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S&P 500 an 4.000-Punkte-Marke Wall Street: Rally trifft auf Widerstand – Diese Marken sind wichtig

Wall Street: Rally trifft auf Widerstand - Diese Marken sind wichtig

Nach der jüngsten starken Kurs-Rally präsentiert sich die Wall Street zum Wochenauftakt mit einer uneinheitlichen Tendenz. Die US-Indizes S&P 500, Dow Jones und Nasdaq verharren zwar auf hohem Niveau, haben aber zunächst eine Pause eingelegt. In den vergangenen Wochen konnten die US-Börsen aufgrund der nachlassenden Zins- und Inflationssorgen kräftig zulegen. Der marktbreite S&P 500 stieg seit dem Tief Mitte Oktober um rund 14,5 %, während der Technologieindex Nasdaq in der Spitze 13,5 % zugelegt hat. Die Pole-Position belegt der Dow Jones mit einem Anstieg von 17,8 %.

Die Hoffnung der Wall Street auf einen weniger straffen Zinskurs durch die US-Notenbank Fed sowie Meldungen über eine Lockerung der Null-Covid-Politik in China hatten die Rally angetrieben und die Stimmung der Anleger aufgehellt. Auslöser für die jüngste Aufwärtswelle an der Wall Street waren die US-Inflationsdaten, die im Oktober mit 7,7 % deutlich geringer ausgefallen ist als vom Markt angenommen. Spekulationen auf ein gemäßigteres Tempo der US-Notenbank Fed bei ihren Zinserhöhungen hat eine Euphorie ausgelöst.

Wall Street: Skeptische Stimmen mehren sich

Allerdings mehren sich die skeptischen Stimmen an der Wall Street. Ungeachtet des vierten Rückgangs der Inflationsrate in Folge, notiert die Teuerung weiterhin auf einem hohen Niveau. Fed-Chef Powell hatte durchklingen lassen, dass die Fed das Zinserhöhungstempo drosseln könnte, aber auch darauf hingewiesen, dass das Zinshoch höher ausfällt und erst später als bislang erwartet erreicht werde. In die gleiche Kerbe schlug auch Fed-Gouverneur Christopher Waller am Sonntag, als er sagte, dass die Fed „noch einen langen Weg vor sich habe“. Der Zinserhöhungszyklus ist noch nicht am Ende, auch wenn die Fed auf der nächsten Sitzung im Dezember „nur“ einen Zinsschritt von 50 Basispunkten vollzieht.

Mike Wilson von Morgan Stanley sieht indessen einen steinigen Weg für Aktien aus den USA im kommenden Jahr. Seiner Einschätzung nach sind die Erwartungen der Wall Street an die Unternehmensgewinne für das Jahr 2023 viel zu hoch. Aber auch er kann sich vorstellen, dass die laufende Rally im S&P 500 noch die 4.100-Punkte-Marke anpeilt, ehe sie ihren Höhepunkt erreicht. Der Stratege von Morgan Stanley lag in diesem Jahr häufig richtig, er hatte unter anderem den Kursverfall an den Aktienmärkten vorausgesehen. Vor allem das erste Quartal im kommenden Jahr dürfte es schwierig für die US-Indizes werden. Er geht davon aus, dass der S&P 500 mindestens bis 3.300 Punkte absackt, ehe der Index einen längerfristigen Boden ausbildet.

US-Indizes: Rally im S&P 500 trifft auf Widerstand

Am Freitag erreichte der marktbreite Index sein bisheriges Rally-Hoch bei 4.003 Punkten, seitdem pendelt der Index unterhalb der runden Marke seitwärts. Der Widerstandsbereich an der psychologischen Marke könnte sich als hartnäckig erweisen. An dieser Stelle liegt nämlich auch das wichtige 61,8% Retracement des letzten Abwärtsimpulses der Strecke 4.325 bis 3.490 Punkten. Während ein nachhaltiger Anstieg über 4.000 Punkte zusätzliches Erholungspotenzial freisetzt, könnte ein Scheitern an dem Widerstand eine Konsolidierung einleiten.

Oberhalb von 4.000 Punkten ergeben sich weitere Anlaufpunkte bei 4.065/085 Punkten – 200-Tage-Linie und horizontaler Widerstand. Knapp darüber verläuft zudem die fallende Trendlinie – aktuell bei 4.135 Punkten. Sollte die Rally bis in den Bereich vorstoßen, dann ist an dieser Stelle spätestens mit einer starken Gegenbewegung zu rechnen.

Sehen wir in den kommenden Tagen Gewinnmitnahmen an der Wall Street, dann könnte der S&P 500 eine Konsolidierung des jüngsten Aufwärtsimpulses beginnen. Eine erste markante Unterstützung befindet sich an dem letzten Verlaufshoch bei 3.918/3.900 Punkten. Ein Unterschreiten der Zone dürfte den Index in Richtung 3.856 und 3.819 Punkte bringen.

Wall Street: S&P 500 Rally am Widerstand - diese Marken sind wichtig

S&P 500-Chart von TradingView

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