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Devisen

Positionierungen: Öl wahrscheinlich vor Korrektur, Dollar gesucht, Gold-Bullen desillusioniert, und das Pfund..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Blickt man auf die neuesten COT-Daten, zeigt sich eine ziemlich heftige Verschiebung: insgesamt sind die Player am Futures-Markt nach wie vor sehr positiv für Rohstoffe, jedoch hat sich der Fokus wegbewegt von den Edelmetallen, hin vor allem zum Öl. So haben die Player am Markt auf den Anstieg des schwarzen Goldes im Gefolge der vermeintlichen Einfrierung der OPEC-Produkton auf 32,5 Millionen Barrel pro Tag mit der Glattstellung von WTI-Short-Kontrakten reagiert: daher wurden in der Vorwoche 43.124 Short-Kontrakte geschlossen, dagegen knapp 30.000 neue Long-Kontrakte eröffnet. Damit hat sich die Positionierung um satte 40% verändert, 353.162 Long-Kontrakten (so viel wie seit Oktober 2015 nicht mehr) stehen nun nur noch 98.659 Short-Kontrakte gegenüber. So beträgt der Netto-Überhang an Long-Positionen 254.503 Kontrakte, so viel wie seit Juli 2014 nicht mehr – und kurz nach dem Juli 2014 begannt der hebe Abverkauf von Öl! Gleichzeitig steigen derzeit die aktiven Bohrlöcher in den USA wieder (rig counts auf höchstem Stand seit acht Monaten), die Fracker kommen also wieder zurück und werden die Produktionsmenge erhöhen. Wir gehen daher davon aus, dass Öl stark anfällig ist für eine heftige Korrektur!

Und damit würde sich – sollte es so kommen – ein Szenario wiederholen, was sich beim Gold abgespielt hat: bei dem Edelmetall war ebenfalls der Long-Überhang extrem, und Ende letzter Woche sorgte dann eine stop-loss-Lawine für einen herben Abverkauf. Das hat Spuren hinterlassen bei der Positionierung im Gold: so wurden knapp über 42.000 Long-Kontrakte abgebaut in der Vorwoche, gleichzeitig aber 14.668 Short-Kontrakte neu eröffnet. Damit ist der Long-Überhang immer noch sehr groß (205.176 Kontrakte), aber eben weniger extrem als noch zuvor (derzeit 244.662 Long-Kontrakte zu 39.486 Short-Kontrakten).

Auch bei Silber zeigt man sich ernüchtert: hier wurden 8.732 Long-Kontrakte abgebaut (auf nun insgesamt 89.114 Kontrakte), gleichzeitig 2.743 neue Short-Kontrakte eröffnet. Damit ist das Long-Short-Verhältnis im Silber bei ca. 4:1, während bei Gold das Verhältnis „nur“ noch bei gut 6:1 liegt. Gold hat daher zumindest die Chance auf eine Erholung!

Nicht sehr viel Bewegung hat es dagegen beim Dollar gegeben, doch hat diese Bewegung ausgereicht, um die Positionierung zugunsten des Greenback auf den höchsten Stand seit neun Wochen zu bringen. Während im Euro-Dollar jeweils Poitionen auf beiden Seiten aufgebaut worden sind (jedoch mehr Short- als Longpositionen), ist insbesondere das britische Pfund wieder auffällig: nach dem Kurssturz inklusive Flash-Crash in der letzten Woche steigt die Netto-Short-Positionierung im Pfund mit 97.572 Kontrakten auf ein neues Allzeithoch. Zwar wurden gut 8000 neue Long-Kontrakte eröffnet, aber eben auch gut 18.000 neue Short-Kontrakte, sodass das Long-Short-Verhältnis nun bei knapp 1:3 liegt. Und damit ist das Pfund wohl in einer guten Position für eine technische Erholung, deren Potential wir etwa im Bereich 1,27 verorten – immerhin also ca. 300 pips vom gegenwärtigen Niveau aus! Alerdings ändert das nichts am übergeordneten Bild für das Pfund, das im längeren Zeitfenster noch viel weiter fallen dürfte..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Marko

    10. Oktober 2016 13:32 at 13:32

    “ Wir gehen daher davon aus, dass Öl stark anfällig ist für eine heftige Korrektur!
    Und damit würde sich – sollte es so kommen – ein Szenario wiederholen, was sich beim Gold abgespielt hat: bei dem Edelmetall war ebenfalls der Long-Überhang extrem, und Ende letzter Woche sorgte dann eine stop-loss-Lawine für einen herben Abverkauf.“

    Wieso Gold mit Öl in ein „Topf werfen“ ?

    Ich kritisiere schon wieder, was ist das für eine „Schreibe“ ? Ist das ein google-translate text aus dem Englischen, der im Nachhinein korrigiert wurde ? Das ist Euer Anspruch ?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      10. Oktober 2016 13:34 at 13:34

      @Marko, diese Kritik verstehe ich nicht! Wir verweisen auf die Tatsache der extrem hohen Long-Überhänge, die einen Markt eben anfällig machen für eine Korrektur, wie sie Gold letzte Woche erlebt hat. Was soll das mit Google translate zu tun haben????

      • Avatar

        gerd

        10. Oktober 2016 13:45 at 13:45

        Kann ich auch nicht nachvollziehen, was Marko da will.
        War doch an und für sich wirklich eine nahezu wertfreie Tatsachenbeschreibung von FMW.

  2. Avatar

    Marko

    10. Oktober 2016 14:04 at 14:04

    Ok. Markus,

    ich fand die „Schreibe“ relativ komisch, ich entschuldige mich, mein Fehler.

    Markus, Du hast ja Recht, natürlich haben wir extreme Long-Überhänge, aber beim Öl sollte man die Saionlität beachten, im Winter steigt Öl, in der Regel.

    Beim Gold sind die Überhänge in den Long-Positionirung wesentlich größer.

    Um zum Thema zurückzukommen, wir stehen beim S&P und beim Dax vor Entschedungen, nach oben oder unten, seltsamerweise ist der Nasda anderer Meinung…der Nikkei sieht auch mehr nach „long“ aus.

    VG

    Marko

  3. Avatar

    Helmut Josef Weber

    10. Oktober 2016 14:20 at 14:20

    Gold-Bullen desillusioniert???
    Ich bin heute Rentner und habe meine private Altersversorgung in Gold angelegt.
    Seit dem Jahre 2000 etwa 330 % Kurssteigerung,
    seit 2009 etwa 70%
    und dieses Jahr etwa 18%.
    Und alles legal steuerfrei und ohne weitere Abgaben z. B. an die Sozialversicherungen.
    Langfristig seit 1970 etwa 9% steuerfrei.
    Wo gab es sonst ohne besonderes Risiko etwa 9% Netto?

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      10. Oktober 2016 14:22 at 14:22

      @Helmut, es geht hier um das kurzfristige Zeitfenster, nicht um einen Zeitraum seit dem Jahr 2000..

    • Avatar

      Marko

      10. Oktober 2016 14:58 at 14:58

      Hallo,

      aber das ist es doch Herr Weber, Gold ist eine Psycholgie-Asset/Krisenwährung.

      Gold „bringt“ Ihnen keine Zinsen, sollten die Zinsen erhöht werden, so wird dies Auswirkungen auf den Goldpreis haben. Langsrtidtig gesehen, so wie dies gesagt haben, natürlich klasse.

      Die Bande hier denkt kurzfristig, weil es eben Goldspekulaten gibt, die sich auch über Derivate (sprich: teilweise über Hebelprudukte) im Gold investiert sind.

      VG
      Marko

  4. Avatar

    bauer

    10. Oktober 2016 18:04 at 18:04

    Ich bin doch nicht alleine auf der Welt,der Gold schon seit über 10 Jahren hält und immer legal Steuerfrei…
    Alder,du hast mich gerettet..
    mach weiter so

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Devisen

Türkische Lira vor weiterer Aufwertung? Aktuelle Zinsentscheidung gibt Hoffnung

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira könnte noch weiter aufwerten. Warum? Nun, zuerst ein kurzer Rückblick. Seit November ist der Leitzins in der Türkei durch die türkische Zentralbank in zwei Schritten kräftig angehoben worden, von 10,25 Prozent auf zuletzt 17 Prozent. Erst der zweite Zinsschritt von 15 Prozent auf 17 Prozent an Heiligabend brachte Vertrauen in die Lira – denn die Inflationsrate liegt derzeit bei satten 14,6 Prozent. Jetzt liegt der Leitzins deutlich genug über der Inflation, damit es einen positiven Geldfluss vom Ausland in die Türkei geben kann. Dies wäre Balsam für die türkische Lira. Aber so ein hoher Leitzins muss einige Zeit beibehalten werden, damit er wirken kann.

Und nun? Heute hat die türkische Zentralbank erneut eine weitere Zinsentscheidung verkündet. Man belässt den Leitzins bei 17,0 Prozent. Dies kann vom Devisenmarkt als Signal gewertet werden, dass die Zentralbanker gewillt sind die Angelegenheit „durchzuziehen“, als eine nachhaltige Bekämpfung der hohen Inflation.

Türkische Lira reagiert leicht positiv

Auf längere Sicht hohe Zinsen in der Türkei – das könnte die türkische Lira nachhaltig aufwerten lassen. Und die letzten Wochen lief es ja schon ganz gut in diese Richtung. Und jetzt aktuell? Die Zinsentscheidung wurde um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Da notierte US-Dollar vs türkische Lira noch bei einem Wechselkurs von 7,39. Jetzt notiert USDTRY bei 7,36. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von Dollar vs Lira seit Februar 2020. Die türkische Währung konnte seit November einiges gut machen, und könnte womöglich nun weiter aufwerten (sicher ist das aber natürlich nicht).

Zentralbank mit guten Aussagen, Erdogan meldet sich zu Wort

Die Notenbanker in Ankara erklärten heute, dass man seinem harten geldpolitischen Kurs treu bleibe, bis sich ein nachhaltiger Rückgang der Inflation abzeichne. Falls nötig, werde man weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternehmen. Super, da freut sich der Devisenmarkt im Sinne einer festeren Lira? Achtung, Präsident Erdogan fordert seit Jahren sinkende Zinsen. Die würden (so Erdogan) die Inflation zum Sinken bringen – was aber eigentlich genau anders rum funktioniert. Seit Monaten hört man von Erdogan kaum Aussagen in dieser Hinsicht. Aber am letzten Freitag, da meldete er sich wieder zu Wort. Die aktuelle Geldpolitik (steigende Zinsen sollen Geld teuerer machen etc) diene nicht der Türkei. Die Lösung des Problems der hohen Inflation sei, die Zinsen zu senken. Bringt dies die nachhaltige Erholung der Lira wieder in Gefahr?

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Februar 2020

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Devisen

Goldpreis steigt nach Yellen-Rede – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis reagiert recht merkwürdig auf die gestern Abend gehaltene Online-Rede der neuen US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Wir sprachen vorgestern vorab darüber, und was ihre möglichen Aussagen für den Goldpreis bedeuten könnten. Ein stärkerer US-Dollar würde den Goldpreis schwächen. Vorab waren Redeinhalte durchgesickert. Aber ob sie auch wirklich genau das sagen würde? Nun, es kam wie erwartet. Janet Yellen (hier alle wichtigen Redeinhalte) sagte ganz eindeutig, dass man nicht wie die Trump-Regierung einen niedrigen US-Dollar sehen möchte.

Nein, man überlässt es dem freien Devisenmarkt den fairen Wert für den US-Dollar zu finden, ohne jede verbale Beeinflussung. Trump hatte auf einen billigeren US-Dollar gedrungen, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger wäre (damit wären US-Produkte im Ausland günstiger). Janet Yellen sprach gestern von einer stabile Währung, deren Preis von den Marktkräften bestimmt werden solle. Man strebe keinen schwächeren US-Dollar an. Es sei inakzeptabel absichtlich schwächere Wechselkurse anzuvisieren um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, so Yellen. Und der Goldpreis, wie reagierte der auf diese Worte?

Warum steigt der Goldpreis nach der Yellen-Rede?

Nun, ihre Worte bringen ganz eindeutig Phantasie für einen höheren US-Dollar. Dann würde der Goldpreis fallen. Aber das Gegenteil passiert seit gestern Abend. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) fiel von 90,50 auf aktuell 90,27 Indexpunkte. Der Goldpreis steigt seit gestern Abend von 1.840 auf aktuell 1.855 Dollar. Damit zeigt er Stärke, als klassische negative Korrelation zum US-Dollar.

Nun, offenbar geht der Markt kurzfristig vor nach dem Motto „Sell on good news“? Der US-Dollar war die letzten Tage vor der Yellen-Rede gestiegen (in Erwartung genau dieser Aussagen), und jetzt kam die Yellen-Rede exakt wie erwartet auf den Tisch. Also, erstmal Gewinne im Dollar machen, und der Goldpreis kann steigen? Auch kann man den aktuellen Anstieg im Gold erklären mit anderen gestrigen Aussagen von Janet Yellen. Ebenfalls wie erwartet will sie nun erstmal jede Menge neue Schulden machen um US-Bürger und Wirtschaft zu stützen in dieser Krise. Das ist tendenziell positiv für Gold. Aber, als Frage formuliert: Kommt der Drang hin zu einem stärkeren US-Dollar bald wieder zum Vorschein, und Gold schwächelt doch? Vorsicht ist also geboten im restlichen Verlauf dieser Woche.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit gestern früh den steigenden Goldpreis in rot-grün gegen den fallenden US-Dollar.

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