Märkte

Ölverkäufe der USA – Druckmittel gegen Russland

Die USA machen offensichtlich ernst: die Idee, strategische Ölreserven auf den Markt zu werfen, um damit den Ölpreis – und so natürlich auch Russland – unter Druck zu bringen, gewinnt immer mehr Anhänger.

Die Idee stammt ursprünglich von George Soros, der den Verkauf von US-Ölreserven letzte Woche in Berlin aufgebracht hatte – als einziges Mittel, um Russland wirklich unter Druck zu bringen. Aber gaaanz sicher hat Soros unseren Artikel gelesen – dort hatten wir bereits am 03.März prognostiziert: „Zielführender aus Sicht des Westens – wenn man Russland wirklich beeindrucken wollte – wäre es, das Land dort zu treffen, wo es am Verwundbarsten ist: nämlich bei den Ölpreisen (und den daran gekoppelten Gaspreisen)“.

Die USA hatten am 12.März bereits eine kleine Menge der strategischen Öl-Reserven frei gegeben, doch nun mehren sich die Stimmen, die eine Freigabe in großem Maßstab fordern. So berichtet Bloomberg.com, dass derartige Überlegungen gestern bei einer Kongress-Anhörung aufgeworfen wurden. Die USA könnten täglich 500.000 Barrel ihrer Reserven verkaufen, und würden damit den Ölpreis um 12 Dollar nach unten bringen, rechnet Paul Verleger vor. Verleger hatte als Berater für die Regierungen Ford und Carter gearbeitet – als Politikveteran besitzt er immer noch gute Drähte zur aktuellen Regierung. Alleine ein 12 Dollar tieferer Ölpreis würde Russland 40 Milliarden US-Dollar kosten, das sind 2% des russischen BIP.

Die Idee hat aber nicht nur Anhänger bei den traditionell eher anti-russisch eingestellten Republikanern, die sich noch weitgehend in Denkkategorien des Kalten Krieges bewegen. Inzwischen fordern auch zahlreiche Demokraten den Einsatz der „Öl-Waffe“.

Dabei kommt den USA entgegen, dass die Öl-Lager derzeit prall gefüllt sind. Daher sehen viele in einem verstärkten Öl-Export der USA eine noch effektivere Methode, um Russland zu schwächen – die Exporte hätten schließlich einen ähnlichen Effekt wie die Freigabe der Reserven, da frisches Angebot auf den Markt käme.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

2 Kommentare

  1. Das ist Quatsch. Dann bräche das US-Wunder „Fracking“ in sich zusammen. Das benötigt einen geschmeichelten Mindestölpreis von 90 $/b. Die US-Öllager sind rappelvoll, weil das Fracking-Öl nur sehr schlecht zu cracken ist. Es taugt soviel, wie Teeröl. Nichts. Wer das kauft ist selber Schuld. Aber den deutschen Politikern ist jede Blödheit zuzutrauen.

    Wenn die Amis weiterkläffen, geht noch die gesamte Ostukraine an Russland. Der Rest kann, wie es historisch exakt wäre, an Polen und Tschechien angeschlossen werden. Das Land raubte die UdSSR nämlich nach dem 2. Weltkrieg im Ausgleich gegen deutsche Provinzen. Ein Staat Ukraine hat (jung) historisch gesehen gar keine Existenzberechtigung.

    Die können mal langsam zur Tagesordnung übergehen. Der US-10y-Zins hat einen extrem spannenden Trend entwickelt. Danach würden sich diverse Währungen und Gold erholen und die Aktien verlieren. Mal abwarten, wann die Algorirhmen das Spiel zocken wollen. Algorithmen ist Politik oder Geschichte ziemlich egal.

  2. donald unterschied

    bei dem „versuch“ den ölpreis zu drücken, wird völlig ausgeblendet welche auswirkungen dieser vermeindlichen „sanktion“ wirklich hat. die us gehen davon aus dass dies nur russland trift, was völli falsch ist.
    es trifft auch die us verbündeten, saudi-arabien, lybien, kuwait, oman, vae usw. sowie alle anderen staaten die mit öl geschäfte machen. alle die werden mit derartigem handeln nicht einverstanden sein. russland beträfe es nicht allein. wie kurzsichtig und unausgegoren diese propaganda ist, kann schon ein elementar-schüler vorausberechnen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage