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Ölpreis fällt – Ukraine-Hoffnung und Iran-Anspannung

Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis zeigt derzeit die Hoffnungen auf eine Entspannung im Ukraine-Krieg. WTI-Öl ist gegenüber Freitag Abend um 6 Dollar gefallen auf aktuell 103,37 Dollar. Bei Brent-Öl ist es ein Rückgang um gut 4 Dollar. Thematisieren wollen wir an dieser Stelle die Themen Ukraine-Krieg und den Iran.

Ölpreis fällt – Hoffnungen im Ukraine-Krieg

Kurz vor dem Start des Ukraine-Kriegs am 24. Februar sah man noch einen WTI-Ölpreis von 93 Dollar, im Hoch lief das Preisniveau bis auf fast 130 Dollar, siehe Chart. Seit fast einer Woche sind die Kurse am Fallen, so auch heute. Man sieht es: Der Markt will daran glauben, dass auch die heute stattfindenden Gespräche zwischen der Ukraine und Russland einen weiteren Hoffnungsschimmer auf Entspannung im Krieg bieten. Dies würde Verknappungsängste bei Öl lindern – dieses Szenario wird im Ölpreis vorab schon mal berücksichtigt. Ob wirklich Bewegung in den Gesprächen stattfindet, ob wirklich ein Waffenstillstand näher rückt? Das ist völlig unklar. Gibt es aber plötzlich negative Nachrichten über die Gespräche, wäre auch schnell ein Aufwärts-Move im Ölpreis denkbar.

Analysten beurteilen die aktuelle Lage – es geht auch um den Iran

Heutige Berichte zeigen zum Beispiel die Meinung der CMC Markets-Analystin Tina Teng. Ihrer Meinung nach fällt der Ölpreis zur Zeit, da die Anleger die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland verdaut hätten und die Parteien Anzeichen für Verhandlungen über eine Feuerpause erkennen lassen würden. Da die Märkte für Februar bis Anfang März ein deutlich knapperes Angebot eingepreist hätten, verlagere sich der Fokus auf die Geldpolitik bei der anstehenden FOMC-Sitzung in dieser Woche, was den US-Dollar weiter stärken und die Rohstoffpreise unter Druck setzen könnte, so ihre Aussage.

Die Analysten der Saxo Bank sagen heute, dass der Ölpreis niedriger notiert, nachdem der ukrainische Präsident erklärt habe, dass die Gespräche mit Moskau Anzeichen für eine Intensivierung der Gespräche zeigen. Die Selbstsanktionierung von Käufern russischen Öls habe zu den turbulenten Preisbewegungen der letzten Woche geführt. Aber seither hätten einige von den Käufern Umgehungslösungen gefunden, während die hohen Energiepreise bereits Anzeichen für negative Auswirkungen auf die Nachfrage in bestimmten Branchen zeigen würden. Weitere Nachrichten, mit denen sich der Markt auseinandersetzen müsse, seien ein erneut stärkeres Auftreten des Coronavirus in China und die Aussetzung der Iran-Gespräche am Freitag, nachdem Russland einen Strich durch die Rechnung gemacht habe.

Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran gab es zuletzt wieder eine Pause. Was ist hier los? Auch die Experten der Commerzbank besprechen wegen dem Rückgang im Ölpreis die Hoffnungen rund um den Ukraine-Krieg. Aber sie äußern sich auch zum Thema Iran. Ob es in den kommenden Tagen neue Gespräche mit dem Iran geben wird, hängt ihrer Meinung nach von der Reaktion Moskaus ab, nachdem dessen Forderungen zurückgewiesen wurden. Eine Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015 würde die Tür öffnen zu einer Rückkehr der iranischen Ölexporte, die nach dem Ausstieg der USA aus dem Abkommen und durch die daraufhin vom damaligen US-Präsidenten Trump verhängten Sanktionen seit Ende 2018 nahezu zum Erliegen gekommen sind. Vor den Sanktionen lagen die iranischen Ölexporte bei 2-2,5 Mio. Barrel pro Tag.

Dieses Öl würde laut den Experten der Commerzbank angesichts der durch die Sanktionen gegen Russland verursachten Lieferausfälle von russischem Öl dringend benötigt. Bis zur Invasion in die Ukraine gehörte Russland noch zu den Fürsprechern einer Einigung mit dem Iran. Dies habe sich nun offenbar geändert. Russland sei anscheinend nicht ohne weiteres bereit, dass der Iran auf seine Kosten an den Ölmarkt zurückkehren darf. Dies könnte auch einen Vorgeschmack auf eine schwierige Sitzung der OPEC+ Ende des Monats liefern. Auch dort könnte Russland eine stärkere Ausweitung der Ölproduktion verhindern, selbst wenn sich dafür eine Mehrheit innerhalb des erweiterten Kartells finden würde – soweit die Meinung der Commerzbank-Experten.

Chart zeigt Kursverlauf im WTI-Ölpreis seit dem 23. Februar Kursverlauf im WTI-Ölpreis seit dem 23. Februar.



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