Devisen

Schweizer Franken mit Aufwertung auf 8-Jahreshoch – Zinswetten

Der Schweizer Franken wertet heute auf ein Acht-Jahreshoch auf. Zinssenkungserwartungen an die EZB helfen deutlich.

Schweizer Franken Geldscheine
Schweizer Franken. Photographer: Stefan Wermuth/Bloomberg

Wird die EZB die Zinsen schon in wenigen Monaten spürbar senken, aber die Schweizerische Nationalbank wird länger an ihrem jetzigen Zinsniveau festhalten? Zeigt der Euro daher im Verhältnis zum Schweizer Franken weiter Schwäche, und der Fränkli kann seine Aufwertung fortsetzen? Derzeit sehen wir jedenfalls bereits eine Aufwertung der Schweizer Währung auf ein Achtjahreshoch, das die historichen Marken vom großen „Debakel aus Januar 2015“ erreicht.

Schweizer Franken erreicht Acht-Jahres-Hoch

Der Schweizer Franken erreichte heute den höchsten Stand gegenüber dem Euro, seit die Schweizerische Nationalbank vor fast neun Jahren eine Währungsobergrenze aufgab. Händler wetten laut Bloomberg derzeit darauf, dass die Europäische Zentralbank die Zinssätze schneller senken wird. Der Schweizer Franken kletterte heute auf das Hoch von 0,9403 je Euro, den höchsten Stand seit Januar 2015, bevor er die Gewinne wieder einbüßte (aktuell 0,9461). Im TradingView Chart sehen wir den Kursverlauf von Euro gegen Schweizer Franken seit dem Jahr 2004. Jetzt spiegelt die Entwicklung eine Verschiebung der Zinserwartungen wider. Das Vertrauen der Anleger wächst, dass die EZB die Zinssätze bereits im ersten Quartal des nächsten Jahres und damit früher als die Schweizer Zentralbank senken wird, auch wenn die Verantwortlichen der Zentralbank versuchen, sich gegen eine so frühe Zinssenkung zu wehren.

Mehrere Expertenstimmen

„Der Schweizer Franken neigt dazu sich gut zu entwickeln, wenn die Eurozone unter Druck steht“, sagte Jane Foley, Leiterin der Währungsstrategie bei der Rabobank, die ein Potenzial für einen Rückgang des Euro-Franken-Paares auf 0,93 sieht. „Die Daten dieser Woche haben uns an den Gegenwind erinnert, dem die deutsche Wirtschaft ausgesetzt ist“, sagte sie, nachdem die deutschen Fabrikaufträge im Oktober unerwartet gesunken waren.

Sollte die EZB Anfang nächsten Jahres zu einer Zinssenkung übergehen, wäre sie vielen Zentralbanken der Industrieländer, darunter der SNB und der Federal Reserve, voraus. Die Volkswirte der UBS erwarten die erste Zinssenkung der SNB im Juni. Dennoch gehen die von Bloomberg zusammengefassten Währungsprognosen im Großen und Ganzen von einer Abschwächung des Schweizer Franken bis ins nächste Jahr hinein aus, wobei die durchschnittliche Schätzung für das Euro-Franken-Paar bei 0,96 bis zum Ende des ersten Quartals liegt.

Dies spiegelt sich auf den Optionsmärkten wider, wo die Mehrheit der Händler auf eine Abwärtsbewegung der Währung gegenüber dem Euro setzt. Seit Ende November haben zwei Drittel der Vanilla-Optionen den Euro gegenüber dem Schweizer Franken bevorzugt, wie aus Daten der Depository Trust & Clearing Corporation hervorgeht. „Der Franken genießt seit vielen Jahren eine fast unendliche Stärke gegenüber dem Euro“, sagte Steven Barrow, Leiter der G-10-Strategie bei der Standard Bank. „Dies könnte in Frage gestellt werden, wenn es zu einer großen Risiko-Rallye kommt, da der Franken in der Regel als der sicherste Vermögenswert gilt und daher am meisten zu verlieren hat.“

Blick auf die Zinsen

In diesem Chart sehen wir im Verlauf der letzten fünf Jahre die Leitzinsen für die Schweiz (blau) und für die Eurozone (orange). Die Schweizer haben von -0,75 % auf +1,75 % erhöht, also um 250 Basispunkte. Die EZB hat um 450 Basispunkte angehoben auf 4,50 %. Man sieht: Die Fallhöhe der Zinsen in Euroland ist größer, und die nahende Rezession spricht für Zinssenkungen. Das könnte den Devisenmarkt veranlassen, den Schweizer Franken gegenüber dem Euro noch weiter aufwerten zu lassen?

FMW/Bloomberg



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