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PC-Branche blickt auf ein trübes Jahr zurück

Von Claus-Peter Sesin

Computerhersteller erlebten 2013 den stärksten Umsatzeinbruch seit drei Jahrzehnten.

Um 10 Prozent gingen die Umsätze der PC-Hersteller in 2013 zurück. Vergleichbare Absacker hatte es nach Untersuchungen der Marktforschungsinstitute Gartner und IDC zuletzt Anfang der 1980er Jahre gegeben, berichtet das Wall Street Journal.

Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe. Smartphones und Tablets machen den PCs zunehmend Konkurrenz. Vor allem private Nutzer ziehen portable Geräte den klobigen PCs vor. Die PC-Hersteller fanden bislang keine Mittel und Wege, um die Verkaufsrückgänge zu stoppen. Auch neue Touchpads und leichte, mit berührungssensitiven Bildschirmen ausgestatteten Notebooks vermochten den Trend nicht umzukehren.

Den zweiten Grund lieferte Microsoft. Die Redmonder versuchten mit Windows 8 eine Brücke zwischen der alten PC-Welt und der neuen Smartphone-Welt zu schlagen – auch um im Smartphone-Sektor stärker Fuß zu fassen. Doch die erste Version, das seit Herbst 2012 verkaufte Windows 8.0, stieß vor allem bei PC-Anwendern auf Kritik, weil sie allzu sehr auf die Nutzung mit Windows-Smartphones zugeschnitten war: Das gewohnte Startmenü fehlte, und die neuartige „Metro“-Kacheloberfläche erwies sich für PC-Nutzer, die mit der Maus arbeiten, als eher hinderlich.

Windows 8.0 geriet so, wie schon im Jahr 2007 „Vista“, zum Flop – mit entsprechenden Nachwehen bei den Hardware-Herstellern. Denn wenn Anwender die neueste Windows-Version nicht mögen, dann kaufen sie auch weniger Geräte, auf denen das neue System vorinstalliert ist. Die meisten Smartphones laufen heute mit Apple OS (iPhone) oder mit dem von Google entwickelten, auf Linux basierendem Android.

Microsoft reagierte auf die weit verbreitete Unzufriedenheit und brachte im Oktober mit Windows 8.1, auch „Windows blue“ genannt, einen stark überarbeiteten und für normale PC-Nutzer weitaus brauchbareren Nachfolger. Etliche Windows-8-Macken wurden ausgemerzt. Ob dies allerdings die lang ersehnte Wende bringt – auch für die darbende PC-Industrie – bleibt offen.

Gartner und IDC sehen zumindest einen Silberstreifen am Horizont: Im vierten Quartal 2013 ist der PC-Markt zwar immer noch geschrumpft, aber zumindest  langsamer (um -5,6 % statt der erwarteten -6 %). Weiteren Aufschwung erwarten die Marktforscher von einer bevorstehenden Upgrade-Welle bei Firmenkunden. In vielen Betrieben laufen immer noch betagte Rechner mit Windows XP, dessen Support Microsoft am 8. April 2014 einstellen will.

Neuer Branchenführer im PC-Bereich wurde 2013 der chinesische Hersteller Lenovo, der seinen weltweiten Marktanteil auf 18 % ausbauen konnte und damit den bisherigen Platzhirsch Hewlett-Packard, dessen Anteil unter 17 Prozent rutschte, in die Schranken verwies.



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