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Märkte

Ölpreis mit tollem Wochenanstieg – Vorsichtig, das Risiko steigt!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Ölpreis ist im Verlauf dieser Woche gut gestiegen. Beeindruckend gut ist er sogar gestiegen bei der wackeligen globalen Gemengelage. Noch am letzten Freitag notierte der WTI-Ölpreis bei 53,50 Dollar. Durchgeschüttelt von positiven und negativen Nachrichten vom Handelskrieg, ging es in dieser Woche dann rauf und runter. Aber unterm Strich entstand in den letzten fünf Tagen bis jetzt ein Anstieg von 3 Dollar. Was war passiert?

Ölpreis mit vorsichtig positivem Momentum

Zuletzt gab es leicht positive Signale aus China. Gestern sagten Offizielle des Handelsministeriums, dass es bald neue Gespräche mit den USA geben werde. Ohhh Gespräche. Es gibt überhaupt mal neue Gespräche. Schon das fasst der Markt auf als Zeichen der Entspannung im Handelskrieg. Mit wie wenig man sich schon zufrieden gibt! Und dann gab es natürlich am Dienstag die API-Daten und am Mittwoch die offiziellen staatlichen Daten für die Lagermenge an Rohöl in den USA. Sie fiel um 10 Millionen Barrels im Wochenvergleich. Das brachte in der Mitte dieser Woche den Hauptschub für den steigenden Ölpreis. Weniger Lagermenge bedeutet entweder mehr Nachfrage von Endverbrauchern oder ein rückläufiges Angebot. Somit sind sinkende Lagermengen immer gut für einen steigenden Ölpreis. Und ganz aktuell rauscht ein sehr kräftiger Hurrikan auf die USA zu. Das sollte wie so oft dazu führen, dass Förderkapazitäten für Öl für ein paar Tage stillgelegt werden, was ebenfalls positiv für den Ölpreis sein sollte.

Vorsichtig, das Risiko steigt

Aber zum Hurrikan kann man jedes Mal sagen: Liebe Leute, es ist immer das selbe. Vor so einem Sturm sinkt die Förderkapazität in der betroffenen Region, und kurz danach wird sie zügig wieder auf Normalniveau hochgefahren. Also sollte man solche Stürme (meine Meinung) nie als längerfristigen Einflussfaktor für die Bewegung im Ölpreis betrachten. Aber jetzt zur Hauptsache. Ein vorsichtiger Optimismus herrscht also derzeit bezüglich des Handelskriegs, gestützt von rückläufigen Lagern. Leute, schaut euch doch bitte mal die letzten Wochen und Monate an. Nach kleinen Phasen von Hoffnung folgte stets ein enttäuschter Donald Trump, der per Twitter kräftig drauf los poltert, dass die Chinesen ihm nicht das geben, was er sich vorgestellt hat. Wie soll es diesmal anders kommen? Na klar, es kann immer ein Wunder geschehen. Aber ich möchte an dieser Stelle nur davor warnen. Schon nächste Woche können diese neuen Gespräche zwischen China und den USA mal wieder in einem Desaster enden. Und zack, der Ölpreis rauscht in den Keller. Das ist ein zunehmendes Risiko, gerade nach einem in den letzten Tagen so nett gestiegenen Markt.

Der WTI-Ölpreis seit dem 20. August
Der WTI-Ölpreis seit dem 20. August.

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Anleihen

Aktienmärkte: Ist das das nächste große Ding? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte der Wall Street heute allesamt mit neuen Allzeithochs, während der Dax weiter stagniert und sogar einen leichten Wochenverlust ausweist – und das trotz neuem Optimismus in Sachen Brexit. Aber der Fokus richtet sich nun immer mehr auf die US-Anleihemärkte mit steigenden Renditen, die Zinskurve versteilt sich weiter (gut für Finanz-Aktien, nicht so gut für Tech, daher der Nasdaq heute nur mit kleinen Gewinnen). Sollten die Renditen weiter steigen, werden US-Anleihen wieder zunehmend zur Konkurrenz für die Aktienmärkte. Dort aber herrscht nach wie vor eine „Rundum-sorglos-Stimmung“, vor allem die „Corona-Verlierer“ werden wieder gekauft (der Sektor Energie daher wider mit den größten Gewinnen)..

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Allgemein

Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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Devisen

Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

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