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Russland, Iran, Irak: Steigende Produktion – trotzdem so ein hoher Ölpreis

FMW-Redaktion

Erst vor Kurzem berichteten wir über die neue Rekordfördermenge aus Russland. Der höchste Stand seit Ende der Sowjetunion, genauer gesagt seit 1987. Man schafft Tatsachen vor seiner groß angekündigten Einfrierung. Wir erhöhen alle nochmal schnell unsere Fördermengen, um dann auf Rekordniveau die Menge mal für ein halbes Jahr einzufrieren – so könnte das Motto lauten.

Der Iran, der ja bekanntlich nicht am großen Oil Freeze-Meeting am 17. April in Doha teilnimmt, erhöht ebenfalls seine Fördermenge schrittweise immer weiter, um auf das Niveau von vor den Sanktionen zu kommen. Und jetzt ganz aktuell diese Nachricht: Der Irak hat im März seine Fördermenge ebenfalls weiter ausgebaut. Die Exporte erhöhten sich um 600.000 Barrels pro Tag im Vergleich zu Februrar, und die gesamte Produktionsmenge erhöhte sich von 4,46 auf 4,55 Mio pro Tag. Wie auch in Russland nur geringfügige Steigerungen, aber es ist und bleibt halt eine Steigerung!

Also, fassen wir nochmal zusammen: Irak + Russland erhöhen die Fördermenge. Iran und Libyen wollen am Treffen eh nicht teilnehmen, und Saudi-Arabien + Kuwait wollen nur dann einfrieren, wenn auch der Iran mitmacht. Hinzu kommen noch frische Gerüchte, dass Golfstaaten wie Kuwait und die VAE´s ihre Förderkapazitäten in den nächsten 3 Jahren kräftig ausbauen wollen.

Der Ölmarkt ist ständig im Wandel, und von daher kann sich dieser aktuelle Status schnell ändern, aber was sagt er uns? Der Oil Freeze kann so eigentlich gar nicht funktionieren. Wir hatten mehrmals darauf hingewiesen und wundern uns immer mehr, warum trotzdem noch an so einem Treffen festgehalten wird. Der Ölmarkt selbst reagiert zumindest basierend auf diesem Sachverhalt irrational – seit letzten Dienstag gab es ein Plus von 4 Dollar.

Entlastung kommt für die Angebotsseite natürlich von der aktuell rückläufigen US-Produktion, aber dass immer noch mehr angeboten als nachgefragt wird, erkennt man sehr gut an den immer noch randvollen US-Öl-Lagern. Wir geben einen Irrtum gerne zu und es mag vielleicht sein, dass am 17. April ein Wunder geschieht – plötzlich ändert der Iran seine Meinung, und alle frieren ihre Fördermenge ein. Aber selbst dann bleibt das Angebot über der Nachfrage. Der aktuelle Ölpreis bei fast 40 Dollar wirkt gefühlt zu hoch, um es mal vorsichtig zu formulieren!



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