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Ölpreis: Nach der OPEC ist vor den US-Jobdaten

Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis hat die gestrige OPEC-Entscheidung gut verkraftet. Schauen wir auf den folgenden Chart, der den Verlauf im WTI-Öl in den letzten 30 Tagen zeigt. Es geht derzeit weiter bergauf. Gestern vor der OPEC-Entscheidung noch um die 68,50 Dollar, so sehen wir aktuell einen Ölpreis von 69,80 Dollar. Der seit Tagen fallende US-Dollar hilft dem schwarzen Gold auf dem Weg nach oben.

Ölpreis kann OPEC-Entscheidung gut verkraften

Die OPEC hat entschieden im Oktober wie bereits vereinbart bei der Erhöhung der Fördermenge um 400.000 Barrels pro Tag zu bleiben. Gleichzeitig will man laut der Expertin Amena Bakr die Prognose für die globale Öl-Nachfrage für nächstes Jahr von +3,28 auf +4,2 Millionen Barrels pro Tag anheben. Das sind natürlich warme Worte für Trader, die auf einen steigenden Ölpreis hoffen.

Morgen US-Arbeitsmarktdaten

Morgen um 14:30 Uhr deutscher Zeit steht das Mega-Event in Sachen Konjunkturdaten an, die US-Arbeitsmarktdaten für August. Je nachdem wie sie ausfallen, werden sie womöglich das Kernelement sein für die Federal Reserve bei ihrer Entscheidungsfindung, ob man seine Anleihekäufe bald reduzieren wird oder nicht. Das kann morgen den ganzen Kapitalmarkt in Bewegung bringen, so auch den Ölpreis. Das sollte man trotz jetzt steigender Kurse nicht außer Acht lassen.

Analystenkommentar

Die Experten der Commerzbank haben heute interessante Aussagen zum Ölmarkt veröffentlicht. So gehe die OPEC+ (Gruppe aus OPEC und externen Partnern) weiterhin davon aus, dass der Ölmarkt wegen der steigenden Nachfrage bis zum Jahresende unterversorgt bleibt und daher auf die zusätzliche Produktion angewiesen sei. Für die kommenden Monate laufe somit alles weiter nach Plan. Für das folgende Jahr sehe es allerdings anders aus. Zwar habe das Gemeinsame Technische Komitee (JTC) der OPEC+ seine Nachfrageprognose für 2022 um 920 Tsd. Barrel pro Tag angehoben, und erwarte nun einen Anstieg um 4,2 Mio. Barrel pro Tag. Dies reiche aber noch immer nicht aus, den gleichzeitigen Anstieg des Ölangebots auszugleichen.

Das JTC erwartet laut Commerzbank daher im nächsten Jahr ein Überangebot von 1,6 Mio. Barrel pro Tag. Deswegen werde die OPEC+ ihre Pläne einer vollständigen Rücknahme der verbliebenen Produktionskürzungen im nächsten Jahr überdenken müssen. Dies dürfte dann Thema auf den nächsten Sitzungen werden, die somit spannender werden dürften als die gestrige. In den USA verläuft die Wiederinbetriebnahme der Energieinfrastruktur nach Hurrikan Ida laut den Commerzbank-Aussagen aufgrund anhaltender Stromausfälle nur sehr schleppend. Die Rohölverarbeitung werde deutlich länger benötigen, sich von den Ausfällen zu erholen als die Rohölproduktion. Dies spreche für einen Anstieg der Rohölbestände in den kommenden Wochen.

Chart zeigt Ölpreis im Verlauf der letzten 30 Tage



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