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Ölpreis nach OPEC-Anstieg – weiter steigende Kurse gut möglich

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Ölpumpe Beispielbild

Die OPEC hat am letztem Freitag ihre Entscheidung verkündet. Es ist eine relativ komplizierte Rechenarbeit, aber wir versuchen es mal so einfach wie möglich dazustellen. Ende 2018 hatte man sich darauf verständigt vom damaligen Förderniveau aus 1,2 Millionen Barrels pro Tag weniger Öl zu produzieren um das weltweite Ölangebot zu verknappen. Der Ölpreis soll ja steigen. Da die Saudis seit geraumer Zeit mehr Menge kürzen als notwendig, hat die OPEC tatsächlich 1,6 Millionen Barrels weniger gefördert. Die offizielle Kürzung wird per Beschluss von letztem Freitag ab Januar auf 1,7 Millionen Barrels pro Tag erhöht – also eine tatsächliche Ausweitung der Kürzungsmenge nur um 0,1 Mio Barrels pro Tag.

Saudis versuchen Ölpreis im Alleingang zu pushen

Die Saudis aber brauchen auch wegen dem Aramco-Börsengang gerade dieser Tage einen steigenden Ölpreis. Daher hat Saudi-Arabien (wohl mit echt mieser Laune) zugestimmt in Eigenregie nochmal 400.000 Barrels pro Tag mehr zu kürzen. Somit entsteht mit -2,1 Mio Barrels eine tatsächliche Ausweitung der Kürzungsmenge von 500.000 Barrels pro Tag. Der WTI-Ölpreis hatte ab Freitag Nachmittag auf diese steigende Kürzungsmenge positiv reagiert, und war von 58 auf 59,81 Dollar gestiegen. Übers Wochenende konnte WTI-Öl sich um die 59 Dollar halten. Der Ölpreis sackte aber bis jetzt ab auf 58,55 Dollar. Denn chinesische Zoll-Daten von Sonntag Abend zeigen laut Berichten, dass die chinesischen Exporte im November im Jahresvergleich um 1,1% gefallen sind, obwohl ein leichter Anstieg erwartet wurde.

Die Exporte Richtung USA fielen sogar um 23%. Ein klares Zeichen für die negative Auswirkung des Handelskriegs auf den chinesischen Außenhandel. Weniger wirtschaftliche Aktivität und weniger Handel bedeuten natürlich weniger Nachfrage nach Öl. Dies drückt somit aktuell auf die Laune der Öl-Bullen. Aber diese Meldung aus China ist sozusagen „Tagesgeschäft“. Vor allem die Zusicherung der Saudis die Kürzungsmenge der OPEC letztlich im Alleingang ausbauen zu wollen, zeigt ihre Entschlossenheit. Diese Entschlossenheit kann dem Ölpreis weiteren Auftrieb verleihen!

Dreh am Ölmarkt?

Wird die negative China-Nachricht schon morgen vergessen sein, und die OPEC-Story wirkt viel stärker am Terminmarkt? Man entzieht dem Markt Angebotsmenge, was dem stetig steigenden Angebot entgegenwirkt, welches von den Frackern in den USA geliefert wird. Wird der Ölpreis daher in den nächsten Tagen daher eher weiter steigen? Morgen Abend stehen schon wieder die privaten API-Lagerdaten in den USA an, und Mittwoch dann die staatlichen Daten. Also, Augen auf! Die OPEC könnte (nicht muss) eine Trendwende im Ölpreis einleiten. Wie immer gilt am Ölmarkt: Die Lage kann sich so schnell ändern durch Handelskrieg, Trump, neue Saudi-Aussagen, Konjunkturdaten uvm. Bitte bilden Sie sich immer ihre eigene Meinung!

Ölpreis-Verlauf in letzten zehn Tagen
Ölpreis-Verlauf in letzten zehn Tagen.

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Finanznews

Dax: immer das gleiche Spiel! Marktgeflüster (Video)

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Es ist immer das gleiche Spiel: wenn die US-Aktienmärkte geschlossen sind, geht beim Dax so gut wie gar nichts! So auch heute – gleichwohl ist der Dax heute der einzige der großen europäischen Indizes, die im Plus sind. Damit ist der deutsche Leiitndex nur noch einen Wimpernschlag von seinem Allzeithoch aus Anfang 2018 entfernt. Ab morgen beginnt die US-Berichtssaison mit voller Fahrt (nachdem die US-Finanzwerte berichtet haben) – kann die Wall Street dann ihren Siegslauf fortsetzen? Oder sind die Zahlen völlig egal, solange die Fed Liquidität ins System pumpt? Morgen meldet Netflix seine Zahlen – ein typischer Vertreter der Niedrigzinsenphase mit negativem Cashflow und hoher Verschuldung..

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Aktien

Aktienmärkte: Wird die Zukunft zu pessimistisch gesehen?

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Die Aktienmärkte notieren auf Allzeithochs und steigen weiter, während gleichzeitig die Konjunktur Schwächen zeigt. Und trotz der mit der Konjunkturentwicklung nicht im Einklang stehenden Allzeithochs geht die US-Großbank JPMorgan davon aus, dass Analysten zu pessimistisch in die Zukunft schauen. Die Gewinnerwartungen für 2020 seien zu niedrig. Was ist dran an JP Morgans Einschätzung?

Wenn Analysten die Zukunft zu negativ einschätzen, hat das in der Regel zwei Auswirkungen:

1) Die Aktienkurse in der Gegenwart sind niedriger, als sie bei korrekter Antizipierung der künftigen Gewinne sein könnten und
2) Die Aktienkurse werden nach Bekanntgabe der besser als erwartet ausfallenden Ergebnisse rasch steigen.

Denn für viele Anleger ist der Consensus der Analysteneinschätzungen, also deren durchschnittliche Gewinnerwartung, eine Richtschnur bei Anlageentscheidungen. JP Morgan berichtet nun, dass die Analystenerwartungen für die kommenden beiden Berichtsquartale unterhalb der Ergebnisse liegen würden, die in den vergangenen beiden Quartalen gemeldet wurden. Die kommenden beiden Berichtsquartale sind übrigens das 4. Quartal 2019 und das 1. Quartal 2020, da für das 4. Quartal 2019 noch keine bzw. kaum Unternehmensergebnisse veröffentlicht wurden.

Normalerweise sehen Bankanalysten die Zukunft zu positiv, jetzt jedoch angeblich zu negativ

Da das Weihnachtsquartal für viele Unternehmen das stärkste Quartal des Jahres ist, sei die Erwartung nicht stichhaltig, die Ergebnisse der beiden kommenden Berichtsquartale würden unterhalb der beiden vorhergehenden Quartale liegen. Normalerweise schätzen Analysten die Zukunft als zu positiv ein und korrigieren ihre zu positiven Annahmen im Jahresverlauf nach unten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Analysten im Dienste von Banken stehen, die erstens Vermögensverwaltung für ihre Kunden betreiben und daher ein Interesse an steigenden Kursen haben, zweitens Fonds vertreiben, deren Verkauf bei steigenden Kursen besser läuft und die drittens als Investmentbanken Kapitalerhöhungen und Börsengänge begleiten, die bei steigenden Kursen bedeutend einfacher oder überhaupt erst durchzuführen sind. Darum nennt man diese Analysten auch „Sell Side Analysts“, da ihre Arbeitgeber Aktien verkaufen und nicht kaufen wollen.

Die Citigroup ergänzt JPMorgans Aussagen dahingehend, dass seit April in jeder einzelnen Woche die Zahl der negativeren Einschätzungen die Zahl der positiveren Ausblicke überwog. Mehr Analysten stutzten also ihre Erwartungen zurück als umgekehrt. Dass zeitgleich eine Aktien-Hausse startet, verwundert. Ich verwies in den vergangenen Wochen bereits mehrfach darauf, dass die Anleger irrational handeln und belegte das am Beispiel von Apple. Seitdem Apple eine Umsatz- und Gewinnwarnung Anfang Januar 2019 herausgab, hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt. Es ergibt jedoch keinen Sinn, einem Unternehmen einen mehr als doppelt so hohen Wert beizumessen, nachdem es bekanntgab, künftig weniger Geld zu verdienen. Und trotzdem geschah genau das – und zwar nicht nur bei Apple, sondern bei tausenden Aktiengesellschaften.

Sollten wir nun auf JP Morgans Einschätzung hören? Zumindest im vergangenen Jahr lag die Bank mit der Einschätzung genau richtig. Damals prognostizierte sie, dass die Aktienmärkte in den USA besser abschneiden würden als die Aktien der anderen Industrienationen und genau das trat ein.

Erste Ergebnisse sind positiv, doch die Aktienmärkte preisten das vielleicht schon ein!

Bislang haben etwa 6% der Unternehmen im S&P 500 bereits die Zahlen für das vierte Quartal veröffentlicht und konnten im Schnitt 3% Ergebniswachstum präsentieren. Setzt sich der Trend fort, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Analystenerwartungen von der Mehrheit der Unternehmen übertroffen werden können. Was folgt, wären bessere Analystenerwartungen für die kommenden Quartale, die in der Regel mit steigenden Kursen einhergehen.

JPMorgan wird aber noch konkreter. Die Bank erwartet, dass vor allem Rohstoff-, Luxus-, und Halbleiterunternehmen im 4. Quartal bessere Ergebnisse präsentieren könnten, als Analysten erwarten. Ich berichtete bereits in den vergangenen Wochen vom Boom bei Luxus-Aktien und von der Tatsache, dass in China die Rohstoffbranche eine der wenigen sei, die noch Geld verdienen kann. Insofern bestätigt die neue JPMorgan-Analyse meine eigenen Beobachtungen.

Zweifel hege ich jedoch an der Einschätzung, dass die Aktienmärkte die Möglichkeit übertroffener Analysten-Erwartungen noch nicht eingepreist haben könnten. Die stark gestiegenen Aktienkurse der vergangenen Monate deuten meiner Ansicht nach darauf hin, dass die Anleger die Zukunft bereits deutlich positiver sehen als die Bankanalysten. Denkbar ist also, dass eine weitere Boomphase ausbleibt, selbst wenn die Erwartungen jetzt übertroffen werden können.

Aktienmärkte haussieren - Tim Cook und Donald Trump
Die Apple-Aktie lief letztes Jahr extrem gut. Apple-Chef Tim Cook mit Donald Trump im November 2019 auf Fabrik-Besichtigung.

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Aktien

Netflix: Ein Kind des laufenden Kreditzyklus

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Netflix Beispielfoto

Steigende Gewinne, steigende Nutzerzahlen, steigende Umsätze – Netflix könnte eine mustergültige Wachstums-Story sein (die letzten Quartalszahlen waren noch gut). Dass es das ist, scheinen zumindest viele Anleger zu glauben. Denn der Aktienkurs stieg seit der heftigen Korrektur im vergangenen Jahr bereits wieder um 36%. Die Sache hat nur einen Haken: Das Unternehmen produziert negative Cashflows und der Gewinn hängt davon ab, wie die kreditfinanzierten Inhalte bewertet werden.

Trotz wachsender Ausgaben schrumpft bei Netflix der Inhaltekatalog

Der Inhaltekatalog von Netflix ist übrigens weder statisch, noch wächst das Angebot. Tatsächlich schrumpfte der Katalog seit 2014 sogar signifikant, obwohl Netflix in diesem Zeitraum Milliarden in Inhalte investierte. Konnten US-Kunden 2014 noch aus mehr als 8.000 verschiedenen Titeln wählen, waren es vier Jahre später keine 5.600 mehr. Das liegt sowohl daran, dass Filmstudios ihre Lizenzen nicht verlängerten, weil sie eigene Streamingangebote mit exklusiven Inhalten starteten. Als auch daran, dass Konkurrenten wie Amazon mehr für die Lizenz boten. So geschah es kürzlich auch bei einem von Netflix‘ beliebtesten Serien: Friends.

Der Abfluss lizenzierter Inhalte kann nur bedingt durch Eigenproduktionen aufgefangen werden. Die finanzielle Logik teurer Eigenproduktionen ist ohnehin noch nicht gänzlich geklärt. Es ist zwar schön, dass das Unternehmen inzwischen so gute Filme und Serien produzieren kann, dass sie sogar die Oscar-Nominierungen anführen. Doch weshalb sich diese mit immensen Summen erkaufte Qualität auch wirtschaftlich für Netflix-Aktionäre auszahlen soll, ist unklar. Wenn ein Hollywood-Studio 200 Millionen US-Dollar in einen Film investiert, dann verdient das Studio an Fan-Artikeln, den Kinovorstellungen, DVDs, Blurays, Streaming-Lizenzen und TV-Ausstrahlungen. Wenn Netflix 200 Millionen US-Dollar in einen Film investiert, dann fällt all das bis auf vielleicht Fan-Artikel weg. Stattdessen können Kunden, die ohnehin 12 US-Dollar im Monat zahlen, um z.B. eine Serie zu schauen, nun auch diesen 200 Millionen US-Dollar teuren Film ansehen, ohne dafür einen Cent zusätzlich zu bezahlen. Es ist auch zweifelhaft, ob Netflix durch diese teuren Eigenproduktionen genügend Neukunden generieren kann, die dann lang genug dabei bleiben, um die Investitionen zu amortisieren.

Vor allem das „lang genug dabei bleiben“ wird schwierig, ist doch ein Trend zum Binge-Watching erkennbar. Statt sich zehn Jahre lang wöchentlich Montags für 60 Minuten vor den Fernseher zu setzen, um die neuste Friends-Folge mit vier Werbeunterbrechungen im Fernsehen sehen zu können, kaufen sich die Menschen ein Monatsabo für Netflix für 12 Euro und schauen sich alle bislang abgedrehten Folgen innerhalb weniger Tage an. Anschließend kann das Abo auch wieder gekündigt werden, bis die nächste Staffel vollständig zum Abruf bereitsteht. Statistiken zeigen, dass neu hinzugefügte Titel bei Netflix in den ersten Wochen exzessiv gesehen werden, während das Interesse in den folgenden Monaten extrem absinkt. Wenn jedoch Monate nach der Aufnahme in den Katalog kaum mehr jemand den Titel sieht, dann können die teuren Lizenzen keine langfristigen Auswirkungen auf die Kundentreue haben. Niemand bleibt Ende 2020 bei Netflix, weil Ende 2019 Irishman gesehen werden konnte.

Netflix‘ Ausgaben für Eigenproduktionen steigen stark

Apropos Irishman. Netflix zahlte allein für die Filmrechte 105 Millionen US-Dollar an Paramount. 159 Millionen US-Dollar kostete die Produktion. Und mindestens 50 Millionen dürfte es das Unternehmen gekostet haben, die internationalen Distributionsrechte von STX Entertainment zu kaufen. Denn die gaben schon 2016 50 Millionen aus, um die Vermarktungsrechte von Paramount zu kaufen und verklagten anschließend Netflix. Wir reden also über gute 300 Millionen US-Dollar Gesamtkosten für nur einen von mehr als 5.000 Filmen in Netflix‘ Katalog.

Netflix plant, in diesem Jahr mehr als 17 Milliarden US-Dollar für Eigenproduktionen auszugeben. Das wäre kein Problem, könnte das Unternehmen diese Produktion aus den Aboentgelten finanzieren. Können sie aber nicht. Man macht zwar auf dem Papier Gewinn, hat aber einen negativen Cashflow in Milliardenhöhe pro Jahr. Das heißt, die Eigenproduktionen sind kreditfinanziert und Netflix macht vor allem deshalb Gewinn, weil die Eigenproduktionen in der Bilanz aktiviert werden. Ob der diesen Eigenproduktionen zugeschriebene Wert auch tatsächlich existiert und Netflix im Falle eines nötigen Verkaufs die in der Bilanz stehenden Werte für die Inhalte realisieren kann, steht in den Sternen.

Der Abwärtstrend ist noch aktiv

Die Hoffnung der Anleger beruht darauf, dass Netflix bis zum Zahltag der aufgenommenen Kredite einen Weg fand, positive Cashflows zu generieren oder alternativ Anleger zu finden, die die Kreditpyramide weiter am Laufen halten. Aus meiner Sicht ist das Unternehmen ein typisches Kind der Negativzinsphase. In Anbetracht mangelnder Alternativen und einer Überversorgung mit Liquidität kaufen Anleger so gut wie alles, was ihnen angeboten wird. Und Netflix bietet durchaus attraktive Konditionen. Mit Anleihen können Anleger mehr als doppelt soviel Rendite erzielen wie mit US-Staatsanleihen. Doch wenn dieser Kreditzyklus einmal enden sollte und Netflix von der Versorgung mit neuen Krediten abgeschnitten wird, dann endet auch die Versorgung der Abonnenten mit neuen Inhalten. Dann dürfte auch der Aufwärtsdrang der Aktie ein Ende finden. Derzeit notiert die Aktie ohnehin noch im vergangenen Jahr gestarteten Abwärtstrend. Der wäre erst beendet, wenn die Aktie bei 365 US-Dollar nach pben ausbrechen könnte.

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