Die Aktienmärkte hoffen nun auf eine konzertierte Beruhigungs-Aktion der Notenbanken, angeführt von der Fed. Aber sind die Notenbanken schon jetzt zu einem solchen Signal bereit? Nach wie vor sind große US-Tech-Werte im Plus – fallen die Aktienmärkte also wieder in ihr altes Motto zurück: die Notenbanken werden uns schon vor dem Crash schützen? Stellt sich nur die Frage, was Notenbanken in einer biologischen Krise überhaupt ausrichten können..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Gold/Silber

Goldpreis in der Coronavirus-Krise: Eine Entwicklung wie 2008?

Avatar

Veröffentlicht

am

Gold Barren Beispielfofo

Folgt auf den aktuellen Rückzug der Liquidität die große Tsunamiwelle durch die Notenbanken wie im Jahr 2008? Der Goldpreis ging damals nach einem temporären Einbruch förmlich durch die Decke. Wird sich diese Entwicklung wiederholen?

Wiederholt der Goldpreis das Muster von 2008?

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich (Markt Twain). Die aktuelle Situation beim Goldpreis erinnert sehr stark an die Entwicklung während der Lehman-Krise. Die Panik an den Märkten führte damals wie heute zu einer temporären Austrocknung der Liquidität und riss Gold zunächst mit nach unten. Da jedoch die Stabilität des gesamten Finanzsystems zur Disposition stand, war absehbar, dass die Zentralbanken mit aller Macht gegensteuern würden. Mit welchen unkonventionellen Mitteln dies dann geschehen würde, war am 15. September 2008, dem Tag der Lehman-Pleite, noch nicht absehbar. Ebenso wenig wie die globalen Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Im Nachhinein muss man klar konstatieren, dass der temporäre Einbruch beim Goldpreis im Jahr 2008 bei Preisen von im Schnitt 830 US-Dollar pro Unze eine Kaufgelegenheit war.

Goldpreis Verlauf während der Lehman-Krise

Momentan notiert der Goldpreis in US-Dollar fast doppelt so hoch bei ca. 1.600 US-Dollar pro Unze. Auch jetzt ist bereits absehbar, dass die Notenbanken, wie in China schon geschehen, massiv intervenieren werden, um das sich gerade auftuende Liquiditätsloch an den Märkten wieder zu stopfen. Sobald diesbezügliche Maßnahmen verlautbart werden, wird der Goldpreis seine aktuelle Korrektur beenden und sich erneut in Richtung neuer zyklischer Höchststände bewegen. Das lehrt zumindest die Erfahrung aus der Lehman-Krise.

Der aktuelle Kursverlauf im Goldpreis

Geldschwemme und negative Realzinsen

Darüber hinaus wird die US-Notenbank spätestens bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 18. März die Zinsen zum vierten Mal in diesem Zyklus senken. Die Wahrscheinlichkeit dafür sehen die Märkte mittlerweile bei 100 Prozent. Dabei wird nicht nur ein normaler Zinsschritt erwartet, sondern mit einer Wahrscheinlichkeit von mittlerweile 43 Prozent sogar ein großer Zinsschritt in Höhe von 50 Basispunkten.

Für April und Juni werden weitere Zinsschritte vom Markt erwartet, sodass auch die Zinsen in den USA bereits im ersten Halbjahr nur noch eine Null vor dem Komma aufweisen werden. Da die Teuerungsrate (offizielle Inflation) schon jetzt deutlich über dem aktuellen Zinsniveau liegt, wird sich der Realzins noch weiter ins negative Terrain bewegen. Auch das ist sehr positiv für das zinslose Gold.

Die systemischen Risiken nehmen zu

Die Risiken für das Finanzsystem und die Realwirtschaft steigen aktuell stark an und zwingen die Notenbanken zu einer noch aggressiveren Politik. Es steht zu viel auf dem Spiel. Die globale Verschuldung ist im Vergleich zu 2008 um das doppelte angestiegen. Die Nullzinspolitik der letzten Dekade hat viele Millionen Firmen weltweit zu Zombifirmen mutieren lassen. Die Schuldenkrise in den Schwellenländern flammte gerade wieder auf und wird sich im Zuge des nun kommenden Wirtschaftseinbruchs noch verstärken. Die BBB-Schuldenbombe bei den Unternehmensanleihen droht ebenfalls zu zünden, wie die Bankenbombe in Europa.

Die Staatshaushalte werden noch defizitärer, da wegbrechenden Steuereinnahmen Mehrausgaben für die Bekämpfung des Coronavirus und für Konjunkturprogramme entgegenstehen werden. In diesem Umfeld werden die Notenbanken als Gläubiger der letzten Instanz entweder passiv bleiben und das System crasht in einem Dominoeffekt oder sie bewahren das System mit extremen Maßnahmen vor diesem Kollaps. In beiden Szenarien würde der Goldpreis massiv ansteigen, bzw. die Fiat-Währungen gegen Gold massiv abwerten. Kernszenario bleibt allerdings, dass die Notenbanken alles in ihrer Macht Stehende veranlassen werden, um die Lebensdauer unseres heutigen Finanz- und Wirtschaftssystems erneut zu prolongieren.

Fazit und Ausblick

Nimmt man die Erfahrungen aus der letzten Weltwirtschaftskrise und berücksichtigt gleichzeitig die heute noch höhere Fragilität der Weltwirtschaft, dann bleibt nur der logische Schluss einer grundsätzlichen Wiederholung des Musters von damals. Wobei die Dimension der „unkonventionellen“ Maßnahmen der Notenbanken noch deutlich größer und vor allem länger anhaltend ausfallen dürften – ebenso wie der darauf folgende Anstieg beim Goldpreis.

Zinssenkungen, QE-Programme und Helikoptergeld sind das Waffenarsenal der Notenbanken zur Bekämpfung der unweigerlich kommenden realwirtschaftlichen Schäden der Coronavirus-Epidemie. In Anbetracht der austrocknenden Liquidität an den Finanzmärkten ist eine massive Reaktion auch der westlichen Zentralbanken nur noch eine Frage sehr kurzer Zeit. Ein in der Folge explodierende Geldmenge bei gleichzeitig steigender Inflation und sinkenden Zinsen ist ein ideales Umfeld für einen erneut massiv ansteigenden Goldpreis.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen