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Schäuble: „Wir bewegen uns mit Sicherheit auf nächste Blase zu“

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das wird dem deutschen Finanzminister Schäuble wieder mächtig Ärger einbringen von seiten der angelsächsischen Kommentatoren: die Welt bewege sich, so Schäuble, auf die nächste Blase zu:

„Wenn Sie sich anschauen, was auf globaler Ebene passiert, diese zunehmende öffentliche und private Liquidität auf den Finanzmärkten, bewegen wir uns mit Sicherheit auf die nächste Blase zu. Ich denke, wir sollten eine Lehre aus den Krisen ziehen, die wir hatten.“

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Foto: Tobias Koch / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 de)

Die Aussagen von Schäuble stammen von einer heute gehaltenen Rede bei einer Konferenz des American Council on Germany – also vor angelsächsischem Publikum! Schäuble hielt die Rede in Englisch (also faktisch Badensisch mit englischen Vokabeln..).

Und Schäuble weiter:

„Wir haben gesehen, dass die Geldpolitik – und die Finanzminister wie die Notenbank-Gouverneure sind sich darüber einig – nicht die Probleme lösen kann, denen wir gegenüberstehen“.

Indirekt warf Schäuble einigen Ländern vor, sich hinter der ultralaxen Geldpolitik der Notenbanken zu verstecken und nötige Reformen nicht anzugehen: „Dringend nötig sind Strukturreformen“, so Schäuble weiter.

Bereits am Dienstag im Bundestag hatte Schäuble die ultralaxe Geldpolitik der Notenbanken scharf kritisiert: durch Verschuldung entstehe kein Wachstum, so der Tenor seiner Rede zum Budget, die unter anderem von SPD-Fraktionsvize Schneider scharf kritisiert worden war. Man draf gespannt sein, wann Apologeten von Keynes wie Paul Krugman (der jedoch einen Vulgär-Keynesianismus predigt und damit Keynes Unrecht tut) über Schäuble herfallen werden. Die Deutschen, so wird der Tenor sein, habe es einfach nicht kapiert.

Aber eines muß man Schäuble und den Deutschen doch lassen: die Tatsachen sprechen für sie. So ist das QE der EZB bereits verpufft, daher scheint die Tendenz innerhalb der EZB in Richtung Ausweitung des QE (durch die monatliche Summe oder die Laufzeit) zu gehen. Unlängst hatten sich, das zeigte das EZB-Protokoll, die europäischen Notenbanker „enttäuscht“ gezeigt über die Wirkungsweise des QE. Draghi wiederum hatte auf der PK nach der letzten EZB-Sitzung imemr wieder von „Beweisen“ gesprochen, dass das QE wirke. Nur ist er diese Beweise leider bislang schuldig geblieben..

Schäuble hatte schon am Dienstag in seiner Budgetrede im Bundestag vehement Vorschläge kritisiert, das Wachstum durch zusätzliche Verschuldung anzukurbeln, und vor Blasenbildung durch eine zu hohe Liquidität gewarnt. Allerdings müsse man sich noch auf eine „längere Phase niedriger Zinsen“ einstellen.

Der CDU-Veteran hatte bereits da eine Attacke gegen die lockere Geldpolitik in seine Rede eingebaut. Das hatte ihm noch in der Debatte heftige Kritik des Koalitionspartners SPD eingebracht, dessen Fraktionsvize Carsten Schneider den Finanzminister heftig anging.

„Wir haben gesehen, dass die Geldpolitik – und die Finanzminister wie die Notenbank-Gouverneure sind sich darüber einig – nicht die Probleme lösen kann, denen wir gegenüberstehen“, warnte Schäuble in seiner Rede am Freitag aber erneut. Die Länder dürften die lockere Geldpolitik nicht als Vorwand nutzen, um nicht das zu tun, „was dringend nötig ist“, forderte er. „Dringend nötig sind Strukturreformen.“ Obwohl Geld- und Fiskalpolitik wichtig seien, könnten sie keine Strukturreformen ersetzen.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Michael

    11. September 2015 15:30 at 15:30

    Die Blasen platzen laengst. Das besagen die erratischen Wechselkursbewegungen. Die crashenden Rohstoffpreise. Die tendenziell fallenden Aktienkurse. Bis Schaeuble dann alternativlos Hedgefunds retten darf, die auf den Niedergang von Staaten, die ueberhaupt keine Dollarschulden hatten, wetteten. Mit Hebeln, wie wir sie noch nie zuvor erlebten. Bescheidenheit war ja noch nie das Ding von Ganoven. Deshalb jammern diese Typen ueber die bevorstehende FED-Zinswende. Wann, wenn nicht jetzt, soll die FED den Zins von 0 auf gering anheben? Es ist reichlich spaet.

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

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Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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