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Platzhirsch der Wall Street legt sich auf Clinton als nächste Präsidentin fest!

FMW-Redaktion

Es ist ja kein Geheimnis, dass die Wall Street einen Sieg von Hillary Clinton bei den nun anstehenden US-Präsidentschaftswahlen lieber sähe als eine Triumpf von Donald Trump. Nur so richtig offen gesagt hat es bisher keiner der Wall Street-Bosse – bis gestern. Denn auf einer von JP Morgan (der größten Bank der USA) gesponserten Veranstaltung in New York hat sich ihr CEO, Jamie Dimon, ziemlich klar auf Clinton als nächste Präsidentin festgelegt!

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Jamie Dimon, CEO von JP Morgan Chase & Co.
Foto: Steve Jurvetson
https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

So sagte Dimon, er hoffe, dass die nächste Präsidentin der USA bald am Ziel sei (“I hope the next president, she reaches across the aisle”). Es folgte lauter Applaus für die Aussage Dimons aus dem Publikum. Generell, so Dimon, habe die Politik der USA vor allem in zwei zentralen Bereichen versagt: in Haushaltsfragen (Budget) und bei der Immigration.

Dimon machte klar, warum er so eindeutig für Clinton – oder beser gesagt gegen Trump Partei ergreift: bei JP Morgan, so Dimon, seien Muslime, Afroamerikaner und Mexikaner allesamt willkommen. Denn auch er sei Abkömmling von Einwanderern, drei seiner Großeltern stammten aus Griechenland. Und wenn sie noch sehen könnten, dass ein Abkömmlung ihrer Familie nun Chef der größten Bank der USA sei, wären sie sehr stolz auf ihren Enkel, so Dimon.

Dabei sagt Dimon bei fast jeder Gelegenheit, dass er den Demokraten eigentlich nicht nahe stehe – häufig hatte er zudem demokratische Politiker aufgrund ihrer Sicht auf die Wirtschaft hart kritisiert.

Mit der klaren Parteinahme wagt sich also der erste – und gleichzeitig der größte – Dickfisch der Wall Street-Banken klar aus der Deckung. Und sein Rekurs auf die eigenen Vorfahren als Einwanderer ist schon ein starkes Argument – hinzu kommt, dass wohl auch Hillary Clinton die Parteinahme von Dimon nicht entgangen sein dürfte. Wenn sie tatsächlich Präsidentin werden sollte, ist das gut für die Stimmung zwischen Politik und JP Morgan – sicher nicht zum Nachteil der US-Bank!

Und noch etwas anderes: wenn Dimon sich so weit aus dem Fenster lehnt, nachdem zuvor Bosse wie Blankfein von Goldman Sachs eine Parteinahme für einen der beiden Kandidaten tunlichst vermieden hatten, dann heißt das auch: aus Sicht der Wall Street ist das Rennen gelaufen. Und es wäre nicht erstaunlich, wenn dem Leitwolf Dimon auch zeitnah andere Bosse folgen würden..



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2 Kommentare

  1. Im Club der „weissen Westen“ promoviert man sich gerne gegenseitig und sammelt damit fleißig die im Wallstreet-Monopoly so wertvollen „Du kommst aus dem Gefängnis frei“-Tickets.

    1. …bis jemand kommt und die Spielregeln invertiert.

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