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Jetzt überwiegt mal wieder die Nachfragesorge Ölpreis im Zick-Zack am Abstürzen – was ist hier los?

Zick-Zack, hin und her. Als Öl-Trader könnte man verrückt werden. Unterm Strich fällt der Ölpreis. Aktuell überwiegt die Nachfragesorge.

Der Ölpreis fällt deutlich. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von WTI-Öl seit dem 25. Oktober. Seit dem 7. November fiel der Preis von über 92 auf unter 85 Dollar. Zwischenzeitlich ging es am Freitag mal bergauf – dies lag an gewissen Lockerungen der Corona-Maßnahmen in China, die zu Hoffnungen für eine höhere Öl-Nachfrage führten. Aber diese Hoffnung erwies sich doch als eine sehr wacklige Kiste. Und siehe da, der Ölpreis rauscht wieder in den Keller. Schauen wir auf die aktuelle Nachrichtenlage.

Kursverlauf im WTI-Ölpreis seit dem 25. Oktober

Der Ölpreis hat laut Bloomberg seine Verluste ausgeweitet, da die Sorgen über die kurzfristigen Nachfrageaussichten die Anzeichen für eine Verknappung des Angebots bis zum Winter überschattet haben. Die OPEC senkte gestern ihre Prognosen für die weltweite Nachfrage im vierten Quartal erneut, während US-Unternehmen zum ersten Mal seit zwei Jahren weniger Bohrlöcher förderten als sie gebohrt hatten, was auf eine mögliche Verlangsamung der Produktion hindeutet.

Chinas Wirtschaft verlangsamte sich im Oktober, da Corona-Virenausbrüche die Stimmung der Verbraucher beeinträchtigten und die Wirtschaftstätigkeit unterbrachen. Zwar hat die Regierung seither einige ihrer Covid-Zero-Maßnahmen gelockert, doch die Zahl der Infektionen steigt landesweit weiter an.
„Die schwachen Daten aus China werden nur die Ansicht bestärken, dass die Ölnachfrage des Landes in der Flaute verharren wird, solange die strengen Covid-Kontrollmaßnahmen beibehalten werden“, sagte Vandana Hari, Gründerin von Vanda Insights in Singapur.

Der Ölpreis hat seit Anfang Juni etwa ein Drittel seines Wertes verloren, da eine sich verschärfende wirtschaftliche Abkühlung die Nachfrage belastet. Dennoch haben die OPEC und ihre Verbündeten damit begonnen ihre Produktion zu drosseln, und die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland werden ab Dezember die Zuflüsse drosseln, was die Angebotsaussichten eintrübt. Auch die Zeitspannen deuten auf eine kurzfristige Verknappung hin.

Die Ölvorräte in den Industrieländern sind auf den niedrigsten Stand seit 2004 gesunken und machen die globalen Märkte anfällig, da die Sanktionen gegen russische Exporte in Kraft treten, so ein Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA). Javier Blas verweist aktuell auf die Revision der IEA-Nachfrageprognose für das Gesamtjahr 2022. Sie rechnet nun mit einem zusätzlichen Verbrauch von 2,1 Mio. b/d (gegenüber 1,9 Mio. b/d im letzten Monat). Die Agentur hält ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage im Jahr 2023 mit 1,6 Mio. b/d praktisch unverändert gegenüber dem letzten Monat. FMW: Ist dies der Grund dafür, dass der WTI-Ölpreis in den letzten Minuten wieder ein wenig Auftrieb zeigt mit Kursen knapp über 85 Dollar?

FMW/Bloomberg

Öl-Tanks in Indonesien
Öl-Tanks in Indonesien. Photographer: Dimas Ardian/Bloomberg


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1 Kommentar

  1. G20-Gipfel-Gastgeber Staatspräsident Joko Widodo spricht sich für ein entsprechendes Wachstum der Weltwirtschaft aus. In diesem Zusammenhang bleibt die weitere Ölpreis-Entwicklung abzuwarten.

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