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Ölpreis schwach – globale Einigung, riesiges Problem – die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Mit 23,17 Dollar ging der Ölpreis (WTI) Donnerstag Abend in das lange Oster-Wochenende. Heute wird Öl wieder gehandelt, und der Ölpreis notiert bei 22,78 Dollar. Heute früh waren es schon 24,50 Dollar im Hoch. Das zeigt die aktuell labile Lage am Markt. Auch der Chart am Ende des Artikels, der zehn Tage zurückreicht, zeigt dies. Über das Wochenende haben die OPEC und ihre Partner weiter verhandelt über die Fördermengenkürzung. Es gibt nun ein endgültiges Ergebnis. Aber dennoch bleibt ein riesiges Problem weiter bestehen.

Ölpreis enttäuscht von Kürzung

Am Donnerstag gab es die große Einigung zwischen der OPEC und ihren Partnern wie Russland, dass man 10 Millionen Barrels an Öl-Fördermenge kürzen wird. Der Deal machte auf den aller ersten Blick Hoffnung auf einen steigenden Ölpreis. Es blieb dennoch ein Problem. Mexiko stellte sich quer. Das Land sollte einen Anteil von -400.000 Barrels pro Tag zu den Kürzungen beisteuern, man wollte aber nur 100.000 kürzen. Interessant ist der Grund. Mexiko hatte jahrelang sehr, sehr, sehr viel Geld für Hedging ausgegeben. Man kaufte also Puts, Versicherungen gegen stark fallende Ölpreise. Jetzt helfen diese Put-Geschäfte die Verluste im aktuell extrem niedrigen Ölpreis aufzufangen. Daher kann Mexiko relativ entspannt mit der aktuellen Lage am Öl-Markt umgehen (hier mehr Details zu dem Thema).

Würde das Land jetzt so stark die Förderung kürzen, wer ersetzt denn die jahrelang immens hohen Hedge-Kosten? Tja, Mexiko stellte sich quer. Und nun sieht man, dass sich das Land gegen die ganze OPEC durchgesetzt hat. Mexiko kürzt nur 100.000 statt 400.000 Barrels Öl pro Tag. Deswegen lautet die nun endgültige offizielle Fassung der Einigung nicht auf 10 Millionen Barrels pro Tag Kürzungsmenge, sondern nur auf 9,7 Millionen durch die OPEC und ihrer Partner, zu denen auch Mexiko gehört. Ob der Ölpreis heute bei noch relativ wenig Liquidität wieder ins Plus drehen oder abstürzen wird, wird man abwarten müssen. Klar ist nur: Trotz 9,7 Mio Barrels pro Tag Kürzungsmenge werden die Beobachter des Marktes sich sagen: Der Nachfragerückgang, verursacht durch das Coronavirus, ist weit, weit größer als 10 Mio Barrels pro Tag. Daher wird dieser Deal kaum reichen um Angebot und Nachfrage wieder in Einklang zu bringen, und somit den Ölpreis steigen zu lassen. Am Freitag tagten auch die Energieminister der G20-Nationen. Hiervon hätte ein Signal ausgehen sollen, dass auch die Länder außerhalb der OPEC+ Fördermengen kürzen. Aber dazu kam es nicht – im Abschlusstext gab es keine solchen definitiven Zusagen.

Lediglich gab es Aussagen, dass sich die G20-Länder „verpflichten“, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Stabilität des Energiemarktes zu gewährleisten. Verbindliche Zusagen gab es wie gesagt nicht. Aber: Wie es aussieht, wollen einige Länder (zum Beispiel Indien) den niedrigen Ölpreis nutzen um ihre nationalen Öl-Reserven kräftig aufzufüllen. Damit entziehen sie dem Markt einiges an Angebotsmenge, was man als unterstützendes Zeichen in Richtung OPEC werten kann. Aber auch das könnte nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Zwar gibt es aktuelle Aussagen aus den Kreisen der G20 zu Kürzungsmengen, aber offiziell gibt es kein Statement.

Die OPEC hat in ihrem aktuellsten offiziellen Statement die 10 Mio Kürzungsmenge auf 9,7 Mio nach unten angepasst. Um diese Menge wird die Förderung täglich gekürzt im Mai und Juni. Von Juli bis Jahresende werden es -7,7 Mio pro Tag sein, und für die darauf folgenden 16 Monate werden es 5,8 Mio Barrels pro Tag sein, jeweils ausgehend von den Fördermengen-Niveaus aus Oktober 2018. Saudi-Arabien und Russland haben eine Sonderstellung. Sie kürzen ab einem Niveau von 11 Mio Barrels pro Tag. Saudi-Arabien hat aktuell bestätigt, dass man jetzt von 12 Mio Barrels pro Tag Fördermenge runterkürzen wird auf 8,49 Mio. Auch wollen einige Golfstaaten zusätzlich zu den 9,7 Mio Kürzungsmenge nochmal 2 Mio Kürzungsmenge pro Tag oben drauf legen. Man sieht also, die Saudis und ihre Nachbaren wollen das jetzt voll durchziehen. Der Ölpreis soll steigen. Aber er will noch nicht. Weil diese Kürzungsmengen einfach zu wenig sind?

Überangebot an Öl weiterhin viel zu groß?

Donald Trump freut sich in einem Tweet über die Eingiung der OPEC. Hunderttausende Öl-Jobs in den USA würden dadurch gerettet, so Trump. Unsere Meinung: Das funktioniert aber nur, wenn der Ölpreis die nächsten Tage und Wochen deutlich steigen wird. Heute sieht es noch nicht danach aus, aber es ist ja auch relativ wenig Liquidität im Markt an diesem Ostermontag. Also, fassen wir zusammen. OPEC, Russland und Co kürzen 9,7 Mio Barrels pro Tag Öl-Fördermenge. Dazu kürzen einige Golfstaaten nochmal 2 Mio Barrels pro Tag zusätzlich. Dazu kürzen einige G20-Staaten wohl auch ein wenig mit, wofür es aber offenbar keine offizielle Verlautbarung gibt. Und einige Länder werden den niedrigen Ölpreis nutzen um ihre nationalen Öl-Reserven günstig aufzustocken. Wird all das zusammen genommen ausreichen um dem Nachfrageschock entgegenzuwirken? Das ist die Frage. Der Ölpreis beantwortet diese Frage zumindest heute am Ostermontag mit NEIN.

Die USA kürzen ihre Fördermengen aktuell nicht deswegen, weil es eine staatliche Anordnung dafür gäbe. Nein, das ginge in den USA ja auch gar nicht, weil die Öl-Förderung in privaten Händen liegt. Die Fracker in den USA kürzen aktuell deswegen ihre Fördermengen (-600.000 Barrels pro Tag im Wochenvergleich), weil der Ölpreis so stark gefallen ist, und sie mit jedem geförderten Barrel Verlust machen (aufgrund ihrer hohen Förderkosten). Es ist also nur eine Kürzung in den USA, die sich dem Ölpreis anpasst. Steigt er ein wenig, könnten die Fracker schnell wieder der Meinung sein, dass man mehr Öl fördern könnte. Also sollte man sich auf Kürzungen aus den USA nicht zu viel einbilden! Kann der Ölpreis in den nächsten Wochen wieder ansteigen, wenn OPEC und Co ihre Kürzungen konsequent durchhalten, und wenn gleichzeitig die Nachfrageseite wieder ansteigt, wenn die Weltwirtschaft nach dem Corona Shut Down wieder hochgefahren wird? Möglich wäre es.

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Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage

24 Kommentare

24 Comments

  1. Avatar

    Ölpumper Vladimir

    13. April 2020 13:17 at 13:17

    Alles nur Theater, lernt ihr denn überhaupt Nichts?
    Erstens , diese Abkommen kommen immer sehr schwer zustande.Zweitens, DIESE ABKOMMEN WURDEN NOCH NIE EINGEHALTEN, auch in Zeiten wo weniger Geldnot war.
    Fazit: Es wird Öl gefördert in Massen weil Alle Geld brauchen. Das vielgeschmähte Putinland ist der einzige Förderer der pokern kann, weil Putin ein Langfristdenker ist u.Russland leidensfähig ist u.siehe da viel weniger verschuldet ist als DER HOCHENTWICKELTE WESTEN.

  2. Avatar

    Segler

    13. April 2020 23:54 at 23:54

    Guten Morgen Herr Kummerfeld,
    Es gibt keinen Preisverfall im Öl – Im Gegenteil !
    Sämtliche Futures sind gestiegen. Allesamt !
    der Juni Future um 2.5 % .. bis hin zum Dezember Kontrakt, der fast 6 % angestiegen ist.
    Ihr Blick auf den Frontmonat Mai und Ihr Kommentar mag medienwirksam sein – Aber er entspricht nicht der Wahrheit.
    Denn dieser Front-Future ist der einzige, der im Preis gefallen ist.
    Vordergründig scheint es ein Widerspruch, denn gerade eben haben die Förderländer eine gewaltige Reduktion ihre Fördermenge beschlossen und verkündet.
    Aber:
    Der Frontkontrakt wird nur noch wenige Tage gehandelt. Am 21. April, also in einer Woche, ist ‚last Trading Day‘.
    In diesen Tagen müssen alle, die langfristig im Energiesektor engagiert sind, den Future „rollen“
    Alle Verbraucher sind gezwungen, den Mai-Kontrakt zu verkaufen und den Juni Kontrakt (oder einen späteren) zu kaufen.
    Dies treibt naturgemäss den Preis des Frontmonats krass nach unten.
    Hinzu kommt, dass die Öl-Produzenten sich mit Optionen gegen den finanziellen Nachteil des von ihnen geplanten und forcierten Preisverfalles abgesichert hatten. (Nicht nur die Mexikaner)
    Somit konnten sie völlig entspannt und mit einem ganz breitem Grinsen im Gesicht dem von ihnen selbst initiierten Preisverfall zuschauen. Sie wussten schliesslich: Alle werden rollen müssen und alle Käufer müssen den künftigen hohen Preis akzeptieren.
    Übrigens: Kurz bevor es über Nacht und übers Wochenende zum den folgenreichen „Einbruch“ des Ölpreises kam, stiegen die Open Interests in den Optionen und damit die Optionspreise auf ein „historisches“ Mass“.
    Auf Deutsch: Die Produzenten hatten sich vorausschauend eine gemütliche Matraze mit Optionen bereit gelegt, liessen den Preis abkrachen, fielen weich, und sahen genüsslich den Reaktionen zu.
    Und nun lösen sie die Puts auf und alle reiben sich die Hände.

    Nicht die Hände, aber die Augen reiben sich in Kürze die Leser dieser Seite, wenn ‚unerkärlicherweise‘ der Ölpreis „explodiert“
    Stoff für neue Schlagzeilen.

    mit besten Grüssen

    • Avatar

      Fetttony

      14. April 2020 09:40 at 09:40

      @Segler
      Sind Sie immer noch Short in SP500?

      • Avatar

        Segler

        14. April 2020 12:24 at 12:24

        @Fettony. Nein, ich bin schon lange nicht mehr short im Markt. Ich hatte um den 20. März herum einen Beitrag geschrieben, dass ich ab sofort auf der Käuferseite stehe.
        Dies hatte ich mit Grafiken und Bildern anhand von Volumenprofilen etc. belegt und meine Beweggründe erläutert.
        Ich finde leider den Beitrag nicht mehr. Aber ich weiss, dass einige Leser meine Postings aufmerksam verfolgen und vielleicht kann Ihnen jemand den Link dazu liefern, falls es für Sie von Interesse ist.
        Oder gibt es eine Suchfunktion ?

        • Avatar

          Fetttony

          14. April 2020 14:23 at 14:23

          Seltsam!
          Hier Ihr Post vom 09. April
          „Der weitere Grund für die unsere aktuelle short Position im US Index ist (unter anderem) die Divergenz Index/VXX…..Hier ein Blick auf die offenen Optionskontrakte im S&P Juni future: Die 2300 ruft. Das heisst nicht, dass es zwischenzeitlich nicht tiefer gehen kann….“
          Ihr Treiben wirft große Fragezeichen auf.

          • Avatar

            Pippi Langstrumpf

            14. April 2020 15:48 at 15:48

            Ja, ich hatte es auch in Erinnerung und dachte da kann was nicht stimmen. Hatte es leider aber nicht gefunden….

            Naja, große Fragezeichen, eigentlich liegt die Antwort auf dem Tisch

          • Avatar

            Segler

            14. April 2020 15:49 at 15:49

            @Fettony. Ihre Irritation kann ich nachvollziehen.
            In einem Blog wie diesem lassen sich nur sehr begrenzt Positionen und Tradingentscheidungen darstellen.
            Der Reihe nach:
            Ab Freitag Abend, dem 20. März und insbesondere ab Montag den 23. März habe ich schrittweise Aktien gekauft im knapp sechsstelligem Umfang.
            Dies war gemeint mit „Ab jetzt stehe ich auf er Käuferseite“ und zwar im Sinne von mittel- bis langfristigem Investieren in stark unterbewertete Dividendentitel.
            Unabhängig von solchen Investitionsentscheidungen steht das Intraday Trading oder Swing Trading.
            Darin liegt kein Widerspruch, sondern eine Ergänzung.
            Ihre Frage bezog sich sich somit auf meine Shortposition vom 9. April.
            Dies ging aus Ihrem Anfangspost nicht hervor.
            Informationen aus anderen Quellen, wie z.B Divergenzen im ES/VXX verlauf, bzw. Open Interest in den zugehörigen Optionen betrachte ich deshalb, um die Wahrscheinlicheit für einen Move mehr auf meiner Seite zu haben.
            Zur Verdeutlichung nochmal das Bild des Volume Profiles von jenem Tag
            https://www.bilder-upload.eu/bild-a4d720-1586424802.jpg.html
            Die grüne Linie zeigt meinen short Entry.
            Der Preis lief nach unten, ein Stop gesetzt und nachgezogen und später wurde diese Short Position glattgestellt, indem der Stopp getriggert wurde.
            Solche Intraday trades mache ich häufig, nicht nur im ES (S&P Future), sondern gern auch im Ölfutures.
            Das Beispiel dieses Tages hatte ich hergenommen, um MEINE Technik eines Entry in einen Trade prinzipiell zu erklären. Vielleicht erinnern Sie sich: Es ging in vorherigen Blogeintragungen um das Thema Trading nach Charttechnik. Mir ging es darum, eine andere – aus meiner Sicht bessere – Vorgehensweise am praktischen Beispiel eines Intraday Trades zu erläutern. Anhand der oben genannten Informationen hatte ich eine weiter gehende Abwärtsbewegung angenommen.
            Aber „Don’t tug on Supermans Cape“ ;-) (Damit ist die FED gemeint)
            Wenn Sie Fragen dazu haben – nur zu !
            Herzliche Grüsse

          • Avatar

            Lausi

            14. April 2020 19:34 at 19:34

            Lieber Segler, um nicht falsch verstanden zu werden, würde ich vorschlagen, dass du deine Prognosen (ggf. Trades oder Investitionen) mit einem Zeithorizont versiehst (kurz-, mittel- oder langfristig). Auch ich hatte deinen Post v. 9.4. so verstanden, dass jetzt das Ende einer Bärenmarkt-Rally gekommen sein könnte. Jedenfalls sehe ich das so, und mal wieder „shorty“. Schöne Grüße & alles Gute!

    • Avatar

      Hesterbär

      14. April 2020 14:45 at 14:45

      @Segler
      „Es gibt keinen Preisverfall im Öl – Im Gegenteil!“ Sie scheinen die Realität gar nicht mehr wahrzunehmen. Die Betrachtungen von Herrn Kummerfeld sind völlig nachvollziehbar und folgerichtig. Sie leben in Ihrer Welt der Futures und scheinen nicht zu bemerken, dass der Anstieg des Mai-Kontraktes in den Juni-Kontrakt völlig unbedeutend ist und selbst die Preise für die folgenden Kontrakte keinen anderen Rückschluss zulassen als den, dass die Märkte eben auch für die nahe Zukunft mit keinen wesentlichen Preissteigerungen beim Ölpreis rechnen. Ihre Interpretation ist völlig übertrieben und sie liest sich für den Außenstehenden, als würde sich der Ölpreis bald verdoppeln. Ich halte das zwar nicht für völlig ausgeschlossen, aber die von Ihnen zitierten Märkte sehen das anders und eben so wie Herr Kummerfeld.

      „Somit konnten sie völlig entspannt und mit einem ganz breitem Grinsen im Gesicht dem von ihnen selbst initiierten Preisverfall zuschauen. Sie wussten schliesslich: Alle werden rollen müssen und alle Käufer müssen den künftigen hohen Preis akzeptieren.“ Bei allem Respekt, Segler, aber auf so viel Unsinn fällt selbst mir nichts mehr ein.

      • Avatar

        Segler

        14. April 2020 16:53 at 16:53

        @Hesterbär – Als der Beitrag von Herrn Kummerfeld erschien, stiegen ALLE Futures, ausser dem kurz vor seinem Verfall stehenden Frontmonat.
        Dies bedeutet
        – Der Markt preist kurzfristig eine grosse Überangebot des Rohstoffes ein
        – Der Markt preist für die nachfolgenden Monate ein stark verringertes Angebot ein

        Ihrer Aussage „..der Anstieg des Mai-Kontraktes in den Juni-Kontrakt völlig unbedeutend ..“ muss ich heftig widersprechen. Ein derartig extremes Contango gab es nur nach der Finanzkrise.
        Hier ein Bild der Terminstrukturkurve im CL
        https://share-your-photo.com/32e76cd8a0
        Quelle: https://www.suricate-trading.de/terminkurven/

        Ob sie es glauben wollen oder nicht, spielt keine Rolle – Der aktuelle Preis am Spotmarkt bei ca. 21 Dollar wird sich vielleicht nicht verdoppeln, aber doch weit über die 30 Dollar steigen. Vielleicht nicht in den nächsten Wochen, aber das behaupte ich ja auch nicht.
        Der Markt jedenfalls sieht für Ende des Jahres den Ölpreis in dieser Grössenordnung.
        Zum Thema „Absicherungen“. Grosse Marktteilnehmer (und es müssen wirklich sehr grosse gewesen sein) liessen seit Mitte Februar die Zahl der Optionen im Öl und damit deren Preise um 300 Prozent ansteigen. Ein solcher Anstieg ist sehr ungewöhnlich und deutet etwas kommendes hin.
        Meine Schlussfolgerung aus dieser Beobachtung war: Diese Marktteilnehmer hatten sich mit Hilfe von Put-Optionen ein Netz aufgespannt, um den Preisverfall finanziell abzufedern.
        Was daran „Unsinn“ sein soll, verstehe ich nicht. Im Gegenteil.
        Mir erscheint es völlig logisch.
        Was würden Sie denn machen, wenn Sie als Saudischer Magnat die Macht und den Einfluss hätten, um den Ölpreis zu halbieren – Sie würde sich ganz sicher vorher eine entsprechende Menge an Put Optionen zulegen und erst dann in die Offensive gehen :-)
        Vielleicht stören Sie sich an meiner – zugegebenermassen provokanten – Formulierung und Wortwahl ?
        Herzliche Grüsse

  3. Avatar

    Korrektor

    14. April 2020 16:38 at 16:38

    Immer wieder das gleiche Muster, im Nachhinein lag er immer richtig, obwohl es nachweislich nicht stimmt.
    Reines Imponiergehabe. Solche Leute braucht Niemand .

  4. Pingback: Minus-Ölpreis: Bekommen Käufer bald Geld für den Barrel-Kauf? - Die Wirtschaftsnews

  5. Avatar

    Segler

    14. April 2020 22:43 at 22:43

    @Lausi – Einen Zeithorizont beim jeweiligen Trade anzugeben macht Sinn. Danke für den Hinweis :-)
    Zum Thema Öl
    Wir konnten heute einen lehrbuchmässigen Wechsel von Frontmonat zu nächsten sehen.
    Der Mai-Futures im Öl verlor dramatisch an Wert. In der Spitze betrug der heutige Verlust ca. 10 % !
    In Relation dazu hielten sich die Folgefutures recht wacker.
    Der Grund liegt im extremen Preisabstand. Die Folge-futures sind nicht wie in „noramlen“ Zeiten ca. 0,5 % höher, sondern diesmal fast 30 %.
    Solche Extreme gibt es selten. Das letzte Mal gab es das im Jahre 2009 (Finanzkrise)
    Händler sind gezwungen, den Mai Kontrakt zu verkaufen und den folgenden zu KAUFEN.
    Viele hatten in der Hoffnung auf Entspannung der Lage noch mit dem Wechsel gezögert.
    In dieser Woche jedoch blieb keine Wahl: Sie MÜSSEN rollen.
    Grund: Der letzte Handelstag ist der kommende Dienstag.
    Realistisch bleibt aber nur der Zeitraum bis zum Verfall der zugehörigen Optionen.
    Und diese sind nur noch zwei Tage handelbar.
    Wenn man sieht, dass auf dem Strike bei 22 Dollar enorme Mengen offener Put Optionen liegen, dann wird klar, dass „Irgendjemand“ ein ebenso enormes Interesse daran hat, dieses Geld einzustecken.
    Wirklich ein Zufall, dass die Saudis zwei Tage vor dem Abrechnungstermin noch einmal mit einer Preissenkung für Europa auf die Pauke geschlagen haben, damit der Ölpreis kurzfristig einen Dämpfer bekommt und schön unten bleibt ??
    Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
    Wie kann man das tradingtechnisch für sich nutzen und umsetzen ?
    Von mehreren Möglichkeiten habe ich mich für einen Tracker ETF auf den Ölpreis entschieden.
    In diesem Fall für den recht bekannten ETF USO.
    Dieser ETF hat in den meisten Fällen einen gravierenden Nachteil: Er trackt den Frontmonat bis kurz vor Toresschluss und verliert anschliessend im Contago drastisch an Wert wegen seiner Rollverluste.
    Schau Dir den Chart einmal an.
    Grundsätzlich würde ich von diesem ETF abraten. Ich bevorzuge den DBO, weil dieser ziemlich clever die schlagartigen Rollverluste umgeht.
    Wenn aber einmal die krassen Rollverluste im USO eingepreist sind, dann folgt er brav wieder dem nächsten Frontmonat (Solange, bis wieder gerollt werden muss, aber bis dahin muss man wieder raus sein)
    Ich habe gestern und heute morgen eine grosse Position Long USO aufgebaut.
    Inzwischen steht sie unter Wasser. Den saudischen „Paukenschlag“ hatte ich nicht kalkuliert – schon gar nicht nach der vor kurzem erfolgten Produktionskürzung.
    Der Spike knapp unter die 20 war aus meiner Sicht ein ‚Wash Out‘
    An dieser Stelle habe ich im Verlust meine Position noch weiter erhöht.

    Derzeitige Position: 20 000 Stück long USO, Average Entry $ 4,82.
    Zeithorizont: 8-10 Wochen, ggf. switche ich auf den DBO.
    Stop: Keinen gesetzt, da Alphaposition.
    Falls Interesse an Grafiken und Screenshots für nähere Erläuterungen besteht, einfach melden.
    Liebe Grüsse in den südlichen beginnenden Herbst ;-)

    • Avatar

      Lausi

      15. April 2020 08:51 at 08:51

      Danke für das Erklären und die Einblicke hinter der Kulisse! Ich wünsche dir viel Glück bei deiner Öl-Long-Position. Die weltweite Öl-Nachfrage dürfte bei der Preisfindung ja auch eine Rolle spielen, welche mir bei der jetzigen Situation ziemlich unkalkulierbar erscheint, aber bei dem Öl-Markt kenne mich kaum aus.

      • Avatar

        Segler

        15. April 2020 13:44 at 13:44

        Nachtrag:
        Meine Einschätzung des gestrigen ‚Wash Out‘ war verfrüht.
        Die Position ist weiter ins Minus gelaufen.
        Heute wurde das langfristige Low bei dünnen Umsätzen kurzfristig unterboten, doch der Preis kehrte sofort zurück. Ich habe meine Long Positionen beim Preis von 4,42 aufgestockt.
        Zeithorizont bleibt wie oben beschrieben 8-10 Wochen.

  6. Avatar

    Toptrader

    15. April 2020 14:56 at 14:56

    Segler hat schon viel verloren! Und die Gefahr weiter fallender Ölpreise ist groß.
    Nachkaufen kann die schon gemachten Verluste nicht mehr wettmachen.

    • Avatar

      Carsten

      15. April 2020 18:28 at 18:28

      @Toprader Das ist doch für den großartigen Segler kein Problem.
      Wenn er mal daneben liegt (was ja höchstens alle paar Jahre mal vorkommt, außer vielleicht wenn er Prognosen abgibt, da liegt er ja jedes Mal grandios falsch), wird halt flugs der Zeithorizont auf mehrere Wochen, wenn es sein muss auch auf mehrere Monate gedehnt. Seine Jünger werden seine Fehlprognosen schon vergessen über die Zeit. Ansonsten segelt er aber alle paar Minuten in andere Richtungen, er möchte ja jeden Gewinn clever mitnehmen, der schlaue Fuchs.
      Der großartige Segler ist halt unfehlbar, zumindest in seinen Augen.

  7. Avatar

    Hesterbär

    15. April 2020 17:16 at 17:16

    @Segler
    Die Märkte geben gerade die beste Antwort.

    Wir haben hier eben unterschiedliche Interpretationen und Bewertungsmaßstäbe. Ich bewerte z. B. das Contango für die gegenwärtige Situation nicht als extrem.

    Ja, durchaus nicht unwahrscheinlich, dass die Saudis vor ihrer Entscheidung jede Menge Put Optionen gekauft hatten. Ob die Rechnung allerdings aufgeht, ist fraglich. Ein heißes Eisen.

    Weniger heiß ist das Eisen für uns als Privatanleger. Ich kaufe jetzt Rohöl auf Kassapreisbasis und werde nachkaufen, je tiefer die Preise absinken.

  8. Avatar

    Segler

    15. April 2020 21:53 at 21:53

    Grüezi @Hesterberg. Danke für Ihre Replik.
    Sie haben Recht. Es gilt zwei Dinge grundsätzlich auseinander zu halten:
    a) Fakten
    b) Interpretation
    Zunächst die Fakten.
    Die Differenzen der Öl-Futures sind aktuell tatsächlich extrem.
    Sie waren nur nach der Finanzkrise so gross.
    Meine eigenen verfügbaren Daten reichen zurück bis 1998 – laut Recherchen gab es diese grossen Differenzen davor nur noch ein einziges Mal, nämlich nach dem Ölpreisschock 1972, als ich mit dem Fahrrad über die leere Autobahn fahren durfte, wegen der autofreien Sonntage.

    Zur Interpretation:
    Angesichts des weltweiten drastischen Rückgangs der Nachfrage bei anzunehmendem späteren Wiederanstieg des Ölverbrauchs kann man sagen: „Ja – logo. Da MÜSSEN ja die kurzfristigen Preise fallen und für später kalkuliert man höhere Preise.“
    Lieber Hesterberg, ich glaube, wir meinen schon das gleiche.

    Einzig unsere „traingtechnische“ Umsetzung unterscheidet sich.
    Sie kaufen am Spotmarkt und ich handle über Futures bzw. ETF.
    Beide möchten wir entweder von einer Konvergenz der Futurespreise profitieren und/oder am mittelfristigen Anstieg des Ölpreises generell.
    MEINEN Weg hatte ich erläutert. Ich handle im Prinzip den Rückgang des Contango PLUS dem Anstieg des Ölpreises. Deshalb – bei aller Diskussionswürdigkeit – wählte ich den ETF USO als Vehikel.
    Aber jetzt verraten Sie mir doch – Wie machen SIE das ganz praktisch ?
    Kaufen Sie einen ETF ? – und wenn ja, welchen ?
    Oder fahren Sie mit einem Anhänger voll leerer Fässer nach Amsterdam und lassen sich dort zum „Kassapreis“ die Blechbüchsen mit Öl füllen ?
    Sorry . ich hatte grad dies Bild vor Augen :-)
    Was genau kaufen Sie denn ?
    Mit humorvollen Grüssen aus der Schweiz

  9. Avatar

    Hesterbär

    16. April 2020 01:13 at 01:13

    @Segler
    Den Gedanken mit dem Auffüllen von leeren Öl-Fässern in Amsterdam hatte ich schon Ende 2008 schnell verworfen. :-)
    Öl handle ich eigentlich fast immer nur mit CFDs zu Kassakursen. Der Grund ist, dass ich nur selten längere Zeit in Öl investiert bin. Es ist für mich wie Kupfer kein Anlagewert, sondern ich sichere andere Positionen damit ab und streiche kurzfristige kräftige Gewinne sofort ein. Mit dem USO-ETF können Sie gegenwärtig sicher nicht viel falsch machen, aber mir fehlt hier die Gewinnperspektive.
    Anfang der 80er Jahre sollten die weltweiten Ölvorräte angeblich nur noch bis zum Ende des Jahrzehnts reichen. Mehr als 30 Jahre später haben die Ölförderländer ein Problem damit, das einstmals schwarze Gold an den Mann zu bringen. Erdöl hat für mich keine Zukunft. Da aber derzeit der Rohstoff Öl noch unverzichtbar ist und die Preise nur aufgrund eines aktuellen Überangebotes in den Keller gehen, würde ich umso kräftiger zukaufen, je weiter die Preise fallen. Ein todsicheres Geschäft, welches man nur aussitzen muss. Wenn die US-Fracker und einige Ölförderländer pleitegehen sollten, kann man prächtige Geschäfte mit Öl machen. Bei 10USD/Barrel würde ich all in gehen, aktuell nur in überschaubaren Größenordnungen, obwohl der Rohstoff schon stark eingebrochen ist.
    Aber damit ich auf keinen Fall eine Party verpasse, habe ich Limit-Aufträge bis ganz nach unten gesetzt. Das mache ich insbesondere bei Rohstoffen fast immer so.
    Meine ganze Handels- und Investitionsstrategie ist in einem Satz erklärt. Ich kaufe einen Wert, wenn er aus meiner Sicht unterbewertet ist und ich verkaufe einen Wert, wenn er aus meiner Sicht einen Zenit erreicht hat und sei es nur vorrübergehend. Leerverkäufe gehe ich nur ein, wenn ich einen Wert für völlig überbewertet halte (was z. B. bei Tesla und Boeing vor kurzer Zeit noch der Fall war). Börse ist für mich keine Wissenschaft und ich versuche auch nicht, eine daraus zu machen.

  10. Avatar

    Segler

    16. April 2020 08:07 at 08:07

    @Hesterberg. Yeah – keep it Simple !
    Das finde ich sehr gut. Danke für Ihre Informationen.
    Eigentlich war Rotterdam gemeint, aber möglicherweise hat Herr Freud mir mit dem Versprecher ein Bein gestellt .. In Amsterdam haben wir als jugendliche einen Rohstoff anderer Art aufgefüllt. Mit Onkel Walter’s Dienstmercedes war es an der Grenze unproblematisch. Als Gegenleistung (Onkel Walter war Fischliebhaber) mussten wir immer einen Abstecher zum Groninger Fischmarkt machen. Kontrolliert wurden immer nur die VW-Busse oder ähnlich „verdächtige“ Fahrzeuge. Den roten Bernd liessen wir deshalb mit meinem klapprigen Käfer oder mit Peters rostigem R4 vorweg fahren – Den Fisch natürlich im Auto. Damit waren die Grenzer erstmal beschäftigt.
    Tempi passati. Heute gehört in Neuschanz vermutlich das Fieberthermometer zum wichtigsten Kontrollinstrument der grünen Jungs.

  11. Avatar

    Toptrader

    16. April 2020 18:14 at 18:14

    @Carsten – Segler hat in 2 Tagen allein mit seiner Alphaposition, wie er sie nennt, satte 12.000 US-Dollar in den Sand gesetzt. Das macht ihm so schnell keiner nach. Wird er bald die Segel streichen müssen?

    • Avatar

      Segler

      16. April 2020 19:30 at 19:30

      @ Toptrader. Ich gönne Ihnen Ihre Schadenfreude. 12 Kilo Minus stimmt nicht ganz. Ich habe gestern mein Position um 30 % reduziert und einen Teilverlust realisiert.
      In saure Äpfel beissen und Tradingentscheidungen revidieren, weil die ursprünglichen Einschätzungen sich als falsch erwiesen haben gehört halt zum Traderleben dazu.
      Im übrigen halte ich seit Mitte März langlaufende Put Optionen auf den Septemberkontrakt, die inzwischen ins Plus gelaufen sind und ein Viertel kompensieren. Diese hatte ich seinerzeit im Rahmen von Bull Put Spreads aufgebaut (12 Stück).
      Die Hälfte habe ich mit gutem Plus glattgestellt und mit dem Gewinn die Ver-kauften restlichen sechs Puts zurückgekauft. Netto blieben 6 Long Puts.
      Damals lagen sie bei Delta zehn, heute bei Delta 40.
      Ich bin ziemlich sicher, dass ich zu dem Thema etwas geschrieben hatte.
      Zur speziellen Absicherung meines USO Trades hatte ich damals keine NEUEN Puts gekauft,
      weil die Optionsprämien extrem hoch waren (und immer noch sind). Auch das hatte ich geschrieben.
      Auch hatte ich bewusst keine Stops gesetzt.
      Die Stop-Problematik will ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Nur soviel: Es kommt oft vor, dass bei Rollvorgängen innert Sekunden extreme Spikes in den Preisen wie ein Blitz einschlagen. Wenn in solchen Momenten der Stopp Trigger greift, wird die Order zur Marketorder und es kann brutale Verluste durch völlig abbwegige Preise geben.

      Insgesamt beläuft sich das Minus auf derzeit 8.800 Dollar.
      Das mag Ihnen viel erscheinen, aber Sie müssen sich keine Sorgen machen. Es sind weniger als vier Prozent meines Tradingkontos. So what ?
      Im Nachhinein muss ich aber zugeben, dass ich die Auswirkung des Contango in Kombination mit dem Rollverlust und der starken einsetzenden Konvergenz der Futures unterschätzt habe. Aber beachten Sie, dass ich von Anbeginn einen mehrwöchigen Zeithorizont angegeben habe. Zwischenzeitliche Taucher sind nichts ungewöhnliches. Das absolute Tief erwischt man ohnehin nicht.
      Mittelfristig wird die Position in den Gewinn laufen.
      Ich sehe es völlig relaxed. Sollte sich die Situation entspannen und sich eine Umkehr zeigen, werde ich die Position schrittweise wieder hochfahren.
      Zum Teil gebe ich Ihnen aber Recht, ein Ruhmesblatt ist dieser Trade nicht.
      Wenn Sie interessiert sind, würde ich Sie auf dem laufenden halten.

      Stay cool :-)
      herzliche Grüsse

      • Avatar

        Toptrader

        18. April 2020 14:31 at 14:31

        @Segler – Sie widersprechen sich! Am 14.04. kauften Sie angeblich für 96.400 US-Dollar den USO-ETF beim Kurs von 4,82 und setzten auf steigende Ölpreise mit einem Zeithorizont von 8 – 10 Wochen. Sie setzen keinen Stopp und bezeichnen Ihren Kauf als Alphaposition und erklären damit, dass Sie diese Position auch dann halten wollen, wenn die Kurse noch weiter nach unten gehen. Als der Kurs des ETF am nächsten Tag um über 8% fiel und Sie kräftig in die Verlustzone rutschten, erklärten Sie, Ihre Long-Positionen beim Kurs von 4,42 noch einmal aufgestockt zu haben, wiederum mit einem Zeithorizont von 8 – 10 Wochen. Als der Kurs des ETF am nächsten Tag auf 4,20 weiter absackte und ich Ihren Verlust allein für Ihren ersten Kauf auf 12.000 US-Dollar leicht ermittelten konnte, äußerten Sie dann plötzlich im Widerspruch zu Ihren vorangegangenen Erklärungen, am Vortag dann angeblich doch wieder 30% Ihrer Position verkauft zu haben. Das entspricht der Reaktion eines Anfängers, der plötzlich aus Angst, sich doch übernommen zu haben, wieder eine Kehrtwende macht. Ein Profi und noch dazu einer, der es sich leisten kann, würde ein solches Hin und Her (macht Taschen leer) nie veranstalten. Da müssen Sie sich also über die viele Kritik, die hier über Sie regelmäßig herabregnet nicht wundern. In meinen Augen sind Sie ein Aufschneider und entlarven sich immer wieder selbst.

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Indizes

Dax: Wie nachhaltig ist das Short Signal ?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Das neue Jahr hat gerade begonnen, da zeigt der DAX ein Short-Signal. Doch ist das wirklich nachhaltig? Zeichen für schwächelnde Käufer gibt es ja schon eine Weile, doch reicht das? Werfen wir einen Blick auf die Entwicklung beim DAX, dem Dow Jones, dem S&P500 und beim Nasdaq und schauen uns die entsprechenden Chancen einmal genauer an.

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Indizes

Dax: Jahresausblick – Anleger sehen mehr Gefahren als Chancen

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

Der Dax ist 2021 bereits angesprungen, der Bitcoin hatte die 40.000 USD geknackt und Tesla konnte in den ersten Tagen des neuen Jahres bereits um 30% zulegen!

Der Quadratmeter Bauland wird in meiner Nachbarschaft auf 2.200 Euro taxiert, ich war bis vor kurzem von 800-1.000 Euro ausgegangen. Ja, liebe Notenbanken, von Inflation keine Spur, oder? Ich habe gelesen, dass die EZB im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung nach Möglichkeiten sucht, den Zins für langfristig laufende Anleihen zu beeinflussen, ohne über den Geldmarkt gehen zu müssen. Abenteuerlich.

Für uns Anleger sind das goldene Zeiten, wobei der Gradmesser der Inflation, das Gold, tatsächlich nicht anschlägt. Die Feinunze Gold verlor diese Woche 1,4%. Ich denke, die überschüssige Liquidität der Anleger wandert derzeit eher in den Bitcoin als ins Gold. Den Bitcoin können Sie problemlos über Landesgrenzen mitnehmen, beim Gold ist das nicht so einfach.

Durch Disruption zum Milliardär

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Mahatma Gandhi

1990-2000:

Es ist nicht leicht, Milliardär zu werden: Bill Gates lief sich in der Industrie die Hacken wund, niemand wollte Computer für den Privatanwender bauen. Das solle man den Profis überlassen, war die Antwort und IBM hatte eine ganze IT-Industrie erschaffen, die von den Personal Computern nichts wissen wollte. Der IBM Mainframe fristet heute ein Nischendasein, Bill Gates wurde mit seinem Betriebssystem für Personal Computer, dem Windows, zum reichsten Mann der Welt.

2000-2010:

Man muss in Büchern herumblättern, wenn man sich eine Kaufentscheidung bilden möchte, so das Dogma des Buchhandels vor 20 Jahren. Jeff Bezos bot die Bücher im Online-Versand an und hatte nicht nur alle Buchhändler der Welt, sondern später auch alle Einzelhändler der Welt gegen sich. Eine kleine Nische, die kaum Potential habe, urteilten viele damals. Amazon liefert heute so ziemlich alles, was das Herz an materiellen Wünschen hat. Jeff Bezos löste Bill Gates als reichsten Mann der Welt ab.

2010-2020:

Wenn Sie sich einmal die Ölindustrie und deren weltweite Logistiknetze anschauen, dann können Sie sich vorstellen, dass nicht nur die Autoindustrie gegen die Ablösung der Verbrennermotoren war: Als wichtiger Abnehmer der Ölindustrie liefen also gleich mehrere Branchen weltweit Sturm gegen das Elektroauto. Elon Musk peitschte sein Projekt durch, baute weltweit mangels Kooperationswillen in der Ölindustrie (denen gehören die meisten Tankstellen) ein eigenes Netz an Ladesäulen auf, die weltweit größten Batteriefabriken (Giga-Factories). Durch den Kurssprung in den Tesla-Aktien löste Elon Musk gestern Jeff Bezos als reichten Mann der Welt ab.

2020-2030:

Vielleicht steht der nächste Milliardär ja schon in den Startlöchern. Der Erfinder des Bitcoin ist nicht bekannt. Die mRNA-Technologie wird von mehreren Unternehmen genutzt, aber Moderna und BionTech scheinen die Nase vorn zu haben. Beyond Meat krumpelt die Nahrungsmittelindustrie um. Und Zoom Video und Twilio verändern die Art und Weise, in der wir untereinander kommunizieren. Spannend! Und es lohnt sich, am Ball zu bleiben.

Ich habe den Eindruck, dass die Coronakrise in einigen Bereichen Entwicklungen der kommenden Jahre vorweg genommen hat. So konnten die Aktien von BionTech, Zoom Video usw. im vergangenen Jahr exorbitant anspringen. Im Jahr 2021 wird sich zeigen, welche Entwicklungen tatsächlich beschleunigt wurden, und welche lediglich eine Sonderkonjunktur erfuhren.

Dax: Jahresausblick 2021

Bereits seit sechs Jahren führe ich die Jahresumfrage unter Lesern des Handelsblatts durch. Im Sinne der Sentiment-Theorie interpretiere ich die Mehrheitsmeinung dahingehend, dass es unwahrscheinlich ist, dass genau diese Erwartung eintritt. Vielmehr haben Untersuchungen gezeigt, dass an den Finanzmärkten in der Regel das Unerwartete passiert.

Das Ergebnis meiner Analyse der Jahresumfrage vor einem Jahr war die Erwartung, dass der DAX frühzeitig im Jahr 2020 ausverkauft würde, um dann bis in den November hinein stark anzusteigen. Den Jahresschlusskurs hatte ich sodann auf knapp unter das Jahreshoch taxiert. Optisch betrachtet habe ich damit ziemlich gut gelegen.

Wenn wir jedoch die Beschriftung der X-Achse zufügen, könnte ich nicht schlechter gelegen haben: Das Tief hatte ich auf über 12.000 festgelegt und als Jahreshoch hielt ich die 15.000 Punkte für möglich.

Nun könnte man sagen, die Corona-Pandemie hat ohnehin alles auf den Kopf gestellt. Doch gerade solche unvorhersehbaren Ereignisse sollen ja mit Hilfe technischer Instrumente, wie beispielsweise dieser Jahresumfrage, berücksichtigt werden. Dennoch würde ich sagen, dass wir den Verlauf recht gut prognostiziert haben, wenngleich die Intensität durch Corona nach unten verstärkt wurde. Heute werden wir untersuchen, ob der Lauf in Richtung 15.000 nur um ein Jahr verschoben wurde, oder ob sich nach Corona eine vollständig neue Situation ergibt.

Bei unserer Jahresumfrage vor einem Jahr wurde die Anlage in Immobilien als beste Investmentchance bezeichnet, gefolgt von Aktien und Edelmetallen. Industriemetalle (bspw. Kupfer) und Nahrungsmittel (bspw. Getreide) wurden als mäßig attraktiv betrachtet.

Tatsächlich haben gerade Industriemetalle (+26%) und Nahrungsmittel (+16%) im abgelaufenen Jahr eine gute Performance gezeigt. Der DAX konnte sich auf Jahressicht knapp ins Plus retten (+3,5%).

Immobilien muss man für das Jahr 2020 detailliert betrachten: Bauland zeigt mit +13% den stärksten Wertzuwachs, gefolgt von Wohnimmobilien mit +8%. Gewerbeimmobilien litten stark unter der Corona-Pandemie, wobei Büroimmobilien Einbußen erlitten, während Flächen für logistische Nutzung gefragt waren.

Wenngleich der Wertzuwachs bei Wohnimmobilien nicht mit Industriemetallen und Nahrungsmitteln mithalten konnte, so ändert sich das Bild wenn wir berücksichtigen, dass Immobilien in der Regel zu einem großen Teil finanziert werden. Die Wertentwicklung des Eigenkapitals ist, auch nach Abzug der derzeit niedrigen Zinsen, deutlich höher anzusetzen.

Hier die Jahresperformance:

· Kupfer +26%

· Getreide +16%

· Gold +12%

· Immobilien 8%

· DAX +3,5%

· Anleihen +0,5%

· Öl -25%

· Dow Jones +6%

· Nikkei +16%

· Shanghai A-Aktien +12%

In einem Punkt haben die Umfrageteilnehmer vor einem Jahr gut gelegen: Der Median der Umfrageerwartung von vor einem Jahr erwartete einen DAX-Jahresschluss 2020 bei 13.750 Punkten, was einem Plus von 3,8% entsprochen hätte. Mit dem tatsächlichen Jahresschlusskurs von 13.719 (+3,5%) wurde dieser Median ziemlich gut getroffen.

In den vergangenen 50 Jahren hat der DAX nur fünfmal mit einem so kleinen Plus (kleiner 5%) geschlossen.

Nun hat die Corona-Pandemie zu einem durchweg überraschenden und untypischen Börsenjahr geführt, sowohl im Ergebnis als auch im Verlauf. Ich wäre daher vorsichtig, unseren Umfrageteilnehmern vorschnell eine hohe Trefferquote zuzusprechen: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Gedämpfte Erwartungen für Aktien im Jahr 2021

Für das Jahr 2021 erwarten Anleger nicht viel vom Aktienmarkt: zum Jahresende dürfte sich der DAX in etwa erneut auf dem aktuellen Kursniveau bewegen, wenn unsere Umfrageteilnehmer Recht haben.

Wo steht der Dax Ende 2021?
Abbildung 1: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahresschlusskurs DAX

Die meisten gehen von einem Jahresschlusskurs im Bereich von 13.600 bis 13.900 aus, was im Mittel einem Jahresplus von mageren 0,2% entspräche. Wenn wir die durchschnittliche Erwartung unter Einbeziehung aller Antworten errechnen, ergibt sich sogar nur ein Wert von 13.726 Punkten, also +0,1%.

Interessant dabei ist, dass die Streuung der Erwartungen sehr gering ist: 60% aller Teilnehmer erwarten einen Jahresschlusskurs zwischen 13.500 und 14.400 Punkten. Werte außerhalb dieses Bereiches wurden nur vereinzelt ausgewählt. Einen Schlusskurs unter 13.000 befürchtet fast keiner mehr. Nach oben gibt es vereinzelte Stimmen, die sogar einen DAX bis 16.000 Punkte erwarten.

Wo wird der Höchststand beim Dax 2021 sein?
Abbildung 2: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahreshoch im DAX

Das Jahreshoch wird gemäß der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens über 13.950 Punkten liegen, im Mittel wird ein Jahreshoch bei 14.250 (+3,9%) Punkten erwartet. Berechnen wir den Durchschnitt aller Erwartungen, so erhalten wir einen Wert von 14.385 Punkten (+4,9%). Ein Jahreshoch über 14.850 Punkte (+8,2%) hält kaum jemand für möglich.

Wo wird das Tief beim Dax sein?
Abbildung 3: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahrestief im DAX

Auch beim Jahrestief sind die Erwartungen etwas pessimistischer: Unter 12.750 Punkte (-7,1%) sollte der DAX nach der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens nochmals rutschen. Im Mittel wird sogar ein zwischenzeitliches Abrutschen bis auf 12.150 Punkte (-11,4%) befürchtet. Das durchschnittlich erwartete Tief im Jahr 2021 liegt bei 11.910 Punkten (-13,2%). Immerhin fürchtet kaum jemand ein erneutes Abrutschen unter 11.250 Punkte (-18%).

Ich finde dieses Ergebnis merkwürdig: Im Jahr 2019 sprang der DAX um 25% an. Im Corona-Jahr 2020 betrug die Schwankungsbreite im DAX über 60%! Für das Jahr 2021 gehen Anleger jedoch nur von einer maximalen Schwankungsbreite von 24% aus, die meisten erwarten eine Schwankungsbreite von nur 17%. Es wäre schön, wenn’s so kommt.

Für den DAX erwarten die meisten Anleger das Jahreshoch im Mai. „Sell in May and go away…” heißt eine Börsenweisheit, die sich offensichtlich in den Köpfen der Anleger festgesetzt hat. Doch in den vergangenen Jahren galt diese Regel kaum.

Das Jahrestief wird im August erwartet, ebenfalls entsprechend der obigen Börsenregel: „… and always remember to come back in September”.

Bis zum Jahresschluss würde der DAX dann wieder in Richtung seiner Höchststände marschieren, wenn wir der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer glauben. Soweit wird hier eine durchaus typische Jahresentwicklung erwartet.

Untypisch ist jedoch die Befürchtung eines unmittelbar anstehenden Ausverkaufs zum Jahresbeginn: Verhältnismäßig viele Anleger befürchten, dass wir bereits im Februar das Jahrestief sehen können. Daraus können wir zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Zum einen wird der Markt aktuell als überhitzt wahrgenommen, so dass kurzfristig keine weiteren Kurssteigerungen erwartet werden. Nach dem Jahresschlussspurt wird nun eine Konsolidierung bis hin zu einer Korrektur erwartet.

Zum anderen spiegelt die Erwartung der Kurstiefs bereits so früh im Jahr die optimistische Erwartung der Anleger wider, dass die Kurse im Jahr 2021 überwiegend steigen werden.

Diese Erwartung widerspricht offensichtlich der weiter oben formulierten Erwartung der geringen Sprunghöhe im DAX: Wenn der DAX schon in den kommenden Wochen sein Tief sieht und dann für den Rest des Jahres steigt, dann erscheint das Kursziel bis zum Jahresende bei durchschnittlich 13.726 Punkten (+0,1%) sehr konservativ. Einzige Erklärungsmöglichkeit wäre ein heftiger Ausverkauf in den kommenden Wochen, so dass der DAX von tiefem Niveau aus dann das ganze Jahr steigen kann, ohne über die 14.000 Punkte zu springen.

Das wäre eine Entwicklung, die der DAX-Entwicklung aus dem Pandemie-Jahr 2020 entspräche. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich.

Umfragen zum Dax im Jahr 2021

 

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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