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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    28. November 2020 00:38 at 00:38

    Super Vortrag! Wirklich ein „must see“.

  2. Avatar

    frank

    28. November 2020 11:18 at 11:18

    David Precht ist ein Kommunist. Er wird völlig überbewertet. Es wird viele neue Jobs geben weil die Menschen kreativ und anpassungsfähig sind.

  3. Avatar

    Ulrich Burberg

    28. November 2020 12:14 at 12:14

    Hammer Vortrag. Irgendwie weiß man ja das Meiste, aber das ist dermaßen gut hergeleitet und geschlußfolgert, dass man am Ende erst mal richtig durchschnaufen muss.

  4. Avatar

    Dreamtimer

    29. November 2020 08:19 at 08:19

    „Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trump in den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.“

    Die AfD und die Grünen bleiben, dafür aber gehen SPD, CDU, … unter?

    Schön wärs, aber so einfach wird es leider nicht sein. Gehen wir das mal der Reihe nach durch.

    Die Grünen dürften als radikal säkular-humanitaristische Ludditenpartei in ihrem Element sein. Gerade der Fundamentalismus der Basis eröffnet der Spitze der Partei aber auch politischen Spielraum für Kompromisse. Ich bin bullisch für die Grünen.

    Die CDU/CSU ist eine reine Trendfolge-Partei und sie wird jede Position räumen, solange sie sich damit an der Macht hält. Das Verhaltensmuster ist stabil und algorithmisch, d.h. unabhängig von Form und Inhalt. Die CDU hat definitiv eine Zukunft, selbst wenn sie noch einmal von Rezo „zerstört“ werden sollte.

    Die SPD ist zum Spezialisten für Feminismus, ethnische und religiöse Minderheiten geworden. Das lässt sich passabel von harten Themen, wie Wirtschaft und Technologie abkoppeln. Irgendeinen der eine dumme Bemerkung über Frauen, Schwarze und Muslime macht gibt es immer. Der woke Volkssturm, bestehend v.a. aus Journalisten und Geisteswissenschaftlern, steht allzeit bereit. Da die SPD für politisch korrekte Volkserziehung steht, werden die Staatsmittel für sie nicht knapp, auch dann nicht, wenn sie nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Ich glaube an die Zukunft der SPD.

    Die Arbeiterklasse hat heute eine ähnliche gesellschaftliche Stellung, wie die Bauern vor 100 Jahren, d.h. sie steht dem Fortschritt im Weg und diejenigen, die sich um sie kümmern, sind Blut-und-Boden Reaktionäre. Nun, wie jeder aus Geschichte weiß, werden sie dem Fortschritt weichen, aber das wird ein langer und mühsamer Prozess. Ich bin verhalten optimistisch für die AfD.

    Die Linke will wahlweise Milliardäre erschießen oder in die Produktion schicken, auf jeden Fall, will sie sie enteignen. Da der gesellschaftliche Bodensatz, der empfänglich ist, für primitive, politische Gewaltphantasien, eher nicht kleiner wird bin ich auch bullisch für die Linke.

    Die Scharia-Polizei und das Kalifat. Die eigentlichen neuen Player, mit alten Inhalten. Das alles assoziiere ich mit Sezessionismus, Terrorismus und Bürgerkrieg und wir werden das murrend hinnehmen und die Schuld bei der CDU ( den Opportunisten ) oder der AfD ( den Reaktionären ) suchen.

    Bleibt noch die FDP, die wie je und eh mit der 5% Hürde kämpft und auch kein Zünglein mehr an der Waage ist. Die junge Generation kennt es nicht anders. Sie steht für Stagnation auf niedrigem Niveau. Ich neutral was die FDP angeht, Optimismus würde hier aber auch wie Sarkasmus aussehen.

    Fazit: es bleibt alles wie es ist.

  5. Avatar

    Quintus

    29. November 2020 16:50 at 16:50

    @Columbo
    Welch ein Informationsfülle und erhellende Sichtweisen. Solch einen Mehrwert konnte schon lange kein Beitrag mehr auf finanzmarktwelt generieren. David Precht ist einer der wenigen die ihre Zeit NICHT mit Links-Rechts Denkmustern vergeuden, sondern sich auf die WAHREN Probleme unserer(und der unmittelbar nahenden) Zeitschiene widmen.

    Hier ist auch ein GROßER KRITIKPUNKT an Markus Krall etc. enthalten:
    Freiheitlich liberal wäre wünschenswert, doch OHNE ein parallel eingeführtes Grundeinkommen wird uns die Digitalisierung (nun zusätzlich beschleunigt durch Corona) die Gesellschaft in Stücke reissen. Dann werden sich so Manche die jetzigen Randparteien zurückwünschen, denn diese werden spätestens dann zu den gemäßigten Vertretern ihrer Richtung gehören.

    Auch ein Christian Kreis sieht die nähere Zukunft eher kritisch:
    https://www.youtube.com/watch?v=a9tgTOxdsIU&t=309s

  6. Avatar

    Pessi- Mist

    29. November 2020 19:22 at 19:22

    Noch ein“ Scharlatan „ mehr der anscheinend unabhängig die Wahrheit sagen darf.Übrigens auch der von den ROSA- BRILLENTRÄGERN so gerühmte David Precht sieht die Verschuldung und die Folgen der Tiefstzinsen ( Altetersarmut) als grosses Problem.Vom Inhalt her sehe ich keinen Unterschied zu Krall u.Co.,aber für gewisse Leute ist ja nicht das Fachliche gefragt.

  7. Avatar

    Jan

    30. November 2020 11:24 at 11:24

    „Als Staatsbürger hat man zu funktionieren.“ – Richard David Precht

    Richard David Precht als Hauptmann Gerd Wiesler
    https://www.youtube.com/watch?v=LaSBsS9qvmE

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

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Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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