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Märkte

Ölverkäufe der USA – Druckmittel gegen Russland

Markus Fugmann

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Die USA machen offensichtlich ernst: die Idee, strategische Ölreserven auf den Markt zu werfen, um damit den Ölpreis – und so natürlich auch Russland – unter Druck zu bringen, gewinnt immer mehr Anhänger.

Die Idee stammt ursprünglich von George Soros, der den Verkauf von US-Ölreserven letzte Woche in Berlin aufgebracht hatte – als einziges Mittel, um Russland wirklich unter Druck zu bringen. Aber gaaanz sicher hat Soros unseren Artikel gelesen – dort hatten wir bereits am 03.März prognostiziert: „Zielführender aus Sicht des Westens – wenn man Russland wirklich beeindrucken wollte – wäre es, das Land dort zu treffen, wo es am Verwundbarsten ist: nämlich bei den Ölpreisen (und den daran gekoppelten Gaspreisen)“.

Die USA hatten am 12.März bereits eine kleine Menge der strategischen Öl-Reserven frei gegeben, doch nun mehren sich die Stimmen, die eine Freigabe in großem Maßstab fordern. So berichtet Bloomberg.com, dass derartige Überlegungen gestern bei einer Kongress-Anhörung aufgeworfen wurden. Die USA könnten täglich 500.000 Barrel ihrer Reserven verkaufen, und würden damit den Ölpreis um 12 Dollar nach unten bringen, rechnet Paul Verleger vor. Verleger hatte als Berater für die Regierungen Ford und Carter gearbeitet – als Politikveteran besitzt er immer noch gute Drähte zur aktuellen Regierung. Alleine ein 12 Dollar tieferer Ölpreis würde Russland 40 Milliarden US-Dollar kosten, das sind 2% des russischen BIP.

Die Idee hat aber nicht nur Anhänger bei den traditionell eher anti-russisch eingestellten Republikanern, die sich noch weitgehend in Denkkategorien des Kalten Krieges bewegen. Inzwischen fordern auch zahlreiche Demokraten den Einsatz der „Öl-Waffe“.

Dabei kommt den USA entgegen, dass die Öl-Lager derzeit prall gefüllt sind. Daher sehen viele in einem verstärkten Öl-Export der USA eine noch effektivere Methode, um Russland zu schwächen – die Exporte hätten schließlich einen ähnlichen Effekt wie die Freigabe der Reserven, da frisches Angebot auf den Markt käme.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Michael

    27. März 2014 18:00 at 18:00

    Das ist Quatsch. Dann bräche das US-Wunder „Fracking“ in sich zusammen. Das benötigt einen geschmeichelten Mindestölpreis von 90 $/b. Die US-Öllager sind rappelvoll, weil das Fracking-Öl nur sehr schlecht zu cracken ist. Es taugt soviel, wie Teeröl. Nichts. Wer das kauft ist selber Schuld. Aber den deutschen Politikern ist jede Blödheit zuzutrauen.

    Wenn die Amis weiterkläffen, geht noch die gesamte Ostukraine an Russland. Der Rest kann, wie es historisch exakt wäre, an Polen und Tschechien angeschlossen werden. Das Land raubte die UdSSR nämlich nach dem 2. Weltkrieg im Ausgleich gegen deutsche Provinzen. Ein Staat Ukraine hat (jung) historisch gesehen gar keine Existenzberechtigung.

    Die können mal langsam zur Tagesordnung übergehen. Der US-10y-Zins hat einen extrem spannenden Trend entwickelt. Danach würden sich diverse Währungen und Gold erholen und die Aktien verlieren. Mal abwarten, wann die Algorirhmen das Spiel zocken wollen. Algorithmen ist Politik oder Geschichte ziemlich egal.

  2. Avatar

    donald unterschied

    28. März 2014 16:12 at 16:12

    bei dem „versuch“ den ölpreis zu drücken, wird völlig ausgeblendet welche auswirkungen dieser vermeindlichen „sanktion“ wirklich hat. die us gehen davon aus dass dies nur russland trift, was völli falsch ist.
    es trifft auch die us verbündeten, saudi-arabien, lybien, kuwait, oman, vae usw. sowie alle anderen staaten die mit öl geschäfte machen. alle die werden mit derartigem handeln nicht einverstanden sein. russland beträfe es nicht allein. wie kurzsichtig und unausgegoren diese propaganda ist, kann schon ein elementar-schüler vorausberechnen.

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Märkte

Warum der Ölpreis derzeit anfällig für Rückschläge sein könnte

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Bohrstelle in der Wüste

Der Ölpreis kann sich mit aktuell 40,16 Dollar (WTI-Öl) noch relativ gut halten. Die weltweit immer weiter zunehmenden Corona-Restriktionen drücken aufs Gemüt, und sie dämpfen womöglich die globale Nachfrage nach Öl. Aber gestern, da gab es doch einen kleinen Lichtblick? Wir berichteten um 16:30 Uhr über die Öl-Lagerbestände in den USA, die einmal wöchentlich von der Energy Information Administration veröffentlicht werden. Und siehe da, die Lagerbestände für Rohöl sanken um 1 Million Barrels im Wochenvergleich, was auch so erwartet wurde. Also alles gut? Denn weniger Lagerbestände bedeutet, dass die Nachfrage ansteigt, dass das Angebot sinkt, oder beides.

Aber halt. Wohl aufgrund der seit Tagen und Wochen immer mehr zunehmenden Corona-Restriktionen haben viele Terminhändler wohl genauer hingeschaut auf die sonstigen mit veröffentlichten Daten gestern Nachmittag. Und siehe da, die Lagerbestände für Benzin stiegen in den USA um 1,9 Millionen Barrels, bei einer Erwartung von -1,8 Millionen Barrels. Dies kann man interpretieren als Indiz für Nachfrageschwäche nach Benzin in den USA.

Experte mit Gründen für mögliche Anfälligkeit im Ölpreis

Eugen Weinberg von der Commerzbank, Deutschlands vielleicht bester Rohstoff-Experte, hat heute einen Research-Text veröffentlicht mit dem Titel “ Zu viel des Schlechten am Ölmarkt“. Man erinnere sich… da war zum Beispiel letzte Woche das kräftige Hochfahren der Förderung von mehreren hunderttausende Barrels Öl pro Tag in Libyen, was die globale Fördermenge ausdehnt. Das ist schon mal schlecht für die Bullen, die auf einen steigenden Ölpreis hoffen. Eugen Weinberg hatte diesen Fakt schon letzte Woche angesprochen.

Aber heute nennt er weitere Gründe, die auf dem Ölpreis wie ein Betonklotz liegen, und nach meiner Meinung zu Preisrückschlägen führen könnten. So nennt Weinberg die anhaltend schwache Nachfrage, die Gefahr von weiteren Mobilitätseinschränkungen, Probleme in und Spannungen zwischen den Ländern, die das Kürzungsabkommen unterzeichnet haben (OPEC und Partner), und die steigende Produktion in denen, die dies nicht getan haben (Libyen). Viele Ölmarktteilnehmer hätten alldem angesichts der ausgelassenen Stimmung an den Finanzmärkten lange wenig Beachtung geschenkt. Doch irgendwann werde die Quantität zu Qualität, sprich die Probleme zu groß, um sie zu ignorieren, so Eugen Weinberg. Hier weitere Aussagen von ihm im Wortlaut:

Das ist offensichtlich jetzt der Fall. Der gestrige Lagerbericht aus den USA brachte bereits einige Probleme zum Vorschein. Zwar waren die Schlagzeilen nicht besorgniserregend. Lediglich die Lagerbestände für Benzin sind laut DOE in der letzten Woche um 1,9 Mio. Barrel gestiegen, im Gegensatz zum erwarteten Rückgang um 1,5 Mio. Barrel. Dafür war der Lagerabbau bei Destillaten mit 3,8 Mio. Barrel fast doppelt so stark wie erwartet. Auf den zweiten Blick offenbart sich aber auch das größte Problem, nämlich die anhaltende Nachfrageschwäche. So ist die Benzinnachfrage mit rund 8,3 Mio. Barrel täglich auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni gefallen. Es bleibt abzuwarten, ob dies ein Ausrutscher nach unten ist und mit den Wartungsarbeiten der Raffinerien oder den hurrikanbedingten Unterbrechungen zu tun hat.

Zumindest hat dies gestern ausgereicht, den Brentölpreis erstmals seit einer Woche unter 42 USD je Barrel zu drücken. Der WTI-Ölpreis fiel unter 40 USD. Während es viele belastende Faktoren und Risiken gibt, fallen uns nur wenige Ereignisse und Faktoren ein, die einen weiteren Ölpreisrückgang verhindern dürften. Das könnte passieren, wenn z.B. die OPEC und ihre Verbündeten (OPEC+) kurzfristig einen Strategiewechsel verkünden und die Möglichkeit weiterer Produktionskürzungen in Aussicht stellen würden. Doch diese Chance hat die OPEC+ am Montag eigentlich vertan.

Chart zeigt Ölpreis im Verlauf der letzten vier Monate
Verlauf im WTI-Ölreis in den letzten vier Monaten.

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Rüdiger Born: Aktuelle Lage und Chancen bei Dax und Dow

Rüdiger Born

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