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Panama Papers: Personen und Banken werden bekannt – eine Übersicht

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wer hat denn alles über Panama Briefkastenfirmen eröffnet, und welche Banken waren die aktivsten? Wir bieten hier eine aktuelle Übersicht, was nach und nach in Sachen Panama Papers heute ans Licht kommt. Aber: Dass man auf der Liste steht, heißt nicht automatisch, dass man Steuern hinterzogen oder Geld gewaschen hat – so zurückhaltend sollte man schon sein. Aber dennoch darf man sich jetzt schon seinen Teil denken, warum es gerade Spitzenverdiener für nötig halten Einnahmen oder Vermögen zu verstecken. Personen des öffentlichen Lebens bzw. sogenannte „exponierte Persönlichkeiten“ müssen nun mal damit leben, dass derartiges Verhalten von der Öffentlichkeit gerade heutzutage am „Medienpranger“ seziert wird. Denn wer in exponierter Position redet heutzutage nicht von Transparenz und Offenheit? Hier ein Auszug von jetzt schon bekannten prominenten Namen:

Panama Papers Jacki Chan
Alle sind dabei, auch Jacki Chan. Foto: Georges Biard / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Der verstorbene Vater des britischen Premiers David Cameron.

Der Schauspieler Jackie Chan.

Juan Pedro Damiani, Gründungsmitglied in der FIFA-Ethikkommission. Seine eigene Anwaltskanzlei soll 400 Briefkastenfirmen über Mossack Fonseca in Panama gekauft haben.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko

Lionell Messi und sein Vater (sind ja eh gerade in einen Steuer-Prozess in Spanien verwickelt).

Diverse sonstige Fußballer wie z.B. Gabriel Heinze und Ivan Zamorano.

Die Frau des EU-Energiekommissars Miguel Arias Canete.

Der seit Ende 2015 amtierende argentinische Präsident Mauricio Macri.

Vertraute von Wladimir Putin (aber nicht er selbst).

Islands amtierender Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson (wir berichteten heute schon über diesen sehr interessanten Fall).

Der saudische König (wovor muss der Geld verstecken? Er ist doch absolutistischer Herrscher!?)

Die Tochter des ehemaligen chinesischen Premierministers Li Peng.

6 Mitglieder des britischen House of Lords.

Indiens größter Bollywood-Star Amitabh Bachchan.

UEFA-Präsident Michele Platini.

Laut Georg Mascolo, Leiter des deutschen Rechercheteams in Sachen Panama Papers, der gestern bei Anne Will zu Gast war, gäbe es eine Fülle interessanter deutscher Namen in den Papieren. Darunter sei kein Politiker. Man darf wohl erwarten, dass die meisten Namen von nicht so prominenten Personen in Deutschland wie auch im Ausland nie bekannt werden. Eher ist zu erwarten, dass Steuerfahnder nach und nach Personen aus diesen Listen prüfen werden, und dass es in den nächsten Jahren zu Gerichtsverfahren kommen wird, wenn (so darf man vermuten) Steuerhinterziehung vorliegt.

Und welche Banken haben mitgemacht bzw. sind immer noch aktiv? Laut Mascolo sind hier die Deutsche Bank und die Berenberg Bank zu nennen. Beide betreuern heute in Statements alles sei völlig in Ordnung. Bei Berenberg habe man ein permanentes Monitoring. Man fahre eine klare Weißgeldstrategie, und der wirtschaftlich Berechtigte hinter jedem Konto sei der Bank bekannt. Ähnlich äußert sich die Deutsche Bank. Man habe sei Kundenannahmeverfahren verbessert. Und man überprüfe, mit wem man Geschäfte mache und stelle sicher, dass die eigenen Richtlinien, Verfahren und Systeme so gestaltet seien, dass sie alle relevanten Gesetze und Regularien befolgen, so die Bank. Hört sich alles toll an, oder? Hier die TOP 10 der beteiligen Banken, die über die Kanzlei Mossack Fonseca Briefkastenfirmen eröffneten und in den Panama Papers auftauchen (Anzahl der eröffneten Firmen pro Bank):

Experta (Tocher der Banque Internationale a Luxembourg) 1.659
Sarasin 963
Credit Suisse Channel Islands 918
HSBC Monaco 778
HSBC 733
UBS 579
Coutts 487
Societe Generale 465
Landesbanki Luxemburg 404
Rothschild 378

Aus Australien, Großbritannien und Frankreich hört man heute schon von Regierungsstellen, man werde sich auf die Daten stürzen, sobald man siehe habe – so fassen wir die Aussagen mal zusammen. Und in Deutschland? Während von der SPD offensive Töne kommen, könnte man fast den Eindruck gewinnen die CDU wolle das alles herunterspielen. Bundestags-Unionsvize Michael Fuchs warnte heute vor einer Skandalisierung von Auslandsfirmen. Daran sei nichts illegal. Da meinen wir: Richtig Herr Fuchs, das für sich genommen ist nicht illegal. Nur diese Aussage alleine und das Ausbleiben eines Aufrufs mögliche Betrüger aktiv verfolgen zu wollen, zeigen doch eine bestimmte Geisteshaltung. Ehrgeiz mögliche Straftäter verfolgen zu wollen, kann man in dieser Aussage nicht entdecken.

Die GLS-Bank reagiert offensiv und ironisch auf den Skandal, da man selbst anscheinend (!) keine derartigen Vermittlungen vornimmt.

Datenquelle: ICIJ

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Yeti

    4. April 2016 21:07 at 21:07

    Hinter den „Panama Papers“ stecken wieder mal unsere amerikanischen Freunde. Es soll denen, die der „AMI“ nicht mag was ans Zeug geflickt werden. Der „AMI“ ist natürlich völlig unschuldig (bis auf ein Paar Bauernopfer wegen der Glaubwürdigkeit). Vor allem der größte Philantrop der Welt „Soros“ hat da seine Finger drin.

    http://www.barth-engelbart.de/?p=106995
    https://deutsch.rt.com/gesellschaft/37603-panama-leak_wie-gatekeeper-mainstreammedien–prozent/
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=32707

    • Avatar

      Mo Gerret

      4. April 2016 22:31 at 22:31

      Leider ist Gedankenfreiheit nicht gleich Pressefreiheit,…..sonst wäre der Mensch imstande einen Grossteil der Probleme dieser Welt selber zu lösen,….ohne Politik.
      Aber du hast natürlich Recht. Doch was soll man da schon grosses bewirken,…vor allem, was kann man von einer Nation erwarten, in der man mit 16Jahren noch keine T.tt.n anschauen darf, aber ne Knarre in der Tasche führen darf? ;O)))

  2. Avatar

    Mo Gerret

    4. April 2016 21:47 at 21:47

    Wer hats denn rausgefunden? Nicht die Schweizer. Nein.
    Wie kommt man überhaupt an solche Daten,….vor allem, wer kann diese so genau verwerten oder gar überhaupt was damit anfangen?
    Und wer wird denn nicht auf der Liste genannt, oder fürstlich beiseite geschoben?
    Mir fällt nur mal gerade so auf, dass man vor allem in Richtung Osten zielt.
    Paar kleine Milliardäre müssen nebenbei mitleiden,…..nur,wo sind denn die AMIS hier zu finden? Wird da alles schön brav versteuert? Gibts da keine Milliardäre?
    Mir scheint diese „Datenoffensive“ zu offensichtlich!
    Theater TheaterTheater
    der Vorhang geht auf
    dann wird die Bühne zur Welt.
    Theater
    Theater
    das ist wie ein Rausch
    und nur der Augenblick zählt.(Zitat, schreib das mal lieber hier hin) ;O)

  3. Avatar

    joah

    4. April 2016 23:59 at 23:59

    Was viele nicht zu wissen scheinen, ist, das Panama noch ein funktionierendes Rechtssystem mit korrekter Gewaltenteilung hat – noch! Daher finden auch vernünftige Abtrünnige dort institutionellen Schutz, die rechtlich korrekt einen Hafen der Zuflucht suchen, wo noch sauber gespielt wird.

    Die hiesige Situation zielt aber gar nicht auf Steuerungerechtigkeiten ab, sondern man will das Land jetzt nur darüber verunglimpfen, um deren – aus Sicht anderer – überkorrektes Rechtssystem (saubere Gewaltenteilung) über den ökonomischen Weg auf die Probe zu stellen: die sollen Verluste erleiden deswegen und möglichst endlich „konform“ (beeinflussbar/verzerrt) gezogen werden. Immer hinter den Vorhang schauen.

  4. Avatar

    Ab

    8. April 2016 22:10 at 22:10

    Wenn man die vermeintlichen steueroasen bekämpfen möchte kann man das nur tun , in dem, meiner Meinung nach, das Land in dem man lebt selber zu einer Steueroasen macht oder wo man sehr gering besteuert wird.

    Und warum sollte man für ein Land arbeiten. ich gehe doch in erster linie für mich selbst arbeiten, damit ich ein gutes Leben habe.
    Warum sollte ich also etwas davon dem Staat geben.
    Wenn ich also für 40 std. Arbeiten gehe will ich auch für 40 std. mein Geld habe, ohne Abzüge , weil ich mache mich ja krumm dafür, das ich ein gutes Leben habe.

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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