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Verzögertes Treffen der OPEC+ Ölpreis-Rutsch? Rekord-Umsätze bei Optionen – Blick auf OPEC+

Rutscht der Ölpreis runter? Die Angst geht um. Die OPEC+ verschiebt ihr Treffen. Es könnte hoch her gehen. Put-Optionen haben Rekordumsätze.

Öl-Tanks
Öl-Tanks. Foto: Tawatchai07 - Freepik.com

Der Handel mit Optionen auf den Ölpreis nahm jüngst eine stark bärische Entwicklung, da die Erzeugergruppe OPEC+ ein entscheidendes Treffen zur Förderpolitik gestern auf nächste Woche verschoben hat. Nach Angaben von ICE Futures Europe wurden laut Bloomberg am Mittwoch rund 211.000 Brent-Rohöl-Put-Optionen gehandelt. Das ist das größte Volumen aller Zeiten. Sie übertrafen auch den Handel mit bullishen Kontrakten um so viel wie seit 2020 nicht mehr.

Rekordumsätze bei Put-Optionen auf den Brent-Ölpreis

Am Mittwoch verschoben die OPEC und ihre Verbündeten ein für dieses Wochenende geplantes Treffen auf nächste Woche Donnerstag, da die Diskussionen über die Fördermengen – insbesondere die der westafrikanischen Länder – in Turbulenzen gerieten. Die Entscheidung brachte den Ölpreis (Terminkontrakte auf Rohöl) in Aufruhr, wobei die Referenz-Futures-Kontrakte der Sorte Brent zeitweise um fast 5 % fielen, bevor sie ihre Verluste verringerten.

Anzahl der Put-Optionen auf den Brent-Ölpreis erreicht Rekordhöhe

Die Preisvolatilität vom Mittwoch veranlasste einige Händler, sich gegen das Risiko eines starken Preisverfalls abzusichern, falls keine Einigung erzielt wird. Für Brent zahlen Händler die höchsten Prämien zur Absicherung gegen einen Rückgang im Ölpreis seit April, da die Nachfrage nach bearishen Verkaufsoptionen stark ansteigt. Dies steht in krassem Gegensatz zum letzten Monat, als sich die Händler um den Kauf von Calls drängten, um sich gegen das Risiko einer Ausweitung des Krieges zwischen Israel und der Hamas auf die gesamte Region abzusichern.

Preisaufschlag für Put-Optionen

Doch nicht nur Ölpreis und Ölmengen wurden durch den Schritt der OPEC+ beeinträchtigt. Mehrere hunderttausend Kontrakte, deren Preise von den Beschlüssen des ursprünglich für dieses Wochenende in Wien geplanten Treffens abhängen, werden nun auslaufen, bevor die verschobenen Gespräche stattfinden.

Kommentar

FMW: Das kann eine heftige Nummer am Ölmarkt werden bis zum nächsten Donnerstag. Beendet Saudi-Arabien seine Fördermengenkürzung, nimmt also genau die gegenteilige Position ein von dem, was man am Ölmarkt noch vor Tagen vermutete? Denn womöglich bleiben andere OPEC-Mitglieder stur, und wollen bei den seit Monaten laufenden Fördermengenkürzungen nicht mitmachen. Das wäre dann ein Szenario nach dem Motto „Wenn ihr nicht mithelfen wollt den Ölpreis hochzupushen, dann lassen wir es eben auch sein“.

Das Resultat wäre: Die anderen OPEC-Mitglieder, die bisher von den saudischen Kürzungen profitierten in Form zeitweise höherer Preise, schauen dann in die Röhre, weil der Ölpreis womöglich kräftig fallen wird. Denn ein Ende der Fördermengenkürzungen bringt mehr Ölmenge auf den Weltmarkt. Dazu noch globale Rezessionstendenzen, das ist bärisch für die Preise. Und am Ende des Tages könnte Saudi-Arabien mit so einer disziplinierenden Maßnahme dafür sorgen, dass auf einmal doch viele andere Kartell-Mitglieder bereit sind auch Fördermengen zu kürzen. Denn letztlich wollen alle das selbe, nämlich spürbar höhere Preise.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Ölkonsumenten können das Finanzprodukt Rohstoffsicherungsgeschäft im Zusammenhang mit einem eventuell steigenden Ölpreis nutzen, und Ölhändler können das Finanzprodukt Rohstoffsicherungsgeschäft im Zusammenhang mit einem möglichen sinkenden Ölpreis nutzen.

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