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Märkte

Ölpreis: Trump pusht kräftig nach oben – merkt er überhaupt, was er tut?

Claudio Kummerfeld

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am

Schon drei Mal dieses Jahr hatte Donald Trump per Twitter bei der OPEC gebettelt und auch gedroht. Der Ölpreis müsse endlich runterkommen, und deswegen müsse die OPEC mehr Öl auf den Weltmarkt bringen (mehr Angebot = sinkende Preise). Diese Drohungen und Bitten ignorierte die OPEC aber stets. Man hat ein eigenes Agreement die Fördermenge zu senken, welches man bis jetzt schon deutlich übererfüllt hat. Zusammen mit Russland wollte man seit Jahresanfang um 1,2 Millionen Barrels pro Tag senken.

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Donald Trump hatte mit seinen Tweets ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass ihm die amerikanischen Konsumenten am Wichtigsten sind, die an der Zapfsäule möglichst wenig für Benzin zahlen sollen. Dass bei einem sinkenden Ölpreis auch seine heimische Fracking-Industrie leiden würde, hat er offenbar nicht im Blick. Und ob er aktuell überhaupt merkt, dass er seine Wähler schädigt, weil er selbst den Ölpreis weiter nach oben treibt?

USA machen Schluss mit Ausnahmen

Denn nun hat die US-Regierung angekündigt endgültig ernst zu machen in Sachen Iran-Sanktionen. Man hatte bereits Sanktionen gegen Öl aus dem Iran verhängt. Und noch wichtiger: Allen Staaten drohte man bereits massiv mit Vergeltungsmaßnahmen, sollten sie weiterhin Öl aus dem Iran importieren. Aber: Von jetzt auf gleich allen Öl-Importeuren auf dem Planeten zu „verbieten“ (das ist eh schon ein starkes Stück) Öl aus dem Iran zu beziehen, das hätte den Ölpreis schon vor Monaten viel stärker nach oben gepusht.

Und so hatte die US-Regierung zahlreichen Käufern von Iran-Öl Ausnahmeregelungen zugestanden. Wie nett von den Amerikanern, die offenbar bestimmten, welches Land von welchem Land Öl kaufen darf? Gewisse reduzierte Mengen konnten noch aus dem Iran gekauft werden, ohne dass die USA gegen diese Importländer Sanktionen verhängen. Damit ist jetzt Schluss. Wer ab dem 2. Mai noch Öl aus dem Iran importiert, solle die volle Härte von US-Maßnahmen zu spüren bekommen, so die US-Administration.

Ob sich Großkunden wie Iran oder China daran halten werden? Unklar. Aber auf jeden Fall interpretiert der Terminmarkt dieses Zeichen der US-Regierung so, dass die gesamte Angebotsmenge am Weltmarkt abnehmen wird. Zwar hat Donald Trump Zuversicht gezeigt, dass die OPEC die fehlenden Iran-Mengen durch mehr Förderung ausgleichen wird (Tweet).

Aber vor allem die Saudis gaben in den letzten Wochen kaum Anzeichen dafür, dass sie mehr Öl fördern wollen. Generell hört man von ihrer Seite nur, dass sie Engpässe nicht zulassen würden. Also, käme es wirklich viel zu wenig Angebot auf dem Weltmarkt, würden sie wohl mehr fördern. Aktuell gibt es die Aussage vom saudischen Öl-Minister Al-Falih, dass man sich mit anderen Förderländern abstimmen werde um sicherzustellen, dass angemessene Angebotsmengen für die Abnehmer vorhanden seien. Die Saudis wollen wie die anderen Golfstaaten einen deutlich höheren Ölpreis, um die eigenen Staatsdefizite stopfen zu können. Es ist gut möglich, dass sie erstmal zuschauen, ob denn wirklich eine Unterversorgung am Weltmarkt eintritt.

Ölpreis reagiert wie man es erwarten konnte

Das Ölpreis reagiert derzeit wie man es erwarten kann bei dieser Gemengelage. Es geht aufwärts. Gegenüber Donnerstag (letzter Handelstag vor dem Oster-Wochenende) steigt WTI-Öl von 64 auf aktuell 66,14 Dollar. Ob Donald Trump überhaupt merkt, dass er das verschuldet hat? Denn so recht scheint der Markt nicht zu glauben, dass die OPEC die Lücke wirklich schließen wird. Im folgenden Chart seit Februar sieht man gut, wie das Niveau von 64,70 Dollar nun auch überschritten wurde. Der Weg ist weiter frei nach oben.

Ölpreis seit Februar

Im folgenden Chart, der bis Juli 2018 zurückreicht, sieht man: Es ist noch gut Luft nach oben bis 70 Dollar, und 77 Dollar als alter Hochpunkt ist ein härterer Widerstand. Wie immer gilt: Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Ob und wann ein plötzlicher Dreh zur Erholung eines überkauften Marktes kommt, kann man schwer vorhersagen.

Ölpreis seit 2018

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Columbi

    23. April 2019 10:55 at 10:55

    Trump weiß genau was er tut. Er bereitet den nächsten großen Deal mit dem Iran vor. Immer der gleiche Ablauf, zuerst fürchterlich poltern, daß man sich so richtig erschreckt und sogar glaubt , morgen gehe die Straße von Hormus zu und die Welt unter. Dann aber erscheint die Lichtgestalt und trifft Irans Staatschef, den besten aller Freunde und handelt mit ihm den wunderbarsten aller wunderbaren Deals aus. Das Öl wird billig, die Aktien steigen und alle sind glücklich. Solange Trump regiert, haben schwarze Schwäne, Bären und Crashpropheten wahrlich nichts zu lachen.

  2. Avatar

    Roberto

    23. April 2019 13:02 at 13:02

    @ Columb(i)o ?, das ist sehr gut möglich. Seine Startegie ist kein Geheimnis mehr.

    • Avatar

      leftutti

      23. April 2019 14:07 at 14:07

      @Roberto, @Columbo, genau aus dem Grund, weil diese „Strategie“ inzwischen jeder kennen dürfte, frage ich mich, wer darauf noch hereinfallen sollte. Sind die Leute an den Börsen tatsächlich so naiv bis dämlich?

      • Avatar

        Columbo

        23. April 2019 14:57 at 14:57

        @leftutti
        Der Ölpreis und der Markt reagieren ziemlich gelassen auf das Trumpgezwitschere. Sie fallen immer weniger darauf herein.

        • Avatar

          leftutti

          23. April 2019 19:50 at 19:50

          @Columbo, jetzt bin ich verwirrt!

          Oben haben Sie geschrieben: Dann aber erscheint die Lichtgestalt und trifft Irans Staatschef, den besten aller Freunde und handelt mit ihm den wunderbarsten aller wunderbaren Deals aus. Das Öl wird billig, die Aktien steigen und alle sind glücklich. Solange Trump regiert, haben schwarze Schwäne, Bären und Crashpropheten wahrlich nichts zu lachen.

          Jetzt auf einmal die Gelassenheit und Kursresistenz bei Öl- und Aktienmärkten?!
          ???????

          • Avatar

            Columbo

            23. April 2019 20:07 at 20:07

            @leftutti
            Sie haben Recht, ist etwas widersprüchlich. Ich meinte, die Märkte machen eine Art Lernkurve durch und fallen mit der Zeit immer weniger auf die Trump‘sche Strategie herein.

          • Avatar

            Michael

            23. April 2019 22:43 at 22:43

            @leftutti, wer drei Mal lügt…
            Selbst der kognitiv eher unterdurchschnittlich langsam reagierende Mensch hatte nach der 300sten Lüge nach 3 Wochen Amtszeit der großen Lichtgestalt bereits realisiert, dass die Evolution eine perverse Kreuzung des Baron von Münchhausen und Ludwig XIV. hervorgebracht hat. 30 Monate später begeben sich selbst die Märkte in eine Art Lernkurve mit maximaler Steigung von 3%, wie sie es auch nach fast 3000 Tagen des Gesülzes von Draghi ab und zu in Andeutung gebracht haben.

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Gold/Silber

Goldpreis steigt spürbar an – Experte erklärt aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis steigt aktuell spürbar an. Gestern um 16 Uhr noch müde bei 1.900 Dollar, ist Gold seitdem bis heute früh durchgehend gestiegen auf aktuell 1.921. Dollar. Ist das (endlich?) der Durchbruch, nachhaltig und kräftig, wie es viele Bullen schon seit Wochen erwarten? Wir sprachen die letzten Tage in unseren Berichten über die gestrige Deadline der Demokraten in den USA wegen einem neuen Billionen-Stimulus. Und siehe da… die Demokraten räumen nun Zeit bis Ende der Woche ein, und sind optimistisch, dass es funktionieren wird, eine Einigung mit den Republikanern und Donald Trump zu finden. Ob es wirklich eine Einigung geben wird?

Ein neuer Billionenstimulus, das würde deutlich mehr Staatsschulden für die USA bedeuten, und ein mögliches Anheizen der Inflation durch mehr wirtschaftliche Aktivität. Daher verliert der US-Dollar seit gestern bis heute früh deutlich weiter an Boden. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt seit gestern Mittag von 93,27 auf aktuell 92,74 Indexpunkte. Schon seit Montag früh ist der US-Dollar am Fallen. Je schwächer der US-Dollar, desto besser für den Goldpreis.

Experte über aktuelle Lage im Goldpreis

Daniel Briesemann, Analyst für Industriemetalle und Edelmetalle bei der Commerzbank, schildert die aktuelle Lage im Goldpreis und für andere Metalle folgendermaßen. Die gute Stimmung an den Finanzmärkten, die sich in einem hohen Risikoappetit der Marktteilnehmer widerspiegele, habe gestern den Goldpreis in Schach gehalten. Dieser dümpelte um die Marke von 1.900 USD je Feinunze (wir berichteten). Dass andere Assetklassen stärker gefragt waren, sehe man nicht nur in der Preisentwicklung von Gold zum Beispiel gegenüber den Industriemetallen, sondern auch in einem ETF-Abfluss von 3,7 Tonnen.

Über Nacht habe der Goldpreis dann aber doch bis auf 1.920 Dollar zugelegt. Unterstützt werde es laut Daniel Briesemann durch den US-Dollar, der weiter abwertet. EUR-USD notiert heute Morgen auf einem 4-Wochenhoch von 1,186. Obwohl die von der demokratischen Mehrheitsführerin im US-Repräsentantenhaus, Pelosi, gesetzte Deadline gestern Abend verstrichen ist, gehen die Verhandlungen zwischen den Parteien über ein neues Hilfspaket für die US-Wirtschaft weiter. Nach Gesprächen mit Finanzminister Mnuchin äußerte sich Pelosi optimistisch, dass noch diese Woche – und damit vor der Präsidentenwahl – ein Kompromiss gefunden werden könne.

Dies habe den US-Dollar weiter unter Druck gesetzt, und der Goldpreis habe entsprechend profitiert. Wohl angetrieben durch die stark steigenden Industriemetallpreise legten Silber, Platin und Palladium deutlich stärker zu als Gold. Mit einem Plus von 2,5% auf über 2.400 USD je Feinunze wies Palladium die beste Preisentwicklung auf. Platin verteuerte sich zwischenzeitlich ebenfalls um über 2% auf gut 880 USD je Feinunze. Platin handelt seit mittlerweile mehreren Wochen entlang der 200-Tage-Linie, die offenbar eine wichtige Stütze für den Preis ist, so Daniel Briesemann.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten zehn Tagen

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

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am

Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Warten auf den Ausbruch! Videoausblick

Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute), mal herrscht Stimulus-Pessimismus..

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung, ohne aktuell klar erkennbare Richtung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute, nachdem Pelosi die Deadline dann doch nicht gestern enden lassen wollte), mal herrscht Stimulus-Pessimismus – es ist ein ständiges hin und her. Die Verhandlungen über den Stimulus dürften mindestens bis zum Wochenende weiter gehen, ergo die Aktienmärkte in der übergeordneten Seitwäersbewegung bleiben. Auffallend ist die Schwäche des Dollars bzw. die Stärke beim Euro, die Renditen für US-Staatsanleihen steigen derweil auf den höchsten Stand seit Juni. Obwohl die Aktienmärkte hoffnungsvoll sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Stimulus-Deal je näher die US-Wahl rückt..

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