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OPEC verkündet Einigung – offizielles Statement – ein Risiko bleibt

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Beispielbild einer Öl-Pumpe - OPEC verkündet Entscheidung

Die OPEC hat sich heute früh nun endlich auch offiziell geeinigt. Aber ein kleines Restrisiko bleibt, welches den Deal noch platzen lassen könnte. Aber dazu mehr am Ende dieses Artikels. Wir haben gestern Abend in unseren LIVE-Blog viele Details der Vereinbarung veröffentlicht, die nun auch offiziell bestätigt wurden. Dazu hier die offiziellen Fakten.

OPEC und Partner kürzen 10 Mio pro Tag

Die OPEC und ihre Partner (vor allem Russland) einigen sich darauf, dass die Öl-Fördermenge in den Monaten Mai und Juni um 10 Millionen Barrels pro Tag gekürzt wird. Von Juli bis Jahresende sollen es dann 8 Millionen Barrels Kürzung pro Tag sein, und von Januar 2021 bis April 2022 6 Mio. Als Ausgangslevel für diese Kürzungen werden die Produktionsniveaus aus Oktober 2018 herangezogen. Ausgenommen davon sind Saudi-Arabien und Russland. Sie kürzen ihre Mengen von einem Niveau ausgehend bei 11 Millionen Barrels Förderung pro Tag. Ob die Vereinbarung wirkt, und ob sie auch von allen Teilnehmern korrekt umgesetzt wird, soll im von Gremien der OPEC+ fortlaufend überwacht werden. Ob die Vereinbarung verlängert wird, will man im Dezember 2021 entscheiden. Abgesehen davon kann man der Meinung sein, dass sich wohl eh herausstellen, dass 10 Mio Barrels pro Tag Kürzung viel zu wenig ist, und schon in ein paar Wochen gibt es ein Folge-Meeting mit neuen Kürzungen? Das ist natürlich rein spekulativ.

Wichtig ist auch: In seinem offiziellen Text erwähnt das Kartell, dass man außenstehende Förderländer dazu auffordert, auch ihre Fördermengen zu kürzen (“Call upon all major producers to contribute to the efforts aimed at stabilizing market”). Wir meinen: Die 10 Mio Kürzung, die nun offiziell verkündet wurde, scheint zu wenig zu sein, um den Markt zu beeindrucken. Man sah es ja gestern Abend im Ölpreis. Der fiel in den Abendstunden um gut 3 Dollar. Denn man darf annehmen, dass die weltweite Nachfrage nach Öl durch das Coronavirus (keine Flüge, weniger Autoverkehr, stillgelegte Industrie) deutlich stärker zurückgeht als 10 Mio Barrels pro Tag. Also wird wohl selbst mit dieser Kürzung der OPEC immer noch zu viel Ölangebot am Markt sein. Selbst wenn heute aus dem Kreise der G20-Staaten (Energieminister tagen heute online) verkündet wird, dass auch andere Förderländer ein paar Millionen Barrels pro Tag kürzen, könnte das nicht ausreichend sein, um eine Balance zwischen Nachfrage und Angebot hinzubekommen, welche den Ölpreis wieder steigen lässt.

Ein Restrisiko verbleibt

Tja, die 10 Mio Kürzungsmenge, die nun feststeht, ist der Minimalkonsens gewesen. Und der war schon eingepreist am Markt. Aber immer noch ist ein kleines Restrisiko vorhanden, dass sogar dieser Deal noch scheitert. Denn die OPEC erwähnt am Ende ihres Statements, was auch gestern Abend in den Verhandlungen noch offen blieb als Baustelle. Mexiko hat dem Deal nämlich noch nicht zugestimmt, als einziger gestriger Teilnehmer. Es geht nämlich darum, dass Mexiko selbst offenbar nur 100.000 Barrels pro Tag kürzen will, obwohl es eigentlich mit 400.000 dabei sein sollte. Man erwartet, dass das Land in Kürze auch zustimmt. Aber die OPEC erwähnt, dass die Gültigkeit dieser 10 Mio-Vereinbarung davon abhängt, dass Mexiko letztlich auch noch zustimmt!

Klicken Sie bitte hier für den offiziellen Info-Text der OPEC.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    10. April 2020 10:17 at 10:17

    Es geht nicht nur um “Außenstehende”. Die OPEC Mitglieder die Kohle brauchen, haben sich noch nie an die Förderkürzungen gehalten. Meist hat Saudi Arabien dann stillschweigend zusätzlich die Förderung gekürzt.
    Das kann es aber nur noch bedingt, denn es ist auf die Einnahmen angewiesen. Es muss nicht nur eine nicht gerade ans Arbeiten gewöhnte Bevölkerung alimentieren, sondern führt auch noch einen sehr unerfolgreichen, aber teuren Krieg im Süden.
    Da können doch alle froh sein, dass aus Gründen der inneren Zerrüttung wenigstens Libyen und Venezuela als Lieferanten weitgehend ausfallen. Und das Embargo gegen den Iran auch diesen teilweise vom Weltmarkt fern hält.

    Hinzu kommt, das auch so die Preise für große Teile der amerikanischen Ölindustrie weiterhin viel zu niedrig sind. Da kommt es doch gelegen, das die FED nun wirklich alle Schrottpapiere aufkauft und damit grundsätzlich jedem unbeschränkt Kredit gewährt.
    Willkommen in der neuen Welt. Endlich muss man unbeschränkt Unternehmen betreiben die Verlust produzieren. Hauptsache man ist “systemrelevant”.

  2. Avatar

    sabine

    11. April 2020 07:38 at 07:38

    1. “at stabilizing market” Wieso stabilisieren? Es muß heißen, den Markt bei Wucherpreisen oben halten.
    Denn wenn statt 140$/Barrel (2008/2010) auch 20$ passen, dann war das andere doch nur Gewinn!
    Natürlich rentieren sich bei hohem Preis auch andere Methoden wie das Versauen des Grundwassers mit Quecksilber (Fracking). Aber das muß ja nicht sein, solang im Saudikeller, Nordsee oder Rußland noch genug da ist.
    Darum verschwenden ja auch Norwegen und SaudiArabien mit seinen Nachbarn das Geld, weil zuviel davon da ist.
    2. Die Coronakrise ist nicht nur schlecht. Nur sterben leider die Zombiefirmen nicht, wie hier an vielen Stellen geschrieben wird. Durch sozialistische Stützung dieser Firmen.
    3. Und das unnötiger (nicht lebensrelevanter) Verbrauch runtergeschraubt wird (Kreuzfahrten, Tourismus (Thomas Cook), Handtäschchenkäufe, Friseure…) mag für viele Existenzen dramatisch sein, aber wichtig ist ja, daß alle “zu Essen” haben, so wie es in den Entwicklungsländern in Afrika und Südamerika der Fall ist. Dann ist das endlich auch bei uns wieder so.
    https://finanzmarktwelt.de/zombiefirmen-pleitewelle-startet-mit-thomas-cook-141749/

    Das wär doch mal ein Ansatz für den Notenbank-Sozialismus: Nicht Tesla, sondern Grundnahrungsmittel verbilligen, wie das in Italien mal ansatzweise üblich war. (Und bei uns mit den bescheidenen 7% “Mehrwert”-(?)steuern, wozu aber auch Tiernahrung gehört, Apfelsaft dagegen nicht (Luxus).)
    https://www.smartsteuer.de/blog/2016/11/22/7-oder-19-mehrwertsteuer/

  3. Avatar

    sabine

    11. April 2020 08:04 at 08:04

    Hab in Punkt 1 als Ölland Venezuela ganz vergessen.

    In dem Zusammenhang versteh ich übrigens die Sozialisten nicht. Es ist doch gerade im Sozialismus immer so, daß die Bevölkerung verarmt. In der Ukraine als Kornkammer Zentralasien war unter Stalin die größte Hungersnot (Holodomor 1932ff!) mit über 10 Mill Toten! Verhungert. Zimbabwe dasselbe! Die Ärzte haben nichtmal genug Benzingeld, um zur Arbeit ins KKH zu fahren.
    https://www.ebay.de/itm/Plakat-KBW-Zimbabwe-Kommunismus-1977-Befreiungskampf-62×46-cm/114153155086?hash=item1a940eea0e:g:ylIAAOSwd0Jeck-J
    In Venezuela dasselbe, da müssen sie bald Öl importieren.

    Ach, und der Nazi-Sozialismus ist ja noch weniger zu verstehen. Hitler sagte bereits, Deutschland verrecke, da es sich im “struggle of life” als nutzlos und schwach gezeigt hat und seine Weltrevolution nicht gelang.
    @welt: “Er hatte schon Ende Februar 1919 am Trauermarsch für den ermordeten sozialistischen (und übrigens aus einer jüdischen Familie stammenden) Ministerpräsidenten Kurt Eisner teilgenommen.”
    https://www.welt.de/print/die_welt/politik/article191998535/Hitlers-politische-Karriere-begann-im-Linksextremismus.html

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Finanznews

Aktienmärkte: Das Ziel ist erreicht! Marktgeflüster (Video)

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Der Leitindex der weltweiten Aktienmärkte, der S&P 500, ist nicht nur über die symbolisch wichtige 3000er-Marke gestiegen, sondern ist auch punkgenau an die Hochs aus Juli und September 2019 (damals Allzeithochs), während der Nasdaq sein Abwärts-Gap aus dem Februar punktgenau geschlossen hat. Man könnte also charttechnisch sagen: die Aktienmärkte haben ihr Ziel erreicht – wohl nicht ganz zufällig prallten sowohl S&P 500 als auch der Nasdaq von diesen Niveaus wieder ab. Donald Trump heute wieder mit einem euphorischen Tweet über die Märkte (in der Vergangenheit kein so guter Indikator), während die Spannungen zwischen den USA und China weiter zunehmen. Geht die Rally der Aktienmärkte dennoch weiter?

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Anleihen

Deutschland verkauft Schulden – Investoren mit Nachfrage-Explosion!

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Geldmünzen und Scheine

Ja, so was sieht man nicht oft. Deutschland hat heute neue Schulden verkauft, und die Nachfrage… die war so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr. Fast schon unfassbar. Der deutsche Staat hat heute zwei Jahre laufende Bundesschatzanweisungen mit einem Zinskupon von 0,00 Prozent verkauft. Die Negativrendite der Emission lag bei -0,66 Prozent (vorher -0,68 Prozent). Angeboten hatte der Bund ein Emissionsvolumen von 5 Milliarden Euro. Die Finanzagentur Deutschland GmbH, die für Bundesfinanzminister Olaf Scholz das Anleihemanagement durchführt, zeigt in ihren frisch veröffentlichten Details zu dieser Emission, dass die Nachfrage bei unglaublichen 13,26 Milliarden Euro lag!

Tja, wenn man eh weiß, dass die EZB sowieso den ganzen Markt aufkauft (vereinfacht ausgedrückt), wo ist da noch das Risiko für Investoren? Außerdem ist Deutschland eh der solventeste Schuldner? Aber halt. Mit -0,66 Prozent Rendite macht der institutionelle Anleger mehr Verlust, als wenn er sein überschüssiges Geld auf einem Bankkonto parken würde, wo er zwar auch Negativzinsen auf große Einlagen zahlt, aber noch nicht -0,66 Prozent. Also warum dieser Ansturm auf diese Bundesschatzanweisungen?

Die Anleger könnten darauf spekulieren, dass in Zeiten von Gelddrucken, Coronakrise und Staatsschulden-Orgien die Rendite-Niveaus der Anleihen jetzt weiter, weiter, und noch weiter ins Negative rutschen. Weiter sinkende Renditen bedeuten automatisch immer weiter steigende Anleihekurse. Wer also jetzt in die Auktion stürmt, hofft auf einen höheren Verkaufskurs seiner Anleihe in einigen Tage, Wochen, oder Monaten.

Der deutsche Staat macht wie seit Jahren so richtig kräftig Kasse mit seinen Emissionen. Von wegen Haushaltsdisziplin oder sparsame Finanzminister Schäuble und Scholz. Die guten Herren verdienen ihr Geld durch den Verkauf neuer Schulden. Geld im Schlaf verdienen sozusagen – das kann jeder! In diesem Fall, bei dieser einzelnen Transaktion, ist mal wieder eine beträchtliche Gewinnsumme angefallen. Bei 5 Milliarden Euro Angebot hat der Bund tatsächlich 4,07 Milliarden Euro verkauft. 930 Millionen Euro gingen in die Marktpflegequote – damit wird der laufende Anleihehandel nach der Emission liquide gehalten.

Bei 4,07 Milliarden Euro Nominalwert muss exakt diese Summe in zwei Jahren an die Inhaber der Papiere zurückgezahlt werden. Zu einem heutigen Emissionskurs von 101,35 Prozent wurden sie aber heute über Nominalwert verkauft, wodurch die Negativrendite für die Anleger entsteht. Daher hat der Bund heute tatsächlich 4,125 Milliarden Euro eingenommen, und per sofort einen Gewinn in Höhe von 55 Millionen Euro eingestrichen. Summiert man alle Emissionen der letzten Jahre mit Negativrenditen zusammen, entstehen da Milliarden-Gewinne, nur durch den Verkauf neuer Anleihen! Die Zeche zahlen tun diejenigen, die solche Anleihen nicht zum Zweck der Kursgewinne halten, sondern weil sie es zum Beispiel als Fonds oder Pensionskasse oder Rentenversicherung per Satzung tun müssen, nämlich “sichere Anleihen” im Portfolio halten.

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Indizes

Rüdiger Born: Gute Laune im Dax, Nasdaq vor neuem Allzeithoch?

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Die Long-Seite im Dax sieht gut aus. Die aktuelle Lage bespreche ich im folgenden Video direkt am Chart. Für den Nasdaq will ich ein mögliches neues Allzeithoch ansprechen. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service “Trade to Go” (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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