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Wirtschaftliche Isolation trifft das Land härter als gedacht? Russland: Geheimpapier für den Kreml zeichnet düsteres Konjunkturbild

Ein Geheimpapier für den Kreml zeichnet ein düsteres Konjunkturbild für Russland. Westliche Sanktionen zeigen wohl doch deutlich Wirkung.

Der Kreml in Moskau als das Symbol für Russland

Europäische Außenhandelsdaten zeigen es seit Monaten eindeutig. Dank des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und den westlichen Sanktionen sind die Rohstoffpreise am Weltmarkt kräftig gestiegen, und Russland verdient deutlich mehr Geld mit dem Verkauf von Rohstoffen. Von Januar bis Juni 2022 hatte Europa gegenüber Russland im Außenhandel ein Defizit von 90,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2021 war es nur ein Defizit von 24,6 Milliarden Euro. Aber bedeutet diese Geldschwemme auch, dass die Konjunktur in Russland gut läuft? Seit Kriegsausbruch haben zum Beispiel sehr viele IT-Fachkräfte das Land verlassen. Auch fehlt viel westliches Know How und Hightech-Equipment. Kurzfristig kann Russland dies womöglich verkraften, aber mittel- und langfristig werden die Folgen der Sanktionen deutlicher sichtbar? Wie steht es wirklich und die Konjunktur?

Nun gibt ein Bericht einen genaueren Einblick. Russland könnte im Zuge der sich ausweitenden westlichen Sanktionen laut Bloomberg eine längere und tiefere Rezession bevorstehen, die industrielle Sektoren in Mitleidenschaft zieht, auf die sich das Land jahrelang verlassen hat. Dies geht aus einem internen Bericht hervor, der für den Kreml erstellt wurde.

Das Dokument zeichnet ein weitaus düstereres Bild, als die optimistischen Verlautbarungen offizieller Stellen. Es ist das Ergebnis monatelanger Arbeit von Beamten und Experten zu den Auswirkungen der wirtschaftlichen Isolation Russlands infolge des Einmarsches in der Ukraine. Bloomberg konnte den Bericht einsehen, der für eine Tagung von Spitzenbeamten am 30. August erstellt wurde. Personen, die mit den Beratungen vertraut waren, bestätigten seine Authentizität.

Zwei der drei Szenarien des Berichts zeigen, dass sich die Schrumpfung im nächsten Jahr beschleunigen und die Wirtschaft erst am Ende des Jahrzehnts oder später wieder das Vorkriegsniveau erreichen wird. Das Szenario “Trägheit” sieht den Tiefpunkt der Wirtschaft in Russland im nächsten Jahr bei 8,3% unter dem Niveau von 2021, während das Szenario “Stress” den Tiefpunkt im Jahr 2024 ansetzt, 11,9% unter dem Niveau des vergangenen Jahres.

Aussicht für Erholung der Konjunktur in Russland

Alle Szenarien gehen davon aus, dass der Druck der Sanktionen zunehmen wird, und dass sich weitere Länder anschließen werden. Abgesehen von den Sanktionen im engeren Sinne, die etwa ein Viertel der Ein- und Ausfuhren betreffen, wird detailliert beschrieben, dass Russland nun mit einer “Blockade” konfrontiert ist, die “praktisch alle Transportwege” betreffe und die Wirtschaft des Landes vom Ausland abschneide.

Technologische und finanzielle Beschränkungen verstärkten den Druck zusätzlich. Der Bericht schätzt, dass bis zum Jahr 2025 bis zu 200.000 IT-Spezialisten das Land verlassen könnten – die erste offizielle Prognose über die Abwanderung von Fachkräften. Offiziell heißt es in Moskau, die Sanktionen gegen Russland hätten die Wirtschaft weniger stark getroffen als befürchtet. Der Konjunkturrückgang könnte in diesem Jahr weniger als 3% betragen und 2023 sogar noch weniger. Auch externe Wirtschaftsexperten haben ihre Prognosen für dieses Jahr nach oben angepasst, da sich die Wirtschaft besser als erwartet gehalten hat.

In dem Dokument wird eine Reihe von Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft und zur weiteren Abmilderung der Auswirkungen der Sanktionen gefordert. Nur so könne die Wirtschaft im Jahr 2024 wieder das Vorkriegsniveau erreichen und danach wieder wachsen. Die Schritte beinhalten jedoch viele der Maßnahmen zur Investitionsförderung, die die Regierung schon in den letzten zehn Jahren verfolgt hat, als das Wachstum auch ohne Sanktionen weitgehend stagnierte.

Der Pressedienst der russischen Regierung verwies eine Anfrage zu dem Bericht an das Wirtschaftsministerium, das nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme reagierte. Der Bericht warnt vor einem Rückgang der Produktionsmengen in einer Reihe von exportorientierten Sektoren in Russland – von Öl und Gas bis hin zu Metallen, Chemikalien und Holzprodukten – in den nächsten ein bis zwei Jahren. Auch wenn später eine gewisse Erholung möglich ist, “werden diese Sektoren nicht mehr die treibenden Kräfte der Wirtschaft sein.”

Eine vollständige Unterbrechung der Gaslieferungen nach Europa, Russlands wichtigstem Exportmarkt, könnte das Staatssäckel bis zu 400 Milliarden Rubel (6,6 Milliarden Euro) pro Jahr kosten. Selbst mittelfristig werde es nicht möglich sein, den Einnahmeausfall durch neue Exportmärkte vollständig auszugleichen. Auf der Importseite bestehe “das größte kurzfristige Risiko in der Aussetzung der Produktion aufgrund des Mangels an importierten Rohstoffen und Komponenten”. Längerfristig könnte die Unfähigkeit, importierte Ausrüstung zu reparieren, das Wachstum dauerhaft begrenzen, so der Bericht: “Für einige kritische Importe gibt es einfach keine alternativen Lieferanten.”

Sogar in der Landwirtschaft könnte die Abhängigkeit von wichtigen Inputs die Russen dazu zwingen, ihren Lebensmittelkonsum zu reduzieren, so der Bericht. Der eingeschränkte Zugang zu westlicher Technologie könnte dazu führen, dass Russland eine oder zwei Generationen hinter aktuellen Standards zurückbleibt, da es gezwungen ist, auf weniger entwickelte Alternativen aus China und Südostasien zurückzugreifen.

FMW/Bloomberg



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21 Kommentare

  1. Wo am Ende diesen Jahres Russland mit seinen Finanzen oder seiner Konjunktur stehen wird, weiß wohl niemand so genau.
    Wo Deutschland und Europa aber schon in diesem Winter stehen werden, zeichnet sich ja auch langsam für den optimistischen Betrachter ab.
    Und das wird auch in den nächsten Jahren nicht besser werden, denn wer will LNG an einen Abnehmer verkaufen, der keine langfristigen Verträge abschließen will, weil immer noch darüber gesponnen wird, dass eine Industrienation mit Wind und Solar seinen Energiebedarf decken kann. Und dann gleich etwa hunderte von LNG Tankern im Jahr, damit nur das russische Pipelinegas ersetzt werden kann.
    Aber, da nutzt jetzt kein Reden mehr.
    Da müssen wir alle durch.
    Persönlich vorbereitet oder auch nicht.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Natürlich wird Russland nicht „ungeschoren“ davon kommen. Doch bei diesem Artikel haber ich das „Gefühl“ , dass Bloomberg ausgesprochen pessimistisch ist.

    Ich gehe eher davon aus, dass wir uns gegenseitig extrem schaden.

    1. Und wenn Bloomberg annähernd Recht haben sollte, denke ich nicht, daß Russland „reumütig“ in die westliche Hemissphäre zurückkommen wird. Nur weil ihm IT Spezialisten davon laufen, oder Russland nicht so gute Autos oder Waschmaschinen bauen kann (bisher). Weißrussland hat auch viele IT Spezialisten und sich sogar einen Namen gemacht. Und wenn dann dauert es eben ein bißchen länger. Für die Freiheit, für die Freiheit und Unabhängigkeit vom Hegemon, vom Imperium, kann man schon Opfer bringen.

      1. @Ottonorma
        Die westliche Hemisphäre wird eher Russland nicht mehr zurückhaben wollen, egal wie „reumütig“ die sich auch zeigen. Zumindest nicht, solange das aktuelle System Putin & Konsorten dort ihr Unwesen treibt. Da wird es in Zukunft etwas mehr Vertrauensbeweise, Transparenz, weniger Lügen und mehr Zuverlässigkeit brauchen.

        „Freiheit, Freiheit und Unabhängigkeit vom Hegemon, vom Imperium“ sind so bombastisch-kräftig-globale 68er Parolen ff., da zittern schon bei bloßer Erwähnung die überbreiten Schlaghosen, Koteletten und Föhnfrisuren.
        Korrekt ist, in Weißrussland und anderswo dauert es tatsächlich noch etwas länger. Man wird sicher lernen, irgendwann funktionierende Autos und Waschmaschinen zu bauen.

        Für die Freiheit vom Hegemon hat man allerdings schon mindestens 70 Jahre Opfer erbracht, auf Autos und Waschmaschinen und Anderes verzichtet. Kein Problem, dann dauert es eben noch ein bißchen länger. Die Freiheit im eigenen Land wächst und gedeiht, siehe Meinungsfreiheit oder Pressefreiheit.

        Ein potenzieller Partner auf Lebenszeit unter Xi Jinping ist sicher eine glorreiche und verlässliche Alternative. Oder ein korrupter indischer rechtsnationalistischer Staatschef und Populist, dessen Haltbarkeitsdatum dem einer billigen Rauchwurst entspricht. Es sei denn, man befreit sich rechtzeitig von hegemonischen Zwängen wie freien Wahlen, nervigem Journalismus und aufmuckendem Volk am Smartphone.

        1. Genau, die Russen lügen immer, das sagt auch Arestowytsch, Berater Selenskiys, die Russen lügen von Geburt an. Deswegen sollte auch Moskau und St. Petersburg zerstört werden.

          Vertrauensbeweise ? es ist eher so, daß Russland, bzw. Putin, seit spätestens zum Ende seiner 1. Amtszeit zum Westen kein Vertrauen hat. Ich halte mich hier an Frau Krone-Schmalz, die ohne Propaganda ihre Einstellung kund tut.
          Der Hegemon, das Imperium, wollte Russland zerstören, übernehmen. Die Russen, die SU, war nach dem 2.WK zerstört und hatte gar keine Kratf gehabt gegen den Westen vorzugehen. Das sagte schon 1945 der brit. Feldmarschall Montgomery bei einem Besuch im Moskau, daß die SU auf viele Jahre, Jahrzehnte nicht in der Lage ist militärisch größeres zu unternehmen. Nur die USA wollten dies der Welt weiß machen. Die SU hat dann aus Selbstschutz den Eisernen Vorhang runter gelassen.
          Sie kennen nicht die 350 Seiten starke Studie der Rand Cooperation von 2019 ? als Vorgehensweise der USA für den jetzigen Krieg gegen Russland ? aber „Chessboard“ dürfte Ihnen bekannt sein. Wie sollte man sich als Betroffener verhalten wenn man so attackiert wird, grundlos ? nur weil angeblich keine Demokratie oder Freiheiten vorhanden sind. Schlagwörter sind das. Haben wir die noch seit Corona ? Ich denke die Russen fühlen sich eher wohl unter Putin, nach den Jelzin Jahren.
          Und Autos können sie auch bauen, wenn auch mit weniger Luxus.
          Welche Pressefreiheit haben wir (Russland hatte die, bis zum Krieg). Ach ja, wird verboten wegen Desinformation. Die der Westen natürlich nicht verbreitet. Darin ist er wirklich besser wie die Russen, was die auch zugeben. Ich denke hier an „Freiheit“ an den modernen Haltungsjournalismus. Im Grunde könnten wir uns mindestens die Hälfte der Medien sparen. Sie erklären dem Volk was die Regierung will

  3. Da will Bloomberg wohl das Narrativ eines erfolgreichen Sanctions-Krieg’s aufrecht erhalten. Die RUS-Charts (Oil&Gas, Transport, Telekommunikation, Bau, usw.) sprechen eine gegenteilige Sprache. Jetzt, da die eigenen US-Derivate (ich meine ALLE) so eine pessimistische Aussicht haben.
    „Durchhalten, wir sehen Licht am Ende des Tunnels!“ Die Sanktionen wirken?!
    Und EU-Lala-Land kämpft einen Krieg, den sie schon verloren haben. Joe ist nicht daran interessiert, den EURO zu stützen Die FED und die EZB „spielen“ PingPong.
    Er und die FED würden ja den einzigen Exportschlager der USA und damit die ultimative Waffe gegen die Weltbevölkerung verlieren. Die Weltreservewährung, den US-Dollar!
    Der US-Dollar wird doch schon als Waffe gegen die Weltbevölkerung eingesetzt und heizt damit die Inflation in diesen Staaten erheblich an. Joe pumpt die Inflation aktiv auf während J. Powell lediglich mit kleinen Zehen vorsichtig die Zinsen anhebt. Es ist noch ein weiter Weg bis die Zinsen ÜBER der tatsächlichen Inflation von >16% ist.
    STARKER Dollar und nach mir die Sintflut.
    Die USA haben erst kürzlich ihre Alliierten und NATO Staaten beim überraschenden Rückzug aus Afghanistan mit Anlauf in den Hintern getreten. Soviel zur „Ehre“ der Biden Administration. Niemanden Zurücklassen?!
    Währenddessen baut die restliche Welt (also Nicht USA Verbündete) eine neue Währung. Und diese Rohstoff-Staaten haben einen längeren Atem. Alleine schon deshalb weil sie (BRICS) es auch im Winter relativ warm haben und mehr als oft die Sonne scheint. Es sind mehr Menschen an Kälte gestorben als an Hitze. Oil & Gas bekommen sie notfalls von Putin mit Rabatt Für die Klimaanlagen natürlich.😁

    Der Weg ist das Ziel! Und Amerika ist nicht Teil der Insel-Theorie.

  4. Wie können sie denn sowas verbreiten Herr Kummerfeld? Und dann auch noch von einer amerikanisch gelenkten Firma Namens Bloomberg :-) Nach gängigen Aussagen der „Wirtschaftsexperten“ in der Bevölkerung, schaden die Sanktionen uns und den anderen EU-Ländern ja am meisten, und Russland ist der strahlende ökonomische Held dem keiner etwas anhaben kann.

  5. Ich kann nicht begreifen aus welchem Grund niemand Thorium Reaktoren in die Diskussion einbezieht.

    Eine Explosionssichere und was die Strahlung angeht, beherrschbare alternative zum herkömmlichen Reaktor.

    Das wäre eine Diskussion wert.

    Und nicht die andauernde Wiederholung von Lösungsansätzen aus dem letzten Jahrhundert.
    Garniert mit einer unmenge Halbwissen um die ängstlichen und wütenden um sich zu scharen.

    Diese Taktik der gierigen Narzissten dieser Welt und unser Unvermögen den Schwachsinn hinter diesen Personen zu sehen wird zu unserem aussterben führen.

    Diese Leute sind schließlich das äquivalent der Maja Priester die Menschen für Regen geopfert haben.

    Es kann nur schlechter werden.

    1. Die Zukunft der Kernreaktoren liegt in der Generation IV. Vornehmlich in Modelbauweise mit Leistungen von 30 bis 300 MW. Moderatoren sind Flüsigmetalle, wie Natrium, Blei etc. Sie arbeiten drucklos, ein großer Vorteil. Mehrere Länder arbeiten daran. So viel mir bekannt auch die Schweden die ihr Kernkraftnetz – jetzt noch 7 , das 8. wurde vor 3 Jahren abgeschlaltet – erneuern wollen. Angedacht auch mit der Gen IV. Auch Russland arbeitet daran und China. Die deutsche Erfindung von Dr.Götz Ruprecht, der Dual Fluid Reactor wird jetzt in Kanada weiter entwickelt, nachdem hier kein Umfeld ist. Kanada ist modern und innovativ und fördert so etwas. 2013 bekam der DFR den Innovationspreis für neue Energien. Der große Vorteil : es werden Plutonium und Transurane mit verbrannt, somit fällt die Halbwertszeit auf 300 Jahre, nichts mehr 100 tsd. Verbrannt werden über 90% des Urans, vielleicht mehr. Bisher sind es lediglich 1,5%. Der große Rest wird als „Müll“ entsorgt und verteufelt. Von der neuen Generation haben die Grünen noch nichts gehört, obwohl schon seit fast 10 Jahren drüber geredet wird.
      Russland hat auch den BN800 vor 3 Jahren ans Netz gebracht einen Schnellen Brüter, der ebenfalls Plutonium verbrennt und die Halbwertszeiten dadurch massivst senkt. Die Deutschen wollten ja so eine innovative Technik nicht.
      Der Kernkraft gehört eindeutig die Zukunft. Wir können ja dann derweil unsere Landschaft mit Vogelschreddern vollpflastern und hochgiftigen Solarpaneelen (was auch auf die Windflügel zutrifft) und Stahl und Alu produzieren wenn der Wind weht.

      1. @ottonorma, Von der neuen Generation haben die Grünen noch nichts gehört, obwohl schon seit fast 10 Jahren drüber geredet wird.

        Da wäre ich mir nicht so sicher, was das Hören angeht. Und auch beim Reden gibt es Zweifel an Ihren Zeitangaben, das tut man nämlich schon seit 70 Jahren. Was Sie vergessen haben, ist die unbedeutende Tatsache, dass es mit der praktischen Umsetzung hapert. Sie wissen schon, die Metamorphose vom Papier eines euphorischen Erfinders ins wahre Leben.

        Und 300 Jahre hochgiftiger radioaktiver Müll und tonnenweise atomwaffenfähiges Material aus tausenden und zehntausenden Kleinreaktoren, jeder einzelne natürlich streng und lückenlos überwacht und kontrolliert von Millionen korruptionsimmuner Beamter, sind sicher besser, als hochgiftige Solarpaneele aus Silizium.
        Man bedenke einmal die 0,1 Gewichtsprozent an Blei im Lötzinn und 0,01 Gewichtsprozent an Cadmium, die im Labor nach Zermahlen einer alten, überholten Solarzelle zu Pulver freigesetzt werden konnten. Vorausgesetzt, es gibt kein Recycling, sondern natürliches Zermahlen von Glas zu Pulver auf einer Mülldeponie, ein absolut realistisches Szenario.
        Nur gut, dass moderne Hersteller schon heute ohne Blei und Cadmium produzieren.
        Vergleichbar zu modernem Atommüll, der nach 12 Generationen kaum mehr zerfällt und nur noch ein bisschen strahlt.

        Als aktives Mitglied in einem Landesbund für Vogelschutz freue ich mich über Ihre Sorgen um unsere gefiederten Freunde. Wir machen uns allerdings deutlich mehr Gedanken über die zig-tausendfache Menge an getöteten Vögeln durch Verkehr, Glasfassaden, Hauskatzen und Vernichtung natürlicher Lebensräume durch menschliche Ansiedelungen, für die es keine H10-Regelungen für die Vögel gibt.

        1. Kernkraftwerke mit flüssigem Metall zu kühlen war schon zu Beginn der Entscheidung über ein „mit welcher Technik“ im Gespräch. Mit den Leicht- und Siedewasserreaktoren ist damals die U-Boot Marine vorgeprescht die diese Tehnik zuerst anwandten. Außerdem konnte man damit Plutonium zum Bombenbau gewinnen. Das die Grünen jetzt nichts davon wissen entnehme ich deren Verdammmung der Kerntechnik mit den ewig gestrigen Argumenten der jahrtausende langen Strahlengefahr.
          Und ich sehe es an ihren hilflosen Übertreibungen, „tonnenweise atomwaffenfähiges Material“. Auch daran sehe ich, daß Sie es nicht wissen. Plutonium und Transurane werden in diesen Reaktoren verbrannt !!
          Und dann noch Mitglied für Vogelschutz und verharmlost – war auch nicht anders zu erwarten von einem Grünen – den Vogel- und Insektentod. An meinem Auto ist bisher noch kein Vogel zu Tode gekommen und das nach 1,6 Mill. Km.
          Jedenfalls gehört die Kernreaktortechnik die Zukunft. Und China weiß, zählt auch Kernkraft zu den erneuerbaren Energien und wird mit Nachdruck ausgebaut..
          An der praktischen Umsetzung der Gen IV wird jetzt geforscht und entwickelt. Und der Schnelle Brüter, BN 800, der Russen ist bereits der gute Anfang, übrigens läuft der Vorgänger der BN 600 schon 32 Jahre.

          1. @Ottonorma, gut, dass Sie sich so fundiert in dieser Technologie auskennen. Ihre dämlichen Grünen-Sticheleien können Sie sich übrigens in einer Diskussion ersparen, es sei denn, dies ist der hauptsächliche Zweck Ihrer Kommentare.

            Beim Thorium-Flüssigsalzreaktor wird aus schwach radioaktivem Thorium durch Neutronenbeschuss über mehrere Zerfallsketten Uran233 erzeugt. Zur Initialisierung benötigt man anfangs eine starke Hochenergie-Neutronenquelle wie hochangereichertes Uran235 oder Plutonium. Dieses zerfällt im Laufe sehr langer Zeit und ist vermutlich das, was Sie unter „Verbrennen“ verstehen.
            Das aus Thorium erzeugte Uran233 zerfällt weiter, emittiert dabei wiederum Neutronen, die auf Thoriumkerne prallen und somit wieder Uran233 produzieren. Ein perfektes Perpetuum Mobile sozusagen, bei dem nur immer wieder das schwach radioaktive Thorium nachgeladen werden muss.

            Obwohl das Prinzip ganz einfach ist, gelang es nie, die technischen Probleme, die das aggressive heiße Flüssigsalz mit sich bringt, zu bändigen. Weiterhin entstehen ebenfalls hoch radioaktive Abfälle, und zusätzlich wird radioaktives Tritium erzeugt, ein Wasserstoffisotop, das praktisch durch kein Material dieser Welt sicher „eingeschlossen“ werden kann.

            Nun gibt es leider internationale Verträge über die Nichtverbreitung von Atomwaffen. Und genau darunter fallen die hochangereicherten atomwaffenfähigen Stoffe, die am Anfang des Prozesses benötigt werden. Da die Reaktoren ja relativ klein sind, werden natürlich sehr viele davon benötigt. Und jedes von diesen tausenden AKWs weltweit muss mit diesem Material beliefert werden. Bestrahltes Thorium lässt sich zudem ohne großartige Labortechnik zu waffenfähigem Uran umwandeln. Welche Länder dürfen diese Technologie dann überhaupt nutzen?

            https://www.spektrum.de/kolumne/die-vergessene-gefahr-des-thoriums/1173175
            https://www.youtube.com/watch?v=MmPrWr4pY10

  6. Genau, längerfristig, bis Russland am Boden ist, ist in Europa schon lange Ruhe. Die fahren Europas Wirtschaft mit Vollgas an die Wand. Langsam müsste es doch auch der letzte dumme Politiker geschnallt haben. Die Sanktionen waren ein verdammten Schuss ins eigene Knie.

    1. Die Lösung des Problems: Die Energiekosten der Industrie sollten von den Staaten durch Subventionen auf ein erträgliches Maß gedrückt werden. Die Bürger dagegen können durchaus ein bißchen frieren. Die Prioritäten sollten also genau umgekehrt sein: Zuerst die Industrien/Unternehmen und dann die Bürger. Und die Atomkraft sollte vorübergehend auf Volldampf gestellt werden. So könnte der Wirtschaftskrieg mit Russland noch gewonnen werden…

    2. @Ronny, der Plan der EU geht doch auf: „wenn wir uns alle ruinieren und Deutschland deindustrialisiert ist, dann wird das auch die russische Wirtschaft treffen. Wir verlieren so krass und total, wir sind so das Opfer russischer Aggression, dass sich auch Russland endlich von toxischer Maskulinität befreien und Putin stürzen muss“.

      Die EU mag aus einem einstigen Wirtschaftsbund hervorgegangen sein, der dazu diente eine Krise wie die nach der Ruhrbesetzung durch Frankreich in 1923, zu verhindern, aber nun ist sie ein apokalyptischer, öko-feministischer Kult, der einen metaphysischen Sieg über das Patriarchat und einen konkreten Sieg über die freie Wirtschaft herbeizuführen sucht. Danach gibt es nur noch einen totalen, mütterlichen, nährenden Staat, der alles regelt, von der Produktion über die Sprache und Erziehung bis hin zur Nahrungsaufnahme und den Geschlechtsverkehr. Es schadet nicht, dass Mangel herrscht, denn Mangel macht die große Masse zu Abhängigen. Der Makel, dass es außerdem auch noch ein ersehntes, prosperierendes Reich-der-Freiheit gibt, ist allein dadurch beseitigt, dass Biden-Amerika als leuchtendes Vorbild einer woken Post-Demokratie vorangeht und wir sonst nur von korrupten Autokratien umgeben sind.

  7. Ja, der Rubel rollt auch aus Spanien.
    Spanien hat ja auch 6 LNG- Terminals

    Spanien war im Sommer weltweit der größte Abnehmer von Russischem Flüssiggas

    https://nachrichten.es/spanien-war-im-sommer-weltweit-der-groesste-abnehmer-von-russischem-fluessiggas/

    1. @Helmut, Zitat aus Ihrem Link:
      In diesen zwei Monaten [Juli und August] war Spanien der weltweit größte Importeur von russischem LNG und zahlte rund 750 Millionen Euro … und liegt damit an der Spitze vor Ländern wie China. Die gasbefeuerte Stromerzeugung nahm in Spanien im Juli-August aufgrund der Hitzewelle und der Dürre, die den Energiebedarf erhöhten und die Stromerzeugung aus Wasserkraft beeinträchtigten, stark zu. 35 % des spanischen Stroms wurden in diesen Monaten mit Gas erzeugt.
      Und das trotz sieben aktiver Atomreaktoren…

      In den vergangenen mindestens 18 Monaten haben Sie uns tagtäglich damit beglückt, welch sensationelle Mengen erneuerbarer Quellen eines der sonnenreichsten Länder mit zusätzlich hohem Windkraft- und Pumpspeicherpotenzial erschlossen hat. Wie Energiewende in Spanien wirklich geht, als Vorbild für Pfui-Grün-Deutschland. Ich denke, das sind eher Träume, Pläne, Fantasien, um die natürliche, gottgegebene Überlegenheit Spaniens, ja aller Länder, gegenüber Deutschland zu demonstrieren. Theoretisch zumindest…

      Was genau wollen Sie uns im großen Zusammenhang mit Ihrem üblichen Grünenbashing nun eigentlich sagen?
      Macht es wie Spanien.

  8. …mhhh…ein Geheimpapier aus der jüngeren Vergangenheit, dass öffentlich zugänglich ist…sehr dubios…Geheimpapiere sollten doch eigentlich geheim bleiben…

  9. @lefttutti
    danke für die nicht unbedingt notwendige Aufklärung. Habe hier die Literatur über neue Reaktortechnik im Bücherregal zu stehen – und gelesen. Nur werd ich nicht drin rumblättern um die Prozesse technisch genau zu erklären. Das wird dann auch zu schreiben zu viel und zu lang.
    Die Länder die an der neuen Reaktortechnik forschen haben jetzt schon die herkömmlichen Druck- oder Leichtwasserreaktoren und produzieren Plutonium und Transurane. (so wie auch die AKWs in Saporoschije, die für die evtl. A-Bombe von Selenskij Grundlage wären.). Diese Länder können also ohne Einschränkungen die Entwicklung fortsetzen und anwenden. Und wenn nicht wird eben das Abkommen aufgekündigt (das machen die USA mit links). Oder glauben Sie Kanada das in die Gen IV Technik investiert würde dann nicht bauen dürfen ? Und wir ? Aber nein, wir wissen es besser und sind noch stolz darauf, daß wir so ziemlich die Einzigen sind auf der Welt. Italien noch. Da haben sich die Bürger auch gegen Atomstrom ausgesprochen. Beziehen aber dafür seit vielen Jahren den Strom konstant von den KKWs aus Frankreich, weil Italien selbst zu wenig produziert. Aber immerhin beteiligen sich ital. Institute an der Erforschung zur Gen IV. Österreich holt sich den KKW Strom aus Tschechien. Und der Klimaschutzgedanke war doch mal gedacht (von Margaret Thatcher) um die Kernkraft in Europa nach vorne zu bringen und man hatte mit der CO2 Neutralität geworben

    Ich stichel nicht gegen die Grünen, ich bin gegen sie und ihrer Ideologie die uns an die Wand fährt.

    1. @ottonorma, danke ebenso für die nicht notwendige neue Provokation.
      Wenn Sie keine Aufklärung und Erwiderungen wünschen, sollten Sie auch nicht auf meine Beiträge antworten. Nach Ihrer Methode wird es sonst ziemlich einseitig.

      Sie brauchen auch nicht unbedingt in Ihrer Literatur zu blättern, ich kenne diese zur Genüge und lese entsprechende Fachartikel sehr regelmäßig seit sehr vielen Jahren.
      So irgendwie drin rumblättern, Inhaltszusammenfassungen abgeben oder wenigstens Quellen nennen, scheint ohnehin ein Tabu in der blau(äugig)en Fraktion zu sein.
      Vielleicht wären Sie für andere Leser dennoch so nett und posten wenigstens ISBN-Nummern der Bücher oder die Titel und Ausgaben der Fachzeitschriften aus Ihrem Bücherregal. Minimaler Aufwand für Sie, viel Potenzial zum Erkenntnisgewinn für alle interessierten Sucher aller Fraktionen.

      Sollte es endlich jemandem gelingen, Kernkraftwerke der Generation IV zur Marktreife zu bringen und all die technischen Probleme sicher zu lösen, soll es mir recht sein. Die wären sicher etwas besser, zuverlässiger und „harmloser“ als vorherrschende Generationen. Vorhandenen Atommüll verbrennen sie dennoch nicht, abgesehen von der unbedeutenden Menge, die zur Initialzündung erforderlich ist. Man schmeißt doch hier keinen vorhandenen Atommüll rein, wie Olivenholz in einen andalusischen Glutofen, der schon irgendwie alles einigermaßen verbrennen wird.
      Diese Reaktoren erzeugen aus relativ harmlosen Thorium232 hoch gefährliches Material, das sie dann auch wieder teilweise „verbrennen“. Es sei denn jemand unterbricht die Kette und nutzt das so erbrütete Material für andere Zwecke.
      Sie erzeugen aber auch zusätzlich neue Mengen an hoch radioaktivem Abfall in der heißen und höchst aggressiven Wundersuppe aus Flüssigbrennstoff und -moderator, der natürlich regelmäßig ausgetauscht bzw. nachgeladen werden muss.
      Sie verschieben und verschärfen die strahlenden Probleme ab jeder Inbetriebnahme jedes Reaktors bzw. jeder Nachladung 12 weitere Generationen in die Zukunft.

      Auf Ihre 90% ablenkendes und phrasendreschendes Restgequassel gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Man muss ständig auf der Hut sein, beim Thema zu bleiben und versuchen, sich nicht in den diffusen nebligen Sumpf und Strudel willkürlich aneinandergereihter Schlauheiten über Selenskyj, uns, Kanda, Italien, Frankreich, Österreich, Tschechien, Maggie Thatcher und natürlich DIE legendäre Crash-Wand ziehen zu lassen.
      Was mich natürlich in diesem Sinne nach wie vor interessiert: Was und wieviel ist unter welchen Voraussetzungen an Solarpaneelen hochgiftig? Bitte Mengenangaben und Toxizitätsgrad nicht vergessen, und das immer im Vergleich zur problemlosen und bombensicheren Kernkraft der Generation IV.

      1. Welche Provokation ?? Leiden Sie unter Eingebungen ? Ansonsten ist ihr Ton nicht sehr konstruktiv. „Auf Ihre 90% ablenkendes und phrasendreschendes Restgequassel“ … ach wie liebenswürdig Sie sind, Sie wollen doch nicht etwa provozieren ? geht bei mir nicht, ich lass so was „Nettes“ wie Sie abprallen.
        So irgendwie drin rumblättern ?? ist das eine Unterstellung ? Ihr Stil kommt mir vor wie einer dieser Haltungsjournalisten mit aktivistischem Gehabe aus den „Qualitätsmedien“.

        Sie meinen also die 89,5% die bei herkömmlichen Reaktoren übrigbleiben sei Müll? Dieser „Müll“ wird aber z.B. schon in Schnellen Brütern verbrannt (ich sprach davon, ignorierten Sie aber) BN600 und der neue BN800, natriumgekühlt, in Russland.Der BN600 verbrennt seit 2012 Plutonium und er BN 800 kann Natururan bis zu 60x effizienter ausnutzen, schreibt sogar wiki. Was soll ich Ihnen andere Literatur nennen über die Sie dann doch nur in ihrer hier dargestellten Weise typisch herziehen. Außerdem werd ich nicht mehrere Bücher zum gleichen Thema lesen, dazu halt ich mir zu sehr im Netz auf und mit anderen Sachen.
        Literatur zu dem Thema gibt´s genügend. Da muss ich keine ISIN nennen.
        Der Vergleich Olivenholz mit 98,5% Resturan ist der typische Schreibstil einer ZEIT, Spiegel, Focus etc.

        Sie sind ungeduldig mit der Entwicklung der Gen IV ? ja die haben eben noch die techn. Schwierigkeiten , weil es eben Neuentwicklungen sind und prinzipiell anders als Module konstruiert werden sollen die – ich sag mal fast – wartungsfrei sind. Götz Ruprecht Mitentwickler des Dual Fluid Reactors z.B. erklärt ihnen das. Z.B. auf der letzt- und vorjährigen Internationalen Klimakonferenz von EIKE in Gera bzw. München. Gibt´s als Video. Aber wie soll es mit der Entwicklung schneller gehen wenn die in Deutschland seit über 20 Jahren gebremst, besser gesagt ausgeschaltet ist ? Also muss man sich auf andere Länder verlassen. USA, Kanada, Südkorea, Russland, China, forschen dran auch Italien macht mit.
        Was Maggie Thatcher betrifft so sah sie die damaligen Streiks der Kohlekumpel als wirtschaftlich desaströs an und wollte dies ändern und zwar mit Stärkung der Kernkraft als Energiequelle. Da jedoch die Bürgereinstellung negativ gegenüber Kernkraft war musste eben eine positive Erklärung her (hierin sind die Angelsachsen sehr geübt bis perfekt). Man fand natürlich entsprechende Wissenschaftler die CO2 als schädlich für das Klima einstuften, mit der passenden Theorie – was es immer noch ist – und als Lösung wurde dann eben Kernkraft gesehen. Diese Erklärung habe ich aus einer Phönix (oder arte) Doku vor gut 15 Jahren. Aber ob ich die noch hab, weiß ich nicht, und wie sie hieß auch nicht,(seitdem nicht mehr gesehen) dürfte auch nicht mehr auf youtube sein.
        James Hanson bis 2016 Chef des GISS sah die Kernkraft auch als Lösung gegen die ansteigende Erderwärmung und trat dafür ein. Ebenso wie viele andere Wissenschaftler. Aber in dem Besser-Wissenden Deutschland soll das Wind und Sonne erledigen – absolut lächerlich. Sehen Sie mal nach Südaustralien was die vor 4 Jahren für „tolle“ Erfahrungen damit gemacht haben, oder auf Hierro
        Nehmen Sie sich lieber an Michael Shellenberger ein Beispiel, oder an Michael Moore.

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